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Leitung (NYM-J) durch Betonwand verlegen

02.01.2013, 02:03
Hallo zusammen,

im Keller muß ich an einigen Stellen NYM-J-Leitungen (also "stinknormale Kabel") durch Betonwände ziehen. Wie mache ich das am Besten? Einfach Loch bohren, Leitung durch, fertig? Hinterher eingipsen? Vorne und hinten Verteilerdosen drauf, damit man die Löcher nicht sieht? Was ist hier Best Practice[1]?

Gruß & Dank,
Michael

[1] Das "Bingo" aus der letzten Reihe habe ich gehört ;-) Trotzdem ist es Best Practice, nach dem Best Practice zu fragen, bevor man alles vermurkst... :-D
 
Betonwand, Leitung (NYM-J), verlegen Betonwand, Leitung (NYM-J), verlegen
Bewerten: Bewertung 1 Bewertung
12 Antworten
Funny08  
Also im Normalfall reicht es Aus, ein Loch zu Bohren und "nur" das Kabel einzuziehen, es ist halt die Frage, wie soll das ganze bei dir optisch aussehen?
Es gibt Keller da wurde das Kabel nur mit Nagelschellen verlegt (sieht meist Grußelig aus), in anderen Kellern wurden Iso-Schellen verwendet - sieht meist auch nicht viel Besser aus, dann in anderen erfolgte die Installation in Kunststoffpanzerrohr oder Installationskanal, was wenn es ordentlich gemacht ist recht gut aussieht, und es gibt auch die Möglichkeit, die Kabel ganz unter Putz zu verlegen, was halt optisch dann das beste wäre.

Zum Abdecken,Verschließen des Lochs - je nach Art der Kabelverlegung ist auch das Abdecken der Bohrung anders. Generell sollte das Loch wieder geschlossen werden, in Brandgefährdeten Räumen wie Heizungsraum wo auch dementsprechende Brandschutztüren verbaut sind, da sollte spezieller Brandschutzmörtel zum Verschließen benutzt werden. Ansonsten reicht auch normaler Gips.
Ist die Kabelverlegung unter Putz - Könnte eine Unterputzabzweigdose genommen werden, wobei ich hier der Optik wegen ganz auf solche Abzweigdosen verzichte und Tiefe Schalterdosen zum verklemmen nehme.
Erfolgt die Verlegung in Kabelkanal oder Kunststoffrohr, kann man diesen über das Loch drüber gehen lassen und einen Ausschnitt auf die Rückseite machen und das Kabel dann hier durch schieben.
Bei der offenen Installation mit Nagel oder Iso-Schellen hingegen würde ich eifach nur einen schönen Bogen biegen und das Loch dementsprechend dann wie zuvor beschrieben verschließen. Abzweigdosen würde ich nicht darauf setzen, denn sollte das Kabel mal ersetzt werden müssen, wird es dann unnötige Fummelei.

 

Tja da ist Funnys Ausführungen nicht mehr viel hinzuzufügen. Bei uns im Keller (Beton) bin ich einfach durch die Wand.... Loch und fertig. Natürlich gibts optisch ansprechenderes, aber es ist ja nur der Keller

 

Den obligatorischen Hinweis, dass jemand der für Elektroinstallationen in einem Forum fragen muss, diese am Besten nicht selbst durchführt spar ich mir jetzt mal

Bohren und Durch ist schon mal ein guter Ansatz. Hinterher fachgerecht verschliessen (es wurde ja schon auf Brandschutz u.ä. hingewiesen). Das Setzen von Verteilerdosen im 10cm-Abstand halte ich allerdings für wenig clever. Dosen sind immer Fummelpunkte und Fehlerquellen. Zieh die Strippe einfach in der kompletten Länge Ende-zu-Ende durch.

 

Interessant wäre noch zu wissen, ob es sich:

a) um eine offene Installation handelt (= die Leitungen liegen über-Putz) oder nicht
b) die Wände überhaupt an dieser Stelle verputzt sind,

denn das hört sich eigentlich nicht dannach an:

"Einfach Loch bohren, Leitung durch, fertig? Hinterher eingipsen? Vorne und hinten Verteilerdosen drauf, damit man die Löcher nicht sieht?"

Denn bei verputzten Wänden, sieht man nach dem Gipsen und überstreichen eigentlich nichts mehr.

Die Verteilerdosen (um Löcher zu verdecken) sind nicht immer zweckmäßig und auch nicht dafür gedacht.
Verteilerdosen werden nur dort eingesetzt wo es auch was zu Verteilen gibt.
Das Kabel dazwischen wird ohne Stückelung durchgezogen.

Sollte deine Wand also nicht verputzt sein (Rohbeton / Sichtbeton) empfiehlt sich auf jeden Fall eine Überputzmontage mit festem PVC-Installationsrohren (nicht nur wegen der Optik, sondern auch wegen dem Schutz).
Sauberes Arbeiten vorausgesetzt, ziehst du diese Kabelschutzrohre (wenn möglich) bis direkt vors Loch, damit ist es automatisch verdeckt.
Für die Wanddurchführung ist folgendes zu beachten, muss die Durchführung Winddicht sein (mind. dann wenn die Durchführung nach außen geht) langt eingipsen eigentlich nicht.

Hier noch was lesenswertes:
KLICK

Du kannst natürlich für die Wanddurchführung das Kabel noch mit einem enger anliegenden flexiblem Kabelschutzrohr (= Wellrohr) schützen (i.d.R. ist das aber nicht notwendig).

Für Durchführungen nach außen bietet sich es aber eventuell wirklich an, innen eine Verteilerdose zu installieren um für den Außenbereich auf ein Wetterfesteres Kabel umzusteigen (gerade bei Erdmontage).


Gegen die reine Installationsarbeit (= Kabelverlegung) als Laie ist nichts zu sagen und stellt (mit vorheriger Absprache mit dem Installateur) kein Problem dar.
Allerdings gehört das Ganze vor der Inbetriebnahme abgenommen.
Die Anschlussarbeiten (Verteiler, Hauptanschluss, Schalter, Steckdosen,...) bleiben nach wie vor Sache eines E-Installateurs.
Dafür ist es von Vorteil, wenn Verputzarbeiten erst nach der Abnahme durchgeführt werden.

Bei der Installation (Kabelverlegung) halte dich auch bitte unbedingt an die vorgeschriebenen Installationszonen bzw.Verlegevorschriften:

KLICK

 

Geändert von Hermen (02.01.2013 um 11:54 Uhr)
Da es wohl mehrere Leitungen oder Wände sind, solltest Du vielleicht darauf achten, aus der Betonwand keinen Schweizer Käse zu machen und so wenig Löcher wie möglich zu bohren. Manchmal hat man dadurch längere Leitungswege aber halt weniger Löcher. Ansonsten, Loch in die Wand und Kabel durch.

 

Zitat von Haggis
Da es wohl mehrere Leitungen oder Wände sind, solltest Du vielleicht darauf achten, aus der Betonwand keinen Schweizer Käse zu machen und so wenig Löcher wie möglich zu bohren...
Auch dafür bieten sich Kabelschutzrohre (bei Aufputz) bestens an. Einfach einen größeren Durchmesser wählen, dann können auch mehrere Leitungen reingelegt werden.
Dann benötigt man auch nur eine (halt größere Durchbruchbohrung).
Die verscheidenen Durchmesser von Kableschutzrohren können auch ganz gut kombiniert werden, da ja eigentlich immer von Verteiler zu Verteiler (bzw Steckdose / Schalter) gearbeitet wird.

Aber wie gesagt, es fehlen halt noch ein paar Infos.

 

Am besten wäre wenn du mal eine einfache „Strichmännchen“- Zeichnung machst vom Keller und von dem Weg den die Kabel zurück legen sollen, inklusive der Wandlänge. Dann könnte man das, glaube ich, besser beurteilen was das beste wäre in deinem Fall.

 

Ersteinmal Danke Euch allen für die ausführlichen Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen!

Zitat von Funny08
Also im Normalfall reicht es Aus, ein Loch zu Bohren und "nur" das Kabel einzuziehen, es ist halt die Frage, wie soll das ganze bei dir optisch aussehen?
Es ist ein Neubau-Keller mit Betonwänden. Die Räume sind alle Nutzräume (Technikkeller mit Heizung und Waschmaschine / Trockner; Werkstatt; Lager). Die Installation erfolgt mit Installationsrohren direkt auf dem Beton. Die Kabel sind also sowieso sichtbar, die Durchführung sollte halt nicht gepfuscht aussehen, den Rest mache ich ja auch ordentlich...

Verstehe ich richtig: ein Loch pro Leitung, auch wenn ich mehrere durch die Wand führen möchte; Bohrdurchmesser etwas über Leitungsdurchmesser?

Zitat von Funny08
Erfolgt die Verlegung in Kabelkanal oder Kunststoffrohr, kann man diesen über das Loch drüber gehen lassen und einen Ausschnitt auf die Rückseite machen und das Kabel dann hier durch schieben.
Ich dachte bisher, Installationsrohre sollten ca. 5 cm vor Schaltern / Verteilerkästen / etc. enden, und hatte angenommen, dass das gleiche auch für Löcher gilt. Sonst ist das in der Tat eine schöne Lösung.

Zitat von Fernton
Den obligatorischen Hinweis, dass jemand der für Elektroinstallationen in einem Forum fragen muss, diese am Besten nicht selbst durchführt spar ich mir jetzt mal
Danke - aber es ist ja nicht der elektrische Teil, der mir Kopfschmerzen macht. Ich habe mehrere Jahre in der Elektronikentwicklung gearbeitet, bevor ich auf die Softwareseite gewechselt bin, und komme mit Elektrik / Elektronik eigentlich ganz gut zurecht. Bloß lernt man dort nicht, wie man Leitungen durch Kellerwände zieht...

Zitat von Hermen
Auch dafür bieten sich Kabelschutzrohre (bei Aufputz) bestens an. Einfach einen größeren Durchmesser wählen, dann können auch mehrere Leitungen reingelegt werden.
Dann benötigt man auch nur eine (halt größere Durchbruchbohrung).
Die verscheidenen Durchmesser von Kableschutzrohren können auch ganz gut kombiniert werden, da ja eigentlich immer von Verteiler zu Verteiler (bzw Steckdose / Schalter) gearbeitet wird.
Hat eigentlich jemand eine Tabelle, welchen Rohrdurchmesser ich wofür brauche, also z.B.

3x1,5 -> M16
2x (3x1,5) -> M25
3x1,5 + 5x1,5 -> M30

oder muss ich im Baumarkt mit Reststücken probieren? Die Beispiele sind übrigens rein zufällig gewählt.

Zitat von DemonsHeart
Am besten wäre wenn du mal eine einfache „Strichmännchen“- Zeichnung machst vom Keller und von dem Weg den die Kabel zurück legen sollen, inklusive der Wandlänge. Dann könnte man das, glaube ich, besser beurteilen was das beste wäre in deinem Fall.
Bin ab heute wieder auf unserer Baustelle, kommt heute Abend.

 

Zitat von MJGraf
Verstehe ich richtig: ein Loch pro Leitung, auch wenn ich mehrere durch die Wand führen möchte; Bohrdurchmesser etwas über Leitungsdurchmesser?
Bitte keinen Schweizer Käse herstellen. Man kann durchaus mehrere Kabel gemeinsam durch ein etwas größeres Loch ziehen.

 

Geändert von Fernton (03.01.2013 um 09:58 Uhr)
Die Zuordnung Leitungen Leerrohrdurchmesser passt schon so in etwa.

Wobei es gibt M16/20/25/32/40 (=Außenrohrdurchmesser)

HIER gibts ein berechnungsprogramm (selber aber nicht getestet, daher weiß ich nicht ob das für deine Bedürfnisse passt).

 

Geändert von Hermen (03.01.2013 um 10:25 Uhr)
Danke für den Tipp, das Berechnungsprogramm sieht sehr gut aus...

 

Danke !!!!!

 

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