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Metall oder Holzbohrer ???

14.10.2015, 22:13
Folgende Aussage von einem Freund welcher handwerklich sehr erfahren ist.
Er meinte ich soll wenn ich in ein Holz bohre und feine Bohrlöcher haben möchte trotzdem einen Metallbohrer verwenden. Damit so sein Ratschlag werden die Löcher feiner und nicht ausgefranst, weil der Holzbohrer zu grob ist.
Nachteil Metallbohrer wird schneller heiß.

Wie ist eure Meinung dazu?
Irgendwie finde ich den Vorschlag crazy mit einem Metallbohrer in ein Holz zu bohren.
Wenn mir dies irgendjemand vorgeschlagen hätte, dann hätte ich nur den Kopf geschüttelt, allerdings bei diesem Freund weiß ich dass er sich wirklich gut auskennt.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren-ich bin schon gespannt auf die Antworten.
 
Holzbohrer, Metallbohrer Holzbohrer, Metallbohrer
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27 Antworten
ich denke mal, wenn ein metallbohrer ja für metall ausgelegt ist, dann kann er bei holz auf keinen fall zu heiß werden, ob er allerdings wirklich weniger ausfranst hab ich eigentlich noch nicht wirklich getestet, weil ich auch mit dem holzbohrer, bis jetzt, ganz gute ergebnisse hinbekommen habe.

 

Dog
Wenn ich stumpfe Bohrer habe fransen alle Löcher aus, ebenso wenn ich "frei ********" bohre und keine Unterlage verwende, dabei konnte ich bisher heinen Unterschied bei Holz oder Metallbohrern feststellen.

 

Ich denke, es kommt zum einen auf das Holz an. Zum anderen auf die Geschwindigkeit.

Meine Erfahrungen:
Für harte Hölzer (Eiche, Buche ...) immer Metallbohrer.
Für sehr weiche Hölzer (Fichte, Kiefer) auch Metallbohrer, die fransen in der Tat weniger aus. Wichtig ist, dass eine Unterlage darunter kommt und das Werkstück etwas anpressen. Sonst hast Du unten bei Holzbohrern immer Fasern abstehen.
Für kurzfaserige mittelharte Hölzer sind Holzbohrer die bessere Wahl.

Bei Metallbohrern wenig Vorschub, langsam bohren und viel früher als bei Holzbohrern herausziehen und von Spänen befreien, die setzen sich rascher zu. Deshalb spricht Dein Freund von Heiß werden. Wenn der Spankanal voll ist, baut sich Druck auf, der zu Wärmeentwicklung führt. In der Ständerbohrmaschine bohrt man Holz mit mäßiger Gescheindigkeit im Gegensatz zu Metall mit hoher Geschwindigkeit. Wenn man mit Metallbohrern sehr langsam bohr funktioniert das sehr gut.

Ich schätze, ich verwende 70 Prozent Metallbohrer und 30 Prozent Holzbohrer bei der Holzbearbeitung. Vorteil der Holzbohrer ist die Zentrierspitze und aufschraubbare Tiefenbegrenzer z.B. für Dübellöcher.

 

Zitat von Rainerle
Ich denke, es kommt zum einen auf das Holz an. Zum anderen auf die Geschwindigkeit.

Meine Erfahrungen:
Für harte Hölzer (Eiche, Buche ...) immer Metallbohrer.
Für sehr weiche Hölzer (Fichte, Kiefer) auch Metallbohrer, die fransen in der Tat weniger aus. Wichtig ist, dass eine Unterlage darunter kommt und das Werkstück etwas anpressen. Sonst hast Du unten bei Holzbohrern immer Fasern abstehen.
Für kurzfaserige mittelharte Hölzer sind Holzbohrer die bessere Wahl.

Bei Metallbohrern wenig Vorschub, langsam bohren und viel früher als bei Holzbohrern herausziehen und von Spänen befreien, die setzen sich rascher zu. Deshalb spricht Dein Freund von Heiß werden. Wenn der Spankanal voll ist, baut sich Druck auf, der zu Wärmeentwicklung führt. In der Ständerbohrmaschine bohrt man Holz mit mäßiger Gescheindigkeit im Gegensatz zu Metall mit hoher Geschwindigkeit. Wenn man mit Metallbohrern sehr langsam bohr funktioniert das sehr gut.

Ich schätze, ich verwende 70 Prozent Metallbohrer und 30 Prozent Holzbohrer bei der Holzbearbeitung. Vorteil der Holzbohrer ist die Zentrierspitze und aufschraubbare Tiefenbegrenzer z.B. für Dübellöcher.
Vielen Dank Rainerle,
das hast du echt gut erklärt-nur eine Frage habe ich noch dazu: was ist eigentlich mit Vorschub gemeint?

 

Grundsätzlich bohrt man immer mit einer niedrigen Geschwindigkeit..
In meinem Betrieb bohren wir sehr viele Harthölzer und diese alle mit Famag - Holzbohrer....

Beim bohren immer aufpassen , dass der Bihrer nicht verläuft, sonst hast du schnell vom Ergebnis ein Murks... Sprich Bohrung passt nicht ...
Zu schnelles bohren kann dir das Platzen, reißen , ausglühen des Holzes bewirken...
Zu sehr langsame Bohrung lässt dir den Bohrer in da Holz fressen ...

Mittelmaß findest du schnell was optimal ist ..
Ein Metallbohrer hat eine andere Fase wie ein Holzbohrer...
Natürlich gibt es auch arbeiten, bei denen ein Metallbohrer für Holz genommen wird.
Wenn wir im Betrieb eingesetzte Meatallarbeiten,Metallring in Holz bearbeiten , so machen wir dies in einem Arbeitsgang ohne Bohrer zu wechseln. Aber dies ist die Ausnahme ..
Erkläre immer meinem Praktikanten und Studenten, Holz für Holz, Metall für Metall ..
Kannst vergleichen mit Messer . Kaum einer nimmt ein Fischbesteck- Messer für das Steak .. Auch wenn es geht

 

Zitat von Holzkunst
Grundsätzlich bohrt man immer mit einer niedrigen Geschwindigkeit..
In meinem Betrieb bohren wir sehr viele Harthölzer und diese alle mit Famag - Holzbohrer....

Beim bohren immer aufpassen , dass der Bihrer nicht verläuft, sonst hast du schnell vom Ergebnis ein Murks... Sprich Bohrung passt nicht ...
Zu schnelles bohren kann dir das Platzen, reißen , ausglühen des Holzes bewirken...
Zu sehr langsame Bohrung lässt dir den Bohrer in da Holz fressen ...

Mittelmaß findest du schnell was optimal ist ..
Ein Metallbohrer hat eine andere Fase wie ein Holzbohrer...
Natürlich gibt es auch arbeiten, bei denen ein Metallbohrer für Holz genommen wird.
Wenn wir im Betrieb eingesetzte Meatallarbeiten,Metallring in Holz bearbeiten , so machen wir dies in einem Arbeitsgang ohne Bohrer zu wechseln. Aber dies ist die Ausnahme ..
Erkläre immer meinem Praktikanten und Studenten, Holz für Holz, Metall für Metall ..
Kannst vergleichen mit Messer . Kaum einer nimmt ein Fischbesteck- Messer für das Steak .. Auch wenn es geht
Vielen Dank Holzkunst,
ist also der Vorschub die Geschwindigkeit?

 

Ja beim bohren machen sehr viele den Fehler.... Zu schnell, zu langsam, Zuviel Druck....
Viele vergessen auch , dass Bohrer geschliffen werden müssen , wie jedes schneidende Werkzeug...
Bohrer ist auch nicht gleich Bohrer... Man sollte da lieber etwas mehr Geld ausgeben .

 

Zitat von Holzkunst
Ja beim bohren machen sehr viele den Fehler.... Zu schnell, zu langsam, Zuviel Druck....
Viele vergessen auch , dass Bohrer geschliffen werden müssen , wie jedes schneidende Werkzeug...
Bohrer ist auch nicht gleich Bohrer... Man sollte da lieber etwas mehr Geld ausgeben .
Super Holzkunst,
du hast mir sehr geholfen. Nun habe ich ein wenig den Durchblick.
Ich habe gelesen, dass du Dozent bist-lehrst du auf einer Hochschule?

 

Danke Holzkunst.
Das Problem sind häufig die Holzbohrer. Die Billigbohrer taugen leider nicht viel und ich plage mich auch mit einfachen Bohrern herum. In Hartholz ist manchmal schon das Problem, dass z.B. billige Forstnerbohrer gar nicht bis ans Holz kommen, da die Zentrierspitze sich gar nicht ins Holz schneidet ... Aber für Forstnerbohrer, die ich paarmal im Jahr brauche, 150 Euro hinzulegen, da bin ich einfach zu sehr Schwabe ;-)

Vorschub: Damit meine ich den Druck, den ich mit der Ständerbohrmaschine ausübe. Wenn ich den Bohrer ins Holz drücke, wird es immer schwierig. Viele meinen, mit Anpressen geht es besser. Eigentlich braucht ein scharfer Bohrer nahezu keinen Druck, er zieht sich fast selbst ins Material. Ist ähnlich bei Metall. Muss man ausprobieren und üben und irgendwann hat man das Gefühl für Geschwindigkeit/Druck raus.

 

Zitat von Rainerle
Danke Holzkunst.
Das Problem sind häufig die Holzbohrer. Die Billigbohrer taugen leider nicht viel und ich plage mich auch mit einfachen Bohrern herum. In Hartholz ist manchmal schon das Problem, dass z.B. billige Forstnerbohrer gar nicht bis ans Holz kommen, da die Zentrierspitze sich gar nicht ins Holz schneidet ... Aber für Forstnerbohrer, die ich paarmal im Jahr brauche, 150 Euro hinzulegen, da bin ich einfach zu sehr Schwabe ;-)

Vorschub: Damit meine ich den Druck, den ich mit der Ständerbohrmaschine ausübe. Wenn ich den Bohrer ins Holz drücke, wird es immer schwierig. Viele meinen, mit Anpressen geht es besser. Eigentlich braucht ein scharfer Bohrer nahezu keinen Druck, er zieht sich fast selbst ins Material. Ist ähnlich bei Metall. Muss man ausprobieren und üben und irgendwann hat man das Gefühl für Geschwindigkeit/Druck raus.
Vielen Dank Rainerle,
du und Holzkunst erklärt es beide sehr gut. Man merkt ihr habt Erfahrung

 

Wenn du Problem mit billig Forstnerbohrer hast, dann bohre mit einem Holzbohrer vor.. So nimmst du schon dem Holz die Festigkeit und der billige Bohrer geht besser rein und glüht dir nicht aus..

Wir nutzen nur Famag da wir damit absolut zufrieden sind .. Mit billig Bohrer gibt es kein sauberes Ergebnis wenn düse 2 oder 3 mal benutzt sind ..

Da die billig Forstnerbohrer einen echt beschissenen Anschliff haben, ich aber auch verstehe wenn Kurs oder Studenten kein Geld für teure Bohrer haben, empfehle ich immer den Kauf einer Flach- Diamantfeile... So kann man die Fase- Schneide etwas ausarbeiten und erziehlt damit besseres Ergebnis ....

Beim bohren immer darauf achten , dass der Bohrer arbeitet nicht mit Druck der Maschine übertreiben ..
Glüht ein Bohrer aus, muss man diesen entsorgen , denn nicht nur das er zum bohren kaum noch zu gebrauchen ist, sondern er bricht auch mal schnell ..

 

@Samir
Ja bin selbst und ständiger Berufsdrechsler und Restaurator.. Dazu noch Dozent an der HBK- Bereich Kunst und Holzdesign... Noch dazu Leier einer Holzwerkstatt für Kinder und Jugendliche.

Gebe zuhause in Werkstatt noch Seminare für Oberflächenbehandlung- Schelkack- Öl , für das Drechseln Kurse Anfänger - Fortgeschrittene - Gewinde strehlen und Spezialkurse..

Alles in allem ein durch und durch Holzwurm

Waren schon einige aus den Forum bei mir ..

 

Also bis 4mm Bohre ich auch nur mit Metallbohrer ins Holz.. Wichtig ist aber auch mit Metallbohrer ein Holz beim Austritt, damit es nicht reißt !

 

Dank an Holzkunst und Rainerle für die fachkundigen, praxisnahen Beiträge und an Samir für die Eröffnung des Themas!

 

Zitat von RRohloff
Dank an Holzkunst und Rainerle für die fachkundigen, praxisnahen Beiträge und an Samir für die Eröffnung des Themas!

Kein Problem, ab und an helfe ich mal .....wie andere auch..

 

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