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Pflanzen auf Terrassen-Unterbau

02.10.2013, 16:32
Hallo zusammen,

ich hätte eine Frage an alle Gärtner unter euch:
Wir haben vor 2,5 Jahren im Zuge diverser Erdarbeiten für unser Haus auch gleich den Unterbau für unsere Terrassen herstellen lassen.
Wurde uns so empfohlen, damit sich alles schön setzen kann und man jetzt nur mehr "alles geradeziehen" muss.
Es fehlen also "nur" noch 2 - 3cm Unterbau (in unserem Falle Betonbruch), 5cm Splittbett und eben die Pflastersteine.

Nun haben sich aber in diesen 2,5 Jahren auch einige Pflanzen (hauptsächlich Grashalme, Löwenzahn und so), dort angesiedelt. Wie bekomme ich die zuverlässig und dauerhaft (ohne Chemie) weg ? Mir reichen die Pflanzen, die sich sowieso von oben her ansiedeln ....

Gut gemeinte Tips reichen von einfach ausreissen über "Flämmen" bis zu Salz streuen ....

Was hilft den wirklich und ist "umweltverträglich" ???

Danke schon mal im Voraus !!!!!
 
Pflanzen, Terrassen-Unterbau Pflanzen, Terrassen-Unterbau
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9 Antworten
Woody  
Fläche wässern und dann versuchen, die Unkräuter mit einem Großteil der Wurzeln herauszuziehen. Wenn danach ohnehin Split und Pflastersteine draufkommen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass genau diese Unkräuter wieder auskeimen.

Diese Maßnahme solltest du allerdings kurz vor der geplanten Fertigstellung mit Kies etc. durchführen.

 

Also, wir haben jetzt auf 3 Seiten um das Haus eine "Sauberkeitsschneiße" angelegt.
=> Randsteine 100x50x5 cm wurden in 50 cm Abstand zur Hauswand in den Boden einbetoniert als Abgrenzung. Dabei schaut der obere Rand noch ein paar Zentimeter über die Grasnarbe des angrenzend folgenden Rasens. Im inneren wurden bepflanzbare Kübel in den Boden versenkt und mit ausgewählten Gräsern und Zwerkkiefern bestückt. Der restliche Untergrund wurde mit Unkrautvlies ausgelegt und dann mit Kies aufgefüllt, so dass die Erde in den Pflanzkübeln auch nicht mehr zu sehen ist.
Das Unkrautvlies hält zwar auch nicht 100%-ig, aber es ist schon deutlich weiniger als ohne. Heute habe ich eine kleine Löwenzahnpflanze, einen Grashalm und einen Schachtelhalm ausgezupft. Sonst war bisher nichts.
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Hallo,

ich halte ein Unkrautvlies auch für unerlässlich.

Ich kann dir gerne ein paar Bilder machen wo sich überall Gräser niederlassen (selbst auf 40cm tiefen Mineralbeton).

Sogar auf dem Unkrautvlies selber (wenn keine Schicht darüber ist).

Aber die Verwurzelung mit dem Mutterboden findet bei einer Trennschicht (=Wurzelvlies) nicht statt, das ist wichtig, denn damit lassen sich die oberflächlich angesiedelten Gräser sehr gut und auch sehr schnell entfernen.

Zu deiner Aufbauhöhe, die 2-3 cm Unterbau halte ich für arg wenig......viel zu wenig!

Die Schicht sollte mindestens 10cm (besser 15-25cm) sein, jedoch allermindestens die dreifache Höhe der größten Kornhöhe haben.
Bei Schotter / Mineralbeton von 0-32mm bist du schon bei 10cm.
Ansonsten bekommst du bei deiner angestrebten Höhe auch keine "Trag"schicht hin, da du erstens mit der Rüttelplatte den Schotter in die Erde einarbeitest und sich die Schottersteine nicht verkeilen können.

Bei 3-5cm gehst du auch ein sehr hohes Risiko ein, das sich deine Terasse bei Frost hebt.

Noch ein Tipp, den Schotter bitte Schichtweise mehrmals mit einer Rüttelplatte abrütteln.
Bei 15cm also mind. 2x (ca. 7cm und beim Endniveau von 15cm).
Beim Abrütteln über jede Stelle auch mind. 3x drübergehen.
Das ist wichtig, damit die Tragschicht entsprechend verdichtet wird und später nicht mehr absackt.
Dann einen Durchwuchsschutz (dieser muss zwingend Wasserdurchlässig sein, also keine Folie) und dann die Splittschicht (hier liegst du mit 5 cm richtig).

Der Durchwuchsschutz (ich hole meinen immer von Norma, kostet für glaub 15m² ca. 5-6 €) sollte großzügig überlappen (1/3 der Bahnbreite = ca. 30cm).

 

Geändert von Hermen (03.10.2013 um 09:57 Uhr)
Janinez  
Gute Tipps Hermen, danke auch das mit der Norma Nicht-folie

 

Danke für die vielen Antworten.
Also Salz und Flammenwerfer scheinen nicht zu den üblichen Varianten zu gehören.....

"Unkrautvlies" scheint also das Mittel der Wahl zu sein - ist das dasselbe wie Durchwuchsschutz ?

Hatte das auch schon auf meiner Rechnung, das wird aber offenbar kontrovers gesehen, ich versuch das mal kurz zusammenzufassen:
- von unten wächst sowieso nix durch, weil durch 40cm Schotter nix durchkommt
- was sich von oben her niederlässt wird dadurch auch nicht aufgehalten, und in 10cm Sand wächst ja auch so einiges
- behindert nur das Wasser beim Abfließen -> schlecht

Kann das auch zutreffen ? Wenn ja wovon hängt das ab ????

@Hermen: es sind ja auch schon ca. 40cm Unterbau vorhanden, nur das endgültige Niveau stimmt noch nicht ganz (nicht exakt hergestellt, ausserdem Setzungen)

Also der endgültige Aufbau wird so ausschauen:
- ca. 40-50cm Unterbau aus Betonbruch 0/30 (oder 0/32?)
- 4-5cm Splitt (2/5)
- 6cm Pflastersteine, dazwischen 5mm Fugen

Das hiesse also das selbst bei vollständig "dichtem" Unkrautvlies eine Pflanze immerhin 11cm Sand zum Wachsen hätte. ????????????????
Bin selber eben völlig ahnungslos was Pflanzen angeht, daher war auch die Argumentation, dass dort ein Vlies nix bringt, durchaus schlüssig ....
(bitte nicht falsch verstehen)

Würde es auch ausreichen, dieses Vlies über bestehende Pflanzen einfach drüberzulegen ?

DANKE !

 

Unkrautvlies, Geovlies, Durchwuchsschutz..................egal wie man sie nennt, oder aus was sie hergestellt sind, sie lassen auf jedn Fall Wasser durch.

Und ja, wie schon erwähnt, von oben können auch Gräserpollen kommen, aber diese können nicht fest verwurzeln.
Von unten kann auch was durchwachsen....ob mans glaubt oder nicht.
Unser Efeu wächst durch alles.

Aber egal, du musst so ein Vlies nicht hernehmen, ist vollkommen dir überlassen.

Ob es was bringt das Vlies ausschliesslich über die Pflanzen zu legen....und dann darauf zu Plastern?
Ich habs auf jeden Fall noch nicht ausprobiert.
Das Vlies kommt am Besten direkt unter den Feinsplit (zumindest das was ich hernehme).

Wo du 11cm Sand herbekommst versteh ich zwar nicht, aber wenn du ein Ameisenliebhaber bist, ist Sand auf jeden Fall das Beste.

 

Zitat von Hermen
Wo du 11cm Sand herbekommst versteh ich zwar nicht, aber wenn du ein Ameisenliebhaber bist, ist Sand auf jeden Fall das Beste.

OK, vielleicht war das ein bisschen missverständlich. Was ich gemeint habe:
5cm Splitt 2/5 (habe ich umgangssprachlich (=falsch) als "Sand bezeichnet") - vollflächig als Bettung
6cm Fugensand/-splitt, also die Höhe der Pflastersteine - logischerweise nur in den Fugen (5mm)

ergibt also (aber eben nur dort wo Fugen sind) insgesamt 11cm "Sand" .
Damit meine ich dass von oben einfliegende Pollen, Wurzeln etc. erstmal diese 11cm überwinden müssen, um sich dann zu verwurzeln - oder eben nicht

Auf jeden Fall mal allerbesten Dank für die vielen Tipps !!!!

 

Ich würde die einfach ausreissen. Was anderes fällt mir da ohne Chemie nicht ein.

 

Zitat von Martin78
Damit meine ich dass von oben einfliegende Pollen, Wurzeln etc. erstmal diese 11cm überwinden müssen, um sich dann zu verwurzeln - oder eben nicht

Also da gibt es selbst bei uns so einiges was mir da einfallen würde.

Unser Efeu überwindet alles. Hinter der Garage habe wir auch noch in über 2m tiefe Wurzeln gehabt.
Er überwindet selbst Beton, Stein, Holz,... o.k. dem macht ein Geovlies vermutlich auch nicht so viel aus.

Löwenzahn, selbst für den sind 11 cm nicht viel, wie bei allen tiefwurzelnden Pflanzen.

Löwenzahn im Pflasterbereich ist gelindegesagt....sch...

Ich kann natürlich nur aus meinen Erfahrungen reden.
Ich hab bei unserem Steingarten das günstige Vlies z.B. auch dort hingelegt, wo wir Rollkies ausgebracht haben.
Es dient einerseits alls Schutz vor der Vermischung Erde / Kies und auch als Durchwuchsschutz.
Seit ca. 2006 ist dort nur an den Anschlussstellen überhaupt Unkraut durchgekommen bzw hat sich angesiedelt (aber auch nur geringe Mengen).
Obwohl wir im Garten einen wirklich massiven Löwnezahnbewuchs haben.

Auch unter allen neuen Pflasterflächen kommt das günstige Vlies zum Einsatz und im Vergleich zu den alten Pflasterflächen oder der einen provisorischen Pflasterfläche die wir noch haben, ist der Unkrautbefall (vor allem von Löwenzahn) gleich Null.

Mein Nachbar hat um 2009 / 10 gepflastert und auch viel Schotter eingebracht, aber kein Unkrautvlies.
Bei dem sprießt inzwischen schon einiges zwischen den Pflastersteinen.

Ich hab auch kein Problem (selbst bei den enormen Regenmengen in diesem Jahr), mit dem Versickern vom Oberflächenwasser.

Ich hab also den Vergleich.
Deswegen sind mir die paar Cent / m² recht schnurzpiepegal.

 

Geändert von Hermen (08.10.2013 um 12:43 Uhr)
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