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Messer im Häcksler AXT Rapid 2200

26.03.2015, 09:37
Hallo, ich will mir einen neuen Häcksler kaufen. Der Rapid 2200 hat überall super Bewertungen, bis auf die Messer. Nur an der Klinge Oberflächengehärtet. Dh nachschleifen nicht möglich, sonst verlieren sie die Härte und sind damit unbrauchbar. Auch die Bewertungen der Ersatzmesser (z.B. Amazon) sind mieserabel.
Frage, gibt es dafür keine hochwertigen Messer, wie in manchen Billighäckslern. (Vollgehärtet). Oder lohnt sich die Ausgabe, sie bei einem Schmied nachträglich Vollhärten zu lassen?
 
Häcksler Häcksler
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19 Antworten
Das mit dem Härten beim Schmied wird nix,erstens weiß keiner den Kohlenstoffgehalt des Materials,und zweitens ist beim Härten immer mit Wärmeverzug zu rechnen.
Der Aufwand ist grösser als ein Originalersatzteil einzubauen.
Frage:wieviele Betriebstunden hält das Original bei normaler Gartenbenutzung ?

 

Was ich bei den Bewertungen rauslesen konnte, keinen Tag. Wenn man von durchschittlich 6 Stunden Arbeit ausgeht, ist das eigentlich nix. Mein alter Häcksler vom Baumarkt, damals ca. 90 DM, hat noch die Originalmesser drin. Vollgehärtet. Nachschleifen kein Problem.

 

Hab grad bei ner Kunstschlosserei angerufen. Kohlenstoff bestimmen ist kein Problem. Sieht der Schmied beim Härten. Anlassen auch kein Problem. Geringer Verzug. Aber 140 Euro fürs Härten.

 

Hab mir das Gerät auf A.... mal angeschaut.
Das Messer könnte man auch vom Gartengeräte Fachhändler bekommen,aber 19,95 Euro für Original ist nicht die Welt,ich kenne da vom Rasenmäher-Fachhandel noch ganz andere Preise.

 

Stimmt, aber alle nur Oberflächengehärtet. Das hilft mir gar nix, wenn sie nach 1-2 mal häckseln hin sind. Hab viele Sträucher und Bäume im Garten. Häcksle jedes Jahr ca. 20 Std.
Mit Walzenhäcksler funktionierts nicht so gut, da die Äste und das Laub meistens feucht sind.Hab ich schon versucht. Bei trockenem Geäst sind sie fantastisch.

 

Zitat von SchlosserAndi
Hab grad bei ner Kunstschlosserei angerufen. Kohlenstoff bestimmen ist kein Problem. Sieht der Schmied beim Härten. Anlassen auch kein Problem. Geringer Verzug. Aber 140 Euro fürs Härten.
Ok,bleibt noch die Gefahr das es zu hart wird,und bei Belastung bricht.
Aber was hälst du von den Leisehäckslern,mit Walze ?

 

Dafür wirds auch angelassen, damit die Zähigkeit rausgeht. Das ist ja das teure. Muss für 2 Std im Ofen auf 180 Grad erhitzt und dann langsam abgekühlt werden.
Häcksler mit Walze hab ich schon ausprobiert. Für meine Zwecke nicht geeignet.

 

Ekaat  
Daß diese Messer »nur« oberflächengehärtet sind, hat ganz einfache Gründe:
Bei meinem Häcksler (Brill) läuft das Messer gegen eine Aluplatte und schneidet so das Holz. Die Aluplatte kann man nachstellen.
Wäre die Messerwalze durchgehärtet, wäre der Kern nicht zäh, sondern spröde und die Walze würde bei Überbeanspruchung zerbrechen. Deswegen nimmt man Material, welches zäh ist und kohlt die Oberfläche wenige Millimeter auf, um dann das ganze Teil in einem Salzbad zu härten. Da der Kern nicht genügend Kohlenstoff hat, bildet sich dort kein Martenst (Härtegefüge), sondern es kommt zu einer sog. Vergütung, d. h. eine Erhöhung der Zugfestigkeit und der Streckgrenze,
Typischer Vertreter dieser Stahlsorten ist der 16MnCr5 - 0,16% Kohlenstoff und zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften nach der Wärmebehandlung Legierungszusätze von Mangan und Chrom.
Dieses Verfahren findet auch im Getriebebau Anwendung, weil die Zahnräder sich wenig abnutzen dürfen und auch mal einen Stoß bei Lastwechsel verdauen müssen.
Insofern hat die einsatzgehärtete Messerwalze also wesentlich bessere Gebrauchseigenschaften, als eine durchgehärtete.
{zuviel fachchinesisch? Bitte Rückfrage an mich}

 

Bin Schlosser, hab aber mit Härten fast keine Erfahrung. Materialkunde kenn ich.
Red aber von Messerhäcksler, nicht von Walzenhäcksler. Bei Messerhäcklern läuft das Messer nicht gegen eine Aluplatte. Wie gesagt, mein alter, bejahrter Häcksler (damals ca. 90 DM) hat noch die Originalmesser drín. Vollgehärtet, mindestens 50x nachgeschliffen. Arbeiten immer noch. Hat leider nur 1800 W

 

Ekaat  
Da sich das Ding, was ich habe, auch Messer(-walze) nennt, bin ich davon ausgegangen, daß es sich bei Dir auch um so ein Teil handelt.
In Deinem Fall tippe ich aber dann nicht auf Einsatzhärtung (Aufkohlung 2-3mm tief), sondern auf Induktionshärtung (wenige µm - Mikrometer -tief). Letzteres schließt das Nachschärfen aus, wobei ersteres das ein- bis zweimalige Nachschärfen zulassen würde.
Bei solch dünnen Teilen, wie Messer, verbietet sich das Einsatzhärten, da der Kohlenstoff ja bis in den Kern des Werkstückes dringen (diffundieren) würde, und somit das Messer komplett durchhärten würde.
Beim Induktionshärten erzielt man, abhängig von der verwendeten Stahlsorte, Härten jenseits von 65 HRC, wobei das ein sehr guter Wert wäre und eine Schneidhaltigkeit über sehr viele Betriebsstunden gewährleisten würde. Nachschärfen also nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht notwendig.

 

Induktion ist doch mit Strom. Wer macht sowas? Bin im Raum München.
Aber bei Induktionshärten muss doch der Stahl auch noch angelassen werden.

 

Ekaat  
Zitat von SchlosserAndi
Induktion ist doch mit Strom. Wer macht sowas? Bin im Raum München.
Aber bei Induktionshärten muss doch der Stahl auch noch angelassen werden.
Wer bei Dir in der Nähe induktiv härtet, weiß ich nicht. Allerdings ist das eine teure Angelegenheit, wenn man es individuell, und nicht in Serie, betreibt. Stichwortsuche: Härtereien. Bereits der erste Anruf wird Dir beantworten, wo die nächste Induktionshärterei ist.
Induktionshärten : Es wird über einen Strom ein sog. Wilbelstrom-Magnetfeld erzeugt, welches den Stahl an der Oberfläche erwärtm (ca. über 780°C) Unmittelbar nach der Erwärmung kommt eine Flüssigkeit (meist Wasser, in seltenen Spezialfällen auch Öl oder verflüssigtes Salz) und schreckt das Ganze ab. Meistens funktioniert das so, daß ein Anlassen nicht nötig, ja geradezu unerwünscht ist, weil die Schicht so dünn ist, und beim Anlassen die Härte wieder heruntergeht.

 

aha, danke. wahrscheinlich nicht bezahlbar, oder rentiert sich für so ein kleines Stück nicht.

 

Ekaat  
Geeeeenauuuuuuuu!!!

 

froschn  
Ich hatte mir den AXT rapid 2200 letztes Jahr ausgeliehen, und er hat alle frischen Äste von Pflaumen- und Apfelbäumen anstandslos geschnitten. Der letzte dicke Ast, den mein Helfer reingeschoben hat, war allerdings ein durchgetrockneter Weißdorn-Ast. Danach war das Messer etwas vermackt.
Wäre es mein Häcksler gewesen, dann hätte ich es so gelassen. Da ich ihn mir aber ausgeliehen hatte, hab ich ein neues Messer besorgt...es kostete aber nur 18 Euro inklusive Versand, das war ok.

 

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