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Gartengestaltung - Welche Heckenpflanzen empfehlt ihr?

08.05.2014, 15:08
Hallo ihr lieben Forenuser,

ich bin ja neu hier, dachte aber, dass ich mich gleich mal mit einer Anfrage an euch wende.
Wir wohnen jetzt seit ca. 2 Monaten in unserem Häuschen und können uns jetzt endlich mit der Gartengestaltung beschäftigen. Wir haben ca. 120 gm Gartenfläche (inklusive Terrasse). Um dieses Stücken wollen wir gern Hecken pflanzen, die am besten schnell wachsen. Könnt ihr mir hierbei eine bestimmte Art empfehlen? Und ist es besser, wenn man diese schon in einer bestimmte Wuchshöhe kauft als noch ganz jung?

Wir haben bisher in einer Mietwohnung mit Minibalkon gewohnt, daher bin ich im Bereich Garten noch ein ziemlicher Newby
 
Garten, Gartengestaltung Garten, Gartengestaltung
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20 Antworten
Woody  
Ohne den Garten und das Haus sowie eure Vorlieben zu kennen, kann man schwer etwas empfehlen. Es sollte ja alles zusammenpassen.

Was ist jetzt schon vorhanden? Bäume? Ist ein Pool vorhanden oder in Planung? Soll ein Sichtschutz zu Nachbarn/Straße gegeben sein? Wieviel Zeit an Pflege könnt/wollt ihr aufbringen? Sollen die Pflanzen immergrün sein (also auch im Winter belaubt/benadelt) sein? Sind Kinder vorhanden (schränkt die Auswahl aufgrund Giftigkeit von Blättern oder Früchten stark ein)? Wie sind die klimatischen Bedingungen? und und und

3 Grundsätze jedoch vorab:
1) Was schnell wächst, muss auch entsprechend oft geschnitten werden. Die Pflanze stellt ja ihr Wachstum nicht ein, wenn du der Meinung bist, sie wäre nun hoch genug
2) Je größer die Pflanze, umso größer auch der Wurzelballen und umso schwieriger auch das Einwurzeln. Ich setze aus diesen Gründen eigentlich nur Gehölze bis maximal 2,50m.
3) Beim Einkauf kannst du davon ausgehen, je teurer die Pflanze, umso langsamer wächst sie. Klassisches Beispiel: Buxbaum rel. teuer, Liguster spottbillig.


Du könntest dir aber einen Gartengestalter ins Haus holen und dir mal Vorschläge unterbreiten lassen. Manchmal sind solche KV kostenpflichtig, aber es verpflichtet dich ja nicht, ihn auch mit der Durchführung zu beauftragen.

 

Meine Erfahrung mit 30 m Hainbuche, 10 m Liguster, ein Stück Eibe, lockerer Buschpepflanzung und 30 m Kirschloorbeer bei Tante:

-Hainbuche: 2 Schnitte im Jahr, Ruten bis 1 m lang, viel Schnittgut.
- Liguster: 2 Schnitte im Jahr, im Winter grün, weniger Schnittgut, gut formbar, weniger Windstabil
-Eibe, 1 Schnitt im Jahr, noch weniger Schnittgut, aber giftig (rote Früchte, Blätter), windstabil, perfekt formbar.
-Kirschloorbeer, muss mit der Gartenschere geschnitten werden (einzelne Äste ausschneiden), Heckenschere schafft hässloche Blattreste, schadet der Pflanze und schlecht formbar, aber bei gutem regelmäßigem Schnitt sehr schön und natürlich, zeitaufwändig.
-Buschbepflanzug, braucht mehr Platz, größere Büsche können auf 20 bis 50 cm im Winter heruntergeschnitten werden, da hat man dafür viel Zeit. Verschiedene Blütenzeiten, für Insekten und Vögel gut (Forsythien, Sommerflieder, Holunder, Hibiskus) kann unterpflanzt werden mit Hortensien, Tulpen, Narzissen ...
-Thuja - wenn, dann Smaragdthuja. Neigt evtl. Zu Trockenschäden, bei zu starkem Svhnitt oder Wenig Licht zu verkahlen. Wenig Schnittgut und je nach Sorte wenig Austrieb. Geringer ökologischer Wert.

Meine Meinung: Wenn keine Formhecke wegen Platz nötig ist, besser Holzzaun setzen und Büsche pflanzen. Für Winter paar Holunder oder Thujen und Liguster, Eibe dazwischen. Darauf achten, die Büsche auf schlank trimmen, was hoch wächst, stehen lassen, was flach wächst herausschneiden. Zweijähriges Holz regelmäßig entfernen. Besonders bei Forsythien. So blüht der Strauch jedes Jahr vollständig.

 

Janinez  
Du solltest Dich aber vorher noch erkundigen, ob es in Deinem Ort Vorschriften gibt, wie Du eine Hecke zu pflanzen hast - bei uns wird das genau vorgeschrieben, wenn ich meine alte Hecke entferne muß ich mich genau an den Pflanzplan der Gemeinde richten

 

In Rheinland-Pfalz gibt es eine "Hammerschlag- und Leiterordnung", in der z.B. die Abstände zu Nachbargrundstücken beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern geregelt ist.
Meine Sichtschutzhecke (ca. 10 m lang, 0,5 m breit) zum Nachbargrundstück ist "bunt", d.h. Hainbuche, Forsythien, Flieder, Holunder, 1 Eiche, 1 Ahorn; darunter wachsen Brennnesseln und alle möglichen "Unkräuter". Die Hecke wird nach oben auf gut 2 m Höhe geschnitten, in die Breite lass ich sie wachsen. In der Hecke fühlen sich u.a. mehrere Vogelarten wohl.

 

Das hängt auch vom Boden ab. Wir haben harten Lehmboden. Der Kirschlorbeer fühlt sich dort wohl, die Zypresse eher weniger.
Alternativ vielleicht Haselnuss, Flieder oder Holunder.

 

Bedenke auch, wenn Du junge / kleine Hecken pflanzt, sind diese wesentlich empfindlicher auf äußere Einflüsse.

Fall Du an einem Weg / Bürgersteig pflanzen willst, nimm größere Pflanzen.

Dies hat seinen Grund darin, dass der durchschnittliche nicht mitdenkende Hundehalter seinen Hund ohne Rücksicht auf Verluste an Deine neue Hecke brunzen lässt - das hält keine junge Hecke lange aus...

Spreche hier aus eigener Erfahrung - musste 30m Thujahecke (rd.100 Pflanzen) komplett wieder entfernen, da diese nach einem viertel Jahr! komplett schwarz verbrannt war... (jetzt steht dort ein Sichtschutzzaun )

 

Danke für eure hilfreichen Antworten. Wie gesagt, ich gehe an die Sache noch relativ jungfräulich heran

Wir haben eine Katze, also sollten die Sträucher nicht giftig sein.
Das Land ist nur Bauland, also die Siedlung wird gerade neu gebaut, aber wir sind realtiv am Ende (in 300 m Entfernung kommen Bahnschienen), dahinter und daneben kommt nichts mehr (unsere Nachbarin hat ihren Garten (Doppelhaushälfte) direkt anliegend.
Es soll sowohl als Abgrenzung als auch als Sichtschutz dienen. Zur Nachbarin hin, würde ich allerdings lediglich eine Hecke (Sichtschutz) pflanzen wollen. Einen Zaun finden wir zu krass. Ansonsten an zwei Seiten des Hauses vielleicht einen Zaun!?

 

Woody  
Wegen deiner Katze brauchst dir keine Gedanken zu machen. Tiere wissen, was giftig ist und ich hab noch nie eine Katze irgendwelche Beeren oder Blätter fressen gesehen oder davon gehört

 

Janinez  
Doch meine Katzen haben immer wieder mal Grünzeug angeknabbert, aber sie waren darin sehr wählerisch

 

Wir haben mit der Nachbarin gesprochen. Wahrscheinlich wollen wir uns halt in der gemeinsamen Mitte in die Hecke reinteilen, was ich ganz gut finde.

 

Janinez  
das finde ich gut, ein Schritt zu guter Nachbarschaft

 

Woody  
ich finde sowas nicht nur gut, sondern auch die ideale Lösung. Aus meiner Sicht ist es ja ziemlich sinnlos, wenn jeder auf seiner Seite Hecken pflanzt. Zum einen behindern sich diese irgendwann sowieso gegenseitig und zum zweiten verliert man dadurch auch noch wertvollen Platz im Garten.

Vorausgesetzt ist natürlich eine gute Nachbarschaft, da die Hecke ja allseitig geschnitten werden muss. Dies gilt im besonderen Maße für immergrüne Gehölze.

Ich habe in meinem Garten die Hecken in Absprache mit meinen Nachbarn gesetzt, ob diese auch ihren Geschmack treffen und welche Höhe dann gewünscht wird. So wird zu einem Nachbarn durch meine Kirschlorbeerhecke die Einsicht von der Straße verhindert (ist so ein komisches Dreieck).

 

Eine Idee: Warum eine schnurgerade Heckke genau auf der Mitte? Macht lockere Bögen mit Büschen. Die einen stehen auf Eurem Grundstück, andere auf deren. Raumverlust gibt es so auch nicht, aber das Grundstück schaut nicht so langweilig aus und in solche Ausbuchtungen kann man sehr hübsch Blumen anpflanzen und/oder eine Bank reinstellen. Nichts ist so langweilig, wie ein Grundstück, das geometrisch angelegt ist. Runde Formen, Pflasterweg geschwungen, Büsche, die Interesse wecken, dahinter zu schauen, Abwechslung und neue Perspektiven. Durch geschwingene Bepflanzung könnt Ihr auch herrlich durch die Jahreszeiten spielen. Mal blüht es hier, mal dort, im Winter ist da grün, dort kahl und filigran. Das macht echte Abwechslung! So lebt Ihr mit den Jahreszeiten. Stringente Hecken bieten definitiv nur Arbeit und machen den Garten langweilig ohne Ende.

Schau mal Gartenzeitschriften an. Da ist immer Abwechslung angesagt. Schöne Gärten entstehen durch eine Harmonie zwischen Gleichmäßigkeit und Abwechslung. Da ein Kiesweg, dort ein Pflaster, eine Steinstufe mit Holzrosenbogen, da Rosen, daneben Lavendel und versteckt eine Bank zum ruhen, ums Eck eine kleine Holzterasse umrahmt von verschiedenen Gräsern und dahinter noch ein Moorbeet oder ein Wasserspiel.

Stell Dir im Gegenzug den Standardgarten mit der Thujahecke und dem ausgetrockneten Rasen mit nem Waschbetonplattenweg vor. An der Hauswand steht noch ein blaues Wasserfass und in der Ecke ein halb verfaulter Kompostbehälter.

Ich wüsste definitiv, was ich nicht wollte ... ;-)

 

So sieht meine "bunte" Sichtschutzhecke zum Nachbargrundstück aus. Sie ist noch "unbeschnitten" da noch ein Vogelnest drin ist.
Im Vordergrund stehen Himbeer- und Aroniabüche.
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Es kommt meiner Meinung nach auch darauf an, ob ihr Kinder habt. Die meisten Heckenpflanzen sind giftig oder lösen allergische Reaktionen aus. War z.B. auch bei meiner Frau so, die auf unsere Efeuhecke stark reagiert hat. Da wir aber auch Kleinkinder haben, haben wir uns gegen die üblichen, schnellwachsenden Gewächse entschieden, weil sie wie gesagt zumeist giftig sind und unsere Efeuhecke komplett entfernt (ist übrigens eine ziemliche Arbeit, da Efeu kräftig wurzelt). Wir haben uns nun für eine Kombilösung aus Holzzaun und Hecke entschieden, sobald wir an unsere Umrandung des Gartens kommen. Und was man auch nicht unterschätzen darf, ist der Pflegeaufwand. Meistens muss eine Hecke mehrmals im Jahr geschnitten werden, um eine ansprechende Form zu behalten. Darüber sollte man auf jeden Fall auch nachdenken, ob man das will.

 

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