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Nachträgliche Installation von Steckdosen und Schalter in Beton?

01.05.2013, 15:55
Geändert von Betonbohrung (01.05.2013 um 15:58 Uhr)
Nachträgliche Installation von Steckdosen und Schalter in Beton?

Zweiter Versuch, beim ersten Mal keine Beschreibung drin. Smile


Hallo Forumsmitglieder,

erst einmal wünsche ich euch einen schönen Feiertag, dann hätte ich noch 2 Fragen, Fragenblöcke.

1) In einem primär aus Beton gegossenen Mehrfamilienhaus aus den Siebzigern, soll nun eine neue Küche mit veränderter Geräteanordnung eingebaut werden.
Dafür müssen einige neue Steckdosen in Beton und Schlitze für die Zuleitungen gefräst werden. Ich habe einmal gelernt, dass man Beton nicht so einfach anfräst bzw. Schlitze nur längs (von Oben nach Unten) durchführt.

Nun meine Frage: Kann ich für die Steckdosen Geräte/Arbeitsfläche die Betonwand anfräßen und die Armierung in dem Bereich "killen"? Welchen Einfluß hat dies auf die Statik?

2) Es muss von der Unterverteilung ein neuer Stromkreis verlegt werden. Um nun nicht die komplette Wohnung aufzustemmen bzw. zu fräsen, ist eine Überlegung für die Verlegung durch den Estrich zu gehen. Entweder Kabel/Leitung oder Leerrohr. Es kommt ein neuer Parkettboden in die Wohnung.

Nun mein zweiter Frageblock: Kann ich in den Estrich eine Fuge/Schlitz fräsen für die Verlegung? Muss ich dann bis auf die Betondecke runter oder kann ich es direkt in den Estrich legen? Wie wird der Estrich hinterher wieder verschlossen/versiegelt? Verliert der Estrich dadurch seine Eigenschaften bzw. was wäre das Risiko bei dieser Vorgehensweise?




Mit freundlichen Grüßen


Betonbohrung / Luis
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16 Antworten
Hallo Betonbohrung, wenn Du Probleme bei der Threderstellung hast, kannst Du gerne fragen.

Gruß Ricc

 

Hmm

Auf nen geschlitzten Estrich brauchst Du auf jeden Fall nie wieder Fliesen zu legen.
Die würden auf jeden Fall reißen.

Was hälst Du von folgendem Vorschlag:
Von der UV (vmtl. Parterre) dickes Leerrohr in den Keller verlegen.

Im Keller kannst Du an der Decke und den Wänden entlang an die passende Stelle verziehen.
Dann jeweils senkrecht nach oben an die gewünschte Stelle.

Etwaige spätere Erweiterungen sind dann zumindest von der UV in den Keller leicht möglich,
da dann ein Leerrohr besteht. (z.B. 40mm HT Rohr)

 

Funny08  
Also Betonwände wolltest du nicht schlitzen und die Armierung gehört auch zur Statik dazu.

Ich würde dir empfehlen, das Ganze anderst anzugehen. Sind die Steckdosen im nicht einsehbaren Bereich der Küche, dann würde ich auf günstige Aufputzsteckdosen zurückgreifen, im sichtbaren Bereich Würde ich die etwas teueren Aufputzgehäuse passend zu deinem Schalter-/ Steckdosenprogramm und Kabelkanal. Ebenso gibt es recht ansehliche Kabelkanaäle für über die Arbeitsplatte, bzw für unter die Hängeschränke.
Die Kabelverlegung der Zuleitung würde ich statt im Estrich in der Fußleiste durchführen, viele Fußleistensysteme gibt es mit extra Platz für Kabel und im Türbereich jenachdem wie es möglich ist - im Türrahmen oder unter den Übergansleisten.
Generell wäre es hier die beste Lösung, dich vor Ort von einem oder mehreren Elektrikern beraten zu lassen und dir von denen Angebote machen lassen.

 

Beton fräsen/schlitzen ist auch sehr mühsam. Es hängt von der Betondicke ab, ob ich dort schlitzen oder UP-Dosen setzen würde. Ob die Statik wegen eines kleinen Schlitzes leidet, mag ich eher bezweifeln. Du willst ja nicht etliche Zentimeter tief, sondern wohl nur die Oberfläche ankratzen, so dass das Kabel dort reinpasst.
UP-Dosen in Beton. Hm. Wenn dann die flachen Dosen. Ich habe im Keller einen Brüstungskanal gelegt (so heißt der Kabelkanal, in dem auch Steckdosen und Schalter eingesetzt werden können). Wenn Du diesen oben unter den Schrank legst, sieht man es nicht sofort, bist flexibel, da jederzeit neue Dosen dazukommen oder versetzt werden können und kannst dort auch gleich das Kabel mit reinlegen.

 

Schließe mich Funny08 an :

Es gibt ganz tolle und ansehnliche "Brüstungskanäle", welche man z.B. über der Küchenarbeitsplatte verlegen und alle möglichen Steckdosen und Schalter aller verschiedener Hersteller einbauen kann.

Hager bzw. Tehalit stellen solche Kanäle mit allem Zubehör her. Da gibt es dann auch die passenden Innen- Aussen-Ecken dazu. Die Kanäle werden gerne auch in großen Büro´s eingebaut, weil man mit der Installation und späterer Erweiterung sehr flexibel ist und gut nachrüsten kann.
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Ekaat  
Es kommt darauf an, ob die Wände in Ortbeton oder Fertigteilen verbaut wurden. Ortbeton heißt Schalung, Armierung und Beton rein. Fertigbauteile sind meist sog. Filigranteile, in denen die Bewehrung recht dünn, aber sehr eng beieinanderliegend ausgeführt ist. Bei ersteren kann man gut schlitzen, sofern man nicht über 1,5cm Tiefe kommt (weil die Mindestüberdeckung der Armierung 2 cm ist); auch dürfte das Setzen von Dosen mit entsprechendem Werkzeug kein Problem bereiten. Bei der Filigran-Ausführung würde ich diese Arbeiten nicht durchführen, da die Armierung zu dicht ist und es Probleme mit Dosenbohrer und Stahl geben wird.
Unterscheidung der beiden Ausführungen: Mit einem Metallsucher; Ortbeton ist meist zwischen 15 - 25cm Abstand bewehrt, Filigran liegt sehr dicht und auch dichter an der Oberfläche.
Ist denn die Betonwand nicht verputzt? Sonst könnten die Leitungen unter Putz verlegt werden.

 

Hallo zusammen,

Danke für die schnellen und kompetenten Antworten. Anbei ein kurzes Feedback auf eure Fragen bzw. Anmerkungen

- Ricc: Danke hat schon funktioniert.
- Manfredh: Kommt Parkett drüber. Der Pakettleger meinte das wäre bei einem anderen Kunden wegen einer Heizungsinstallation auch so gewesen und wäre danach wieder verschlossen worden. Durch den Keller geht nicht, da im 3ten Stock. Leitungen werden wo möglich in Fußbodenkanäle bzw. in die Aussparrung der Sockelleiste gelegt.

- pitalie: Ich weiss mußte früher Beton mit Fäustel und Meißel bearbeiten. Kein Spass. Aber mit Bohrhammer und Kronbohrer geht es schon. Verwendet werden die nicht tiefen Schalterdosen.
- Vorhandener Putz (wenn man das so nennen darf) ist hauchdünn.

-Batschler: Brüstungskänale habe ich früher mal verlegt, aber meine Partnerin akzeptiert diese nicht in der Küche.
- Ekaat: Ortbeton jedoch müßte ich 2 "im Wege" liegenden Amierungen rausbrechen (fräsen)

Danke.

Gruß

Betonbohrung / Luis

 

Moin,

mal so gefragt, wieso darf man mit ner Mauernutfräse oder was auch immer keine Kabelkanäle anlegen ??? Habe von sowas keine Ahnung da bei uns alles aus Lehm bzw. Backware besteht.

 

Zitat von patricvogt
Moin,

mal so gefragt, wieso darf man mit ner Mauernutfräse oder was auch immer keine Kabelkanäle anlegen ???
Türlich darf man das.
Man muss nur aufpassen das man die Armierung nicht komplett zerlegt, dadurch kann die Statik beeintächtigt werden.

 

Moin,

ja das versteh ich nicht so ganz, eine gegossene Betonwand z.B. ist für mich einfach gegossen und wenn ich letztendlich da nen Schlitz reinfräse ist da halt einer drinn, so stelle ich mir das jetzt als Unwissender mal einfach so vor.... oder liegt in der Betonschicht irgendwas drinn ?

 

Wie wäre es, wenn Du einfach eine "falsche Wand" vor die Betonwand setzt, Lattung auf die Wand, Fermacellplatten davor und den Hohlraum als Installationsebene für Strom und Wasser genutzt. Möglicherweise kannst Du so auch die zusätzliche Verkabelung unterbringen.

 

Funny08  
@ patric - Beton alleine ist zwar schon einigermaßen Stabil, aber die Stabilität wird um einiges erhöht durch Armierung oder auch Bewehrung genannt. Durch die Armierung werden höhere Zug und Druckkräfte möglich, wodurch dann auch die Dicke geringer werden kann. Trennt man nun diese Armierung auf, dann schwindet die Stabilität.
Wir hatten mal auf Wunsch des Bauleiters eine Betonsäule geschlitzt - der Architekt bekam damals fast einen Tobsuchtsanfall...

 

Zitat von Funny08
@ patric - Beton alleine ist zwar schon einigermaßen Stabil, aber die Stabilität wird um einiges erhöht durch Armierung oder auch Bewehrung genannt. Durch die Armierung werden höhere Zug und Druckkräfte möglich, wodurch dann auch die Dicke geringer werden kann. Trennt man nun diese Armierung auf, dann schwindet die Stabilität.
Wir hatten mal auf Wunsch des Bauleiters eine Betonsäule geschlitzt - der Architekt bekam damals fast einen Tobsuchtsanfall...
Ah Okay, dann verstehe ich das so halbwegs, sprich macht man es falsch kann man sich die ganze Statik versauen... das wäre unschön.

 

Ich würde den Erbauer oder Planer des Hauses befragen. Damit die Karbonatisierung nicht vorzeitig die Bewehrung erreicht und damit die geplante Lebensdauer des Gebäudes verkürzt, müßte die intakte dichte Überdeckung an jeder Stelle eigentlich 5cm betragen. Wenn das Gebäude allerdings schon kurz vor dem Ablaufdatum steht, kann man da natürlich entsprechende Abzüge machen. Noch schlimmer wäre es, wenn der Taupunkt durch veränderte Abstände an Stahlteile heranrückt. Das ist auch für Schrauben von Bedeutung. Im Sommer ist der Wasserdampfdruck außen oft höher als innen. Die Korrosion beginnt dann an der Spitze der Schrauben.

 

Geändert von boerjes1932 (04.05.2013 um 16:53 Uhr)
Danke an alle. Wir haben uns entschlossen eine Rigipswand vorzusetzen und zwischen der Betonwand und der Vorbauwand die Elektrik zuverlegen.

Danke.

 

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