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Pinselspuren vermeiden?

15.02.2015, 11:12
Wie kann ich Pinselspuren beim Lackieren von Holzoberflächen vermeiden? Bringt es was, die erste Schicht mit 320er Schleifpapier anzuschleifen und dann mit etwas wasserverdünntem Lack ein zweites Mal zu lackieren? Voraussetzung natürlich, dass der Lack wasserverdünnbar ist… Eine Rolle habe ich nicht zur Verfügung...
Gruss, frhofer
 
Lackieren, Pinsel Lackieren, Pinsel
Bewerten: Bewertung 1 Bewertung
18 Antworten
Pinselspuren lassen sich nach meinen Erfahrungen nur mit wirklich hochwertigen Pinseln vermeiden.
Die Billigpinsel im 5er Set aus dem Baumarkt, ziehen immer Spuren, während hochwertige Lackierpinsel aus dem Fachgeschäft eine schöne ebenmäßige Oberfläche geben.

 

Ich bin zwar nicht so der große Pinselbenutzer, aber ich habe gemerkt, wenn Der Lack oder was immer man streicht zu dickflüssig ist, gibt es eher Pinselspuren als wenn der Lack richtig verdünnt ist. Der Lack usw verläuft dann besser wenn er dünnflüssiger ist

 

Die hochwertigen Pinsel ist das eine.

Der hochwertige Lack das andere. Damit ein Lack auf der Oberfläche gut verläuft, sollte er werksseitig tixotrop eingestellt sein (tixotrop = Verlauffähigkeit).

Das blosse Verdünnen mit Wasser oder Terpintüchtig macht einen Lack nicht zwangsläufig streichfähiger.

Ich verzichte auf die Verdünnung mit den genannten Mitteln und gebe ein Aditiv hinzu: Floetrol bei wasserbasierten Farben und Lacken und Ovatrol-Öl bei lösemittelbasierten Lacken.

Das bewirkt, dass sich die offene Zeit und das Fliess- und Streichverhalten sehr gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.

Such mal bei Amazon danach. Von dem jeweiligen Mittel gibt man je nach Zustand des Lackes ca. 30 ml hinzu und macht einen Anstrich auf einem Probestück. Ist der Verlauf noch nicht zufriedenstellend, kann man nochmal was "nachkippen".

Zudem lackiere ich die Flächen nie im liegenden Zustand, alleine schon wegen der Staubeinschlüsse nicht.

Allerdings gebe ich zu, dass ich die Aditive nur nutze, wenn der Lack längere Zeit in der Werkstatt gestanden hat.

 

Als Maler kann ich dir sagen Kauf dir anständige Pinsel die Kosten meisten auch nicht die welt wir haben in der Firma welche von Brillux, Storch damit fahren wir seit Jahren am besten. Pinsel mit Blauer Kappe sind für Wasser Lacke ausgelegt und Pinsel mit Roter Kappe sind für Lösemittelhaltige Lacke ausgelegt. Ein guter Pinsel sollte lange und weiche borsten haben, damit verhinderst du diese kratzer im lack...

Die Lacke Verdünnen wir auch immer Nachträglich allein da er Streichfähiger wird und somit ein Besseres gesamtbild erzielen. Bei Wasser Lacken ist klar Wasser zum Verdünnen nehmen, Bei Lösemittelhaltigen lacken auf keinen Fall Terpentin rein schütten Kauf dir im Baumarkt einen Uni Verdünner.

Von irgend welchen Aditiven kann ich dir nur abraten, Kommt drauf an welchen Hersteller du hast kannst du glück haben das es sich verträgt oder du hast pech und es verträgt sich nicht und du es bilden sich blasen oder Brenntauf...

ob du das Werkstück jetzt im stehen oder liegen lackierst zeigt die Erfahrung ist unrelevant Staub hast du auch bei einem Stehenden Werkstück ^^ mach es so wie es für dich besser ist bzw wie du der meinung bist das du damit klar kommst...

Und nicht zu Vergessen beim Lackieren ist weniger mehr

 

Geändert von MikeBaut (15.02.2015 um 19:27 Uhr)
@MikeBaut:

Bei den beiden genannten Aditiven ist die Verträglichkeit mit lösemittelbasierten Lacken und wassereinstellbaren Farben bei 100 Prozent. Wie kommst du darauf, dass Alkydharzlack nach Zugabe von Ovatrol-Öl Blasen schlagen kann? Oder verklummt?

Ich stell hier doch keine Tipps rein, mit denen sich die Leute ihre Arbeit versauen können.

 

By the way: was ist Brenntauf?

 

Ich nehme dafür gerne die Mikrokrater-Rollen und bin zufrieden.

 

Zitat von ruesay
@MikeBaut:

Bei den beiden genannten Aditiven ist die Verträglichkeit mit lösemittelbasierten Lacken und wassereinstellbaren Farben bei 100 Prozent. Wie kommst du darauf, dass Alkydharzlack nach Zugabe von Ovatrol-Öl Blasen schlagen kann? Oder verklummt?

Ich stell hier doch keine Tipps rein, mit denen sich die Leute ihre Arbeit versauen können.
Da wir mal ein Seminar bei Brillux hatten, haben die uns verklickert es kann passieren das sich zusatzstoffe fremder hersteller mit den Zutaten aus dem haus nicht vertragen Können, So etwas habe ich mal beim Kumpel gesehen habe ihm von der Arbeit einen Brillux Dolomit ELF 900 Weiß mit gebracht dort hat er dann die billigste abtönfarbe von Tedox reingekippt =D Das Ergbniss hat sich sehen lassen die stoffe haben reagiert und der anstrich war im Popo... Überall flecken bildung... von daher kippe ich immer nur das in die farben was den selben hersteller trägt... Hat uns aber auch schon mal der innungsmeister verraten... nur weil draufsteht lösemittel kompatibel heißt es nicht das es sich mit den Zutaten des Herstellers vertragen muss... Und lacke auf Atrol basis gibt es bereits fertig zu kaufen ist meisten auch nicht teurer...

 

Ich mache das so: Mit Schaumstoffwalze schnell Lack auf der Fläche verteilen. Allerdings neigen die Walzen zu Blasenbildung. Dann wenn die Fläche komplett lackiert ist, mit nem weichen langhaarigen Pinsel von der einen Kante bis zur anderen ohne Druck nur leicht drüberziehen. Dadurch platzen die Blasen auf und Du hast ne perfekte Oberfläche. Man sollte nur schnell sein. Ich mache das auch beim Türen lackieren im liegen.

Aber ich glaube, das macht jeder anders und es hängt stark von der Farbe ab. Ich hatte kürzlich nen Acryllack von o.g. TEDOX und der war perfekt, keinerlei Pinselspuren, eine exzellente Oberfläche. Dann hast Du nen teuren Lack und nur Pinselspuren. Wesentlich ist auch wie der Untergrund beschaffen ist, ordentlich grundiert und ohne Riefen, sondern glatt.

 

@MikeBaut:

Klar, bei dem von dir genannten Beispiel mag das auch sein und für deinen Kumpel tut mir das auch leid.

Allerdings sind das zwei völlig verschiedene paar Schuhe. Die Aditive sind eh Bestandteil bei 95 Prozent der käuflichen Lacke und Farben. Da es sich aber um einen etwas teureren Bestandteil handelt, geizen die meisten Hersteller mittlerweile mit dem Zusetzen.

Aber nun gut, so hat jeder seine Erfahrungen gemacht. Und nun wieder zurück zum eigentlichen Thema.

 

Ersteinmal möchte ich auf den Begriff "Thixotrop" eingehen.
Thixotrop bezeichnet nicht die Verlauffähigkeit eines Lackes.
Ein thixotroper Lack ist relativ dickflüssig in seiner Konsistenz.
Durch aufrühren und durch die Streichbewegung wird dieser Lack dünnflüssiger.
Sobald auf das Material aber keine mechanische Bewegung ausgeführt wird (Schub- und Scherspannung) nimmt der Lack wieder die zähere Konsistenz an, d.h. die Viskosität verändert sich wieder in den Urzustand.
Einziger Vorteil eines thixotropen Lackes ist, dass er keine "Nasen" bilden, für Pinselspuren ist er aber anfälliger.

Die Verlauffähigkeit eines Lackes erreicht man auf zweierlei Arten.
Entweder durch verdünnen, oder bei Alkydharzlacken auch durch leichtes erwärmen des Lackes.
Hat man für einen Alkydharzlack keinen oder zu wenig Verdünnung, kann man den Farbtopf in heisses Wasser stellen. Der Lack wird geschmeidig und lässt sich prima streichen.

Wasserbasierende Lacke verdünne ich mit destiliertem Wasser. Das hat den Vorteil, dass mir ein angebrochenes Gebinde nicht nach ein paar Wochen anfängt zu faulen.

Alkydharzlacke verdünne ich grundsätzlich nur noch mit Kunstharzverdünnung.
Der Verlauf ist viel besser und der Lack nicht zu ölig. Gleichzeitig vergilbt der Lack dadurch auch nicht so schnell.
Universalverdünnung benutze ich für Alkydharzlacke überhaupt nicht. Wenn dann nur für Nitrolacke...aber die werden ja kaum noch verarbeitet.

Zusätzlich zum vernünftigen Lack und seiner vernünftigen Verdünnung sollte man auch nicht am Werkzeug sparen um eine perfekte Oberfläche zu erzielen.
Zum vorlackieren empfehle ich einen Vorlack der sich sehr gut schleifen lässt.
Eine gute Vorarbeit ist die halbe Miete für ein spitzen Ergebnis.

Neue Ringpinsel vor der ersten Benutzung einige male über 80er Schleifpapier "pinseln".
Lose Borsten aus der Herstellung werden dadurch entfernt und die Börstenspitzen dadurch etwas aufgesplisst.
Bei Lackierpinseln ist es so, das nur gut eingearbeitete und abgenutzte Pinsel ein perfektes Ergebnis bringen. Neue Pinsel schaffen das eher weniger.

 

Scheine ich wenig falsch gemacht zu haben. Der Pinsel ist m.E. relativ hochwertig, die Fläche mit 320er abgeschliffen, danach Fläche grundiert, erneut abgeschliffen, gestrichen mit Acryllack, nochmal geschliffen und dann mit verdünntem Acryllack erneut gestrichen. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Lackierarbeiten sehr aufwändig und relativ glatt. Beim nächsten Mal muss ich aber noch mehr verdünnen beim letzten Mal...
Die Idee mit dem Schleifpapier über den neuen Pinsel merke ich mir!!

Wie verhindert Ihr den Nasen an den Brettkanten? Gebrochen sind sie, dieses Mal waren es auch nur wenige Nasen, aber man lernt ja nie ganz aus?! Abkleben ist m.E. keine Option!
Gruss, frhofer

 

Zitat von frhofer
...
Wie verhindert Ihr den Nasen an den Brettkanten? Gebrochen sind sie, dieses Mal waren es auch nur wenige Nasen, aber man lernt ja nie ganz aus?! Abkleben ist m.E. keine Option!
Gruss, frhofer
An Brettkanten den Pinsel von innen nach aussen ziehen.
Wenn Du von aussen nach innen streichst ziehst Du den Pinsel über die Kante und streifst damit Lack aus dem Pinsel ab, der dann als Nase an der Kante herunterläuft.

 

Also ich würde auch immer jedem Raten, ein anständiger Pinsel muss sein. Nicht umsonnst sind die Preisunterschiede.

 

@RedScorpion:

Vollkommen richtig, was du zu Thixotrop schreibst. Da hat mir mein Erinnerungsvermögen aus der Lehrzeit anscheinend nicht sehr gut weitergeholfen. Bevor ich noch mehr Blödsinn zu dem Thema schreibe, ziehe ich mich galant in den Hintergrund zurück und überlasse das Feld zukünftig den aktiven Experten.

 

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