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Hohlraumkonservierung in Holzkonstruktionen

11.12.2015, 15:45
Über dieses Thema habe ich bei meinen hölzernen Fahrradrahmen bisher noch keine Gedanken gemacht, da die Nutzungszeit der Rahmen bislang auf maximal 2 Jahre beschränkt waren. Wenn sie allerdings länger halten sollen, taucht die Frage auf, wie die inneren rohen Holzwände vor Kondenswasser und Schimmelbefall zu schützen.
Am liebsten wäre mir ja eine Lösung, mit der man das Holz vor dem Zusammenbau behandeln könnte, aber die Leimfähigkeit des Holzes nicht beeinträchtigt.
Aber auch für Vorschläge, die einen Schutz der Hohlräume nach dem Zusammenbau versprechen, wäre ich dankbar.
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11 Antworten
ohne Foto von dem Rahmen-Konzept wird's ein gut Glück raten....
Rat Nr.1-2... im Unterem Bereich des Rahmen-Profiles in ca. 30-50 cm Abstand Löcher bohren,
dort mit Bau PU-Schaum ( flexibles Ausblasteil ) in den Rahmen eine spritzen.... immer in
Richtung der Einsatzpunkte vom Sattel oder Lenker z.B.... etwa so, wie der Hohlraumschutz beim Auto... dafür gibt es auch flüssige Hohlraum-Versiegelung... falls Dir der Schaum
zu riskant ist ( Ausdehnung desselben ).......
Gruss....

 

Ausschäumen wäre mir zu risikoreich. Die Seitenverkleidung besteht ja nur aus 1,5 mm starkem Sperrholz. Das würde mit Sicherheit ausbeulen. Ich hatte auch schon überlegt, die ganze Konstruktion um einen Schaumkern herum aufzubauen, aber das hätte das Gewicht des Rahmens um mindestens 1,5 kg erhöht.

Hier nochmal ein Foto des halb geöffneten Rahmens.
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	DSCN0596.v01.jpg
Hits:	0
Größe:	101,9 KB
ID:	37723  

 

Ich hatte angenommen, dass sich Rainerle oder Ruesay in Deinem Thread zu Wort melden.
Kannst Sie ja mal per PN anschreiben, die kennen bestimmt ein paar Tipps und Tricks.

 

Na dann muss ja einer von uns antworten ;-)

Ich sehe zwei Möglichkeiten. Mit Epoxydharz die Teile die verbunden werden sollen streichen und vor dem Zusammenfügen am Stirnholz nochmal auftragen, damit dort etwas mehr ist. Leicht pressen ( zu stark ist wohl bei Epoxy eher schädlich). So wäre das Holz innen definitiv wasserfest. Nachteile: Wenn Außenseite nicht gleich komplett abgesperrt ist, zieht das Holz einseitig Wasserdampf und verbiegt sich. Holz wird "gehärtet" bei Druck bricht Epoxy und beim mehr evtl. sogar das dünne Sperrholz. Lässt sich schlecht biegen.

Andere Möglichkeit: PU-Leim. Der schäumt leicht auf, ist Wasserfest und klebt auch beschichtete Plattenwerkstoffe, auf Lack, Metall auf Holz ... Wichtig: Eine Seite sollte im Idealfall saugfähig sein. Wenn Du nun die Innenseite der Konstruktion lackieren würdest aber die Stirnseiten einer rechtwinkligen Sperrholzkonstruktion nicht, könntest Du mit PU-Leim die Verbindung gut und dauerhaft herstellen. Außen verwendest Du dann den gleichen Lack. Dann sollte das ganze recht feuchteresistent werden können. Nachteil: Der PU-Leim soll gedundheitsschädlich sein, also gut lüften ...

Würde einige Luftlöcher einplanen und vielleicht mit Gummitüllen versehen. Diese könntest Du mit PU-Leim einkleben, dann wäre dort das Stirnholz durch die Bohrung auch geschützt.

 

Danke Rainerle.
An Epoxy im Holzbereich habe ich mich noch herangetraut, da fehlen mir die Erfahrungswerte. Sollte ich irgendwann doch mal angehen.
PU-Leim ist für mich der Horror , ich hab mir schon beim ersten Umgang damit geschworen, nur im äußersten Notfall.
Würde sich nicht die Holzbeständigkeit deutlich erhöhen, wenn ich die Flächen zu den Hohlräumen vorab grundieren (Bläueschutz) würde? Sind grundierte Flächen noch leimfähig?

 

kjs
Trau Dich an Epoxy ran! Das ist nicht so schlimm wie es oft hingestellt wird. Wichtig ist daß man eines mit langer Topfzeit nimmt damit man Zeit zum werkeln hat. GUT mischen (nein, noch besser!) und auf das richtige Verhältnis achten und immer mit Gummihandschuhen arbeiten. Das verhindert daß man nachher wochenlang das Zeug noch auf den Fingern hat und falls man zur Allergie neigt diese dann auch bekommt.
Als Schutz ist das so mit das Beste was Du machen kannst und die Verbindungen halten auch bombenfest.

Wenn Du Epoxy kaufst darauf achten daß es ohne Füllstoffe ist (solids free) und dünnflüssig (niedrige Viskosität). Am Besten die Varianten die für Schiffs- oder Flugzeugbau gedacht sind (Marine Epoxy). Die Füllstoffe verringern die Resistenz gegen Dampfdurchlass.

Wenn Du irgend wo Bedenken bei der Haltbarkeit einer Verbindung hast kannst Du einen Streifen Fieberglass mit einbetten dann bekommst Du das nicht mehr auseinander.

Nachtrag: und immer nur kleine Mengen anrühren weil das eine exotherme Reaktion ist (es wird warm). Je wärmer das Epoxy wird desto schneller wird es hart und produziert noch mehr Wärme. Deshalb kleine Mengen oder nach dem Mischen schon gleich mal etwas verteilen (draufschütten). Sonst produzierst Du viele nette Briefbeschwerer.
Selbst das langsamste Epoxy wird über Nacht hart genug. Die Endfestigkeit ist abhängig von der Temperatur aber erst nach 3-7 Tagen erreicht.

 

Geändert von kjs (12.12.2015 um 11:47 Uhr)
Es ist ja nicht so, das ich mit Epoxy nicht umgehen kann. Bei uns in der Steinbearbeitung ist das tägliches Brot. Aber die spezielle Kombination Holz - Epoxy ist noch etwas völlig neues für mich.

 

kjs
auf Holz ist es sogar noch einfacher als auf Stein....... Wenn Du mit Stein zurecht kommst machst Du Holz mit der linken Hand. Das saugt einfach etwas mehr.
Eklig ist es nur auf PU Schaum Platten weil man da die aufgeschnittenen Poren mit Harz füllen muß damit keine Luft eingeschlossen wird. Außerdem fängt das Zeug an Staub abzugeben wenn man zu fest aufdrückt. Die resultierenden Strukturen haben aber bei sehr wenig Gewicht enorme Steifigkeit und können hoch belastet werden.

 

Epoxyd-Harze sind ( da Du damit beruflich zu tun hast ) recht giftig... je nach Beschleuniger und Härter ( egal ob Langsam oder Schnellhärter ) ist der Umgang mit dem Zeug... und das sind schon recht große Flächen ! nur mit Atemschutz / Brille/ Handschuhe vernünftig !
Problem wird nicht die OFFENE statische Holzkonstruktion sein, sondern die umlfd.
Sperrholzplatte ( auch in 1,5 mm ?)... welche den Korpus dicht macht !
Wenn Du da mit Epoxy ran gehst, müssen alle Innenflächen, sowie alle Stoßkanten benetzt werden... und dann damit " geklebt " werden, also nur partiell arbeiten, rundum
in einem Arbeitsgang wird kaum machbar sein ! ( mit Leim wird das nix ....)
Andere Lösung wäre, sofern umlfd. ein Durchfluss möglich ist, egal ob das Korpusteil
geschwenkt oder umgedreht wird ( so schwer wird's wohl nicht ... 8-10 Kg ? )
hier mit etwas verdünnten PU- Konservierer reingehen ( PU-Basis G4 oder G8 von Voss-Chemie ) dafür brauchst bestimmt 3 ltr, um das umlaufend an alle Wände zu bekommen,
den Rest auslaufen lassen in ein Gefäß,.... für's nächste Rad'l ...! ( Haltbarkeit vom G4 ? )
Ebenfalls alle Schutzmaßnahmen beachten ! sehr gute Aushärtung auch bei feuchtem Holz !
Gruss....

 

Bei all dem epoxy - überlege Dir genau, oder mach nen Test, ob Du diese Härte willst. Andererseits ist die Oberfläche anschließend sehr gut geschützt. Das kann dann auch im Frost, bei Regen, Schnee draußen sein, ohne dass es etwas ausmacht. Es verdirbt aber auch den Charakter des Naturholzes.
Alternativen zur Iberflächenbeschichtung ist nur guter Lack. Dieser schaut aber als Klarlack auch nicht besser aus.

 

Zitat von Rainerle
Bei all dem epoxy - überlege Dir genau....
Keine Sorge. Die Entscheidung, wie ich bei meinen künftigen Konstruktionen mit Hohlräumen umgehen werde, wird ich nicht nur auf Basis dieses Fadens treffen. Wahrscheinlich werde ich im nächsten Frühjahr den Rahmen meines Sperrholztrike Nr. 2, der dann 3 Jahre alt sein wird, an einer Stelle öffnen und die Innenseiten inspizieren.

 

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