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Physik und Elektronik - 12V Pumpe ;)

07.01.2015, 16:47
Tag!

Sämtliche Angaben bzw. Einheiten, z.B. V oder AMP ... sind mir bekannt, aber die praktische Anwendung ist mir nicht geläufig. Hätte wohl im Physikunterricht vor gefühlt 30 Jahren ... besser aufpassen sollen.

Es geht um folgende Pumpe


  • 12V
  • 3.5 amps max current draw
Nun stellt sich mir die Frage, ob ich ein passender 12V DC Adapter auch genau 3.5A haben muss oder dieser auch gerne mehr haben kann?

Weiterhin (aus reiner Neugier): was passiert wenn ich z.B. ein 18V Adapter oder einen Adapter mit 1.5A nutze?

Danke & Gruß
 
12V Pumpe 12V Pumpe
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23 Antworten
Hallo, wenn der mehr hat ist das gar kein Problem, das bedeutet einfach "Luft nach oben", weniger sollte er auf keinen Fall haben.

 

Wenn Du einen Adapter mit nur 1,5 A nutzt, wird er überlastet und es spricht im besseren Fall der interne Überlastungsschutz an. Ein Netzgerät mit 18 Volt würde ich der Pumpe zuliebe nicht ausprobieren. Halt Dich lieber an die Vorgaben.

 

Ekaat  
Der Vergleich hinkt zwar, aber so erklärt es sich besser:
Die Stromstärke (Symbol I, gemessen in A = Ampere) ist die Durchflußmenge
Die Spannung (Symbol U, gemessen in V = Volt)
Jetzt stellen wir uns vor, Strom wäre Wasser, dann wäre die Stromstärke der Querschnitt des Wasserrohres, und die Spannung wäre der Wasserdruck. Ich kann von einem großen Rohr ein kleines abzweigen lassen - kein Problem. Anders bei der Spannung: Das gedachte Rohr wird platzen, wenn ich mit zu hohem Druck fahre. In der Praxis brennt die Ankerwicklung des Motors durch.
Bei zu geringer Stromstärke des Netzadapters versagt der Wasser-Vergleich. Deine Pumpe verlangt mehr Strom, als der Adapter hergibt, das wirkt sich ähnlich aus, wie ein Kurzschluß: Der Adapter wird heiß und brennt durch. Damit das Gerät nicht zum privaten Freudenfeuer wird, haben die Dinger meistens einen Überlastungsschutz, der durchbrennt und den Adapter unbrauchbar macht - nicht mehr zu reparieren.

 

Ekaat  
Übrigens: Ich hatte meine letzte Physikstunde vor 48 Jahren

 

Zitat von Ekaat
Übrigens: Ich hatte meine letzte Physikstunde vor 48 Jahren
Hat man dir da nicht beigebracht, dass Strom und Wasser sich nicht vertragen?...

 

Dann versuche ich auch mal etwas bei zusteuern:
Die Pumpe ist für 12 V ausgelegt und hat eine maximale Stromaufnahme von 3,5 Amper. Dieses bedeutet, dass die Pumpe bei voller Pumpenleistung und im Anlaufmoment maximal die 3,5 Amper aufnehmen wird. Wenn Du jetzt im ersten Fall ein Netzteil mit 12 V aber nur 1,5 Amper verwendest, ( abhängig vom Netzteiltyp) wird die Pumpe warscheinlich problemlos anlaufen und auch funktionieren, nur kann man damit nichts machen, weil bei der geringsten Belastung der Pumpe die Spannung vom Netzteil zusammenbricht. Hier würden dann z.B. statt der 12 V nur noch 6 V Spannung zur Pumpe fließen. Dadurch dreht sich die Pumpe viel langsamer und sie fördert kein Medieum mehr. Jetzt gibt es aber auch Netzteile die ihre Ausgangsspannung sozusagen überwachen ( die sind Stabilisiert), dann merkt es das die Spannung abfällt und versucht nachzuregeln. Da ihm aber der Strom fehlt, kann es nicht weiter nachregeln und es schaltet zum Selbstschutz ab. Hat man ein ungeregeltes Netzteil, bricht die Spannung erst bis zu einem bestimmten Punkt ein, das Netzteil wird auch sehr Heiß dabei, bis entweder die eingebaute Sicherung auslöst oder die Wicklungen verbrennen.
Im zweiten Fall in dem ein 18 V Trafo verwendet wird, bekommt die Pumpe zu viel Spannung und wird viel schneller laufen als vorgesehen. Zusätzlich nimmt die Pumpe auch einen höheren Strom auf, was zu einer extremen Überhitzung der Wicklungen im Motor führt. Da hier schon eine Spannungserhöhung um die hälfte der Nennspannung von 12 V vor liegt, wird der Motor der Pumpe das nicht lange aushalten und durchbrennen.
Gut jetzt könnte ja einer meinen ich nehme ein 18 V Netzteil mit 1,5 A, hier bricht ja die Spannung wie von mir beschrieben zusammen, ja einerseits schon, aber hier läuft die Pumpe im unbelasteten Zustand mit einer viel zu hohen Drehzahl weil sie dann ja weniger Strom aufnimmt,Erhitzt sich daher schon extrem, wenn aber Leistung benötigt wird beim Pumpen, bricht die Spannung immer weiter zusammen und die Pumpe bleibt stehen. Ich bekomme keine Leistung aus der Pumpe weil ihr dann die Spannung fehlt. Dann geht es weiter mit dem Netzteil, dieses wird laufend überlastet und nicht lange durchhalten, also verbrennen oder die Sicherung löst laufend aus.
Noch eine kleine Anmerkung am Rande. Eine Pumpe sollte man auch nicht länger ohne Medium laufen lassen, da sie meistens dadurch gekühlt und geschmiert wird.
So jetzt hoffe ich das man einigermassen durchblickt, bei dem was ich geschrieben habe.

 

Ekaat  
Zitat von RedScorpion68
Hat man dir da nicht beigebracht, dass Strom und Wasser sich nicht vertragen?...
Kraft meines Amtes als Nenner (nicht als Zähler!) benenne ich Dich um in RedSkorpionOberschlau

 

Der elektroelo wieder ! Schön ausführlich und eigentlich auch verständlich. Fazit : Halte dich an die Vorgaben sprich Typenschild. Ich kann natürlich eine 12V Pumpe nicht mit 18 V betreiben. Ne Moment, kann ich doch aber die Pumpe mag das garnicht. Die stellt den Betrieb über kurz oder lang ein. Und die Stromstärke brauch ich mindestens, schon um auf die angegebene Förderleistung zu kommen. Mehr kann ich liefern, das bringt aber kein Leistungszuwachs.
Und Ekaat wieso vertragen sich wasser und strom nicht? Wasserleitung und Stromleitung, na dämmerts ? Ne war natürlich Spass

 

Zitat von Ekaat
Kraft meines Amtes als Nenner (nicht als Zähler!) benenne ich Dich um in RedSkorpionOberschlau
Bist aber heute in Geberlaune.
Da gibts hier aber ein paar mehr, die diesen Titel eher verdient hätten.

 

Wen meinst Du denn da ?

 

@ IOOkus: Falls Du ein Auto hast, da gibt's ne Batterie wahrscheinlich mit 12V. Und die kann jede Menge Amperes (=Strom) zum Beispiel in den Anlasser schicken, funktioniert aber auch, wenn Du nur irgendwo mit Radio an rumstehst. Daraus ist zu schließen: Die Geräte holen sich soviel Strom, wie sie brauchen, egal wieviel die Stromquelle maximal liefern kann. Für Dein Motörchen heißt das: Im Leerlauf ganz wenig, unter Last die 3,5 Ampere.

Was passiert, wenn die Batterie "platt" ist? Das Licht allein geht vielleicht noch, aber das Tütet springt nicht an, das Licht wird beim Anlassen dunkel. Die Spannung ist zusammengebrochen. Zu schwache Quelle ist also höchstens was für den Leerlauf Deines Motörchens. Unter Last läuft nix.

Eine andere Geschichte ist die höhere Spannung. Dafür ist der Motor nicht ausgelegt; sprich: seine Wicklungen (durch die der Strom fließt) sind zu dünn. Er wird heiß und irgendwann brennt er dann durch wie ne Lampe, die mit falscher Spannung betrieben wird. (Wenn sowas einfach anzupassen wäre, brauchten wir z.B. keine Netzteile.)

So mal ein grober Umriss, warum was geht und was nicht. Auf Ohmschen und induktiven Widerstand und solche Sachen geh ich jetzt mal nicht extra ein.

Merke: Rot ist Blau und Plus ist Minus ;-)

 

Na dann mal was zum Lachen Red Scorpion: In neuen Durchlauferhitzern sind z.T. die Stromdrähte blank in der Heizpatrone um das Wasser zu erhitzen. Soviel zu "Wasser und Strom verträgt sich nicht". Ist jetzt etwas banal geschrieben, aber im Grunde ist das wirklich so. Früher befand sich ein Isolierter Heizwendel in der Heizpatrone, Prinzip Tauchsieder, heute gibt es Modelle die haben statt den Isolierten Heizwendel die blanken Drähte in der Heizpatrone und erhitzen das Wasser direkt so. Ist viel effektiver und verkalkt nicht mehr so. Es steckt aber einiges an Technik dahinter um dieses zu Bewerkstelligen.

 

Interessante Sache @ elektroelo.
Wusste ich noch nicht....auch wenn ich mittlerweile hier schon einen neuen Titel bekommen habe.

 

Ekaat  
Zitat von kaledo
...Merke: Rot ist Blau und Plus ist Minus ;-)
...und wenn ich nicht mehr weiter kann, schließ' ich Plus an Minus an (Bonsaijogi)

 

Ekaat  
Zum Thema Bleiakku (die Batterie, die in jedem Auto steckt):
Diese Auto-Batterie ist nur zur Abgabe von hohen Stromstärken für kurze Dauer geeignet (Anlassen!). Es gibt dann Andere, die langsame Stromentnahme gestatten, aber keine kurze Gewaltentnahme aushalten.
Gut zu wissen!

 

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