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Nussbaum Echtholztisch "einfach"

21.10.2015, 15:18
Geändert von MathiasD (21.10.2015 um 15:28 Uhr) , Grund: Hyperlink entfernt.
Guten Tag liebe Forengemeinde,

ich habe mir vor kurzem eine Wohnung gekauft und bis zum Einzug, möchte ich noch ein paar Sachen selber bauen. Darunter ein Lowboard für Hifi-Equipment und einen Esstisch.

Der Esstisch soll aus amerikanischem Nussbaum sein und wahrscheinlich entweder 200x95x4cm groß werden, oder 180x95x4cm mit 40cm Ansteckplatte.

Im Internet habe ich Echtholznussbaum-Arbeitsplatten gefunden, die aus 9cm durchgängigen Lamellen bestehen. Premium-A Qualität.

Als Füße stelle ich mir schwarze "U-Stahl"-Füße vor, die nach Innen gerückt mit der Tischplatte verschraubt werden sollen. Ich hoffe das Bild verdeutlicht es

http://www.tischfabrik24.de/Media/Shop/nussbaum_naturale_edelstahl_esstisch_u-frame-5.jpg


Nun habe ich in Möbelhäusern mal geschaut, wie solche Echtholztische im Allgemeinen gebaut werden und überall auf der Tischunterseite Querverstrebungen gesehen. Dazu wurde meist eine Nut quer zur Lamellenrichtung eingefräst und mit Stahl/Alu-Stangen verschraubt. Sind diese Verstrebungen zwingend erforderlich, damit sich die Tischplatte nicht verzieht? Wenn ja, wie legt man die Verstrebungen am besten aus?

Was muss ich bei der Verschraubung der Streben und der Füße mit der Tischplatte beachten. Gibts hier iwelche Besonderheiten, die mir bisher verborgen geblieben sind?

Wann und wie würdet ihr die Tischplatte behandeln? Sprich... erst Konditionieren, Schleifen, Einlassen, etc. und dann bearbeiten oder genau andersrum?

Danke euch schon einmal für nützliche Infos.

Viele Grüße,
Alex
 
Echtholzmöbel, Esstisch, Holzbehandlung, Möbelpflege, Nussbaum Echtholzmöbel, Esstisch, Holzbehandlung, Möbelpflege, Nussbaum
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31 Antworten
Irgenwie ein Widerspruch: Echtholz zu 9 cm lamellen, .... Wenn schon Vollholz, dann echtes Vollholz aus einem Brett, Leimholz verzieht sich genauso, da würde ich schon unten quer und diagonal was rein machen...
Punkto Bearbeitung, am besten so wie du willst, es muss auf jeden Fall ein Schutz drauf sein, dass auch heiße Töpfe dem Tisch nicht ankönnen...

 

Danke Hoizbastla,

ja, mir würden breitere 24cm Lamellen oder komplett aus einem Stück auch besser gefallen. Nur leider würde man sich dann in einem Preisrahmen >2000€ für die Platte bewegen, womit ich mir den Tisch auch direkt im Möbelgeschäft kaufen könnte

Die von mir angesprochenen Nussbaumarbeitsplatte 200x95x4cm würde rund 400-500€ kosten... den schmalen Lamellen geschuldet. Dadurch wirkt der Tisch zwar etwas unruhiger, aber ist immernoch sehr schön und allemal schöner als Furnier oder Druck

Eine Frage zu den Verstrebungen? Wie genau kann ich mir die vorstellen?
Kann man da "Salopp gesagt" einfach Bretter quer zu den Lamellen mit der Tischplatte verschrauben, oder brauchen die iwie Spiel, Dehnfugen, etc?

Grüße; Alex

 

Hallo Alex,
tolle Holzauswahl, gute Entscheidung. Ich würde die Platte im Fachhandel kaufen und dort auf Fehler kontrollieren und vor allen Dingen quer zur Faser eine Wasserwaage dranhalten. Dann erst zahlen und wie ein rohes Ei nach Hause transportieren.
Lagere die Platte nicht in einem unbeheizten, feuchten Raum (Garage, Keller). Wenn sich das Holz stark verziehen sollte, ist das oft irreversibel. Deine Tischbeine schraubst Du über Langlöcher an die Platte, damit das Holz in der Breite arbeiten kann. In der Mitte des Tischbeines kein Langloch. Dann bleibt das Tischbein zentriert in Bezug zur Platte.
Als Querverstrebung könntest Du T-Stahlprofile einfräsen und ebenfalls über Langlöcher verschrauben. Unterlegscheiben verwenden und die Schrauben nicht anknallen. Achte darauf, dass die Nut etwas länger ist als das Profil, falls das Holz noch schwinden sollte. Das würde ich alles so schnell wie möglich machen.
Wenn Du die Zeit hast, warte noch mit der Oberflächenbehandlung. Wahrscheinlich wird die Platte etwas wellig werden. Ich fühle immer heimlich mit der Hand über fremde Tischplatten.
Dann kannst Du mit einem 150er Excenterschleifer die Platte vor dem Ölen noch etwas plan schleifen. Nach dem Ölen wird das später schwierig, weil sich Dein Schleifpapier mit dem Ölholzmatsch schnell zusetzt.
Viel Erfolg
Olli

 

Die Nuten mit Leisten nennt man Gratleisten. Kannst ja mal googeln. Es wird Hartholz in eine beidseitig schräg gefräste Nut eingeschoben und maximal an einer Stelle verschraubt, so dass sich das Holz horizontal dehnen kann. Aber ein Durchbiegen/Wellen verhindert wird. Mit T-Stahlprofilen sicher eine sehr gute Möglichkeit so wie Olli schrieb. Alu ist definitiv zu weich, das verzieht sich. Holz das quillt und schwindet hat große Kräfte und Du willst ja auch nicht, dass das Holz im Extremfall Risse bekommt, weil Du zu fest verschraubt hast.

Hier kannst Du mal nachschauen. Nussbaum 1 m breit verbreitert sich um bis zu 14 mm Breite bei 5 % Veränderung der Feuchtigkeit. Insofern den Rat von Olli bei Lagerung dringend beherzigen und bei Gratleisten berücksichtigen.

 

@ Olli
Tolle Erklärung, konnte ich gut nachvollziehen und fand es auch recht lehrreich.

 

Mensch... vielen Dank

Tolle Infos von Kennern kommen da.
Das mit dem T-Profil ist eine super Idee. Denke das wäre die einfachste Lösung. Aber auch die Hartholzgratleisten schaue ich mir mal genauer an

Verstehe ich das richtig, dass ich mit diesen Gratleisten quer zur Lamellenrichtung, ein Tonnen/Schüsselbildung in der Breite verhindere? Muss ich mir auch Gedanken über die Längsseite machen oder einfach genug Gratleisten anbringen?

Kennt ihr gute Internetseiten, bei denen man solche Gratleisten, aber auch Beschläge für Türen usw bekommt?
Über eine Webseite mit guten Preisen für Nussbaumholz würde ich mich auch freuen.

Im Netz hab ich mal gelesen, dass man die Platte, wenn man sie zuhause hat, erst einmal im Wohnzimmer auf Böcke stellt und sie dort konditioniert. Stimmt das, oder sollte man möglich schnell die Gratleisten einfügen um ja kein Verziehen zu riskieren?

Danke euch schonmal

 

P.S.: Eins noch... kennt ihr ein gutes und nicht all zu kompliziertes CAD Programm für den Möbelbau?

Ich habe mit Sketchup schon meine ganze Wohnung "grob" gebaut, aber für den detaillierten Möbelbau, scheint es mir nicht so geeignet. Vor allem hätte ich im Anschluss gerne schön bemaßte Pläne der einzelnen Teile.

Also, falls ihr ein Programm kennt, welches kostenlos ist oder auch ein wenig kostet, dann nur her damit

 

Bei Internetbestellung hab ich bedenken. Was ist, wenn die Platte beschädigt geliefert wird? Die Platte ist um 5mm durchgebogen. Dir ist das zu viel. Der Händler sagt "Das ist die Natur". Dein Geld ist aber schon beim Händler.

Ein Aklimatisieren der Platte sollte eigentlich nicht großartig notwendig sein. Um Gewissenheit zu erhalten, würde ich vor dem Kauf mein Holzfeuchtemessgerät dranhalten. Der Wert sollte so ca. 8% betragen. Bei 4cm Stärke dauert das ohnehin mehrere Wochen. Die Holzfeuchte schwankt bei mir mit meinem Messgerät gemessen übers Jahr um ca. 3%. Da passiert nicht viel. Viel wichtiger ist, dass das Holz zum Zeitpunkt der Herstellung (Hobeln) trocken war und die Platte zum Zeitpunkt der Lieferung eben ist und die Platte nicht in feuchter Umgebung gelagert wird und immer Luft von beiden Seiten an die Platte kann.

Auf eigene Gefahr: Ich habe für eine gute Bekannte einen Tisch aus Eiche Leimholz
für ihre Heilpraktiker Praxis gebaut. Zwei Tischbeine mit Querzarge aus Eiche in
U-Form wie bei Dir über Langlöcher unter die Platte geschraubt. Das sind also zwei
Querzargen, die die Platte gerade halten. Keine weiteren Stahlprofile, keine Gratleisten.
Die Platte ist auch nach 2 Jahren plan. Mein Schreibtisch zuhause aus 27mm Buche
kommt seit 13 Jahren komplett ohne Zargen, Gratleisten aus. Gratleisten stammen aus
einer Zeit, als die Schreiner keine Möglichkeiten der technischen Holztrocknung
hatten und keine Messgeräte zur Verfügung standen.
Du weißt, was ich damit sagen will.

 

Ja, das ist das Einzige, was mich auch noch an meinem Plan stört.
Hab jetzt aber einen Holzgroßhandel in Stuttgart gefunden, der komplett bearbeitungsfertige Hölzer verkauft. Dort gäbe es 2000x1210x40mm Nussbaumplatten mit durchgehenden Lamellen fallender Breite (40-70mm). Die sind wohl schon professionell getrocknet und entsprechend gelagert. Zumindest kann ich mir dort, bei Abholung und Barzahlung, die Platten direkt anschauen

318€ + 19% MwSt. für den 1m²
Im Internet würde ich selbige Platte für ~600€ bekommen... allerdings ohne Möglichkeit auf Mängelprüfung und Auswahl.

Somit würde wahrscheinlich auch das Aklimatisieren wegfallen und man könnte direkt mit der Bearbeitung beginnen. Ich denke, ich werde vllt ein oder zwei Gratleisten noch mittig anbringen. So viel Aufwand wird das hoffentlich nicht sein mit dem entsprechenden Werkzeug.

Wie sieht es denn eigentlich mit Ansteckplatten aus?
Wie würdet ihr das realisieren? Sollte man hierfür an einer Stirnseite zwei ausfahrbare Schienen in der Unterseite versenken, die man dann ausziehen und die Ansteckplatte auflegen kann? Die Ansteckplatte müsste nicht auf der Tischunterseite gelagert werden... da finde ich sicher auch andere Orte dafür. Schön wäre es ohne extrem großen Aufwand aber dennoch

Danke und Grüße

 

Die einfachste Methode für die Steckplatten, wären zwei Ausklinkungen im Rahmen in der Größe der Latten, die an den Platten befestigt werden. Diese Latten in Tischrichtung etwas anschrägen, das erleichtert das einfädeln. Ist keine Komfortlösung, funktioniert aber einwandfrei.

 

Schau Dir als Anregung die Lösung von Berthold an.
http://woodworking.de/cgi-bin/holzbe...oderner-tisch/

 

Zitat von sacx
P.S.: Eins noch... kennt ihr ein gutes und nicht all zu kompliziertes CAD Programm für den Möbelbau?

Ich habe mit Sketchup schon meine ganze Wohnung "grob" gebaut, aber für den detaillierten Möbelbau, scheint es mir nicht so geeignet. Vor allem hätte ich im Anschluss gerne schön bemaßte Pläne der einzelnen Teile.

Also, falls ihr ein Programm kennt, welches kostenlos ist oder auch ein wenig kostet, dann nur her damit
Hier ist ein Link zu Videos von Heiko Rech, wo er Techniken zur Möbelerstellung in Sketchup zeigt:

https://youtu.be/07hPXsLhKwQ

Das ist Teil 1. Es gibt drei weitere Videos. Ist keine stundenlange Einführung, aber zumindest ein Anfang. Wenn es nicht hilft, war es aber einen Versuch wert.

 

Geändert von ruesay (22.10.2015 um 18:20 Uhr)
Jedes Holz, das nicht mit 2x... 1-2mm Furnier auf einer soliden Spanplatte verleimt ist,( natürlich in einer beheizten Presse )...., wird sehr leicht zum Verzug neigen... sowohl Stäbchen oder Massiv-Platten... ( auch hier bei den langen Massiven sind mehrere nebeneinander verleimt.. mit oder ohne Sägezinken, je nachdem, wie der Betrieb das verarbeitet ! )
einen soliden Unterbau brauchst da auf jeden Fall.... und warum ( wenn schon Stahl )
nimmst da kein Vierkantrohr..? ein U-Profil ist auch optisch unsauber ! Vierkantrohr mit 2-3 mm Wandstärke bekommst bestimmt bis 80 x 80 mm.....und kannst auch Verchromen lassen !
Gruss....

 

Danke euch für eure ganzen Anregungen und Tipps.
Die Videos von Heiko Rech sind echt gut.

Letztendlich geht es um folgende Art von Tisch:

http://www.aera-designmöbel.de/conte...1429284152.jpg


Eine Frage zum Echtholzfurnier.
Ich habe vor, zusätzlich zum Tisch, auch ein Lowboard zu bauen... ebenfalls aus Nussbaum. Entweder aus Massivholzplatten (19mm) oder aus Echtholzfurnier.
Allerdings sehe ich beim Furnier das Problem mit der Verarbeitung, da man hier nichts ausfräsen kann, ohne anschließend das Trägermaterial zu sehen :/

Gibt es eigentlich auch Massivholzplatten kleiner 19mm oder ist sowas nur bei Nussbaumfurnier erhältlich?

Wie sieht es bei einem Lowboard mit dem Verzug des Holzes aus?

Aufbau:
Grundplatte - Mittelplatte - Deckplatte
Zwischen Grund- und Mittelplatte sollen zwei Trennwände eingezogen werden und zwischen Mittel- und Deckplatte ebenfalls.
Zusätzlich gibt natürlich noch die zwei Seitenteile, eine Frontklappe und eine Klappe auf der Rückseite.
Unter dem Rack stelle ich mir entweder Füße mit Rollen oder eine Schattenkante vor.

Maße 1600x400x550mm !


Danke schon einmal

 

Vier Rollen könnten auf Dauer zu wenig sein, da Du nur 4 Punkte an den Seiten damit stützt. Steht da ein großer Flatscreen drauf, hat der schon gut seine 20 Kilo und da biegt sich das Lowboard dann rasch in der Mitte durch. Dann zumindest einen Rahmen mit Kanthölzern oder aus Metall darunter. Oder Du machst die Rollen und machst Schattenkante ringsum, so dass die Rollen nur wenige Millimeter überstehen. Die Schattenkante dient dann als Versteifung. Und wenn diese Massivholz ist und nicht nur 19 mm (doppelt verwenden) dann dürfte die das Gewicht abfangen und Durchbiegen verhindern. Schaut sicher auch gefälliger aus als der direkte Anblick der Rollen.

 

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