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Metall härten ???

14.09.2011, 04:46
Wie sieht das aus:
Der Meisel ist vorne abgebrochen oder stumpf geworden. Nun schleife ich ihn wieder spitz an. Das sieht ja dann schon mal gut aus... aber ist die Spitze dann nicht weicher als vorher ????
Wie bekomme ich die Spitze (mit Hausmitteln) wieder so hin, das sie "gehärtet" ist ?
Das ganze könnte auch ein Körner, ein Schraubendreher oder sonst irgendwas sein, was mal ne gehärtete Spitze hat(te).
 
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7 Antworten
Hmmmh, wenn ich mich an meine lange zurück liegende Ausbildung erinnere....

Wenn du beim Schleifen dein Werkzeug nicht zum Glühen gebracht hast, dürfte die Härte bleiben wie sie war.
Sollte das Werkstück geglüht haben, richten sich die Molekühle beim langsamen erkalten wieder aus und das Werkzeug wird weich. Zum Härten müsstest du das Stück zum Glühen bringen und schnell (mit kaltem Wasser) abschrecken/erkalten lassen. Durch die wirre Anordnung der Molekühle ist der Stahl dann härter.

Ich hoffe das stimmt so, korrigiert mich mal.

 

Zitat von kindergetuemmel
Hmmmh, wenn ich mich an meine lange zurück liegende Ausbildung erinnere....

Wenn du beim Schleifen dein Werkzeug nicht zum Glühen gebracht hast, dürfte die Härte bleiben wie sie war.
Sollte das Werkstück geglüht haben, richten sich die Molekühle beim langsamen erkalten wieder aus und das Werkzeug wird weich. Zum Härten müsstest du das Stück zum Glühen bringen und schnell (mit kaltem Wasser) abschrecken/erkalten lassen. Durch die wirre Anordnung der Molekühle ist der Stahl dann härter.

Ich hoffe das stimmt so, korrigiert mich mal.
Wikipedia Das wichtigste Härtungsverfahren ist die Umwandlungshärtung. Hierbei wird das Werkstück soweit erwärmt, dass sich das bei Raumtemperatur vorliegende α-Eisen (Ferrit) in γ-Eisen (Austenit) umwandelt. Im Austenit kann wesentlich mehr Kohlenstoff gelöst werden als im Ferrit (siehe Eisen-Kohlenstoff-Diagramm). Durch Auflösung des vorhandenen Zementits (Fe3C) geht dessen Kohlenstoff im Austenit in Lösung. Schreckt man diesen kohlenstoffreichen Austenit nun ab, kann durch die kinetische Hemmung (Diffusion braucht Zeit) keine Entmischung in Ferrit und Zementit stattfinden. Das Eisengitter kann aufgrund der "eingeklemmten" Kohlenstoffatome nicht mehr in das kubisch–raumzentrierte α-Eisen übergehen. Es klappt stattdessen in ein tetragonal-verzerrtes kubisch-raumzentriertes Gitter (Martensit) um, das durch den Kohlenstoff verspannt ist. Eine wichtige Rolle bei dieser Art der Härtung spielt die Abkühlgeschwindigkeit. Je größer die Unterkühlung (Temperaturdifferenz), desto mehr Martensit bildet sich. Gesteuert wird die Umwandlungsgeschwindigkeit durch unterschiedliche Abkühlmedien (Wasser, Öl oder Luft). Weiterhin wichtig ist die chemische Zusammensetzung des Stahls. Kohlenstoff trägt wegen seiner hohen Diffusionsgeschwindigkeit hauptsächlich zur Aufhärtbarkeit bei, die substitionellen Legierungselemente wie z. B. Chrom dagegen bestimmen die Einhärtbarkeit des Werkstoffs. So kann bei kleinen Bauteilen/großen Abschreckgeschwindigkeiten eine Durchhärtbarkeit über den gesamten Querschnitt des Werkstücks erreicht werden. Um gehärtet werden zu können, muss ein Stahl mindestens 0,2 % Kohlenstoff enthalten.

DEINE Antwort gefällt mir für den LAIEN besser

 

Man kann es Versuchen,mit einem Geeigneten Gasbrenner oder,was auch funktioniert,im Holzkohlengrill mit Gebläse,Dabei wird auch noch Kohlenstoff aufgenommen.
Problem ist das man die Härte nur mit sehr viel Erfahrung einstellen kann,wenn es zu hart wird dann Zersplittert es was gefährlich weden könnte.
Mann muss über 723 Grad erwärmen.

 

Du könntest es auch nach dem Härten mit brenner und kaltem wasser "Anlassen" also im backofen bei 200 grad ein wenig (30 min) reinlegen und dann bei raumtemp. abkühlen lassen
damit nimmst du spannung aus dem Metall, im normal fall splittert es dann nicht



Korrigiert mich wenn ich da etwas vertauscht habe!!!

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Anlassen


Wenn du mit dem Brenner den Stahl glühend machst und dann in Wasser oder Öl abschreckst ist er durchgehend gehärtet. Anschließend kannst du ihn anlassen.
Manche Stähle werden aber nur Oberflächengehärtet und das geschieht Industriell in speziellen Öfen.

 

Beim Härten gibt es mehere Verfahren.
1. Das Durchhärten geht mit einigen Srahlsorten ohne großen Aufwand. Einfach zum glühen bringen und dann abschrecken meist im Wasser. Danach eine Fläche anschleifen um beim Anlasen(weichmachen) die Farbe zu sehen. Dazu langsam erhitzen bis die Fläche eine strohgelbe bis leicht blaue Farbe bekommt. Nun wieder schnell abkühlen.

2. Einsatzhärten geht nur bei Profis. Härtetiefe meist im zehntel mm Bereich.

3. induktivhärten geht nur indusrtiell.

PS wenn beim Nachschleifen die Teile Blau werden ( geht schnell z.B bei Schneiden von Messern usw,) ist die Härte weg. Desshalb immer kühlen.

 

Ekaat  
Härten ist nicht einfach. Wenn man mit Brennern arbeitet, erhält man eine Randentkohlung: Der Kohlenstoff (Träger der Härte) diffundiert aus dem Material heraus und verbrennt. Er steht dann nicht mehr zur Ausbildung eines Härtegefüges (Martensit) zur Verfügung. Diese Zone muß abgeschliffen werden; sie ist, je nach Haltedauer (die Zeit, die der Stahl zur Umwandlung benötigt = halbe Materialstärke /mm in Minuten [Meißel ist 13mm dick > Haltezeit 6-7 Minuten]) unterschiedlich tief - bis zu 1mm. Am besten in Öl (Maschinenöl) abschrecken; ist nicht so schroff, wie Wasser und vermindert die Gefahr von Härterissen.
Nach dem Härten erfolgt das Anlassen, entweder im Backofen bei 200°C ca. 5-10 Minuten, dann an ruhender Luft abkühlen lassen; besser ist das zweimalige Anlassen, also nach dem Abkühlen nochmal in den Ofen und Vorgang wiederholen. Bei Werkzeugen mit Plastikgriff geht auch ein Heißluftfön aus 10cm Entfernung.
Das zweimalige Anlassen ist dazu da, um den Restaustenitgehalt in Martensit umzuwandeln. Austenit entsteht neben Martensit beim Abschrecken und ist unerwünscht. 
Danach unter ständiger Zwischenkühlung auf Fertigmaß anschleifen.
Ich habe diese Prozedur bei einem Meißelstahl 45WCrV7 (1.2542) probiert mit bestem Erfolg. Der aus einem Stück Stahl gefertigte Kreuzmeißel ist schneidhaltiger, als der gekaufte, der nicht billig war.
Noch ein Tipp: Nur bis zu etwa ¼ der Länge härten, damit beim späteren Gebrauch das Schlagende nicht bricht.
Übrigens: Schraubendreher sind nicht gehärtet, sondern vergütet; sie würden sonst beim Anziehen der Schrauben brechen. Da hierbei die gesamte Klinge vergütet ist, braucht man keine Wärmebehandlung und kann das abgebrochene Ende unbedenklich unter Kühlung anschleifen. Eine Vergütungsbehandlung ist ohne Härteofen nicht möglich.

 

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