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mit tod von vater klar kommen.

23.10.2013, 21:13
kann ich mal mit euch über ein trauriges thema reden?
am sonntag ist mein vater nach langer krankheit verstorben.
er wurde nur 69 jahre alt.ich bin immer noch total fertig.
besonders schlimm ist es dass ich ständig an ihn denken muss.höre ständig das telefon und denke dass er anruft,obwohl kein telefon klingelt.auch wo er immer gesessen hat,muss ich ständig an ihn denken.hat jemand ähnliche erfahrungen gemacht und kann mir sagen wie er damit klargekommen ist.ich vermisse ihn ständig.bin nur noch am heulen.ich hätte ihm noch so viel zu sagen gehabt.ich konnte mich nicht mehr von ihm verabschieden.im moment hab ich urlaub,aber bald ist die trauerfeier und muss wieder arbeiten.weiss nicht wie ich das schaffen soll.ich fühl mich so einsam.wohn nicht alleine,aber mit ihm konnte ich über vieles reden,mit den anderen kann ich das nicht.außerdem frage ich mich immer häufiger,ob es ein leben nach dem tod gibt?
früher hab ich mich damit nie beschäftigt,aber nun?
kann nicht glauben,dass es das jetzt gewesen sein soll...
es ist alles so sinnlos.hatte sogar schon selbstmordgedanken,obwohl ich weiß dass dadurch nichts besser wird.
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9 Antworten
bevor er ins krankenhaus gekommen ist,hatte er wieder schmerzen und hat sich nach dem tod gesehnt.es war kein schöner anblick mehr.er hat mir so leid getan.

 

Erst mal mein Beileid.
Ich hatte die letzten Jahre sehr viele Todesfälle 2 Omas, mein Schwiegervater und eine Tante, alles in einem Zeitraum von 3 Jahren.

Es ist schwer hier gezielt Tips zu geben, weil jeder Mensch mit seiner Trauer anders umgeht und so einen schweren Verlust anders verarbeitet.

Ich habe heute 2 Jahre nach dem letzen Todesfall natürlich immer wieder Erinnerungen, die einen einholen, wenn mal wieder ein Geburtstag gewesen wäre oder ein Familienfest. Allerdings sind es immer schöne Erinnerungen und diese Sorgen heute viel mehr für ein Lächeln oder Schmunzeln.

Hast du dir schon mal überlegt einen Brief an deinen Vater zu schreiben und dir alles mal von der Seele zu schreiben was du ihm noch sagen wolltest. Diesen Brief könntest du dem Sarg beigeben.
Was mir auch sehr geholfen hat einfach mal wieder ab und an ein paar alte Bilder von früher anschauen und sich gezielt die schönen Momente aus vergangener Zeit hervorzuholen - das hilft zumindest ein wenig die schlimmen Bilder zu verdrängen, die sich bei dir während der Krankheit eingeprägt haben.
Was immer ein wenig hilft sich abzulenken, sei es mit Arbeit oder einem Hobby so bist du nicht ständig mit den Gedanken bei ihm.

Wenn alles nicht mehr hilft wäre eine Überlegung mit eurem Pfarrer/ Pastor mal darüber zu reden. Reden hilft übrigens meistens. Einfach jemanden der dir zuhört

Und denk dran es wird weitergehen und in deiner Erinnerung wird er immer weiterleben und das ist das wichtigste.

 

In der Tat ist es nicht einfach, da Rezepte zu geben.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen - bis auf die Suizidgedanken, natürlich.

Ich führe automatisch (einige auch ungewollt) Rituale meines Vaters fort und habe auch keine Probleme, die zwei oder drei Pullover und die schöne Winterjacke, die er sich kurz vor seinem Tod gekauft, zu tragen. Wie er habe ich nun jedes Jahr eine Amarylis in der Küche.
Ich bin ein wenig strenger zu unseren mittlerweile erwachsenen Kindern geworden (dat wurd ja auch Zeit - höre ich ihn sagen :-)) und wir reden wie früher.
Das Begräbnis war allerdings eine einzige Katastrophe. Naja.
Wenn ich ein Entscheidungsproblem habe, frage ich mich, was er wohl gemacht hätte.
So ist er nicht wirklich weg, er wohnt nur nicht mehr hier.
Wenn es mal hart wird, höre ich gerne das (der Text beginnt ungefähr bei 1:00).

Den Text hatte ich schon einmal für Forenkollegen/-innen per PN verteilt. Ich stelle ihn einfach ganz frech direkt hier rein:

***
Ich hab dieselben Augen und dieses Ziehen am Mund,
früher war ich wild, früher warst Du wild, aber wir haben unsere Ruhe gefunden.
Und wir sitzen dicht zusammen und sagen nicht sehr viel.
Für alles, was Du tust, habe ich dasselbe Ritual.
Papa, ich gleich Dir immer mehr.

Ich hab dieselben Hände und ich krieg Deine Flecken auf der Haut.
Du hast Deine Träume, ich hab meine Träume und wir fliegen in Gedanken
doch wir kommen immer wieder zurück nach Haus.
Die Wahrheit, die Du suchtest, hast Du nie gefunden.
Ich such sie auch vergeblich – mein Leben lang.

Denn Papa, ich gleich Dir immer mehr.
Früher konntest Du streng sein – mein Gott, was hab ich Dich gehasst.
Aber Deine Worte liegen auf meinen Lippen und ich spreche heute wie Du früher gesprochen hast.
Ich habe einen gottlosen Glauben und ich liebe jede Frau
und vielleicht bin ich geworden, was Du niemals wolltest.

Aber Papa, ich gleich Dir immer mehr.
Und Du glaubst an Gott, also bist du schon im Himmel. Und ich glaub an nix.
Deshalb werden wir uns im Tod nie mehr begegnen.
Aber Papa, ich lieb Dich immer mehr.
Ich habe einen gottlosen Glauben und ich liebe jede Frau
und vielleicht bin ich geworden, was Du niemals wolltest.

Aber Papa, ich gleich Dir immer mehr.
Aber Papa, ich gleich Dir immer mehr.
Denn Papa, ich lieb Dich immer mehr.
Und Papa, ich vermiss Dich immer mehr.
***

das wird schon ...
:-)

 

Es ist immer zu früh. Herzliches Beileid.

Denke bitte bei allen Entscheidungen die Du triffst darüber nach, ob Dein Vater diese für gut befunden hätte und ob er gewollt hätte, dass Du die Entscheidung so triffst. Und falls Du da auch nur den leisesten Zweifel hast - triff die Entscheidung anders oder vertage sie.

Ich wünsche Dir viel, viel Kraft.

 

Mein Mitgefühl zu deinem Verlust.
Ich habe vor 11 Jahren meinen Vater verloren. Auch nach langer Krankheit und Siechtum. Ich vermisse ihn heute noch, aber.......nicht mehr mit Schmerzen sondern mit einem Lächeln bei der Erinnerung. Im Moment ist für dich und deine Familie die Zeit der Trauer, des Loslassens und des Verarbeiten . So wie es sich liest, bedauerst du nicht noch wichtiges mit ihm besprochen zu haben. Ich bin sicher, ER hat es wahrscheinlich auch so gewusst. Die Idee des Brief schreiben finde ich auch sehr gut. Niemals geht man so ganz, ein Teil von uns bleibt hier. In den Herzen der Menschen die uns lieben.
Mein Vater ist immer bei mir wenn ich Handwerke. Ich habs von ihm gelernt und er sieht mir auf die Finger. Manchmal höre ich ihn lachen, loben oder auch schimpfen wenn ich etwas mache was ich anders von ihm gelernt habe.
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Es gibt Wunden, die verheilen, manche hinterlassen eine Narbe aber der Schmerzt weicht mit der Zeit, einer liebevollen Erinnerung und bringt Frieden ins Herz.
Viel Kraft für dich und die deinen in der nächsten Zeit.

Herzlichst
Bettina

 

danke für die netten worte.habe die letzte zeit vor allem viel mit verwandten geredet.die sind auch total fertig.viele kommen von weiter weg,und kommen nur alle paar jahre.das hat die auch total überrascht und getroffen.ich darf mich auch nicht so hängen lassen,da meine schwester und meine mutter auch total fertig sind.meine schwester kann zb nur noch mit tabletten schlafen,meine mutter gar nicht mehr.ich nur alle paar tage.dann kommt der papierkram dazu.dazu hat man eigendlich keine lust,man muss sich aber darum kümmern.mit meiner schwester kann ich auch darüber sprechen.wir und unser vater hatte sehr schöne momente.ich vermiss ihn so.nächste woche ist die beerdigung.vieleicht wird es dann wenn ich wieder an die arbeit muss und ich mich ablenken kann,einfacher.habe mir auch bilder von ihm angesehen.vor allem viele ältere,da wo ich noch ein kind war und es war weihnachten.das wird dieses jahr sehr schwer.habe auch noch videos von ihm gefunden,das ist im moment aber noch zu viel für mich.das mit dem brief ist eine sehr gute idee.das könnte mir helfen.in den sarg kann ich den leider nicht geben,da es eine feuerbestattung ist.das hatte er sich zu lebzeiten so gewünscht.er hatte sich schon alles zurecht gelegt.er hatte sich sogar schon die anzeige,die in die zeitung kommt,ausgesucht und die lieder,die auf der beerdigung gespielt werden.er war einfach bereit zu gehen.seine sachen könnte ich nicht tragen,da käm alles wieder hoch.wir haben alle klamotten weggeworfen.damit wir nicht ständig an ihn erinnert werden.
ja mir hat mein vater auch das handwerken beigebraucht.bin heute das was ich heute bin nur durch ihn.das habe ich ihm nie sagen können.im moment heul ich schon wieder,wenn ich daran denke.ich werde ihm ewig dankbar sein und ihn nie vergessen.

 

Dich beschäftigt ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Eine wie ich finde sehr spannende Frage auf die im Laufe der Geschichte immer wieder unterschiedliche Antworten gegeben wurden. Da haben sich schon Menschen den Kopf drüber zerbrochen die viel schlauer sind als ich.

Für unsere Eltern gibt es meiner Meinung aber noch eine ganz spezielle Form des Lebens nach dem Tod - das sind wir.

Du sagst, dass du deinen Vater sehr geliebt hast und viel von ihm gelernt hast. Er hat dir also etwas gegeben das du jetzt weiter trägst und auch immer bei dir haben wirst. Dieses Stück von ihm lebt in dir weiter - auch nach seinem Tod. Dein Leben - oder ein Teil davon - ist nun Teil seines Vermächtnisses.

 

Mein Beileid, Flotter Pinsel

Meine Eltern sind zwar noch am Leben, aber vor einem Jahr eine Nichte im Alter von 18 Monaten gestorben. Auch ich frage mich immer noch warum musste es so sein. Jedoch bin ich mir sicher, das ich nie was hätte ändern können. Ich bin mir aber sicher, das nur der Körper gestorben ist. Die Seele ist noch da und lebt in unseren Erinnerungen. Man wird sie nie ganz vergessen, man wird immer trauern, aber es wird mit der Zeit anders. Meist wird der Schmerz kleiner und die Erinnerungen an schöne Momente bleiben. Doch ein ist wichtig:
Genieße dein Leben, du weißt nicht wie lange es noch dauert, denn der Tod gehört zu uns Menschen dazu. Und wenn du noch kannst schreib deinen Brief an deinen verstorbenen Vater und gib ihn mit in den Sarg. Egal ob Beerdigung oder Einäscherung, der Brief wird nie gelesen, aber du hast dir alles von der Seele geschrieben und deine Erinnerung gestaltest du dadurch positiver.
Gruß Bobbi

 

Hallo Flotter_Pinsel,
deine Zeilen hier gehen auch mir wirklich "unter die Haut", wenn ich deine schlimmen Gedanken lese. Ich kann deine Verzweiflung sehr gut verstehen aber, jetzt hebe ich symbolisch meinen Finger, du hast auch eine Aufgabe die da heißt "Kümmere dich um die Schwächeren". Wenn deine Schwester ohne Tabletten und deine Mutter überhaupt nicht schlafen können, solltest du sie motivieren und ablenken. Zeige Stärke in dieser so traurigen Zeit. Daß du stark bist, zeigen deine Worte hier mit denen du dich öffnest. In unserem "Userjargon" sage ich: 5 starke D für dich!

 

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