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Lässt sich Akazienholz verleimen?

10.09.2013, 08:28
Geändert von EggMan (10.09.2013 um 08:32 Uhr)
Hallo,
ich habe mal eine Frage zum Thema Akazienholz und Leim. Wor einigen Wochen wollte ich zwei Holzstücke aus Akazie (zumindest laut Beschriftung, hätte vielleicht auch Robinie sein können). verleimen. Ich habe dafür den "normalen" Holzleim (Ponal Classic) aus dem Baumarkt genommen. Zu meinem Erstaunen hat diese Leimverbindung jedoch nicht gehalten.
Mittlerweile weiß ich, dass Akazienholz ölhaltig ist; ich denke mal, dass der Leim deswegen nicht so gut gehalten hat.
Nun frage ich mich, ob es eine Möglichkeit gibt, dieses Holz doch zu verkleben (anderer Leim oder ähnliches).
Gruß

EggMan
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13 Antworten
ist das Holz eventuell noch zu frisch ?
hast du es mit Zwingen zusammengepresst ?
auch zusätzlich Holzdübel verwendet ?

 

Also, das war in Plastik eingeschweißtes Leimholz aus dem Baumarkt. Zwingen habe ich selbstverständlich verwendet, Holzdübel jedoch nicht,

 

Das was im Baumarkt als Akazie angeboten wird ist in der Tat häufig Robinie. Das Zeug ist dem allgemeinen Bekunden nach nicht einfach zu verleimen. Zum einen ist da die Unart der Verkäufer das Holz vor dem Verkauf zu ölen, also müssen erst mal ien paar Millimeter runter. Dann mag das Zeug den normalen Weisleim nicht so richtig. Mit PUR- oder 2k-Kleber steigen deine Erfolgsaussichten aber deutlich.

 

Wäre möglich das es zu feucht ist, eingeschweißtes Holz kann nicht austrocknen.
Da kann die Feuchtigkeit nicht raus.
Wenn es vorab geölt ist sollte man es schleifen

 

Geändert von Jupp00 (10.09.2013 um 08:56 Uhr)
es ist mit grosser Sicherheit Robinie.
Die Leimholzqualität könnte ein Problem sein - das haben wir ja öfters.

Leimholz von Robinie habe ich noch nie verwendet (im Baumarkt gibt es das nicht und mein Holzhändler hat nur Küchenarbeitsplattenstärke).
Grundsätzlich lässt sich Robinie mit Ponal Super 3 sehr gut verkleben (draussen halt mit Zusatz als D4). Das Problem ist, dass man Robinie nach dem Trocknen nochmal ganz wenig (< 1mm) hobeln muss, damit letzte Spannungen verschwinden. Dann hält das. Bei langen Klebestellen können Dübel oder Lamellos natürlich nicht schaden, aber ohne Hobeln wird es doch Risse geben.

Eine alternative Verklebung mit PUR-Leim würde vermutlich bei unkonditioniertem Holz besser halten und mögliche Risse überbrücken. Weiss ich aber nicht.

Du hast aber längs an Längs geklebt und nicht an Hirnholz?

 

Danke für die Antworten.
@Heinz vom Haff: Ja, das war keine Hirnholzverleimung...
Alternativ kann ich mir auch vorstellen, etwas weniger schwer zu verleimendes zu nehmen (z. B. Kiefer oder Buche) und das hinterher zu beizen...
Gruß

EggMan

 

dausien  
Zitat von Fernton
...Zum einen ist da die Unart der Verkäufer das Holz vor dem Verkauf zu ölen...
Das habe ich speziell bei "Akazie" auch schon gesehen - damit lässt sich das Holz dann natürlich nicht mehr richtig verleimen.

Steht aber im "Kleingedruckten" auf der Verpackung des Leimholzes.

Das es zu Frisch ist glaube ich nicht, auch feuchtes Holz - solange es nicht "klatschnass" ist lässt sich mit D3 Leim verleimen.

 

Geändert von dausien (10.09.2013 um 14:04 Uhr)
Hallo,
das Leimholz Akazie aus dem Baumarkt isz mit einem Holzöl behandelt.
B.R.

 

Zitat von Heinz vom Haff
Das Problem ist, dass man Robinie nach dem Trocknen nochmal ganz wenig (< 1mm) hobeln muss, damit letzte Spannungen verschwinden. Dann hält das. Bei langen Klebestellen können Dübel oder Lamellos natürlich nicht schaden, aber ohne Hobeln wird es doch Risse geben.
@Heinz: Kannst Du das bitte genauer erklären. Watt wird da wie verleimt? Wo gibt es Risse? Im Holz, Leimfuge?

 

Zitat von dausien

Das es zu Frisch ist glaube ich nicht, auch feuchtes Holz - solange es nicht "klatschnass" ist lässt sich mit D3 Leim verleimen.
Das ist so nicht richtig. :-)
Das Holz sollte beim Verkleben immer ungefähr die gleiche Holzfeuchte haben wie bei der späteren Verwendung. Steht das Möbel (oder was auch immer) im staubtrocknen ofenbeheizten Wohnzimmer, sollte es bei der Verklebung schon sehr trocken sein.

 

Zitat von Olli_0815
@Heinz: Kannst Du das bitte genauer erklären. Watt wird da wie verleimt? Wo gibt es Risse? Im Holz, Leimfuge?
Robinienleimholz habe ich ja nicht zur Verfügung - hatte ich ja schon gesagt. Aber ich stelle es manchmal selbst her. Trotz Trocknung gibt/gab es aber noch Bewegung. Mein Holzhändler hat mir gesagt, ich müsse das Holz "konditionieren". Übersetzt heisst das leicht anhobeln (er wollte halt mit Fachwissen glänzen :-)). Dieses Hobeln nimmt letzte Spannungen aus dem Holz. Ich habe keine Ahnung, ob und warum man das nur bei Robinie machen muss.
Aber es ist tatsächlich so, dass Robinie sich besser kleben lässt, wenn man einmal "drüberhobelt".

(aus selbstgeschlagener Robinie mache ich auch laminierte Langbögen. da gibt es keine Probleme. Benutze aber da keinen Weissleim)

 

Unter konditionieren verstehe ich soviel wie aklimatisieren. Der Duden sieht das ähnlich:
http://www.duden.de/rechtschreibung/konditionieren
Das mache im Wohnraum, bis die Holzfeuchte unter 10% gesunken ist (Messgerät nicht raten). Klar, das sich beim Trocknen das Holz noch etwas verzieht. Erst dann wird gehobelt. Hmm, das heißt bei mir abrichten.

 

@Olli_0815
mein Vertrauen in das Handwerk ist ja eher dezent, aber meinem Holzhändler vertraue ich blind. Und wenn er sagt, dass ich Robinie vor dem Verkleben leicht abhobeln soll, um letzte Spannungen herauszunehmen, glaube ich das einfach.
Hätte ich mehr Zeit würde ich ja googeln, um festzustellen, ob an seiner Aussage was dran ist oder ob es nur Holzhändlerlatein ist.
;-)
Nachtrag:
Es ist mir ja ein Rätsel, warum ich trotz knapper Zeit durch "Forendruck" nochmal suche ... und finde:

"
Frage:
Der verwendete Massivholzleim ist scheinbar nicht geeignet, die Leimfugen gehen nach ein paar Tagen auseinander. Sollte man da einen Polyurethanleim verwenden oder wie kann man das Problem bekämpfen."

Antwort: Das Holz der Robinie neigt beim Trocknen zur Bildung von mehr oder weniger starker Verschalung (Feuchtegradient über den Querschnitt). Dieser Gradient und die daraus resultierenden Spannungen müssen vor der Verleimung unbedingt ausgeglichen werden (intensives Konditionieren unmittelbar nach der Trocknung oder längerfristige Lagerung des getrockneten Holzes). Wenn das Holz mit seinen verschalungsbedingten Spannungen verleimt wird, gehen die Fugen i.d.R. wieder auf. Kein Leim widersteht den bei der langsamen Entspannung des Holzes frei werdenden Kräften. Soweit die theoretische Erklärung des von Ihnen beobachteten Phänomens der sich öffnenden Fuge. Nach unseren Erfahrungen (nur mit D4 Klebern für den Außenbau) ist das beschriebene Problem demnach keine Frage des Klebers sondern der trocknungsbedingten Spannungen im Holz.


MfG

HG Richter

Dr. Hans Georg Richter
Institute for Wood Biology and Wood Protection
Leuschnerstrasse 91
21031 Hamburg, Germany
Phone: +49 40 73962-410. Fax: +49 40 42891-2835.
"
und der Link
:-)
Es gibt also gute Gründe, meinem Holzhändler auch in Zukunft zu trauen.

 

Geändert von Heinz vom Haff (11.09.2013 um 23:45 Uhr)
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