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Holzbrillen richtig versiegeln

05.06.2016, 17:24
Hallo zusammen,

ich produzier seit einiger Zeit Holzbrillen zu Hause.
Hierbei nehme ich Furnier Holz und verklebe dieses vielfach, damit das Holz die nötige Stabilität bekommt, dennoch die schöne Holz Optik bei behält. Da das Furnier nicht versiegelt ist und im Gesicht viele Körpereigene Fette in Berührung mit der Brille kommen wird diese nach einiger Zeit dunkler und sieht dann teilweise nicht mehr ganz so schön aus. Zudem wird das Holz je nach Schweiss Typ etwas angegriffen. Jetzt meine durchaus schwierige Frage. Kann mir jemand helfen ein Hautverträgliches Öl/ Wachs zu finden mit der man die Brille versiegeln kann? Das Holz sollte seine Schönheit beibehalten und es sollte auch keine Glanzschicht oben auf der Brille liegen.
Ich bedanke mich jetzt schon ganz Herzlich für die Tipps wie ich das Problem in Griff bekomme, auch gerne per PN. Falls ich das Problem wirklich lösen kann werde ich auch gerne so eine Holzbrille an die nette Hilfe verschenken. Danke Raphael
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17 Antworten
Kamelienöl - verwendet man auch in Kosmetika. Oder als Lebensmittel in China. Verwendet man oft bei polierten Tabakpfeifen. Aber härtet nicht aus.

Carnaubawachs verwendet man ebenfalls in Lebensmitteln (Gummibärchen als Überzug, damit sie leicht glänzen) und in Kosmetika. Oder auch auf Mundstücke von Instrumenten. Schmelzpunkt bei 87 Grad.

Beide sind antiallergen.

Könntest mal kleine Mengen mischen, erwärmen und testen. Das Öl zieht ein und macht das Holz feurig und versiegelt gegen Feuchte. Da es keine Oberfläche bildet, brauchst Du dann Wachs. Das Du minimal einmassierst. Das ver"stopft" die Poren. Dadurch wird die Oberfläche glatt. Oder nacheinander auftragen.

Vorsicht bei irgendwelchen Hartölen. Da sind oft mineralische Anteile enthalten. Oder z.B. Orangenöl. Das ist hautschädlich. Da auf fast keinem Öl steht, was drin ist, würde ich von jedem abraten. Auch wenn speichelfest oder für Schneidebretter geeignet. Niemand hält ein Schneidebrett oder nen Fußboden 16 Stunden am Tag an die Haut. Gesichtshaut ist auch viel empfindlicher als beispielsweise Fußsohlen.

Walnussöl soll mininmal aushärten. Aber wohl über Wochen und bei mehrmaligem Auftrag. Musst auch aufpassen, dass das Furnier dadurch nicht quillt.

Frage: Mit was leimst Du? Ist dieser hautverträglich?

 

Öl und Wachs geht beides mit der Zeit ab, also entweder dauernd nachölen, oder gleich zu anderen Mitteln greifen. Meine Kugelschreiber, Armreife und Ringe, die ich fertige; haben eine Dreifach Schicht drauf

 

Auch wenn das sicher auch hin und wieder nachbehandelt werden muss, wie wäre es denn mit Bienenwachs? 100% natürlich, und wird auch ind er Ksometik eingesetzt.

Die Brillen sind ja super, würd sowas gern in echt sehen/haben

 

Zitat von Stelzengeher
Auch wenn das sicher auch hin und wieder nachbehandelt werden muss, wie wäre es denn mit Bienenwachs? 100% natürlich, und wird auch ind er Ksometik eingesetzt.

Die Brillen sind ja super, würd sowas gern in echt sehen/haben
Daran habe ich auch gedacht, aber Bienenwachs ist weich, klebrig und härtet nicht.

Jetzt folgt eine Überlegung ohne konkretes Wissen/Ausprobieren:
Carnaubawachs könnte man erhitzen, heiß aufpinseln und wenn es abgekühlt ist, ist es wieder hart. Nicht einfach zu handhaben, aber wenn nur ganz wenig aufgetragen wird, sollte es eine ausreichende Schicht geben, die auch nicht glänzt.

Ich schätze, wer die Lösung hat, behält sie für sich. Ist bestimmt wie bei Instrumentenbauern. Jeder experimentiert sein Leben lang mit den verschiedensten Mischungen. Da hat jeder sein Geheimrezept.

 

Finde Deine Idee mit dem Carnaubawachs gut, das konnte ich allerdings nicht mehr nennen, da Du schneller warst

Man müsste das Holz in einen Zustand bringen in dem es aufnahmefähig ist, was hältst Du von einem Aufbau, bei dem (nicht gerade bis zu Vakuum) Luft herausgesaugt wird, dann (Carnauba oder sonstiges) Wachs über das Gestell gesprüht wird und dann wird wieder Luft hineingelassen? dann müssen die Brillengestelle doch das Wachs tiefer einziehen.

Das Überschüssige wird abgewischt, und wenn man nicht nur oberflächlich einpoliert wird die Oberfläche auch nicht so glänzend.

 

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die Mithilfe! Ich werde da mal testen und melde mich dann nochmals bei Euch. Klingt jedenfalls vielversprechend

Danke und ein schönen Abend.

 

Ich würde ganz klar Canauberwachs empfehlen. Benutze ich auch für vieles. Unter anderem meine Kugelschreiber. Da brauchst Du auch kein Vakuum, sondern lediglich eine Heißluftpistole oder einen Föhn. (Setzt allerdings vorraus, das die Hitze, die Du brauchst, um den Canauberwachs zu schmelzen, nicht den Kleber des Funiers wieder weich macht)
Ich mache das immer folgendermaßen: Canauberwachs in einem Töpfchen auf den Herd stellen und schmelzen lassen. Dann mit einem Pinsel auf das Werkstück auftragen. Ruhig satt draufbappen. Dann mit einer Heißluftpistole das Werkstück so lange "abföhnen", bis der überflüssige Wachs abgetropft ist. So zieht das Wachs gut ein. Wenn Du zu viel hitze auf eine Stelle gibst, beginnt der Wachs zu kochen, das sollte möglichst nicht passieren. Hier ist etwas Übung und Erfahrung gefragt. Wenn das Werkstück etwas abgekühlt ist, kann man noch etwas Wachs mit einem alten Socken o.ä. abnehmen. Ist das Werkstückganz abgekühlt, noch ein wenig nachpolieren. Keine Angst, es wird eine Seidenmatte Oberfläche geben.

Ewig wird die Behandlung nicht halten, aber wenn man ab und an etwas Wachs auf die besonders belasteten Stellen aufträgt, wird es immer gut aussehen. (Dann natürlich, aus Rücksicht auf die Gläser, auf die Heißluftpistole verzichten...)

 

Sehen übrigens interessant aus Deine Brillen. Wie machst Du denn die Schaniere? Passen da auch Gläser für Blindfische wie mich (-5,5) rein?

 

Hallo Sugrobi, danke.

Die Scharniere werden in die Front eingeschossen, ähnlich wie bei Acetat Brillen. Grundsätzlich kann die Brille auf mit (-5,5) verglast werden. Müssen einfach die 1.67 oder sogar 1.74 Gläser rein. Sehr dünne Korrektur Gläser. Falls Du wirklich Interesse an einer solchen Brille hättest kannst mir gerne nochmals schreiben. Finden da sicherlich einen Deal. Habe da noch 1-2 mehr Anliegen wo ich etwas überfordert bin und ich gerne mal einen Profi im Gegenzug testen lassen würde. Danke und dann einen schönen Abend.
Viele Grüsse

 

Die Idee finde ich schon klasse. Mich (und sicherlich viele Andere hier) würden mehr Bilder von den Gestellen interessieren ...

 

Dem kann ich nur beipflichten

 

da das Brillengestell auch Feuchtigkeit ausgesetzt ist (Schweiß, Regen) würde ich Klarlack verwenden

 

Ob Lack hautfreundlich ist und evtl. allergen wirkt? Würde ich eher nicht machen.

Das Carnaubawachs warm auftragen ist sicher einen Versuch wert. Ich würde dennoch vorher ölen, da das Wachs vermutlich nicht wirklich eindringt und Dein Furnier sehr saugfähig sein könnte. Du hast ja beide Holzarten - Stirnholz und Faserholz.

Angenommen, das Wachs zieht nicht ein, wird es beim manuellen putzen des Gestells - vorwiegend an den Bügeln setzt sich Hautfett, Schüppchen etc ab - mit abgetragen. Dann wäre das Holz zumindest stellenweise ungeschützt. Das aufgetragene Öl würde dann zumindest verhindern, dass Schweiß aufgesaugt wird.

Wachs und Öl bekommst Du z.B. in Apotheken oder bei Dieter Schmidt unter feine-werkzeuge
(Verkaufslinks sind hier nicht erwünscht.)

 

Dadurch, das das Wachs flüssig aufgetragen wird und zusätzlich noch "eingeföhnt" wird, zieht es auch gut ins Holz ein. Aber Testen könnte man beides mal.

 

Jetzt drechselst Du natürlich nicht, aber vielleicht funktioniert es ja beim erwärmten Holz auch ganz gut, es gibt für den Drechselbedarf veredeltes Carnaubawachs in Stangenform, das ist dann schon mit Zusätzen wie Ölen versetzt

 

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