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Oberfräse: Kopierschablone nutzen

03.09.2013, 18:13
Hallo,
ich liebäugel gerade mit einer Oberfräse und würde gerne wissen, ob folgends möglich ist:
Ich habe schon einen Ausschnitt (z.b. Kreis mit Durchmesser x) in einem Werkstück. Diesen Ausschnit würde ich gerne kopieren.
Die Schablone möchte ich dann benutzen, um einen Kreis mit dem Durchmesser x zu erstellen, der genau in den Ausschnitt passt.

Damit das neue Werkstück und der Ausschnitt perfekt zusammen passen, stelle ich mir einen Arbeitsablauf ohne messen und ohne Stichsäge vor.

Ist sowas mit einer Oberfräse und Kopierhülsen möglich?

Vielen Dank für die Unterstützung.
 
Kopierschablone, Oberfräse Kopierschablone, Oberfräse
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21 Antworten

Die besten Antworten

Nein das geht so leider nicht, der Grund dafür ist ganz einfach:

Wenn Du den bestehenden Ausschnitt als Kopierschablone (ohne Kopierhülse sondern z.Bsp. mit einem 3schneidigen Bündigfräser mit obenliegendem Anlaufring) verwendest, wird auf jeden Fall in der Stärke des Fräsers Material entfernt das einem exakten "passen" nicht zuträglich ist.

Beispiel: Wenn Du einen 6mm Fräser verwendest, ist der Ausschnitt aus der zweiten Platte im Durchmesser insgesamt 12mm kleiner als Deine "Kopiervorlage".

Was Du aber machen könntest (nur als Beispiel wenn ich Dich richtig verstanden habe):

Aufgabe:
Du willst IN einem Werkstück einen Kreisausschnitt mit 200mm erstellen und aus einem anderen Werkstück eine 200mm Scheibe schneiden/fräsen die exakt in den Kreisausschnitt passt.

Das ganze natürlich so einfach wie möglich ....

Meine Vorgehensweise dafür wäre:

1. Anfertigen EINER EINZIGEN Schablone mit einem exakten Kreisausschnitt (Loch) mit 232mm Durchmesser

2. Diese Schablone setzt Du auf das 1. Werkstück auf, montierst einen 8mm Nutfräser exakt mittig (Zentrierdorn verwenden!) und eine 40mm Kopierhülse.

3. Dann fährst Du mit der Fräse den Ausschnitt (232mm) ab und erstellt in dem 1. Werkstück einen Kreis mit 200mm Durchmesser.

4. Nun legst du das 2. Werkstück unter die Schablone und montierst lediglich eine 24er Kopierhülse, alle anderen Einstellungen bleiben wie sie sind. Auch hier wieder den Zentrierdorn verwenden!

5. Dann fährst Du wieder den Ausschnitt (232mm) ab und erstellst eine Scheibe mit exakt 200mm Durchmesser die im Idealfall genau in den Ausschnitt des ersten Werkstückes passen sollte ...

6. Fertig ...
Mit dem normalen Lieferumfang einer handelsüblichen Oberfräse für Heimwerker geht es meiner Meinung nach nicht.

 

Nein das geht so leider nicht, der Grund dafür ist ganz einfach:

Wenn Du den bestehenden Ausschnitt als Kopierschablone (ohne Kopierhülse sondern z.Bsp. mit einem 3schneidigen Bündigfräser mit obenliegendem Anlaufring) verwendest, wird auf jeden Fall in der Stärke des Fräsers Material entfernt das einem exakten "passen" nicht zuträglich ist.

Beispiel: Wenn Du einen 6mm Fräser verwendest, ist der Ausschnitt aus der zweiten Platte im Durchmesser insgesamt 12mm kleiner als Deine "Kopiervorlage".

Was Du aber machen könntest (nur als Beispiel wenn ich Dich richtig verstanden habe):

Aufgabe:
Du willst IN einem Werkstück einen Kreisausschnitt mit 200mm erstellen und aus einem anderen Werkstück eine 200mm Scheibe schneiden/fräsen die exakt in den Kreisausschnitt passt.

Das ganze natürlich so einfach wie möglich ....

Meine Vorgehensweise dafür wäre:

1. Anfertigen EINER EINZIGEN Schablone mit einem exakten Kreisausschnitt (Loch) mit 232mm Durchmesser

2. Diese Schablone setzt Du auf das 1. Werkstück auf, montierst einen 8mm Nutfräser exakt mittig (Zentrierdorn verwenden!) und eine 40mm Kopierhülse.

3. Dann fährst Du mit der Fräse den Ausschnitt (232mm) ab und erstellt in dem 1. Werkstück einen Kreis mit 200mm Durchmesser.

4. Nun legst du das 2. Werkstück unter die Schablone und montierst lediglich eine 24er Kopierhülse, alle anderen Einstellungen bleiben wie sie sind. Auch hier wieder den Zentrierdorn verwenden!

5. Dann fährst Du wieder den Ausschnitt (232mm) ab und erstellst eine Scheibe mit exakt 200mm Durchmesser die im Idealfall genau in den Ausschnitt des ersten Werkstückes passen sollte ...

6. Fertig ...

 

Geändert von Linus1962 (03.09.2013 um 21:07 Uhr)
Nachtrag:

Natürlich funktionieren je nach Hersteller der Fräse auch andere Größenkombinationen (Kopierhülse/Fräserdurchmesser), die o.g. Kombination gilt für die meisten Bosch Oberfräsen ...

(GKF 600; GMF 1400 CE; GMF 1600 CE; GOF 900; GOF 900 ACE; GOF 900 CE; GOF 1600 CE; GOF 2000 CE Professional; POF 800; POF 1100 AE; POF 1200 AE; POF 1300 ACE; POF 1400 ACE)

... und den dafür verfügbaren Kopierhülsen.

 

Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
Die Anleitung hat mir schon sehr geholfen.
Wenn ich das jetzt richtig verstanden haben, sollte die Kombination 40mm Hülse / 8mm Fräser für den Ausschnitt und 24mm Hülse / 8mm Fräser für einen Einsatz immer funktionieren.
Kommt dann nur noch auf mein handwerkliches Geschick bei der Schablone an.
Hauptsache ist für mich aber erstmal, dass es möglich ist, einen Einsatz ohne neue Einstellung (mal abgesehen von der Hülse) hinzubekommen.

 

Erstmal find ich den Post von Fernton gut.
Egal für welche Oberfräse du dich entscheidest....
Es kommt ein Rattenschwanz nach.
Der Post von Linus ist auch klasse.
Aber... mit der Vorgehensweise, ohne mit Stichsäge grob auszusägen, und dann nur noch ein paar mm wegfräsen...
Das belastet Fräse und Fräser.
Rundum 8mm nur fräsen würd ich nicht machen, oder ist den Werkstück nur ein paar mm Dick? Lieber anzeichnen, grob ausschneiden und nur den Rest mit der Methode fräsen.

 

Prima Anleitungen und Hinweise, denen es eigentlich nichts hinzuzufügen gibt, was die Technik an sich anbelangt. Vielleicht ein Tipp noch:
An Stelle von Kopierhülsen eignen sich auch große Kreisschablonen, in denen der runde Schuh der Fräse geführt wird. Hat sie keinen, kann man den mit der Fräse selber herstellen, Sorgfalt und ne Zentrierung dabei nicht vergessen.
Die Geometrie Fräser-Schablone ändert sich dabei nicht, bezieht sich aber auf den Schuh der Fräse und nicht auf die Kopierhülse.
Ich hatte neulich wieder das Problem, keine passenden Kopierhülsen (die gehen ganz schön ins Geld) zu haben und hab mir mit Kreisschablonen geholfen. Ausgangspunkt: meine unter den Sägetisch geschnallte Oberfräse hatte erst mal nur nen kleinen Plattenduchlass, der musste vergrößert werden für Fräser größeren Durchmessers.
Also Einlegeplatte angesagt: Loch aufweiten, saugend passenden Deckel anfertigen. Mit der Stichsäge hab ich da gar nichts gemacht, weil ich nur stufige Ausfräsungen brauchen konnte. Ich war mal eben im Keller und hab die Schablone wieder rausgekramt und ein paar Fotos gemacht, vielleicht sagen die mehr als viele Worte ;-)
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Zitat von HansJoachim
....
Aber... mit der Vorgehensweise, ohne mit Stichsäge grob auszusägen, und dann nur noch ein paar mm wegfräsen...
Das belastet Fräse und Fräser.
Rundum 8mm nur fräsen würd ich nicht machen, oder ist den Werkstück nur ein paar mm Dick? Lieber anzeichnen, grob ausschneiden und nur den Rest mit der Methode fräsen.
Natürlich ist das Material auch eine entscheidende Größe aber sorry, mit meiner Oberfräse fräse ich z.Bsp. in Weichholz Nuten mit 20mm Breite und einer Tiefe von 9 mm in einem Rutsch ohne das die Oberfräse dicken Backen bekommt oder das Holz verbrennt (siehe Bilder). Das sollte in MDF z.Bsp. auch schmerzfrei gehen (wenn man vom Dreck einmal absieht).

Deine Idee mit der Stichsäge ist auch okay, klappt aber nur beim Ausschnitt (Werkstück 1) und nicht bei der Scheibe/Kreis/Einsatz ...

Für exakte Kanten rechne ich immer mit einer kleineren Kopierhülse (z.Bsp. mit 24mm) und verwende im ersten Fräsgang die nächst größere (27mm). Dann wechsel ich die Kopierhülse von 27mm auf 24mm und fräse dann die letzten 1,5mm sauber ...
... aber auch das geht leider nicht beim erstellen der Scheibe, die muss direkt passen!

Da ich aber nicht weiß welche Kreisgrößen gefordert sind habe ich mich auf die einfache Rechnung mit der 40mm und der 24mm Kopierhülse mit 8mm Fräser eingelassen ...
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Geändert von Linus1962 (03.09.2013 um 23:50 Uhr)
Also ich würde eine 1:1 Schablone zurechtschneider/sägen, das Loch grob aussägen und mit einem Bündigfräser die Schablone dann abfahren. So brauchste keine Kopierhülse und keine Rechnerei..

 

Hallo,

nochmal vielen Dank für die Antworten und Anregungen.
Ich habe gedacht, es gäbe eine einfache Möglichkeit, eine vorhandene Form (Positiv,Ausschnitt) zu kopieren und passgenau mit einem anderen (Negativ) auszufüllen/auszukleiden/einzufügen.
Aber anscheinend geht erstmal kein Weg an einer guten Schablone vorbei.

 

Wenn beide Komponenten vorhanden sind, kannst du sie mit einem Bündigfräser kopieren, und hast damit Schblonen mit denen du sie auf andere Werkstücke übertragen kannst.

 

Munze1  
Lese gerade alle Antworten durch und da kommt mir doch die eine oder andere Frage.

Warum sollte die Oberfräse belastet werden, wenn damit ein Kreis komplett aus dem vollen gefräst wird? Ob die Fräse nun gerade durchs Werkstück geht oder im Kreis, spielt doch keine Rolle?
Kopierringe müssen nicht unbedingt teuer sein - im Fräsershop aus Bayern gibt es die Milescraft Grundplatte mit 9 verschiedenen Kopierhülsen, und das lässt sich auf jede Fräse montieren. Klar verliert man ein paar mm aufgrund der zusätzlichen Platte, aber im Regelfall sollte es allemal reichen.

 

Hmm, das passt hier zwar nicht mehr ganz hin, aber...

Diese Grundplatte sieht ziemlich billig aus und ist auch relativ günstig. Ich denke da sind originalen Kopierhülsen besser (vorallem besser auf Maschine angepasst).

Ausserdem ist es doch auch für den Heimwerker ein netter Gedanke, feines Werkzeug zu haben. Da sollte der Preis von einer, vielleicht zwei zusätzlichen Kopierhülsen nicht das Problem sein...
...denn die Fähigkeit Werkzeug zu nutzen/herszustellen, ist eine der wenigen, die den Menschen von den meisten Tieren unterscheidet.

 

Die Anwort kommt ein paar Jahre zu spät, aber besser spät als nie: Das geht selbstverständlich, in 3 Schritten -- kostet aber ein wenig Sperrholz, weil man 2 Schablonen braucht.

Das Prinzip ist sehr einfach, man macht einfach eine Schablone von der negativen Schablone, die genau den doppelten Versatz in die andere Richtung hat. Die Durchführung ist je nach Ausrüstung nicht unbedingt einfach (man braucht mindestens zwei Kopierhülsen in genau dem richtigen Durchmesser).

Meine Fräse ist von Festo, aber die Bosch Geräte werden sicher auch ähnliche (oder genau dieselben) Kopierhülse-Durchmesser haben. Das Prinzip bleibt in jedem Fall immer dasselbe.

1. Kopieren vom Original mit 17er Kopierhülse und 5mm Fräser --> ergibt eine (negativ) Schablone, welche 11mm kleiner ist
2. Kopieren vom Negativ mit 24er Kopierhülse und 20mm Fräser --> ergibt eine (positiv) Schablone, welche 22mm grösser ist als das Negativ (d.h. 11mm grösser als Original)
3. Kopieren von der positiv-Schablone auf das Werkstück mit 17er Hülse und 5mm Fräser --> selbe Grösse wie Original

alternativ: in Schritt 2 statt 24er Hülse + 20mm Fräser eine 27er Hülse + 17er Fräser verwenden (17mm Fräser sind aber sehr selten, die hat normalerweise nur jemand, der 13x6 T-Nut Schienen verlegt im Kasten)

oder:
1. 24er Hülse + 6mm Fräser
2. 40er Hülse + 20mm Fräser
3. 24er Hülse + 6mm Fräser

alternativ:
1. 17er Hülse + 3mm Fräser
2. 24er Hülse + 16mm Fräser -oder- 30er Hülse + 10mm Fräser
3. 17er Hülse + 3mm Fräser

alternativ:
1. 17er Hülse + 15mm Fräser
2. 40er Hülse + 24mm Fräser
3. 17er Hülse + 15mm Fräser

alternativ:
1. 24er Hülse + 4mm Fräser
2. 40er Hülse + 16mm Fräser
3. 24er Hülse + 4mm Fräser

Es geht auch noch komplizierter, wenn man zum Beispiel nur Fräser 3mm, 5mm und 12mm besitzt, aber sowohl 17er als auch 30er Hülse hat:

17er Hülse + 3mm Fräser --> 10mm kleiner
30er Hülse + 12mm Fräser --> 21mm grösser
17er Hülse + 5mm Fräser --> 11mm kleiner, passt genau

Die Kombinationen sind zahlreich, man muss eben nur sehen, dass die Summe stimmt.

 

Geändert von NutzernameBereitsVergeben (15.01.2016 um 19:07 Uhr)
Was für ein Aufwand. Ich bin zwar Anfänger mit der Oberfräse, aber ich mache es so wie es hier in den 5 nächsten Sekunden gezeigt wird und es klapp ganz gut!
https://www.youtube.com/watch?v=TAYMsLCMn8k#t=3m30s

 

Zitat von NutzernameBereitsVergeben
Die Anwort kommt ein paar Jahre zu spät, aber besser spät als nie: Das geht selbstverständlich, in 3 Schritten -- kostet aber ein wenig Sperrholz, weil man 2 Schablonen braucht.
...
Sorry, viel zu kompliziert und langwierig.

 

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