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Mein optimaler Werkstattsauger - mit Zyklonabscheider

27.07.2014, 21:31
Hallo zusammen,

ich wollte Euch hier mal meinen (für mich) optimalen Werkstattsauger vorstellen.

Da ich es als sehr störend empfand, daß sich bei noch nicht mal 1/4 vollem Behälter
der Filter schon so zu gesetzt hat, daß erst mal Filter ausblasen angesagt war,
mußte eine andere Lösung her. Filtertüten sind auf Dauer auch keine echte Option,
da sie doch recht teuer sind.

Nun gibt es zwar Sauger mit automatischer oder zumindest semiautomatischer
Filterreinigungsfunktion, aber die kosten dann gleich mal richtig viel Geld und
so ganz optimal funktionieren diese Systeme auch nicht. Ist ja auch klar,
wenn man den ganzen feinen Dreck nur vom Filter wieder in den Behälter bläst
(oder rüttelt, oder wie auch immer), wird er doch recht schnell wieder in den
Filter rein gesaugt.

Richtig Sinn macht eigentlich nur, den Dreck schon vorher vom Luftstrahl zu trennen,
also noch bevor er in den Sauger gelangt.

Und da kommt der Zyklonabscheider (oder richtiger Fliehkraftabscheider) ins Spiel!
Im Netz gibt es unzählige Anleitungen zum Bau dieser Teile, die dann auch mal
mehr und mal weniger gut funktionieren. Es kommt halt sehr darauf an, wie gut
und sauber man den tangentialen Lufteintritt hin bekommt und daß man die richtige
Länge des mittleren Rohres findet.

Da ich aber keine Lust auf tagelanges Gebastelt und Trail’n Error hatte, habe ich mich
für den Dust Deputy von Oneida-Air entschieden. Den gibt’s hier in DE bei Sorotec.
Zwar sind 80€ incl. Versand auch nicht gerade ein Schnäppchen, aber umgerechnet
in Filtertüten, macht sich das Ding schnell bezahlt.

Als „Basis“ habe ich mich für den WD 7.700 P von Kärcher entschieden. Ich halte diesen
Sauger aus folgenden Gründen für besonders geeignet:


  • Als Auslaufmodell günstig zu bekommen (habe für meinen 190€ bezahlt)
  • Durch seine Bauart (lang und flach statt hoch und rund, große Hinterräder und nur 2 „Stuhlrollen“) sehr stabiler Stand
  • Die Aufnahme für den Trolleybügel ist die optimale Aufnahme für den Zyklonaufbau
  • Großer Luftdurchsatz (80l/s) und 230mbar Unterdruck
  • Saugleistung regelbar (wichtig z.B. beim Absaugen an Flächenschleifgeräten mit feinem Papier)
  • Einschaltautomatik mit Nachlauffunktion (hohe Anschlußleistung von max. 1800W)
  • Wirklich leises, angenehmes Betriebsgeräusch

Als Auffangbehälter benutze ich den 30l-Kessel eines alten AEG 800 NT. Hätte ich den
nicht noch im Schuppen gefunden, hätte ich einen billigen 20l-Aschevorfilter aus dem
Baumarkt genommen. Gibt’s z.Zt. für 20€ bei Toom.

Wichtig ist, das der Behälter stabil (Blechkessel) und 100% dicht ist.

Mein erster Versuch mit einem 30l-Kunststoffaß ging in die Hose, Saugschlauch einmal
kurz zu gehalten und das Ding implodiert…

Das gesamte Teil ist ca. 130cm hoch und steht dennoch sehr stabil.
Das Kabel an der Seite dient zum Ableiten der statischen Aufladung über den Schutzleiter.
Sämtliche Anschlüsse bzw. Adapter sind mit HT-Rohr realisiert.

Der Trolley-Bügel wurde in neuen Halterungen montiert, in den ursprünglichen Löchern
stecken 22mm Stäbe aus Buche mit deren Hilfe die Halteplatte für den Kessel befestigt ist.

Nachdem gut 25 Liter in den Kessel gesaugt wurden, findet man im Kessel des Kärcher
nur ein paar Krümel und ein ganz leichte Staubschicht. Der Faltenfilter sieht noch aus wie neu.

Abgesaugt wurde an einer TKS und an einer Oberfräse, der normale Materialmix aus
Multiplex, Hart-/Weichholz, MDF und der Dreck vom Werkstattboden.

So, jetzt mal ein paar Bilder von meinem „Saugmonster“.


Gruß Frank
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Werkstattsauger Werkstattsauger
Bewerten: Bewertung 6 Bewertungen
13 Antworten
Cool, viel Arbeit und Mühe verwendet.
Stell es doch als Projekt rein.

 

Woody  
Das wär wirklich absolut ein Fall für die Projekte.

Sehr interessant zu lesen, aber 1,30m hoch ist auch nicht gerade klein. Soviel Platz hab ich nicht in meiner Werkstatt

Du schreibst gut und spannend, würd mich freuen, noch mehr von dir hier zukünftig zu lesen

 

@ woern63
Danke! Mit den Funktionen der "Projekt-Schiene" bin ich leider noch nicht so vertraut, aber mal sehen...
Leider gibt's vom Bauen auch keine Bilder...


@ Woody
Hm, 1,30m passen nicht in Deine Werkstatt, arbeitest Du in einem Kriechkeller?
Nein, mal im Ernst, ich hatte anfangs auch so meine Bedenken hoch und nicht lang zu bauen,
aber gib mal in die google-Bildersuche Dust Deputy ein.
Da siehst Du dann auch "Hintereinanderkonstruktionen", die nehmen deutlich mehr Platz weg...
Freut mich übrigens, daß Dir mein "Geschreibsel" gefällt.

 

Woody  
Naja, in der Höhe passt er schon rein, aber dann hab ich auf Werktischarbeitshöhe wieder was im Weg rumstehen. Und das stört mich, so meinte ich es.

 

Axo, ja, das ist natürlich ein Argument.
Dann baue halt hintereinander/nebeneinander.
Wollte ich anfangs ja auch so machen, bis ich halt über den WD 7.700 P
gestolpert bin.
Für die vertikale Bauweise empfehle ich den WD 5.600 MP, gleiche
Leistungsdaten u. Austattung, gleicher Preis, auch ein Auslaufmodell.
Wenn Du einen nicht zu großen Kessel wählst (z.B. den o.g. Asche-
vorfilter) und vom Edelstahlbehälter des WD 5.600 MP den gelben
Untersatz entfernst (ist nur aufgeklipst), paßt die ganze Konstruktion
auf eine 80x40 Platte.
Rollen drunter, fertig ist das vertikale "Saugmonster".
Höhe deutlich unter Werbbankhöhe, so hatte ich's anfangs auch geplant.

 

Woody  
Ich plane eigentlich kein Zyklonmonster zu machen. Bin mit meinem 08/15- Sauger zufrieden. Der wird halt nach jedem Arbeitsanfall oder wenn ich Werkstatt mal sauber mache, ausgeleert und der Motorfilterschutzdingsbums ausgebürstet.

 

Hm, wirklich gut für ein Projekt geeignet - sauber geschrieben, gute Idee und sieht schick und (staub-)todbringend aus^^

Nur eins fehlt noch, das ist ganz, ganz wichtig: Wo ist das Bild vom implodierten Kunststofffass?

 

Mal so als Anregung.
Geht das nicht irgendwie kompakter. Der Behälter des Normalen Saugers ist ja irgendwie nutzlos, da darin ja fast nichts landet (im optimalen Fall)

 

Wow! Ein perfekter Aufbau! Zumal ich auch den selben Sauger habe (zugegeben auch aus debn selben Gründen gekauft). Da bin ich jetzt echt am überlegen das nachzubauen, vorallem weils eine kompakte Einheit ist, man man nicht immer alle Einheiten einzeln rumschleppen muss. Nur der Zyclon-Aufsatz ist mir ein wenig zu teuer...aber den kann man ja massstabsgetreu nachbauen :-)

Besten Dank für die Idee!

 

Klasse Idee, Arbeit und Ausführung, ich freue mich schon auf dein Projekt was du sicher hier noch bald einstellen wirst! Übrigends besitze ich noch einen alten AEG 800 NT E der als Werkstattsauger z.Zt. mir noch ausreicht. Der Saugschlauch müßte nur bald ersetzt bzw. erneuert werden.
5D für deine "saubere, tolle Arbeit"!
Gruß Erich

 

Zitat von Geronimo
Mal so als Anregung.
Geht das nicht irgendwie kompakter. Der Behälter des Normalen Saugers ist ja irgendwie nutzlos, da darin ja fast nichts landet (im optimalen Fall)
Schön wär's ja.

Bei einem Zyklon, wenn er nach bekannten Grundsätzen konstruiert wurde, ist nur noch ein Gebläse notwendig, um für die "richtige" Strömungsgeschwindigkeit zu sorgen.

Das ist der Weg, den ich befolgt habe: ein stationäres Gebläse und ein mobiler Zyklon.

 

WOW, hätte nicht gedacht, daß mein neues Schätzchen und seine Beschreibung so gut ankommen... Danke für die Blumen!

So, jetzt de Reihe nach

Zitat von Ebony_Ivory
...

Nur eins fehlt noch, das ist ganz, ganz wichtig: Wo ist das Bild vom implodierten Kunststofffass?
Ja ne, is' klar...
Da es an dem Tag recht warm war (und der Kunststoff sehr weich), habe ich das Faß mit zwei Eimern heißem Wasser und etwas Druckluft wieder in Form gebracht.
Es dient jetzt als Abfalleimer in der Werkstatt.

Wer mal sehen möchte, wie schnell ein leitungsstarker Sauger so ein Faß zerlegt, sollte sich dieses Video ansehen, ab 8:10 wird's interessant...
-> http://www.youtube.com/watch?v=SS2_E...NZghB7J5kOt8Ng



Zitat von Geronimo
Mal so als Anregung.
Geht das nicht irgendwie kompakter. Der Behälter des Normalen Saugers ist ja irgendwie nutzlos, da darin ja fast nichts landet (im optimalen Fall)
Darüber habe ich bei der Planung des Saugers auch nachgedacht, aber die leistungsstarken Geräte haben alle 25-30 Liter Kesselvolumen.
Das macht normalerweise auch Sinn, da sie meist eine semiprofessionelle Zielgruppe ansprechen sollen. Wenn man z.B. bei größeren Reovierungsarbeiten alle paar Minuten den 7l-Kessel leeren müßte, wäre das sicher lästig...

Den kleineren Geräten (gibt ja auch reine Trockensauger vom gleichen Hersteller) haben dann nicht die gewünschte Ausstattung

  • Steckdose mit Einschaltautomatik
  • regelbare Saugleistung

und die gewünschten Leistungsdaten

  • hoher Unterdruck
  • großer Luftdurchsatz

wobei die reinen Trockensauger sogar meistens noch einen höheren Unterdruck erzeugen, aber bei Luftdurchsatz schwächeln.

Ein passendes reines Absauggebläse (axialer Lufteintritt, radialer Luftaustritt) zu finden, das

  • klein genug ist, um es auf dem Dust Deputy zu befestigen
  • neben dem meist hohen Luftdurchsatz auch noch halbwegs genug Unterdruck erzeugt
  • mit 240V angetrieben wird
  • dann noch halbwegs bezahlbar ist

habe ich aufgegeben...

Außer dem fehlt dann immer noch die Einschaltautomatik und einen Filter am Luftaustritt brauchts dann auch noch...


@ stiffler2244
als Kegelstumpf für den Zyklon werden gerne Verkehrsleitkegel (auch Lüberker Hütchen genannt) genommen. Wichtig ist nur, daß es aus hartem, stabilem Kunststoff gefertigt ist. google mal nach "Triuso K50", die sollen gehen.
HIER -> http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/309583-Zyklonabscheider kannst Du Dich einlesen. Gibt da auch Bau-/Fräspläne.

Gruß Frank

 

Geändert von Tekfreak (28.07.2014 um 22:03 Uhr)
Zitat von Tekfreak
Den kleineren Geräten (gibt ja auch reine Trockensauger vom gleichen Hersteller) haben dann nicht die gewünschte Ausstattung
....
und die gewünschten Leistungsdaten
• hoher Unterdruck
• großer Luftdurchsatz
wobei die reinen Trockensauger sogar meistens noch einen höheren Unterdruck erzeugen, aber bei Luftdurchsatz schwächeln.
Tja, da haben die alten Kempen Reynolds, Bernoulli, Venturi und wie sie alle heißen mögen immer noch ihre Finger mit im Spiel. Um ein System gut zu heißen, reicht es nicht aus, den Sauger für sich alleine zu betrachten. Komplizierte Materie, wobei zu allem Überfluss auch noch die Größen Druck und Luftmenge in einem quadratischen Verhältnis zu einander stehen.

Was den Bau eines Zyklons angeht, gibt des HIER KLICKEN gute Ansätze, die industrietauglich sind - weil sie von dort kommen - und somit auch den Erfolg garantieren. Sowie Tekfreak wenn auch mit anderen Worten betont hat, kommt es auf eine bestimmte Dimensionierung und ein bestimmtes Design an, bei einem Bau mit einem Design über den dicken Daumen, stehen die Chancen 50:50 dass es ein Misserfolg werden könnte.

 

Geändert von RockinHorse (28.07.2014 um 23:00 Uhr)
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