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Meine Erfahrungen mit der Oberfräse POF 1400 ACE

10.12.2013, 21:57
Nachdem ich nun einige Projekte mit meiner Bosch Oberfräse POF 1400 ACE durchgeführt habe möchte ich hier meine Erfahrung damit mitteilen.

Folgende negative Punkte sind mir aufgefallen:

  • Das Kabel ist sehr kurz und nicht sehr flexibel. Beim Bearbeiten einer 2 m langen Schrank Seitenwand ziehe ich öfter den Sauger hinter mir her an dem die Oberfräse angeschlossen ist.
  • Das Zubehör ist schlecht verfügbar. So benötigte ich vor einiger Zeit eine 30 mm Kopierhülse um Topflöcher mit einer Schablone einzufräsen. Sie war bei keinem Händler lieferbar und Bosch war der Ansicht, dass dieses Zubehör vom Markt genommen wurde. Das scheint nicht zu stimmen, denn mittlerweile kann man sie wieder kaufen. Es hat mich zu der Zeit aber einiges an Anstrengungen gekostet noch eine zu bekommen.
  • Die Beleuchtung war schon einmal defekt. Die Induktivität war durchgebrannt. Das konnte ich aber selbst wieder reparieren.
  • Die Verschleißteile sind im Vergleich zum Gerätepreis sehr teuer. Die Gleitplatte gibt es zum Beispiel nur komplett als sogenannte Grundplatte für knapp 35 €. Meine ist schon sehr verkratzt, aber ein Austausch lohnt sich bei diesem Preis nicht wirklich.
  • Die Kopierhülse ist nicht zentrierbar. Die mitgelieferte 17 mm Hülse wackelt auch ein wenig. Das ist mit der nachgekauften 30 mm Hülse besser. Das macht sich beim Fräsen nach Schablonen bemerkbar. So wollte ich zum Beispiel mit einer 17 mm Kopierhülse, einem 8 mm Nutfräser und einem Loch von 19,0 mm in einer Schablone eine kreisförmige Ausfräsung von 10 mm herstellen. Theoretisch sollte das so passen. Das Loch in der Schablone musste aber 18,0 mm groß sein damit die Fräsung das gewünschte Maß hatte.
  • Die Kopierhülse 30 mm lässt sich nur montieren wenn vorher das Absaugteil gelöst wird.
  • Die Kopierhülsen sind alle unterschiedlich hoch. Die 17 mm Hülse steht ca. 7 mm über die Gleitplatte über, die 30 mm Hülse aber ca. 13 mm. Damit müssen Schablonen je nach Hülse unterschiedlich dick sein. Gerade die 13 mm bei der 30 mm Hülse führen auch wieder zu Fräsern mit extrem langen Schäften.
  • Es gibt keinen feststellbaren Ein-/Ausschalter. Da ich die Oberfräse auch in einem selbst gebauten Frästisch einsetze ist das sehr umständlich.
  • Die Sicht auf den Fräsbereich ist meiner Ansicht nach nicht sehr gut.
  • Der Fräshub mag zwar in Ordnung sein, aber die tiefste Position der Spannzange ist ca. 6 mm von der Gleitplatte entfernt. Gerade zusammen mit Schablonen oder selbst gebauten Vorrichtungen benötigt man Fräser mit einem sehr langen Schaft. Bei einer 30 mm Kopierhülse ist so zum Beispiel die Distanz von 6 mm + 13 mm = 19 mm zu überbrücken. Dazu kommt noch der Teil des Schaftes der in der Spannzange eingespannt werden muss.
  • Der Fräserwechsel gestaltet sich immer etwas schwierig. Wenn die Spindelarretierung nach oben zeigt, dann ist der Absaugstutzen unten. Darauf möchte ich die Fräse aber nicht ablegen, da mir die Bruchgefahr zu groß scheint. Also muss man die Fräse irgendwie festhalten, dass der Absaugstutzen nicht beschädigt wird, gleizeitig die Arretierung betätigen und die Spannzangenmutter lösen.
  • Es gibt keinen Niveauausgleich. Das ist ein kleiner Schieber, der zum Beispiel bei der Bearbeitung von Kanten verhindert, dass die Fräse wegkippt.
  • Die Grundplatte hat keine Gewindebohrungen. Diese sind aber sehr hilfreich wenn man selbst gebaute Vorrichtungen mit der Oberfräse verbinden will (Fräshilfe für automatische Türdichtungen, Tischverbeiterung, Frästisch, ...). Es gibt zwar 3 Bohrungen, aber das Befestigen mit Muttern und Unterlegscheiben ist schon etwas Fummelei.
  • Der mitgelieferte Parallelanschlag ist nicht sehr stabil und bietet keine Feineinstellung. Meines Wissens gibt es als Zubehör auch keinen besseren und auch keinen doppelten Parallelanschlag. Das ist nur für die blauen Oberfräsen verfügbar, die aber einen anderen Abstand der Stangen haben.
  • Ich habe mir einen Original Bosch Adapter für die Führungsschienen gekauft. Dieser wackelt aber auch ein wenig auf der Schiene. Es ist zwar besser als an einer Anschlagsleiste entlang zu fräsen aber ich hätte mir das präziser vorgestellt.
  • Es gibt keine Tischverbreiterung. Diese muss man selbst bauen. Ohne so etwas gehört schon sehr viel Übung dazu eine Kante mit der Oberfräse zu bearbeiten.
  • Der Feststeller für den Hub kann sich lösen wenn er nicht mit Kraft in die arretierte Position gedrückt wurde. Ihn nur durch die Federwirkung arretieren zu lassen ist nicht ausreichend. Desweiteren gibt die Tiefeneinstellung nach dem Arretieren etwas nach. Das führt dazu, dass beim Eintauchen die Eintauchstelle etwas tiefer gefräst wird als die übrigen Stellen.
  • Es gibt keine Motobremse und so braucht es schon einige Zeit bis die Oberfräse zum Stillstand kommt.
  • Die Feineinstellung für die Frästiefe arbeitet nicht exakt. Wenn ich langsam an dem Einstellrad drehe dann sieht man wie die Frästiefe leichte Sprünge macht anstatt sich kontinuierlich zu verändern.
  • Der mitgelieferte Gabelschlüssel ist fast unbrauchbar.
  • Die Absaugleistung könnte besser sein. Trotz Anschluss eines Saugers werden immer noch viele Späne im Raum verteilt.
Es gibt auch einige positive Punkte:

  • Der mitgelieferte Koffer ist recht brauchbar.
  • Der Preis ist sehr attraktiv.
  • Es sind 3 Spannzangen im Lieferumfang.
  • Die Drehzahl ist einstellbar.
  • Der Stufenanschlag ist sehr praktisch und leicht zu bedienen.
  • Die Feineinstellung der Frästiefe ist im Frästisch sehr hilfreich.
Mein Fazit:

Bei allen Punkten die mir negativ aufgefallen sind, darf man natürlich den Preis der Oberfräse nicht außer acht lassen. Für ungefähr 130 € wird man wohl einige Kompromisse eingehen müssen.

Hätte ich beim Kauf der Oberfräse bereits absehen können, dass ich sie häufiger als geplant einsetze, hätte ich vermutlich ein höherwertigeres Modell gekauft. Trotzdem lassen sich mit der POF 1400 ACE auch ansehnliche Ergebnisse erzielen. Man muss die Grenzen kennen lernen und bereit sein etwas Zeit in das Anfertigen von Vorrichtungen zu stecken die einem die Arbeit mit der Fräse erleichtern.

Meine Empfehlung für Einsteiger ist, sich erst über die Einsatzmöglichkeiten einer Oberfräse zu erkundigen (es gibt gute Bücher dazu) und dann selbst zu entscheiden ob man mit der POF 1400 ACE glücklich werden könnte.
 
Oberfräse Oberfräse
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29 Antworten
als erstes möchte ich dich begrüßen .....heute angemeldet und schon ein Testbericht geschrieben ......
alle Achtung.....
deine negativen Punkte sind ja echt lang und die positiven echt mager ...... komisch
ich bin ein Heimwerker und brauche meine POF so ca.10x im Monat wenn überhaupt....
mit meiner Maschine bin ich echt zufrieden und wie schon erwähnt ist das eine Einstiegsmaschine und keine Profimaschine (Blaue Serie) ....

 

Schöner Bericht, da ich mir auf Dauer eine Oberfräse zulegen will sehr viele Informationen für mich. Kann die leider noch nicht alle verarbeiten. Ist aber auf jeden Fall eine gute Entscheidungshilfe!

 

Ein sehr ausführlicher Bericht.
Man sollte aber nicht vergessen, dass man für 130,00 Euro eine Heimwerkermaschine und keine Profimaschine bekommt. Es wäre schön, wenn es anders wäre, aber wer mehr will muss auch leider mehr auf den Verkaufstisch legen.

 

Zitat von RedScorpion68
Ein sehr ausführlicher Bericht.
Eine schöne Liste würde ich da eher sagen.
Jammern auf hohem Niveau. Gibt es überhaupt eine Oberfräse auf die nicht ein einziger Punkt zutrifft? Und was kostet sie dann?
Aber bei ein paar Punkten muß ich zustimmen, die sollten auch in dieser Klasse nicht zutreffen.
Fräshub, Schalter, Paralellanschlag z.B.
Anderes kann ich wieder nicht nachvollziehen.
Die Gleitplatte ist mit 5 Gewindeschrauben befestigt, wozu sollten noch weitere Gewinde vorhanden sein?
Niveauausgleich/Tischverbreiterung.....Naja, wer da auf Angebote des Herstellers zugreift ist selbst schuld. Im Lieferumfang findest du es eh seltenst.
Die Sicht...Ich hab mal die Fräse die ich im Tisch verbaut hab Handgeführt.
Da ist die Sicht schlecht. Die POF ist im Vergleich Gold wert.
Grundsätzlich scheinst du für deine Anforderungen die falsche Fräse gekauft zu haben.
Aber das Problem hat vermutlich jeder der sich an dieses Gebiet herantastet.

Achja, Mit dem Fräserwechsel hab ich keine Probleme. Die POF liegt sehr gut auf dem Absaugstutzen. Und der lebt immer noch. Bissl eng ist es nur weil die Spannzange
da zwischen liegt.

 

Zitat von HansJoachim
Eine schöne Liste würde ich da eher sagen.
Jammern auf hohem Niveau.
Eine reine Negativ-Liste.
Wer ein Gerät mit den Eigenschaften eines Profigeräts zu brauchen glaubt, muss auch bereit sein den entsprechenden Preis für das Gerät zu zahlen.

 

habe bei einen Freund mit dem Gerät gearbeitet war recht zu frieden gewesen, sicher gibt es überall was zu kritisieren.
Du solltest Dich im voraus , vielleicht mehr über das Gerät informieren, was Du kaufst.
ich liebes ein Probegerät mit zu nehmen oder an Ort und stelle zu testen.
Was ich nicht nach vollziehen kann ist, auch ein preisgünstiges Gerät muss ordentlich verarbeitet sein und bei dem heutigen Stand der Technik dürfte Qualität auch kein Problem sein, so fern man das als Hersteller will.

 

Dieser Testbericht ist sehr umfangreich, sehr individuell, überwiegend zutreffend aber auch nicht immer fair.

Ich persönlich glaube, dass bei allen Fräsen bis zu dieser Preisklasse eine ähnlich lange (wenn nicht noch längere) "Negativliste" zu dokumentieren wäre ....

 

Ekaat  
Als ich anfing, den Bericht zu lesen, fragte ich mich, warum sich holzwurm69 überhaupt diese Fräse gekauft hatte. Als ich unten ankam und die Positiva gelesen hatte, ging ich mit ihm konform: Er erwartete natürlich nicht, für diesen Peis ein hochspezialisiertes Gerät zu erstehen! Auch ich habe so einige Sachen, die ich nicht gut finde, die besser gemacht hätten können. Wäre dann aber der Preis noch der gleiche?

 

ich hab bis jetzt noch keines deiner Projekte gesehn. Kann also nicht nachvollziehn, ob du was kannst.
Weis nicht, warum für dich das Kabel zu kurz ist. Stell deinen Sauger zentraler auf, dann funktionert das auch.
Topflöcher bohr ich mit einem Forstnerbohrer. Die 30er Kopierhülse ist seit mehr als 15 Jahren verfügbar.
An meiner Oberfräse, die ich seit 15 Jahren habe ist die Bodenplatte noch nicht verkratzt.
Die Kopierhülse muß nicht zenriert werden. Sie ist zentriert. warum hast nicht gleich einen 10mm Fräser genommen?
Je nach Fräseinsatz brauch ich sowieso verschiedene Fräser. Welche mit langem Schaft oder welche mit langem Arbeitsbereich.

...und so weiter und so fort. Meines Erachtens kannst du mit der Maschine nicht umgehen.

 

Geändert von Geronimo (11.12.2013 um 01:15 Uhr)
Zitat von Geronimo
An meiner Oberfräse, die ich seit 15 Jahren habe ist die Bodenplatte noch nicht verkratzt.
Meine Grundplatte ist auch noch nicht verkratzt. Wenn ich aber sehe wie die Leute Ihre Oberfräse über die rauhe Seite einer Siebdruckplatte jagen, dann wundert mich nichts mehr. Oder ein anderer, der seinen Akkuschrauber in einem Haufen Bohrstaub-Spänegemisch ablegt und sich dann wundert, das der Akkuschrauber den Geist aufgibt.

 

Geändert von Apfelkrapfen (11.12.2013 um 05:28 Uhr)
Zitat von Geronimo
Weis nicht, warum für dich das Kabel zu kurz ist. Stell deinen Sauger zentraler auf, dann funktionert das auch.
Hm, prinzipiell gebe ich Deinen Ausführungen schon recht, aber die generelle Bosch-grün-Kabellänge von 2m bis max. 2,5m IST zu kurz.

Man kann landauf, landab in so gut wie allen Testberichten verschiedenster Tester verschiedenster Geräte immer wieder diesen Umstand angemahnt lesen (Erst gestern hatte ich es wieder im aktuellen Holzwerken Werkzeugkompass 2014.). Aber selbst wenn man der Qualität der Tester, der Tests und der Testauftraggeber misstraut, bleibt immer noch die eigene Erfahrung.

Wer wie ich keinen Werkstattsauger mit eingebauter Steckdose unter der Werkbank stehen hat, sondern seine E-Geräte separat anschießen muss, stellt schnell fest, dass er bei jedem zweiten Schritt am Arbeitstisch auf die Kupplung von Gerätestecker zu Verlängerungskabel stolpert.

Vielleicht kann ich aber auch nur nicht mit meinen Füßen umgehen ;-)

 

Geändert von Michael_ZZ (11.12.2013 um 10:06 Uhr)
Stimmt Michael,

die 2 bis 2,5 m langen Netzanschlußkabel sind einfach viel zu kurz. 3,5 bis 4m sollten es schon sein um anständig damit zu arbeiten.

Aber wenn die Produktmanager es nicht tun oder veranlassen, steckt da ganz bestimmt irgendwas dahinter, was uns nicht in den Sinn kommt. Kostendruck oder sonstwas. Überlesen können sie es ja nicht, weil es fast jeder moniert.

 

Zitat von TischlerMS
Stimmt Michael,

die 2 bis 2,5 m langen Netzanschlußkabel sind einfach viel zu kurz. 3,5 bis 4m sollten es schon sein um anständig damit zu arbeiten.

Aber wenn die Produktmanager es nicht tun oder veranlassen, steckt da ganz bestimmt irgendwas dahinter, was uns nicht in den Sinn kommt. Kostendruck oder sonstwas. Überlesen können sie es ja nicht, weil es fast jeder moniert.
Das ist eine ganz einfache Geschichte:

Die "GLEICH"-Bauteile bei den Bosch Werkzeugen beinhalten sicherlich auch die Anschlußkabel ...

... wenn wir jetzt davon ausgehen, dass bei jedem Kabelgebundenen Gerät mit einem "gleichen Netzkabel", eine Länge von 1,5m pro Gerät gespart werden kann ...

... müssen wir nur noch die Jahresproduktion dieser Werkzeuge mit dem Faktor 1,5 und dem Einkaufspreis pro Meter Kabel multiplizieren.

Der daraus resultierende Wert (in Euro) ist das Sparpotential in der gesamten Sparte und reduziert in gleicher Höhe unmittelbar die Kosten (die Maschinen können billiger angeboten werden) oder erhöhen den Gewinn (Sicherung von Arbeitsplätzen, mehr Forschung und Entwicklung usw.), das darf sich jeder selbst aussuchen ...

Damit wir das in Euro beziffern/schätzen können, bitte ich um folgende Schätzungen oder Kenntnisse:

A) Wie viele kabelgebundene Werkzeuge produziert Bosch jedes Jahr?
B) Was kostet ein Meter dieses Anschlusskabel im Einkauf?

Formel: (A*1,5) * B = Kosteneinsparung pro Jahr in Euro
(Und ja, ich weiß das die Klammer nicht notwendig ist, aber so ergibt sich nebenbei die Kabelmeter als Größe)

 

Geändert von Linus1962 (11.12.2013 um 10:57 Uhr)
das mit der Kabellänge kann ich nicht nachvollziehen. Dem einen ist es zu kurz. Dem anderen zu lang. Wenn einer dann über das zu lange Kabel stolpert, meckert er auch. Wenn ich eine Maschine betreibe, schau ich immer, reicht das Kabel. Wenn nicht, nehm ich eine Verlängerung. Die leg ich dann so, das mich die Kabel beim Arbeitseinstz nicht stören. Ich arbeit auch gelegentlich mit dem langen Staubsaugerschlauch (5m) und dann wär das 4m Kabel auch zu kurz.
Ich wär a.m.S. für einen viel kürzeres Kabel. Geht dann auch leichter in den Aufbewahrungskoffer zu packen.

 

Ich finde die POF sehr gut.
Jetzt nicht falsch vertehen aber vieles hört sich für mich nach Anwendungsfehlern an.
Es gibt tolle Bücher zum Thema Oberfräse, mit dem Spitzenreiter von Guido Henn.
Da finden sich tolle Tricks wie man viele deiner Probleme lösen kann.
Wenn du so oft Kopierhülsen braucht. Holle die doch einen Satz universall-Kopierhülsebn. Gibt es bei Sautershop.
Und wenn du mal vor einem Problem stehst, dann wird dir hier im Forum sicher geholfen.
Ich wurde bisher noch nie enttäuscht.

 

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