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Kirschholz Blockware; Erfahrungen?

31.01.2016, 11:05
Hallo Miteinander,
Mein aktuelles Projekt (Küchenregal) soll mit einer massive Platte von schönem Holz obenauf enden. (Idee ist aus der HolzWerken No.: 56) Die Ausmaße sollen 120x60cm und in der stärke 45mm betragen.
Platten solchen Ausmaßes sind im Baumarkt selten bis gar nicht zu erhalten. Vom Schreiner angefertigt viel zu teuer. Wenn man jetzt noch eine besondere Holzart will......
Wohl oder Übel muß ich mir selber etwas ausdenken.
Zuerst mal das Material: Eigentlich wollte ich Robinie; bei einem Holzgroßhändler in der Nähe offerierte man mir einen "Rest" Kirschholz, Blockware, 50mm, 4Meter lang.
Die Idee: Schöne Stücke herausschneiden (Kern an Kern, Splint an Splint) zur Arbeitsplatte verleimen (nach Anleitung von Heiko Rech), abrichten lassen.

Und nun zu den Fragen:
-Hat jemand Erfahrung mit Kirschholz in den Ausmaßen?
-Wie stark arbeitet Kirsche noch?
-Wie viele Lamellen würdet ihr für eine 60cm frei aufliegende Platte wählen?
-Würdet ihr dazu die einzelnen Lamellen mit Flachdübeln verbinden oder nur Kleben
-Hat jemand Erfahrung wie sich die PTS 10 und die PKS 55 bei solchen Projekten schlagen?

Vielen Dank für hilfreiche Kommentare!
 
Blockware, Kirschholz, Küchenregal, PKS 55, PTS 10 Blockware, Kirschholz, Küchenregal, PKS 55, PTS 10
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15 Antworten
Hallo also Kirsch Holz arbeitet nicht mehr oder weniger wie andere Hölzer. Ich würde 5 bis 10 cm Lamellen schneiden plus Zugabe zum abrichten. Und zur deiner werkzeug frage denke schon das die pts 10 das schaffen sollte aber mit der pts und handkeissäge ist es ja nicht getan. Mann muss die Lamellen auch fügen und abrichten mit dem Hobel . Mfg Thunderx021

 

Janinez  
Da hast Du dir ja ganz schön was vorgenommen....................................... ................

 

kjs
Warum nimmst Du nicht eine 1200*600*27mm Platte die es im Baumarkt fertig gibt und leimst vorne eine Leiste auf um die gewünschte optische Dicke von 45mm zu erhalten? Bei der Anwendung reicht die Tragkraft der 27mmPlatte und der Optik ist auch gedient. Du sparst Dir dann auch den Aufwand von verleimen und abrichten lassen.
Damit das nachher auch gut aussieht mußt Du die Streifen zum Verleimen nahezu perfekt schneiden sonst hast Du nachher Spalte in der Platte. Das ist auf so einer kleinen Säge mit dem kleinen Tisch eine ziemliche Viecherei.......
Das Kirschholz das ich bisher verarbeitet habe (amerikanische Kirsche) was sehr hart und zäh und man mußte ein wirklich gutes und scharfes Sägeblatt verwenden damit die Schnitte hinterher brauchbar waren.

 

Also ich vesteh jetzt nicht ganz wie du darauf kommst dass das beim Schreiner viel zu teuer wird, vorallem unter dem Umstand dass du das Holz bereits besitzt. Eine solche Platte ist in gut 1-2 Stunden hergestellt, und die ist dann kalibriert auf 1/10tel mm und bis K150 vorgeschliffen. Wenn du die Platte selbst herstellst, musst du einiges an Werkzeugen besitzen, und genügend Pressdruck aufzubauen sind auf 1200mm Länge mindestens 5 Zwingen nötig mit 600mm Öffnungsweite. Ausserdem müsstest du die Teile ja irgendwie abrichten und fügen, und dann noch Dickenhobeln. Hobelmaschine hast du ja wahrscheinlich keine, oder? Nach dem verleimen die Platte schleifen ist der nächste Problempunkt. Hast du absätze von mehr als 0.5mm zwischen den Brettern müsstest du die ganze Platte nochmals abrichten, denn schleifen von Hand ist immer ungenau und führt zu keinem gescheiten und geraden Ergebnis. Und so eine Kirschholzplatte ist ein denkbar schlechter Übungsgegenstand, die Leimholzherstellung üben kann man besser mit Fichte oder sonst einem günstigen Holz. Deshalb mein Rat, bring das Brett zum Tischler, er soll dir die Platte herstellen, dann hast du eine qualitativ hochwertige Platte, mit der Garantie dass es gut wird, weil ein schönes Kirschbaumbrett ist zu schade zum versauen mit irgendwelchen Experimenten. Hier eine kleine Zeitkalkulation wie ich das machen würde:

Besäumen, Rohzuschnitt an der LKS : 10min
Hobeln am Vierseiter: 10min
Fügeflächen kalibrieren: 5min
Verleimen: 10min
Trocknungszeit: 30mim
Formatieren: 5min
Kalibrieren, Kanten schleifen, Fertigschliff: 10min


Das macht maximal 50 Minuten reine Arbeitszeit, wobei das grosszügig gerechnet ist, wenns nötig ist könnte man da durchaus noch was rausholen. Und die Trocknungszeit vom Leim musst du ja nicht zahlen.

Also mit 100€ wärst du sicherlich dabei, das macht jeder Tischler in der Zeit, selbst wenn man die Teile ohne Vierseiter aushobeln muss.


Gruss David

 

Ich habe gerade Kirsch verarbeitet, ein wunderbares Holz. Mein Vorgehen ist In der Mitte auftrennen, also durch den Kern dann besäumen. Die Stücke auf der Hobelmaschine abrichten und Dickenhobel. Nach den verleim Regeln zusammenlegen und mit Schreinerdreieck kennzeichnen. Um Versatz beim Verleimen vorzubeigen setze ich Lamello. Ohne Hobelmaschine sehr schwer machbar

 

Maggy  
Ich liebe Kirschholz. allerdings habe ich bisher nur mit kleineren stücken gearbeitet, allerdings auch dünner. Da hat sich nichts verzogen, war immer noch nach langer Zeit prima in form.

 

Von welchem Projekt aus der Holzwerken sprechen wir?

 

Janinez  
Hast du den Eingangsthread gelesen? Wo ist da was von Holzwerken? Oder bist du im falschen Thread?.........................

 

Zitat von nirosta
Von welchem Projekt aus der Holzwerken sprechen wir?
... Aktuelle Ausgabe Jan/Feb 2016 Seite 14 "Feiner Tisch für Küche und Werkstatt"

 

Ich habe früher einen Beistelltisch aus Kirsche gemacht. Das Möbel steht heute noch unverändert da. Kirsche läßt sich sehr gut verarbeiten.

 

Zitat von holwerker
Deshalb mein Rat, bring das Brett zum Tischler, er soll dir die Platte herstellen, dann hast du eine qualitativ hochwertige Platte, mit der Garantie dass es gut wird, weil ein schönes Kirschbaumbrett ist zu schade zum versauen mit irgendwelchen Experimenten.
Also mit 100€ wärst du sicherlich dabei, das macht jeder Tischler in der Zeit, selbst wenn man die Teile ohne Vierseiter aushobeln muss.
Nichts für ungut David, Ich schätze meinen Schreiner sehr und beim Abrichten der einzelnen Lamellen und der fertigen Platte wird er mir definitiv gegen einen Obulus helfen müßen. In dieser Hinsicht verfüge ich tatsächlich nicht über die technischen Möglichkeiten.
Auf der anderen Seite ist mir sehr daran gelegen als Heimwerker den größten Teil selbst zu machen und mich über selbiges zu freuen. Ich gehe auch nicht komplett unvorbereitet in die Sache, ich habe kleinere Bretter als Seitenwangen für mein Projekt Babybett schon mit Unterstützung hergestellt. Habe also auch schon geübt. Ich bin mir jedoch auch bewußt, das die ganze Sache nicht einfach wird. Auch möchte ich nicht jene in Misskredit stellen, die so etwas seit Jahren machen (und es besser können) Ich werde mir niemals anmaßen als beruflich Fachfremder mich mit den Handwerksmeistern zu messen. Jedoch geht es mir um mein Hobby und meine Freizeit und darum mich an meinen eigenen Ansprüchen zu messen. Daran kann ich scheitern oder wachsen... ihr werdet das Ergebnis sehen (dauert aber noch bissle).

@Alle: Vielen Dank für eure Antworten

Grüßle Ferdi

 

Geändert von ferdi_007 (01.02.2016 um 10:49 Uhr)
Zitat von Janinez
Hast du den Eingangsthread gelesen? Wo ist da was von Holzwerken? Oder bist du im falschen Thread?.........................
Doch da steht was.

 

Janinez  
danke jetzt habe ich es auch gesehen, aber erst nach löschen des Cache´s, bei mir ist oben oft der Titel und die ersten Zeilen abgeschnitten, ein Fehler wie so viele andere auch die immer wieder kommen und dann wieder weg sind.

 

Hallo Ferdi,

danke, jetzt wird das Projekt klarer. Die Platte ist ja oben auf dem Tisch aufgelegt, wird also durch das Gestell unten gestützt. Sollte also kein Problem sein, wenn du die Verleimregeln entsprechend einhältst. Bei der Lamellenbreite würde ich darauf achten, dass die Lamellen gleichmäßig sind und in der Sortierung ein harmonisches Bild abgegen. Da kann es durchaus auf deine Holzbohle bezogen sinnvoll sein die Lamellen breiter oder enger zu sägen. Das kannst aber letztlich nur anhand deines Holzes bestimmen. Bei Kirsche habe ich die Erfahrung, dass der Verzug sich in Grenzen hält - vorausgesetzt, dass es sich um trockenes Holz handelt. Beim Auftrennen solltest du beachten, dass du das Holz wiederum vor dem Verarbeiten etwas lagern solltest. Hier empfiehlt es sich die aufgetrennten Lamellen auf Holzleisten zu stapeln und oben mit einem Gewicht zu beschweren. Das hält das Holz vom Verzug ab. Dann lässt du das Ganze einige Tage trocknen, ggfs. auch in der späteren Umgebung, in der der Tisch dann stehen wird. Danach sollte bei Beachtung der Verleimregeln kein Verzug mehr feststellbar sein.

Was mich aber mehr beschäftigt, ist die Tatsache, dass du das zwar selber machen möchtest, aber die Mittel (konkret: keinen Abricht- und Dickenhobel) nicht hast. Theoretisch und praktisch lässt sich das auch mit Handwerkzeugen (Handhobel) machen, aber das bedarf einiger Übung. Wenn du also das Abrichten und Fügen beim Schreiner machen lässt, bleibt dir eigentlich nur noch das Verleimen. Ganz ehrlich würde ich diesen Schritt dann auch noch dem Schreiner überlassen, dann bist du auf Nummer sicher.

Kann sein, dass dies nicht die Antwort ist, die du erwartest, aber ohne das richtige Werkzeug wird das nichts werden, oder gibt eine ziemliche Quälerei hint.

 

Ja Nirosta du hast wohl recht. Hab die gesägten Lamellen beim Schreiner abrichten und fügen lassen -> 15€ (der hat mir dann noch die Holzfeuchte bestimmt: "Trocken wie a Trollinger"). Aktuell lagern sie jetzt am zukünftigen Standort und werden anschließend von mir verleimt. Sollte es schief gehen ist der Verlust nicht allzu groß, da das Holz ein für den Großhändler unbrauchbares Stück war, war es auch recht günstig. Ich werds euch wissen lassen. Aufgrund der hier angeregten Diskussion hier im Forum und der Hinweise von Nirosta und Holzwerker, habe ich mir vorgenommen weiterhin die Herstellung von Leimholz zu üben und mich etwas kleineren Stücken zuzuwenden.

 

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