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Fräser für massives Eichenholz

27.05.2013, 17:03
Hallo,

ich möchte mir ein Trainingsboard zum Klettertraining bauen und habe eine etwas ältere Metabo Oberfräse mit einer Aufnahme für 8mm Fräser. Als Werkstück dient eine massive Eichenholzplatte mit 58mm Tiefe. Ich werde in den Shops mit der vorhandenen Auswahl leider etwas erschlagen.

Ziel ist soetwas: http://www.antworks.at/product_strong%20ant%20I.html

Ich möchte bis ca. 40 bis 55mm tief in das Holz fräsen und vor allem ovale längliche Griffe einfräsen.

Es ist gar kein Problem, wenn ich in 3mm Schritten ins Holz reingehe(bin Student und hab Zeit;-). Die Griffaufnahmen sollten zw. 30 und 45mm groß sein(in der Höhe).

Ich denke ich brauche dafür einen Nutfräser. Weiß aber überhaupt nicht welchen ich nehmen soll.. Sollte wenn möglich unter 40 Euro(max. 45) liegen und für meine Anwendungen ausreichen.

Habe schonmal was rausgesucht:
http://www.sautershop.de/products/Oberfraesen-Zubehoer/Oberfraeser-HM-Fraeser/Schaft-8-mm/Nutfraeser/mit-DNAMICHartmetall/Nutfraeser-Z214.html
http://www.sautershop.de/products/Oberfraesen-Zubehoer/Oberfraeser-HM-Fraeser/Schaft-8-mm/Nutfraeser/Nutfraeser-Z2/Nutfraeser-HW-HM-D15-x-AL30-x-S8.html
http://www.sautershop.de/products/Oberfraesen-Zubehoer/Oberfraeser-HM-Fraeser/Schaft-8-mm/Nutfraeser/Nutfraeser-Z2Grundschneide/Nutfraeser-Z227.html

Denke der letze wäre vllt. ganz gut. die Fräser mit breiteren Durchmessern wären zwar wahrscheinlich besser, sind mir aber zu teuer.
Dürfte ja auch kein Problem sein zwei oder drei Durchgänge für einen Griff zu fräsen, oder?

Welchen Fräser würdet ihr mir empfehlen? Ich lasse mir gerne auch von anderen überzeugen.
Vielen Dank schonmal

Simon
 
Eichenholz, Fräser Eichenholz, Fräser
Bewerten: Bewertung 1 Bewertung
21 Antworten
Achja,

werde mir auch einen Forstnerbohrer mit 35mm zulegen, der in die Oberfräse passt, da ich auch einfache Löcher brauchen werde. Vllt. hilft das.

 

Ich glaube meine Meinung wird dir nicht gefallen.
Forstnerbohrer sind für Bohrmaschinen ausgelegt, 1500-2500 Umdrehungen.
Eine Fräse dreht deutlich schneller.

Die aufgeführten Fräser sind gut geeignet um einen Anfang zu machen. Die kommen aber keine 40-55 mm tief.
Dazu müsste der Fräser ca. 90mm lang sein. Die wenigsten Fräsen können aber einen 90mm Fräser verwenden ohne das schon eine gewisse Tiefe erreicht ist.

 

Hm. Gibt es Fräser mit 35mm Durchmesser? Habe bisher noch keinen gesehen. Hätte auch noch nen guten Akkuschrauber(Makita) für den Forstnerbohrer, allerdings wüsste ich nicht, wie ich den halbwegs sinnvoll einspannen kann.

Überlege jetzt die Platte für die Bohrungen einfach zum Schreiner zu bringen und nur die Griffe selber auszufräsen. Womit müsste ich denn rechnen, wenn ich mir vom Schreiner 10 bis 15 Löcher bohren lasse?

Danke schonmal.

 

Geändert von s3sispor (27.05.2013 um 21:59 Uhr)
Hallo Simon,

für die runden Löcher ist der Forstnerbohrer schon das richte Einsatzwerkzeug.
Wenn der Winkel stimmen soll dann in Verbindung mit einer Ständerbohrmaschine einsetzen und du kannst die Tiefe sehr gut wiederholen.

Achtung: beim Forstnerbohrer bleibt ein tieferer Bohrmittelpunkt sichtbar. Wenn das stört muss dann noch mit der Oberfräse die Tiefe nachgearbeitet werden.

Bei den länglichen Griffmulden würde ich einfach mehrere Löcher mit dem Forstnerbohrer nebeneinander setzen und dann noch mit der Oberfräse die Form und Tiefe nacharbeiten.

Wie schon von HansJoachim geschrieben musst du aber dann die max. Arbeitstiefe der Fräser beachten.

Vielleicht kannst du das bei einem Schreiner machen lassen. Die Preise würde ich einfach vor Ort nachfragen.

Gruß Robert

 

Danke nochmal.

Werde morgen mal ein paar Schreiner abklappern und nach Preisen fragen und/oder schauen ob ich bei Bekannten eine gute Standbohrmaschine auftreiben kann.

Die Löcher vom Forstnerbohrer wären kein Problem.

Gruß Simon

 

Zitat von s3sispor
Hm. Gibt es Fräser mit 35mm Durchmesser? Habe bisher noch keinen gesehen. ...

Danke schonmal.
Es gibt sogar Nutfräser mit 73 mm Gesamtlänge, 32 mm Frästiefe und 51 mm Durchmesser mit einem 12 mm Schaft.

 

Geändert von ForKids (29.05.2013 um 00:38 Uhr) , Grund: Wort "sogar" zugefügt
Zitat von s3sispor
Hallo,

...
http://www.sautershop.de/products/Oberfraesen-Zubehoer/Oberfraeser-HM-Fraeser/Schaft-8-mm/Nutfraeser/Nutfraeser-Z2Grundschneide/Nutfraeser-Z227.html

Denke der letze wäre vllt. ganz gut. die Fräser mit breiteren Durchmessern wären zwar wahrscheinlich besser, sind mir aber zu teuer.
Dürfte ja auch kein Problem sein zwei oder drei Durchgänge für einen Griff zu fräsen, oder?

Welchen Fräser würdet ihr mir empfehlen? Ich lasse mir gerne auch von anderen überzeugen.
Vielen Dank schonmal

Simon
Ein Fräser mit Hartmetall bestückter Stirnschneide(Grundschneide) ist nützlich zum Eintauchen des Fräsers.
Somit ist Deine Wahl gar nicht so schlecht.

LG

 

Guten Morgen,

dankeschön für die Bestätigung. Dieser wird es auch werden. Leider habe ich für die Fräse nur eine Fassung für 8mm.

Werde heute mal sehen wie ich das mit den Bohrungen gebacken bekomme. Vllt. erstelle ich ein Projekt darüber.

Gruß Simon

 

Vielleicht besorgst du dir einen kurzen Bündigfräser mit oben liegendem Anlaufring. Dann würde eine einzige 35mm Bohrung reichen um dir als Schablone zu dienen, die du dann mit dem Fräser immer wieder abfährst.

Und falls es egal ist ob da nachher 34,5 oder 35,5 raus kommt, kannst du die Schablone auch mit dem Akkubohrer herstellen - vorausgesetzt der kommt mit einem 35mm Forstnerbohrer klar.

Sollte der Akkubohrer etwas schwach auf der Brust sein, kannst du dir immer noch helfen indem du erst mal mit dem 35er nur 1 bis 2 mm tief bohrst und dann mit einem normalen Holzbohrer innerhalb des Kreises einiges an Material rausnimmst. Zwischen den Bohrungen immer einen Steg von einigen mm stehen lassen und das Loch für die Zentrierspitze in der Mitte nicht ausbohren. Danach wieder zurück zum Forstnerbohrer. Der hat nun deutlich weniger zu tun.

 

So.

Ich kann die nächsten Tage bei einem Freund in die Werkstatt und die Bohrungen dort mit einer Standbohrmaschine machen.

Jetzt stellt sich noch die Frage welchen Radius der Abrundfräser haben sollte. Ich denke er sollte 2, 3 oder 4mm haben(auf jeden Fall kleiner 5), damit das Holz an den Fingern nicht einschneidet, aber die Rundung klein genug ist, damit man nicht herausrutscht.

Was meint ihr, welchen ich nehmen sollte?
Ich kann ja notfalls auch mit der Hand nachschleifen, also lieber zu klein als zu groß.

Gruß Simon

 

Hmmmmmm ...
... dann will ich mal meine Gedanken zu Deinem Vorhaben äußern.

Vorab:
Ich kenne Deine Erfahrung im Umgang mit Fräsen und Massivholz nicht und weiß auch nicht welche Werkzeuge Dir zur Verfügung stehen. So gesehen kann es natürlich sein das mein Post überflüssig ist weil Du das schon wusstest, in dem Fall bitte ich um Nachsicht.


1. Eiche Massiv ist kein Käsekuchen!
Ich weiß nicht was Du für eine Oberfräse hast (ja Metabo nur welche?), aber ein 18mm Nutfräser "spant" schon 'was weg (vor allem beim eintauchen ein volles Material) ...

... und wenn Deine Oberfräse nicht ordentlich Leistung hat, wird die ganz schnell ganz dicke Backen bekommen (selbst wenn Du nur in 3mm Schritten fräst).


2. Das angestrebte Ergebnis ist a.m.S. NICHT FREIHAND mit einer Oberfräse zu erreichen. Du wirst zumindest einen/mehrere Anschläge benötigen. Trotzdem wird es vermutlich nur mit einer Schablone und Kopierhülse wirklich gut/sauber ...

Bei Verwendung einer Schablone mit Kopierhülse kannst/musst Du auch einen längeren Fräser verwenden, -DETAILS-

Die ausschließliche Verwendung eines Bündigfräsers (mit Anlaufring am Schaft) und einer Schablone, wird an der Länge des Fräsers/Hub der Oberfräse scheitern, da in diesem Fall die Schablone mindestens so dick sein muss wie die geplante Frästiefe ...


3. Absolut wichtig erscheint mir eine absolut saubere Ausführung aller Griffe. Eine kleine Ecke, ausgerissene Fasern usw. werden die Verletzungsgefahr erhöhen und je nach Größe/Tiefe u.U. das ganze Board unbrauchbar machen.

Wenn Du mit einer Schablone arbeiten willst ist es unabdingbar das diese optimal gearbeitet und geschliffen ist, denn jede kleine Unebenheit wird später auf das Werkstück übertragen. Trotzdem bleibt die Gefahr von Faseraus-/abrissen die durch die Qualität des Holzes, die Qualität des Fräsers und die Bearbeitung selbst, immer präsent sind.


4. Wenn Du das Board in einem geschlossenen Raum bearbeiten willst, ist (speziell bei Eiche Massivholz) eine gute Staubabsaugung und ein Mundschutz oberste Pflicht für Deine Gesundheit (Brille und Gehörschutz muss ich nicht extra erwähnen, oder?)




Wie würde ich es machen?

Werkzeug:
* Oberfräse >= 1.200 Watt
* Nutfräser = ca. 10mm mit Überlänge (je nach Fräse/Hub) aber eher mit kleinem Durchmesser
* Kopierhülsen mit 27mm und 24mm
* Kleinkram (Zwingen, Schutzausstattung usw.)

Wenn ich mir das Beispiel ansehe fällt mir auf, dass es eigentlich nur zwei Griffe mit unterschiedlichen Tiefen gibt.

Also fertige ich eine Schablone an, die auch nur diese beiden Griffe hat. Wichtig ist dabei, dass die Schablone "Übergröße" hat (auf jeden Fall mindestens die Breite des Werkstückes, u.U. sogar breiter), denn dann bin ich in der Lage, mit nur zwei Vorlagen (i.e. in der Mitte der Schablone) alle Bereiche des Werkstückes zu fräsen (durch verschieben der Schablone) und trotzdem die Schablone sicher auf dem Werkstück (und am Arbeitstisch) mit Zwingen zu befestigen.

Wenn Du nur eine kleine Schablone baust geht das natürlich auch (in dem Fall würde ich diese mit Schrauben auf dem Werkstück befestigen), aber dann musst/solltest Du diese Schraublöcher später mit einem Griff kaschieren.

Ich würde eine Schablone aus 16mm MDF herstellen (auf Maßbasis der 24er Kopierhülse!)

Beim fräsen wird die Schablone an der Stelle fixiert an der sich der entsprechende Griff später befinden soll. Dann wird die 27er Kopierhülse an der Oberfräse montiert und Material und Werkzeug entsprechend der Griff in mehreren Schritten gefräst.

Wenn der Griff fertig hergestellt ist wird die 27er Kopierhülse durch die 24er ersetzt und dann nur noch der Rand (1,5mm) rundherum (und natürlich auch in der Tiefe) "sauber/fein gefräst".

Usw. usf. bis Dein Griffboard exakt die Griffe hat die Du möchtest.

Danach die Griffe mit einem kleinen Abrundfräser "entschärfen", fertig.

 

Geändert von Linus1962 (29.05.2013 um 11:27 Uhr)
@Linus1962: Vielen Dank erstmal für deine ausführlichen Tipps und Entschuldigung, dass ich jetzt erst schreibe.

Habe mich die letzten Tage mal ein bisschen erkundingt wie das Arbeiten mit Kopierhülsen und Schablonen funktioniert und für mich entschieden, dass mir das deutlich zu aufwendig ist und ich es erstmal ohne probieren möchte. Zudem wird mein Board deutlich größer werden und auch Grifftiefen von 15,20,25,30,35,40 und 45mm haben.
Bei der Bearbeitung von Hartholz habe ich keine so große Erfahrung, allerdings habe ich schon mehrere Jahre im Metallbau gearbeitet und traue es mir zu die Griffe mit der Oberfräse "Freihand" zu fräsen. Eventuell spanne ich mir mit Zwingen auch ein Aluprofil auf mein Werkstück um die Fräse zu führen.

Bislang habe ich mit einem 35mm Forstnerbohrer alle Griffe an einer Standbohrmaschine vorgebohrt, sodass ich mit der Oberfräse jeweils nur noch 5mm Material abtragen muss(dadurch werden die Senkspitzen des Bohrers auch unsichtbar).

Dafür habe ich mir den besagten Fräser bestellt:
http://www.sautershop.de/products/Ob...eser-Z227.html

Zudem noch einen 2mm Abrundfräser.


Danke soweit für die ausführliche Hilfe. Werde euch wissen lassen ob ich erfolgreich war. ;.)

Simon


PS: Es handelt sich bei der Oberfräse um ein Metabo Ofe 529.

 

Hallo,

erstmal nochmal vielen Dank für euere ausführlichen Posts. Hat mir wirklich geholfen.

Habe die letzten 4 Wochenenden daran gewerkelt und bin mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Bei der ersten Nut hat die Metabo Oberfräse den Geist aufgegeben. Habe mir dann kurzfristig die Bosch 1400 besorgt. Ab da lief dann alles mehr oder weniger reibungslos. Die ganzen Bohrungen wurden an einer Standbohrmaschine mit Forstnerbohrern gemacht, die Griffe mit der Oberfräse und die zwei großen durchgehenen Griffe haben Neigungen(sieht man auf den Bildern vllt. nicht so gut) welche ich in mühevoller handarbeit mit Raspeln gemacht habe.

Im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden und werde in zukunft mit Sicherheit noch ab und an was mit der Oberfräse machen. Ist wirklich ein tolles Werkzeug.

@Linus1962: Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich evtl. doch mit Schablone und Kopierhülse hätte arbeiten sollen. Ich habe mir immer mit Aluprofilen seitlich und oben/unten Anschläge mit Zwingen angebracht, was dann doch extrem zeitaufwändig war. Aber jetzt hängt sie ja.

http://imageshack.us/photo/my-images/40/hle3.jpg/

http://imageshack.us/photo/my-images/703/agk.jpg/


Viele Grüße Simon

 

Na das sieht auf jeden Fall schon mal sehr ordentlich aus. Viel Spaß beim Training.

 

Woody  
Jössas, was ist das denn für ein Trumm? Zuwas dient das Simon?

 

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