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Holzstamm schimmelt

24.04.2014, 12:54
Hallo zusammen,

ich habe einen Holzstamm entrindet und glatt geschliffen um dann mal zu sehen was man daraus so machen könnte.
So weit, so gut, doch nun habe ich gesehen das der Stamm schimmelt. :-(

Der Stamm ist ca. 25 cm im Durchmesser und etwa 60 cm lang.
Die Birke (von der der Stamm ist) wurde im November 2013 gefällt und der Stamm lag danach ungeschützt im Garten (= nass).
Jetzt, nach dem Schleifen habe ich ihn im ungeheizten Keller.
Der Schimmel ist an beiden Stirnseiten leicht (weißer Flaum) und an der Unterseite (lag auf einer Anti-Rutsch-Teppichunterlage massiv (dichter weißer Flaum und dunkle Stellen).

Was kann man tun, ist der Stamm noch zu retten?
Wie lagert (trocknet) man solche Stämme richtig, damit erst gar kein Schimmel entsteht?

Freue mich auf eure Antworten!
Grüße

Tobias
 
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12 Antworten
Das Problem ist , dass der stamm Feuchtigkeit bekommen hat, sei es von oben und vom Boden ...grundsätzlich am besten den Stamm immer mit Balken als Beispiel vom Boden weg lagern ...So kann von unten Luft durch ...Dann am besten an einen Ort legen, wo keine Feuchtigkeit durch Regen usw von oben drauf kann...Stämme mit Rinde zu Lagern , ist immer ein Problem, da sich darunter ein Pilz bilden kann und holzschädlinge sich einnisten können... Du musst immer schauen das er Trocken, aber auch gut mit Luft umgeben ist... Niemals frischen Stamm, oder einer der nicht trocken ist, in Keller lagern . Dann bildet sich Schimmel und Pilze, weil die Luft fehlt... Was du machen kannst weiß ich nicht , weiß was ich machen würde mit.. Brennholz, denn Schimmel und Pilz kann auf die Gesundheit gehen ... Wenn ich stockiges Holz verarbeite , habe ich immer Schutzmaske auf , denn man soll sehr vorsichtig mit dem Pilz sein... Weniger ist öfters mehr
Lg Jürgen

 

Das Problem ist, du wirst den Schimmel nicht mehr aus Holz bekommen,... Die Fasern-Kapillare des Holzes, nehmen diesen direkt auf. Also innenbefall wahrscheinlich ... Während meiner Lehre hieß es immer, ein Stamm trocknet 1 cm pro Jahr... Wenn ich Stämme kaufe oder bekomme, dann lasse ich diese in meinem Holzlager liegen, sind sie zu dick, lasse ich Bohlen oder Dielen in verschiedenen Stärken schneiden ...

Auch klar das Holzstamm bei der Trocknung reißt , außer was nicht oder sehr wenig bei der Trocknung dir reißen tut ist:
Birkenholz, Pappel, Eibe und teilweise Kastanie...

Obsthölzer reißen so stark, das man fast zuschauen kann... Selbst In Kammer getrocknetes Holz kann dir noch reißen ..

Gibt Hosenhalter, Büstenhalter aber leider noch keine Holzhalter

 

Frisch geschlagenes und gespaltenes Holz muss gut belüftet und vor Feuchtigkeit geschützt ca. 2 Jahre lagern (draußen, überdacht, ohne direkten Bodenkontakt) um ausreichend trocken für die Verwendung als Kaminholz zu sein. (siehe beispielsweise die diversen (besseren) Kaminholzregale). Ein ganzer Stamm braucht eher länger, wenn er nicht technisch getrocknet wird.

Ein ganzer Stamm ungeschützt und schlecht belüftet gelagert wird diesen Zustand nie erreichen bevor er beginnt zu vermodern.

Deinen Stamm zu retten halte ich für aussichtslos, der Fehler hat bereits zu irreparablen Schäden geführt. Ich würde ihn raus in den Garten in eine eher dunkle Ecke zu legen und versuchen ihn noch für eine Pilzzucht für Speisepilze zu verwenden.

 

Danke für eure Antworten!

Schade, der Stamm macht einiges her...ganz helles Holz und dank einigem Schleifen glatt wie ein Babypopo. Nun ja, dann eben doch kein Kunstwerk, sondern nur ein paar Kaminscheite.

Interessant finde ich noch die Aussage mit der Schimmelausbreitung nach Innen.
Ich hatte schon gegrübelt ob der Schimmel eher so sein wird wie bei Käse (außen und großzügig weggeschnitten ist der Rest noch gut) oder wie bei Brot (wenn außen Schimmel ist der Rest schon befallen).

 

Bei Käse ist es ja manchmal ein gewollter Schimmel...ausser er gammelt in Kühlschrank

Ich würde wie geschrieben, nicht versuchen den Stamm zu verarbeiten, am besten dem Feuer übergeben...wenn die Sporen nach innen ziehen, oder ein Blaupilz drinnen ist, wirst du immer Probleme mit haben...das ist die Arbeit nicht wert...
Man unterschätzt oft solchen Befall, aber kann hin bis zu Lungen-Kreislauf und Herzprobleme führen, wenn man dem Staub ungeschützt ausgesetzt ist...
Lg Jürgen

 

Zitat von Holzkunst
...
Man unterschätzt oft solchen Befall, aber kann hin bis zu Lungen-Kreislauf und Herzprobleme führen, wenn man dem Staub ungeschützt ausgesetzt ist...
...
... da werde ich morgen gleich mal in die Garageschauen, wie es mit meinen Stämmen ausschaut...

Im Garten habe ich auch noch ein paar Stämme die bis jetzt der Feuchtigkeit ausgesetzt waren...

 

Musst aufpassen, gerade bei Obsthölzer .. Aber glaube nicht das bei dir etwas ist, hast ja auch das kirschholz wie ich ,, meins reißt nur und Schimmel hat es in Garage sicher keinen

 

@Holzkunst:
Kannst Du noch mal etwas zum generellen Lagern von Holz-(stämmen) sagen?

Angenommen, Du hast einen frisch gefällten Stamm. Was machst Du damit? Sofort Rinde ab und dann draußen lagern? Wie schützt Du die Stämme vor Regen? Ab wann kann man die Stämme dann weiter z.B. in der Garage lagern?
Bis zu welchem Durchmesser lagerst Du ein bzw. ab wann lässt Du Bohlen schneiden?

Fragen über Fragen, aber es interessiert mich.

 

Bevor man sich einen Stamm oder Stämme kauft, sollte man sich auch wegen Platz-Lagerung im klaren sein...

Ich länge Stämme und Stammware gleich nach erhalt auf die etwas Nutungslänge die ich brauche ab, bevor ich sie dann einlagere..Natürlich ist es bei meiner Nutzung mit Rinde anders, wie für normalen Gebrauch...

Wenn ich einen Stamm im Holzwerk kaufe, ist meist schon die Rinde entfernt und dort lasse ich ihn auch auf Bohlen-Dielenstärke schneiden...kostet aber einiges, ausser man hat einen Bekannten mit Sägewerk ))

Ich habe bei meinem Nachbarn ein Holzlager, ist ein grosser Unterstand, der Überdacht ist und links und rechts mit Luft durchzogen....Somit kann keine Feuchtigkeit durch schlecht Wetter und andere Einflüsse auf die Stämme kommen...
Im Keller lagern geht bei frischen Stämmen gar nicht, dadurch wird der Stamm stickig, sprich setzt durch die fehlende Luftzirkulation Schimmel und Blaupilzfäule an...Aber dazu kommt im Text auch noch etwas

Wichtig bei der Lagerung von frischen Stammmaterial ist, immer ca. 10-30 cm Abstand zum Boden...Somit ensteht keien Druckschimmelbildung, da die Luft von unten auch an den Stamm kommt...Ganz wichtig, der Boden sollte nicht gerade der Rasen sein, gut für Lagerung ist Kies oder Beton...was in den meisten Garagen ja ist.

Ich spreche hier nicht von Brennholzlagerung, wo man den Raummeter oder die Stämme übereinander lagert... Sondern rein von Holz was man für die Objekte braucht...

Stockiges Holz:
Wenn ich zum Beispiel einen Stamm haben möchte der stockig sein soll, dann lege ich diesen natürlich in den alten Kartoffelkeller, weil--- da will ich ja diesen Zersetzungseffekt ja haben...allerdings, mit Vorsicht wie geschrieben zu verarbeiten...

Ich lagere Stämme, Stammabschnitte teilweise bis zu einem Durchmesser von 80 cm, kommt immer darauf an, welches Holz, welches Objekt ich damit machen will...natürlich muss man bedenken, dass wir Berufsdrechsler auch einige frische Stämme an der Drechselbank vorberieten und dann in Späne mit Luftzirkulation Teiltrocknen lassen.

Klar, hatte ich ja geschrieben, dass Holz reisst bei der Trochnung, weil sich bei diesem Vorgang durch Schwund der Stamm verändert....

Grundsätzlich, denke ich und bin der Meinung, dass wenn man Holz möchte, es besser ist es fertig zu kaufen, denn ich warte auch schon einmal so 5-6 Jahre bis ich ein Stamm, ein Stammabschnitt vearbeiten kann...

Für den normalen Gebrauch, oder wenn du nicht gerade einen LKW voll Holz einlagern möchtest, rate ich immer zur Garagenlagerung, wenn dort Platz ist...Ich habe mein Lager auch Teilweise halb überdacht und hinten zu, so kommt genug Luft an das Holz.

Ganz wichtig , wenn man mehrere Stämme lagert, dass immer zweischen den Stämmen ein kleiner Platz ist, denn nur so kann die Trocknung vorangehen.

Hoffe konnte dir etwas deine Fragen beantworten, über das Schreiben ist es immer schwer
LG Jürgen

 

NACHTRAG:

Natürlich ist das oben von mir geschriebene, kein Rezept was absolut immer zutreffen wird..Es basiert aus meinen langen Berufs-Erfahrungswerten, auch aus meiner Nutzung - Wissen und Lagerung und Verarbeitung von Stamm-Bohlen-Stammware.....
Lg Jürgen

 

Jürgen, Vielen Dank für die Information.

 

Zitat von miri83
Jürgen, Vielen Dank für die Information.

Kein Problem, gerne gemacht...

 

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