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Lack-Katastrophe

06.03.2016, 12:51
Mann bin ich sauer! Für mein aktuelles Projekt wollte ich heute lackieren. Es geht um ein paar MDF Teile. Die wollte ich, eines gleichmäßigeren Auftrags wegen, mit der Sprühdose lackieren. Die Schnittkanten hatte ich voher noch mit Vorstrichgrund behandelt und geschliffen - soweit sogut. Also entweder habe ich alles falsch gemacht (was ich nicht glaube) oder der nicht ganz billige Lack aus dem Hause Hornbach war Mist. Auch nach zwei Durchgängen praktisch null Deckkraft und da wo sie deckt, tut sie es extrem ungleichmäßig oder verläuft. Auf den vorgrundierten Kanten sieht es noch schlimmer aus.
Bevor ihr fragt, ja ich habe die Dose länger als 3 Minuten geschüttelt und die Werkstücke ordentlich vom Schleifstaub befreit.

Jetzt frage ich mich, wie ich weiter vorgehen soll? Ich sehe, neben der Möglichkeit den ganzen Rotz in die Tonne zu kloppen und das Projekt zu beerdigen (nicht ernst gemeint) noch zwei Möglichkeiten.
1. Anderen und hoffentlich besseren Sprühlack kaufen. Alle Teile noch einmal anschleifen und hoffen, dass es im zweiten Anlauf besser wird.
2. Die Teile alle noch mal anschleifen und mit Pinsel oder Rolle lackieren. Und mich damit abfinden, dass die Oberfläche dann eben nicht glatt wie der sprichwörtliche Babypopo wird.

Um meinen Ärger zu verbildlichen habe ich Fotos angehängt.
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33 Antworten
kjs
Das sieht so aus als ob Du die MDFs nicht vorher mit Schnellschleifgrund bearbeitet hast. MDF saugt wie die Seuche und wenn Du da direkt drauf gehst kannst Du den teuersten Lack verwenden und es sieht so aus wie bei Dir.

Ich mußte das zum Glück noch nie machen aber es wäre vielleicht einen Versuch wert. Also Vorsicht: nicht erprobt!
Abschleifen und 2-3 Mal (Die Schnittkanten evtl noch öfter) mit z.B. Clou Schnellschleifgrund füllen/Streichen. Dann noch mal mit der Sprühdose drüber.

 

Ich bin etwas überfragt. Könnte es sein, dass Du einfach viel zu wenig aufsprühst? Mir sieht das nicht nach einem geschlossenen Lackfilm aus.

 

Dog
Also wenn du das Papier darunter nicht gewechselt hast schließe ich mich Rainerle an, viel zu wenig Auftrag.

 

kjs
Rainerle, bei MDF kannst Du gar nicht so viel auftragen. Da gibt es dann an einigen Stellen Pfützen und an anderen ist alles weg. Das Zeug saugt absolut ungleichmäßig. Da hilft nur zuerst die gesamte Oberfläche zu schließen (wie z.B. mit Schnellschleifgrund oder Lackresten die man dann immer wieder eben schleift) und dann erst auf die geschlossene Oberfläche den Endlack auftragen.

 

Klarer Fall. Das MDF war nicht ausreichend versiegelt. Alles abschleifen, zwei mal mit Schnellschleifgrund (Clou) mit zwischenschliff und nochmal besprühen.
Bein Sprühen muss die Farbe austreten BEVOR es das Werkstück erreicht. Man fängt also dicht neben dem Werkstück an zu sprühen und hört erst auf wenn man drran vorbei ist. Mehrere dünne Schichten sind angesagt. Wenn es läuft ist es viel zu viel.

 

@Rainerle
Definitv nicht. Ca. 20 cm Abstand, gleichmäßige Hin und Her Bewegungen. Habe auch nach den ersten verheerenden Resultaten probeweise auf eine Stelle vielmehr aufgesprüht, als man sollte. Hat aber dennoch nicht gedeckt.
@kjs
Das MDF auf der Fläche stark saugt ist mir neu, an den Kanten ja, deshalb habe ich da auch grundiert und geschliffen.

 

kjs
Chief, das MDF ist rundum wie ein Schwamm und die Schnittflächen sind noch schlimmer! Ich habe auch so ein paar Oberflächen produziert aber da war es mir von vorne herein klar und egal weil es nur als Feuchteschutz gedacht war (und nicht sichtbar).
Was Du bei MDF gegenüber Sperrholz am Materialpreis sparst gibst Du in Grundierung wieder aus. Das sauber und ordentlich zu lackieren erfordert ziemlich Arbeit und an den scharfen Kanten wirst Du nie richtig erfolgreich sein. Die mußt Du brechen sonst wird es nie was.

Nachdem George anscheinend schon damit Erfahrung hat würde ich das leicht anschleifen, gründlich mit Schnellschleifgrund versiegeln und dann lackieren. Der Schnellschleifgrund wird sehr schnell hart und zieht damit nicht so tief ein versiegelt aber die Oberfläche.
Ich habe nur noch nie Schnellschleifgrund auf Lack verwendet deshalb mein "Vorsicht"......

 

Geändert von kjs (06.03.2016 um 13:24 Uhr)
@kjs
Frustrierende Antwort, die Du mir da gibst. Bedeutet das doch, dass das Problem wohl meiner Unkenntnis geschuldet wäre. Besonders ärgerlich, weil ich mich gerade wegen der vermeintlichen, guten Lackierbarkeit der Oberfläche (weil schön glatt) für MDF entschieden hatte.

 

Moin,

würde die Geschichte noch einmal sauber anschleifen, grundieren und wieder mit Sprühlack drüber. Schwer zu sagen wie das Ergebnis wird aber mit Sicherheit besser als vorher . Ein wichtiger Faktor wurde glaube ich noch außer Acht gelassen - wo hast Du lackiert? Bedenke bitte an der frischen Luft/kalten Werkstatt bei den aktuellen Außentemperaturen wird die Geschichte bei vielen Sprühlacken so oder so kritisch/unschön/ungleichmässig (Bearbeitungshinweise auf der Dose)

 

Noch was. Auf dem dritten Foto ist die Oberfläche nicht MDF sondern Hartfaser. Gilt hier das gleiche wie bei MDF?
@workflow
Die Gedanken habe ich mir auch gemacht und es ist heute auch recht frisch. Aber die Bearbeitungshinweise auf der Büchse geben darüber keinerlei Auskunft. Sonst hätte ich es heute gelassen.

 

kjs
Hartfaser ist fast genauso schlimm...... Nicht ganz aber fast. Übrigends für die Zukunft: kaufe das Zeug mit der weißen Grundierfolie dann hast Du die Sträflingsarbeit nur an den Schnittkanten.
Mein Bruder verarbeitet einiges an MDF und der hat nur das Zeug mit Grundierfolie im Lager. Wahrscheinlich weiß der genau warum........ Bei ihm ist Zeit = Geld!
Außerdem hat der weißen Schnellschleifgrund damit die Farbe gleichmäßiger wird.

 

Geändert von kjs (06.03.2016 um 13:46 Uhr)
MDF gleichmäßig zu sprühen geht ohne Schnellschleifgrund (oder Haftprimer) nicht.

Es wäre auch Binderfarbe verdünnt mit Salmiakgeist gegangen. Trocknen lassen. Gut durchschleifen (wenn mit Rolle oder Pinsel grundiert). Im Übrigen würde ich das jetzt so machen.
Lass den Lack drei bis vier Tage durchtrocknen, schleife ihn kurz mit 180er an, Grundierung mit der Heizkörperrolle auftragen und mit dem Pinsel nachziehen. Trocknen lassen, durchschleifen mit 320er und dann zwei Durchgänge mit dem Sprühlack.

Ach so, die Grundierung kannst du vorher mit Mixol schon abtönen und hast eine ähnliche Farbe.

 

Vergessen wir mal für einen Augenblick die Sprühdose. Was haltet Ihr davon, den ganzen Schamott noch mal anzuschleifen und dann mit Acryllack zu rollen? Könnte das klappen?
Und hier ist der Link zum technischen Datenblatt des Sprühlackes. Da steht nur, das er nicht auf Kunstharzlacken verwendet werden soll. Mit Acryl drüber zu gehen, ist also möglich?

 

Mache es wie oben beschrieben und ersetze "zwei Sprühgänge" durch "dann rollst du zweimal mit Acryllack" oder eigentlich noch besser, weil er besser verläuft "Rolle es zweimal mit Alkydharzlack".

Nur eins noch: wenn ich das richtig weiß, lackierst du in der Garage. Ist die geheizt? Wenn nicht, beachten, dass Lack ab einer dauerhaften Umgebungstemperatur vom 8 Grad und mehr seine Verlaufseigenschaften am besten ausspielen kann.

 

ich denke auch es liegt an der grundierung. MDF und auch hartfaser saugt wie der teufel. ich grundiere fast immer mit weißer latex-vorstreichfarbe. das gibt einen porenschluß und einen gleichmäßigen einfarbigen untergrund

 

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