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Heizung verliert Druck - mögliche Gründe?

20.11.2014, 20:41
Geändert von BlumentoPferde (20.11.2014 um 20:52 Uhr)
Hallo zusammen, folgendes Problem:

Unsere Heizung verliert Druck. Und zwar ordentlich, innerhalb von 4 bis 5 Tagen etwa 0,6 Bar.

Bevor ich nun auf die Knie gehe und die Holzdecken aufmache um nach beschädigten (Kupfer-)Rohren und Lötstellen zu suchen, würde ich gerne andere Möglichkeiten ausschließen.

Hintergrund:
Vor einigen Monaten gekauftes Haus mit ca. 15 Jahre alter Viessmann-Anlage (läuft soweit zuverlässig), neue Heizkörper mit z. T. neuer AP-Verrohrung. Alte Rohre (Ende der 70er) sind in der Holzbalkendecke "kreativ" verlegt. Ausgleichsbehälter ist relativ neu, aus dem Ventil kommt Luft. Pfützen rund um den Kessel sind nicht aufgefallen. Wasserflecken an der Decke sieht man (noch?) nicht, allerdings ist die alte Decke frisch abgehängt. Und: Bei ca. 0,8 bar bleibt der Druck dann konstant.

Ideen? Ansätze?
 
Ausdehnungsgefäß, Heizkörper, Heizungsventile Ausdehnungsgefäß, Heizkörper, Heizungsventile
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25 Antworten
Ich tippe auf das Ausdehnungsgefäß ... Wenn der Druck bei 0,8 aufhört zu fallen, ist eher keine Undichtigkeit im System.

 

Kann man Defekte am Ausdehnungsgefäß irgendwie erkennen oder hilft nur der Austausch nach Trial-and-Error-Prinzip?

Luft kommt wie geschrieben aus Ventil raus.

 

Nun, Fehlermöglichkeiten gibt es viele.

Bitte Bilder vom Ausdehnungsgefäß und von den Abgängen des Heizkreisverteilers machen.
Beschreibung der Heizungshöhe wäre zur Vorgabe der Drücke nicht schlecht.

Hypothese 1:
Das Heizungswasser wurde gewechselt und noch nicht auf mindestens 70°C aufgeheizt.
Das hat dann zur Folge, das sich die im Wasser gelösten Gase beim Hochheizen lösten
(ausgasen) , dann werden diese über offenen Entlüfterventil abgeleitet und anschließend fällt der Druck.
Fehlerbehebung wäre mit offenen Automatikentlüfter, Kaltwasserduck Heizug auffüllen und
gesamtes Heizungssystem für mind. 1h auf 80°C & laufender Pumpe bringen.
Heizkörper spülen & entlüften und etwaig fehlendes Wasser ergänzen bis Druck auch nach 1h bei 80° nicht mehr fällt und keine Luft mehr abgeht.
Ab nun sollte das Heizsystem entgast sein und stabil laufen.

Hypothese 2:
Sollte dem nicht der Fall sein, so würde ich alle Heizstränge an Vor & Rücklauf schließen
und längere Zet stehen lassen.
Dann eine Person zur Überwachung des Manometers abstellen.
Dann Heizstrang nach Heizstrang aber immer einzeln schnell öffen.
Bei dem Heizstrang, bei dem der Druck z.B. durch Leck dann fällt ist genauer zu untersuchen.

Hypothese 3:
Sollte das Ausdehnungsgefäß defekt sein, so merkt man das am zu hohen Gewicht.
(geplatze Blase ist oft der Fehler, auch wenn noch Luft und noch kein Wasser beim Ventil raus kommt)

 

Geändert von Manfredh (20.11.2014 um 21:25 Uhr)
Zitat von Manfredh
Nun, Fehlermöglichkeiten gibt es viele.

Bitte Bilder vom Ausdehnungsgefäß und von den Abgängen des Heizkreisverteilers machen.
Beschreibung der Heizungshöhe wäre zur Vorgabe der Drücke nicht schlecht.

Hypothese 1:
Das Heizungswasser wurde gewechselt und noch nicht auf mindestens 70°C aufgeheizt.
Das hat dann zur Folge, das sich die im Wasser gelösten Gase beim Hochheizen lösten
(ausgasen) , dann werden diese über offenen Entlüfterventil abgeleitet und anschließend fällt der Druck.
Fehlerbehebung wäre mit offenen Automatikentlüfter, Kaltwasserduck Heizug auffüllen und
gesamtes Heizungssystem für mind. 1h auf 80°C & laufender Pumpe bringen.
Heizkörper spülen & entlüften und etwaig fehlendes Wasser ergänzen bis Druck auch nach 1h bei 80° nicht mehr fällt und keine Luft mehr abgeht.
Ab nun sollte das Heizsystem entgast sein und stabil laufen.

Hypothese 2:
Sollte dem nicht der Fall sein, so würde ich alle Heizstränge an Vor & Rücklauf schließen
und längere Zet stehen lassen.
Dann eine Person zur Überwachung des Manometers abstellen.
Dann Heizstrang nach Heizstrang aber immer einzeln schnell öffen.
Bei dem Heizstrang, bei dem der Druck z.B. durch Leck dann fällt ist genauer zu untersuchen.

Hypothese 3:
Sollte das Ausdehnungsgefäß defekt sein, so merkt man das am zu hohen Gewicht.
(geplatze Blase ist oft der Fehler, auch wenn noch Luft und noch kein Wasser beim Ventil raus kommt)
In der Tat, das Heizungssystem war leer (neue Heizkörper...) und wird erst seit ca. drei Wochen mit Temperatur auf allen HK betrieben. Wir werden morgen bzw. am Wochenende das Procedere von Hypothese 1 durchführen.

Heizstränge gibts leider nur zwei, davon ist einer für die Wohnung (mit den Holzdecken) und einer fürs Ladengeschäft.

Vielleicht schraube ich auch den Ausgleichsbehälter mal vorsichtig ab. Wenn ich mich recht erinnere, dann ist es ein 35 Liter-Behälter (Hersteller reflex, Farbe rot). Sollte also zu stemmen sein. Oder gibts bessere Möglichkeiten?

Bilder kann ich leider erst am Samstag anbieten.

 

Geändert von BlumentoPferde (20.11.2014 um 21:53 Uhr)
Da scheine ich den "Riecher" gehabt zu haben.
Lass das Ausdehnungsgefäß mal dort wo´s hängt. Hängt gut da

Wie hoch ist die Wassersäule in Metern ?
Und welchen Druck ( Manometer) fahrt Ihr ?
Welchen Vordruck habt Ihr auf dem Ausdehnungsgefäß ? (kFZ Notpumpe Radmulde)

 

Wassersäule in Metern kann ich Dir nicht sagen. Wie finde ich die raus bzw. kann die berechnen?

Druck auf Heizung 1,5 bar vor Druckverlust, nach Druckverlust 0,8 bis 0,9.

Vordruck auf dem Ausdehnungsgefäß kann ich morgen ermitteln, nehme meine Reifenpumpe mit auf die Baustelle.

 

Zitat von BlumentoPferde
Wassersäule in Metern kann ich Dir nicht sagen. Wie finde ich die raus bzw. kann die berechnen?
Anlage steht im EG, Rohre bodennah. Höchster HK im DG (1 Geschoß dazwischen, je 2,80 mtr Deckenhöhe), Anschluß bodennah. Also um die 6 Meter Höhe. Wenn ich das Internet jetzt richtig verstanden habe, dann macht das 0,6 bar. Die Heizung sollte also 1,5 bis 1,6 bar haben???

Der entfernteste Heizkörper wird bei 0,8 bar noch auf Höhe der Anschlüsse in voller Höhe warm, aber nur auf einer Breite von ca. 10 cm.

 

Geändert von BlumentoPferde (20.11.2014 um 22:44 Uhr)
Ins oberste Stockwerk mit Heizkörpern gehen und dann ca.1m über diesem Stockwerksboden bis Kellerboden (im Treppenhaus) messen.
ergibt dann z.B. 10m.
mit 0,1 Bar/m multiplizieren und noch mit 0,3Bar erhöhen ergibt Ausdehnungsgefäß Vordruck.
Dann zusätzlich noch mal 0,2Bar ergibt Anlagendruck für´s Manometer.

In diesem Beispiel wären es dann:
0,1Bar/m * 10m +0,3Bar =1,3 Bar für´s Ausdehnunggsgefäß.
1,3Bar+ 0,2Bar = Druck auf Manometer der Heizung im Keller.

Ich habe ferdsch mit Mathe.

 

Zitat von BlumentoPferde
Der entfernteste Heizkörper wird bei 0,8 bar noch auf Höhe der Anschlüsse in voller Höhe warm, aber nur auf einer Breite von ca. 10 cm.
Dann hat er noch Luft drinnen.

 

Dann werde ich das morgen mal messen und die Werte posten. Danke soweit! Große Klasse.

 

Ich tippe auch auf das Ausdehnungs Gefäß.

Überprüfe Bitte, es reicht auch schon wenn du gegen klopfen tust wenn es sich voll anhört wird es wohl kaputt sein, bitte noch den Druck prüfen .
Wenn du auch täglich denn Behälter für das Kondensat leer muss was aus dem Sicherheitsventil kommt ist es ein Ausdehnungs gefäß problem. Musst du oft Wasser nach füllen ? Sicherlich wird die stickstoff Membranen kaputt sein.

 

Hab mir alles durch gelesen jetzt leider erst und wenn der letzte Heizkörper nur zu einem Drittel warm wird ist entweder zuwenig Wasser oder noch viel Luft , bitte bitte entlüften die Heizung ausschalten und von unten nach oben entlüften. Denn Druck auf 1 bar erhöhen Gruss timo

 

Wassermeldung:

Nachgefüllt gestern 17 Uhr: 1,5 bar
Heute morgen gefallen auf knapp 1,1 bar
Aufgefüllt heute morgen auf 1,5 bar

Anlage läuft seit drei Stunden auf voller Power, hochgestellt von 75 auf 90° gem. Handbuch (wird nachher natürlich wieder rückgängig gemacht). Die Pumpe jagt das Wasser seitdem ununterbrochen durch den Kreislauf. Luft kommt aus keinem der HK.

Derzeitiger Druck 1,7 bar, unverändert seit dem Hochheizen. Das ist ja schon mal gut, denn damit sollte eine Undichtigkeit der Leitungen bzw. HK-Anschlüsse doch eigentlich auszuschließen sein, oder?

Ach ja, Vorlauftemperatur konstant bei 59°, Rücklauftemperatur bei 55° (sofern die alten Teile das noch richtig messen).

Als nächstes werde ich die Anlage wieder runterfahren auf Normalbetrieb und dann nach zwei, drei Stunden die HK nochmal entlüften.

Dieses Procedere wiederhole ich dann morgen und übermorgen nochmal.

Das Ausgleichsgefäß konnte ich noch nicht messen (Druckprüfer defekt), mache ich morgen mit dem Reifenfüller meines kleinen Kompressors. Beim Nachfüllen des Kaltwassers heute morgen hats allerdings deutlich gegluckert im Ausgleichsgefäß. Hat das was zu sagen?

Im Anhang noch Bilder:

- Heizung
- neue Pumpe
- Typenschild Ausgleichsgefäß
- Druck
- "Heizkreisverteiler" ;-)
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Muss du Wasser ausleeren ?

 

So, nachdem das System jetzt ausgekühlt ist (alle HK kalt), haben wir nochmal eine Entlüftungsrunde gemacht und bei allen HK kam direkt Wasser, zum ersten Mal auch beim entferntesten. Der Druck ist jetzt wieder auf den 1,5 bar von heute morgen.

Der Druck im Ausdehnungsgefäß ist 1,3 bar (gemessen mit dem Reifenfüller des Druckluftgerätchens des Nachbarn).

Vom Boden der Heizung bis 1 mtr. über den höchsten HK sind es knapp 6 Meter. Das macht ein Soll von 0,9 bar für das Ausdehnungsgefäß und 1,1 bar für die Heizungsanlage.

Wir haben die Anlage jetzt wieder in Normalstellung gebracht. Mal sehen, was morgen früh ist...

 

Geändert von BlumentoPferde (21.11.2014 um 15:45 Uhr)
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