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Haben Berufe wie Tischler, Schreiner & Co noch eine Zukunft, oder was meint ihr?!

05.12.2012, 09:29
Geändert von woodworker83 (06.12.2012 um 10:53 Uhr)
Wie der Titel dieses Threads schon verrät, stelle ich mir die Frage ob es sich heutzutage noch lohnt handwerkliche Berufe wie die des Tischlers, Schreiners, Drechslers usw. in einer Ausbildung zu lehren?!?

Wenn ich mir so anschaue wieviel von meinen Kollegen im Baumarkt gelernte Schreiner sind, an der Zahl sind es 6 und davon sind 3 Schreiner-Meister!

Ich habe mich auch schon des öfteren mit diesen Kollegen unterhalten, über ihren erlernten Beruf und wie es dazu gekommen ist dass sie diesen nicht mehr ausüben!

Haben diese Berufe eurer Meinung nach in unserer Wegwerf-Gesellschaft noch Zukunft?

Wie viele von euch sind denn gelernte Schreiner, Tischler &Co. und üben diesen Beruf auch wirklich noch aus?

Wie viele von euch fertigen wirklich noch im Auftrag des Kunden Möbel &Co.???

Die meisten meiner Schreinerkollegen meinten, dass der Schreiner heutzutage in erster Linie Akkordarbeit in der Industrie verrichtet oder bei Kunden Laminat verlegt.

Klar, diese Wegwerfmöbel die in Möbelhäusern angeboten werden sind "günstiger" als etwas einmalig selbsgebautes von einem Schreiner oder Tischler.

Sind diese Berufe schon so gut wie ausgestorben in Deutschland oder was meint ihr dazu?

Ich denke in Ländern wie Schweden oder Norwegen sieht es da schon etwas anders aus oder? Mal abgesehen von der Tatsache das die "Ikea" haben
 
Berufe, Schreiner, Tischler Berufe, Schreiner, Tischler
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32 Antworten
Hallo,

bei uns im Saarland werden durchaus noch Schreiner gesucht. Das Problem ist nur, dass leider viele Schreiner den Anforderungen nicht gerecht werden. Der Beruf des Schreiners ist sehr anspruchsvoll geworden. Kenntnisse am PC, mit CNC Maschinen und im CAD Bereich sind neben einer soliden Ausbildung gefragt.

Dazu muss man sich mit neuen Materialien auskennen und gleichzeitig auch die traditionellen Techniken nicht ganz verlernt haben.

Es sind auch durchaus Kunden da, die viel Geld für hochwertige Möbel ausgeben. Aber es gibt immer weniger Betriebe, die das anfertigen können.

Wenn deine Kollegen im Baumarkt als Schreiner keine Anstellung finden, wird das schon Gründe haben. An der mangelnden Nachfrage an gut ausgebildeten Schreinern liegt es sicherlich nicht.

Der Beruf des Schreiners hat durchauch Zukunft, aber das Berufsbild hat sich eben auch gewandelt. Wer denkt, es sit wie bei Meister Eder, der täuscht sich.

Gruß

Heiko

 

Hey Danke für die tolle Antwort.
Neben den Grundfertigkeiten eines Schreiners PC Kenntnisse, CNC und CAD, dass hört sich für mich sehr interessant an!

Ich glaub das würde echt sehr viel Spass machen!
Ja, ich denke meine Schreinerkollegen würden wohl lieber wieder wie in alten Tagen arbeiten, ohne PC und CNC Technik.

Aber wie du schon geschrieben hast, hat sich da Berufsbild gewandelt!
Na, ja wenn man sich allerdings anschaut wie viel Ausbildungsvergütung man im 1. Lehrjahr als Schreiner bekommt, läuft mir ein Schauer über den Rücken

 

Funny08  
Finde auch das Handwerk immer eine Zukunft hat - denn es kann nicht alles von Maschinen übernommen werden.

 

Janinez  
Ich denke schon daß Handwerk eine Zukunft hat, denn selbst wenn Maschinen heute viel übernehmen, wissen und füttern müssen wir sie.

 

Funny08  
Ach du glaubst es ja nicht - unsere Katze ist ne Maschine - die muss ich auch immer füttern

 

Ich kenne die konkrete Situation nicht. Letzlich ist aber auch ein Schreiner/Tischler nicht nur ein Holzwurm sondern eben auch ein Unternehmer.

Trends ändern sich laufend, Werkzeuge und Materialien auch, neue Technologien kommen (und gehen). Wer im Rollenbild des Meister Eder gefangen ist, der wird seine Probleme haben. Wer im Rollenbild des Unternehmers unterwegs ist - und damit meine ich durchaus nicht nur den selbständigen Schreiner sonder auch jeden einzelnen als Selbst-Unternehmer - der wird sein Umfeld gestalten, mit der Zeit gehen und durchaus Chancen finden und nutzen.

Da ist das Schreinerhandwerk, bei aller Liebe zum Holzduft, nicht anders als jede andere Profession auch.

 

Handwerksberufe sind ein guter Schritt in die Berufswelt!
Man lernt auf diese Weise den Alltag, die Fertigkeiten und das Wichtigste dabei die Arbeit der Handwerker zu schätzen. Wer von ganz "unten" anfängt kennt sich später besser aus und tut sich bei Führungsaufgaben deutlich leichter.

Ich habe meine ersten 4 Jahre auf dem Bau als Gas- und Wasserinstallateur verbracht. Man lernt für sein Leben und hat auch im privaten Umfeld reichlich von einer handwerklichen Ausbildung.

Allerdings heißt das auch meist ein geringeres Einkommen ;-( bereits in der Lehre verdienen die meisten IG Metaller... mehr als die im handwerklichen Umfeld.
Ein Weiterkommen in Richtung Meister bedeutet dann oft einen Schritt in die Selbstständigkeit, da viele kleine Unternehmer selbst den Meistertitel haben und keinen 2. bezahlen wollen/ können.

Geh den Weg, der dir gefällt!!!!
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, man lernt nie aus, sollte sich ständig weiterbilden und den Weg gehen, der sich am besten läuft.

Mein Weg ging nach der Zeit auf dem Bau auch über verschiedene Umwege zu meiner jetzigen Tätigkeit, die mir sehr viel Freude bereitet. Die Zeiten ändern sich und wer stehen bleibt, bleibt auf der Strecke.

Viele Grüße

 

Janinez  
Zitat von Funny08
Ach du glaubst es ja nicht - unsere Katze ist ne Maschine - die muss ich auch immer füttern
oh je dann hab ich ja auch so einige Roboter zu Hause, danke für den Hinweis Funny

 

Handwerksberufe haben auf jeden Fall eine Zukunft. Bin selber gelernter Schlosser.
Ich sehe täglich an meinen Arbeiten, was Maschinen nicht leisten können, da ist Handarbeit gefragt.
Wenn man den Beruf mit Freude ausübt, ist man eigentlich handwerklich geschickt und kann einige Sachen selber machen, was natürlich zu Lasten der Selbstständigen geht.
Aber ich denke, es gibt immer noch genug nicht handwerklich Begabte, die auf die Hlfe der selbstständigen Handwerker angewiesen sind.
Erlebe es im Privaten immer wieder, mit was für Problemen, auch manchmal ganz Banale, Bekannte zu kämpfen haben, wo man als Handwerker meistens sagt, "Das geht doch ganz einfach."

 

Susanne  
Hallo woodworker83,

tolle Antworten hast Du bereits bekommen. Ich gebe aber zu gern auch meinen "Senf" dazu, denn ich hab 4 Kinder im Teenager-Alter, von denen drei derzeit ernsthaft auf ihren Berufsweg zugehen, und solche Überlegungen sind bei uns derzeit an der Tagesordnung.

Einer meiner Söhne möchte Bootsbauer lernen und danach Maschinenbau studieren.
Bootsbau ist nun nicht wirklich eine ökonomisch kluge und aussichtsreiche Wahl, aber ich sage meinen Kindern immer, sie sollten ihrer Leidenschaft folgend und etwas tun, wofür sie „brennen“. Das ist meines Erachtens die beste Möglichkeit, um langfristig für eine hohe Berufszufriedenheit zu sorgen und oft genug auch für ein gutes Einkommen.

Eine Garantie ist das zwar auch nicht, aber es erhöht eindeutig die Chancen, denn wer seinen Beruf liebt, der bleibt auch am Ball, interessiert sich für Neues und arbeitet mit einer hohen Eigenmotivation, die an sich schon Erfolg bringen oder aber dabei helfen kann, sich immer wieder aufzubauen, auch wenn die Umstände mal sehr unglücklich sein sollten.

Eine weitere Zutat für beruflichen Erfolg ist meines Erachtens zumindest ein bisschen Geschäftssinn und der Mut, Chancen zu nutzen.

Zwei der Tischler/Schreiner, die ich kenne, gehören mit Abstand zu den wohlhabendsten Leuten in meinem Umfeld überhaupt, und beide haben gut gehende Betriebe. Der eine einen großen, der andere einen sehr feinen, kleinen. Beide sind allerdings sehr geschäftstüchtig und immer offen für neue Ideen. Und beide lieben, was sie tun.

Ich bin der Meinung, dass jeder Beruf alle Chancen bietet. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Vidal Sassoon. Der weltweit erfolgreiche britische Unternehmer war ursprünglich Friseur. Offenbar hat ihm seine Mutter damals nicht gesagt, dass Friseure meist recht wenig verdienen. Und wahrscheinlich hätte ihn das überhaupt nicht interessiert....
Oder Giorgio Armani – ursprünglich Schaufensterdekorateur.... Wenn man liebt, was man tut, ist immer alles möglich.

Viele Grüße
Susanne

 

Ein Handwerksberuf ist immer eine solide Basis auf die man Aufbauen kann,man darf nur nicht stehenbleiben so wie ich.Nach 30 Jahren in einer Firma fang ich jetzt mit 50 das an was ich damals schon hätte machen müssen,aber ok,"man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu"
Ein Bekannter von mir hat damals Schlachter gelernt,wo gibts heute noch Handwerksschlachter ?jetzt ist er als Lebensmitteltechniker beim Gewerbeaufsichtsamt.

 

Munze1  
Das Handwerk hat immer Zukunft und gute Leute finden auch eine passende Anstellung.
Wäre heute froh, Tischler oder Zimmerer gelerntbzu haben, würde dann Holzhäuser bauen, absolut ökologisch und modern.
Vielleicht lerne ich noch um

 

Zukunfts-Perspektiven hat dieser Beruf nur, wenn hier in Sachen " Automatisierung "
Schritt gehalten wird...soll heißen, wenn Du eine Lehre in einer Möbelfabrik machst,
hast Du eventuell etwas weniger handwerkliche Fertigkeiten, aber die Ausbildung ist
intensiver ! ! !
vor allem gibt es auch die besseren Weiterbildungs-Möglichkeiten ! die kann Dir ein Meister nicht geben, weil einfach zu teuer ( es sei denn, der Meister ist Dein Vater )
Einfaches Beispiel ::
für den Neubau werden etliche Fenster gebraucht, also läßt man sich Angebote machen...
unterm Strich ist klar, ein Handwerksbetrieb kann mit dem halb, oder volllautomatischen
Fensterbauer nicht mithalten ,....das gleiche wird sich auch bei Türen und Zargen so
darstellen !
Die Wenigen, welche für besser "Betuchte" noch Möbel nach MASS anfertigen, werden
auch in den Preisen gedrückt, daß fast nix übrig bleibt !...da ist ein Betrieb, von dem Du noch nie was gehört hast, plötzlich Dein Konkurrent, egal ob der weit weg ist !
Meistens ist dann die Alternative, für grosse Möbelhäuser den Aufbau-Service bei Kunden zu übernehmen !
Zukunft hat jeder Handwerker, nur zu welchem Preis ???...deshalb, wenn hier auch
intensiv in Richtung " Automatisierung" weitergemacht wird, egal in welcher Branche....
SPS - Steuerung und Programme dazu erstellen können....und das mit den dafür
vorhandenen Berufskenntnissen....dann bist auch für die Zukunft gerüstet !
Gruss von Hazett

 

Es heißt: "Handwerk hat goldenen Boden"

Ich hatte mal Gelegenheit, in einem Museum hinter die Kulissen sehen zu dürfen. Die Leute da waren alles ausgebildete Handwerker in den verschiedensten Berufen. So waren auch viele Holzhandwerker angestellt, weil das Museum nicht nur ausstellt, sondern auch restauriert. Und mit der Restauration von Musikinstrumenten haben sie sich einen internationalen Ruf angeeignet. Sie arbeiten nämlich mit alten Techniken, was eben auch nur mit der Hand geht.

 

Bine  
Hallo
klasse Diskussion !!
ich finde sehr wohl das Schreiner , Tischler u.s.w noch gefragt sind genau so wie Möbelrestauration .
Mein Bruder ist z.b. einer der sehr gerne seine Möbel vom Schreiner auf Maß fertigen lässt , und ich kenne einige andere die den Tischler / Schreiner auch für kleinere Dinge in Anspruch nehmen.
Nur der Beruf wird natürlich mit der Zeit gehen wie viele Handwerksberufe auch und das Aufgabengebiet wird vielleicht größer werden .
Mein kleiner Sohn ist auch gerade in der Ausbildungzum Anlagemechaniker in Sanitär, Heizung und Klimatechnik (gerade die Zwischenprüfung hinter sich! ), und da sich die Technik immer ändert muss der Berufstand auch uptodate bleiben um existieren zu können .
Nach dieser Ausbildung möchte er zur Berufsfeuerwehr gehen , aber er hat dann schon mal eine abgeschlossene Ausbildung in der Tasche , und weiterbildung tut normal nicht weh .
Heutzutage muss man flexibel bleiben um mithalten zu können und das gilt natürlich auch für den Tischler der dann halt im Messebau tätig wird oder in Museen die Transportkisten für Kunstgüter anfertigt u.s.w
Ich denke solange es Holz gibt , wird es auch einen Tischler / Schreiner geben

 

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