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Heizkörpernischen schließen - aber wie?

23.05.2014, 10:20
Hallo,

in unserem neu erworbenen Altbau möchte ich die Heizkörpernischen schließen, bevor neue Heizkörper installiert werden (z.Z. Nachtspeicheröfen).

Ich habe nun schon Anleitungen gelesen, das ganze mit Ytong zu realisieren. (z.B. hier). Da wir aber überall Holzdielen liegen haben und ich nicht genau weiß, was darunter kommt, schrecke ich davor ein wenig zurrück.

Jetzt habe ich vom Heizungsbauer den Vorschlag gehört, einen Holzrahmen zu bauen, den Hohlraum mit Rockwoll auszustopfen, eine OSB-Platte auf den Holzrahmen (zur Stabilität; daran wird der Heizkörper hängen) und als Abschluss eine Rigipsplatte.

Was haltet ihr erfahrenen Handwerker davon? Könnte man bei der Variante evtl. (aus welchen Gründen auch immer) Probleme mit Feuchtigkeit/Schimmel bekommen?

Vielen Dank schon mal für Eure Ideen!
 
Heizkörper, Nische, Ytong Heizkörper, Nische, Ytong
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23 Antworten

Die besten Antworten

Heizkörpernischen sind von der Mauerstärke nur ca. halb so stark wie das restliche Mauerwerk der Aussenwände. Diese mit Rahmen, OSB und Gipskarton zu verschliessen, mit einer Steinwolldämmung ist machbar. Eine Kältebrücke dahinter ist aber nicht auszuschliessen. Das Problem dabei ist, das man nicht mehr dahinter sehen kann, wenn es erstmal zugebaut wurde.

Ich würde es etwas anders machen:
Mit einem Hammer oder Gipserbeil den Putz in der Heizkörpernische grob entfernen.
Auf den Holzboden eine ca. 1cm dicke Styroporplatte legen und darauf die erste Ytong-Reihe setzen. Bevor nun die nächste Reihe gemauert wird, links und rechts 8er Löcher etwa 10-15cm in die Nischenlaibungen gebohrt. Dort hinein etwa 30cm lange Moniereisen einschlagen, dass diese auf der Lagerfuge der zuletzt gemauerten Reihe liegen. Dann die nächste Reihe gemauert. Eine kleine Aussparrung für das eingeschlagene Moniereisen lässt sich leicht mit dem Hammer oder Gipserbeil in den Ytongstein schlagen. Nach dieser Reihe wieder Bohren, Eisen einschlagen,etc.
Beim Mauern darauf achten, dass sowohl die Stossfugen, Lagerfugen als auch die Rückseite genug Mörtel erhält und so eine komplette Verbindung nach allen Seiten gegeben ist.
Ytongstein und Nische immer gut vornässen. Zum Mauern ist Bau- und Fliesenkleber oder Flexkleber völlig ausreichend.
Zum Schluss die gemauerte Ytongwand vornässen und bündig zu den anderen Wänden verputzen. An den Übergängen vom vorhandenen Mauerwerk zum gemauerten Ytongstein ein Glasfasergewebe einputzen oder einspachteln.
Ggf. dann noch eine neue Fenstebank eingesetzt, den Überstand der Styroporplatte am Boden bündig abschneiden und fertig.
Eine solche Vorgehensweise erscheint mir in diesem Fall gut geeignet ...
... allerdings würde ich keine Gipsplatten verwenden sondern FERMACELL verarbeiten.

Was evtl. Kältebrücken und/oder Feuchtigkeit angeht, kann das sicherlich gemessen werden und entsprechende Maßnahmen (wasserfeste Fermacell-Platten usw.) ergriffen werden.

 

Na ja, was du da anbringst ist eine Art Innendämmung. Die ist was Schimmel angeht nicht immer unproblematisch. Es könnte gehen wenn ein Heizkörper direkt davor hängt und läuft. Dann erwärmt er ja auch den Bereich hinter der Platte.

Warum weißt du nicht was unter den Dielen ist ist? Hast du eine Gelegenheit das darunter liegende Stockwerk zu betreten und dir mal anzuschauen wie da die Decke aussieht? Ich würde an der Stelle Nassbau gegenüber Trockenbau auf jeden Fall vorziehen. Ich ziehe da dann wiederum Kalksandstein gegenüber dem Gasbeton vor.

 

Woody  
Die neuen Heizkörper in die vorhandenen Nischen zu integrieren ist keine Option? Ich habe es so und bin dankbar über den "gewonnenen" Stell-/Stehplatz davor.

 

Zitat von Woody
Die neuen Heizkörper in die vorhandenen Nischen zu integrieren ist keine Option? Ich habe es so und bin dankbar über den "gewonnenen" Stell-/Stehplatz davor.
Insgesammt fände ich es ja auch schick, wenn die Heizkörper in den Nischen verschwinden können (ganz davon abgesehen, dass ich mir den Aufwand des Verschließens sparen könnte ), aber da das Haus außen nicht übermäßig gedämmt ist, ist an den Stellen wo die Nischen sind das Mauerwerk nicht besonders dick und dadurch geht wahrscheinlich viel Wärme verloren.

 

Geändert von midre1 (23.05.2014 um 11:04 Uhr)
Zitat von Linus1962
Was evtl. Kältebrücken und/oder Feuchtigkeit angeht, kann das sicherlich gemessen werden und entsprechende Maßnahmen (wasserfeste Fermacell-Platten usw.) ergriffen werden.
Würde bei einer evtl. Kältebrücke Kondenswasser nicht schon hinter der Fermacell-Platte entstehen? Da wäre eine wasserfeste ja noch kontraproduktiv. Oder habe ich jetzt etwas falsch verstanden?

 

Zitat von midre1
Würde bei einer evtl. Kältebrücke Kondenswasser nicht schon hinter der Fermacell-Platte entstehen? Da wäre eine wasserfeste ja noch kontraproduktiv. Oder habe ich jetzt etwas falsch verstanden?
Das "Wasserfest" bezieht sich ja nur auf die Platte bzw. die Bindemittel in der Platte ...
... deshalb bleibt eine Fermacellplatte trotzdem diffusionsoffen ...

 

Gerade weil die Außenwand an der Stelle der Nischen nicht sehr dick ist, entsteht hier eine Kältebrücke und ich würde im Hinblick auf Feuchtigkeit und Schimmel hier keinen Hohlraum schaffen. Was spricht denn gegen Ytong? Dem Stein ist es egal worauf er steht und wenn du den Unterbau ordentlich machst, sollte es doch kein Problem sein.

 

Zitat von Papa_von_Linus
Was spricht denn gegen Ytong? Dem Stein ist es egal worauf er steht und wenn du den Unterbau ordentlich machst, sollte es doch kein Problem sein.
Da ich davon ausging, dass man die Ytong-Mauer nicht auf die Dielen bauen kann, wollte ich mich vor dem Ausschneiden der Dielen drücken...

 

Heizkörpernischen sind von der Mauerstärke nur ca. halb so stark wie das restliche Mauerwerk der Aussenwände. Diese mit Rahmen, OSB und Gipskarton zu verschliessen, mit einer Steinwolldämmung ist machbar. Eine Kältebrücke dahinter ist aber nicht auszuschliessen. Das Problem dabei ist, das man nicht mehr dahinter sehen kann, wenn es erstmal zugebaut wurde.

Ich würde es etwas anders machen:
Mit einem Hammer oder Gipserbeil den Putz in der Heizkörpernische grob entfernen.
Auf den Holzboden eine ca. 1cm dicke Styroporplatte legen und darauf die erste Ytong-Reihe setzen. Bevor nun die nächste Reihe gemauert wird, links und rechts 8er Löcher etwa 10-15cm in die Nischenlaibungen gebohrt. Dort hinein etwa 30cm lange Moniereisen einschlagen, dass diese auf der Lagerfuge der zuletzt gemauerten Reihe liegen. Dann die nächste Reihe gemauert. Eine kleine Aussparrung für das eingeschlagene Moniereisen lässt sich leicht mit dem Hammer oder Gipserbeil in den Ytongstein schlagen. Nach dieser Reihe wieder Bohren, Eisen einschlagen,etc.
Beim Mauern darauf achten, dass sowohl die Stossfugen, Lagerfugen als auch die Rückseite genug Mörtel erhält und so eine komplette Verbindung nach allen Seiten gegeben ist.
Ytongstein und Nische immer gut vornässen. Zum Mauern ist Bau- und Fliesenkleber oder Flexkleber völlig ausreichend.
Zum Schluss die gemauerte Ytongwand vornässen und bündig zu den anderen Wänden verputzen. An den Übergängen vom vorhandenen Mauerwerk zum gemauerten Ytongstein ein Glasfasergewebe einputzen oder einspachteln.
Ggf. dann noch eine neue Fenstebank eingesetzt, den Überstand der Styroporplatte am Boden bündig abschneiden und fertig.

 

Geändert von RedScorpion68 (23.05.2014 um 12:44 Uhr)
Wow, RedScorpion! Danke für die Ausführungen! Ich habe mal in einer Maueranleitung für Ytong gesehen, dass es auch Winkel zum Verbinden von neuer und alter Mauer gibt. Was hältst Du davon?

Was macht man mit der obersten Fuge? Auch einfach verputzen?

 

Zitat von midre1
Wow, RedScorpion! Danke für die Ausführungen! Ich habe mal in einer Maueranleitung für Ytong gesehen, dass es auch Winkel zum Verbinden von neuer und alter Mauer gibt. Was hältst Du davon?

Was macht man mit der obersten Fuge? Auch einfach verputzen?
Gerne doch...dafür sind wir doch hier.
Die Verbindungslaschen bzw. -winkel für Ytong kannst Du natürlich auch benutzen.
Als Abschluss oben hast Du entweder die alte oder eine neue Fensterbank.
Den Spalt zwischen Steine und Fensterbank einfach mit Gipsputz verputzen.

 

Zitat von RedScorpion68

Auf den Holzboden eine ca. 1cm dicke Styroporplatte legen und darauf die erste Ytong-Reihe...
Noch eine Detailfrage: welchen Zweck hat die Styroporplatte? Kann sich durch diese Platte die Mauer später nicht setzen?

 

Es gibt noch eine Möglichkeit. Es gibt Holzfaserdämmplatten für die Innenraumdämmung. Die sind difussionsoffen, tragen kaum auf und haben eine gute Dämmwirkung und können ganz normal veputzt werden. Wäre eine Option um die Nischen zu erhalten und mehr Raum zu erhalten.

 

Zitat von Funkenmann
Wäre eine Option um die Nischen zu erhalten und mehr Raum zu erhalten.
Ich vermute stark die Nische soll gar nicht erhalten bleiben. Früher wurden Heizkörper gerne in Nischen verbaut und manchmal sogar noch verkleidet. Irgendwann ist man dahinter gekommen, dass die Nische und die Verkleidung die Luftzirkulation und damit die Wärmeverteilung behindern. Treibt am Ende nur die Heizkosten hoch. Also wird die Verkleidung abgerissen, die Nische zugemauert und der neue Heizkörper davor gesetzt. Das tut der Heizkostenberechnung gut. So ein paar Altlasten hab ich hier auch noch. Aber die packe ich nicht an bevor die Fußböden gemacht werden müssen.

 

Hallo Fernton ist schon richtig das die Zirkulation etwas behindert wird. Aber solltest die Strahlungswärme nicht vernachlässigen. Die Nischen zu erhalten ist nur eine Option! Das Wie und Was jeder macht, ist jedem selbst überlassen. Ich habe auch noch Nischenheizkörper und die Wärmeverteilung funktioniert. Man sollte natürlich die Nischen gedämmt haben.

 

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