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Fräsen schiefer Ebenen - Ideen zu Vorrichtungen oder Hilfswerkzeugen?

18.11.2013, 12:30
Hallo Heimwerker,

beim Entwerfen neuer Kinderspielzeug-Bastelprojekte stoße ich immer wieder auf die Fragestellung, wie man mit Hilfe einer Oberfräse eine schiefe Ebene fräsen kann und brauche zur Lösung Eure Hilfe.

Folgendes Beispiel soll das Problem verdeutlichen: Ich entwerfe gerade eine Motorhaube für einen kleinen Hauber-Holzlaster. Die Motorhaube besteht aus 18mm starkem Leimholz und hat in der Draufsicht einen leicht trapezförmigen Umriss, da sich die Haube nach vorne zu den „Scheinwerfern“ hin etwas verjüngt. So weit, so gut.

Das Problem ist die Seitenansicht: behält man über die ganze Haubenlänge die Materialstärke von 18mm bei sieht die Haube sehr plump aus, der Lkw wirkt von der Seite wie ein eckiger Klotz. Daher möchte ich die Haube so überfräsen, dass sie zur „Windschutzscheibe“ hin die 18mm Stärke hat, sich nach vorne aber um 9mm verjüngt. Nur wie geht so was mit der Oberfräse (Bosch 1400 ACE)?

Normalerweise würde man so was wohl mit der Kreissäge machen oder mit einem Schleifer, beides habe ich aber nicht. Einen entsprechenden Fräser gibt es nicht. Ich würde mir wohl einen Rahmen um das Bauteil basteln mit waagerechter Oberseite und dann das Teil auf einer Seite unterlegt im Rahmen sichern und überfräsen - dabei würde die Fräse nur auf dem Rahmen aufliegen. Ob das klappt - keine Ahnung.

Hat jemand eine bessere Idee?
 
Oberfräse, Schiefe Ebene Oberfräse, Schiefe Ebene
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16 Antworten
Die Frage ist nicht gang verständlich, möchtest Du "nur" eine Schräge oder Wölbungen fräsen? Schräge durch einen Schlitten mit Führungsleisten, wurde hier schon mal beschrieben.z.z. finde ich's nicht.

 

Munze1  
Mit einem grossen Abplattfräser liese sich sicher ein Teil gewölbt fräsen.
Der bedingt aber einen stationären Einsatz der Fräse, der Fräser ist of über 60 mm im Durchmesser.
Durch den Bau eines Pantorouters könntest du dieses Problem auf alle Fälle lösen. Matthias Wandel hat sogar ein altes Wahlscheibentelefon nachgefräst.

 

Ich weiß ja nicht "wie groß" die Motorhaube ist, aber glaube das eine "Fräse" nicht wirklich gut geeignet dafür ist.

Bei der Kantenfräse BOSCH GKF 600 gibt es einen "WINKELFRÄSKORB" der oft im Set angeboten wird. Damit habe ich schon Kantenanpassungen erfolgreich gefräst ...
... aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei Deiner Motorhaube klappt, weil diese sicherlich zu groß sein wird.

Dazu kommt die Problematik des Holzes selbst. in welcher Richtung wird das Holz abgenommen (Quer oder Längs zur Faser), welche Ausrisse sind zu erwarten usw. usf.

Zu guter Letzt sollten auch die Themen Kosten und Sicherheit betrachtet werden.
Mit einem kleinen Nutfräser und einer Arbeitslänge von 25,4mm kommst Du nicht wirklich weit und ein guter Nutfräser mit 50mm (oder mehr) Arbeitslänge kostet schon richtig Geld ...

... und ehrlich gesagt ist ein Nutfräser, der nicht nur mind. 50mm aus einem starren Fräskorb ragt, sondern sich auch mit ~30.000 U/min. dreht, alles andere als ein Kinderspielzeug. Die Kräfte die je nach Holzbeschaffenheit/-qualität axial einwirken und einen satten Rückschlag auslösen können, sind nicht zu verachten.

Ich würde das Thema vermutlich mit "SCHLEIFEN" angehen. Das ist nicht nur sehr viel sicherer sondern auch präziser und das Finish wird um einiges besser sein.

Das sollte mit einem stationären Bandschleifer schon recht gut funktionieren.

 

in was für einer Größenordnung wird die Motorhaube sein. Länge und Breite ? Höhe ist 18mm, oder ?

 

Alsi, ich könnte mir vorstellen, das die von Dir beschrieben Methode gut funktioniert. Vorrausgesetzt , der Rahmen ist stabiel genug und bietet der OF genügend Auflagefläche. Allerdings glaube ioch auch, das die Arbeit mit einem (auf dem Kopf stehenden) Bandschleifer schneller und einfacher zu erledigen ist. Oder, ganz klassisch, mit nem scharfen Handhobel....

Vielleicht auch vorher mit der Bandsäge, oder alternativ mit der Feinsäge das Gröbste wegsägen und mit dem Bandschleifer schlichten.

 

Es gibt Vorrichtungen für die OF um Rundungen bzw. Wölbungen zu fräsen. Allerdings sind solche Vorrichtungen für größere Projekte oder auch Kleinserien erstrebenswert. Ansonsten würde der Aufwand solcher Vorrichtungen dem Resultat bei Weitem übersteigen.
Ein Bau eines Pantorouters (@ Munze1 nebenbeibemerkt hat Matthias Wandel den Copycarver benutzt) oder Copycarver (dazu braucht man ein Original zum Abtasten) sind in diesem Fall unsinnig, da weder TKS noch Bandschleifer verfügbar sind. die Idee von sugrobi die Haube mit einem Handhobel grob vorzuhobeln und anschließend mit Schleifpapier rundzuschleifen ist machbar. Allerdings nicht ganz einfach, dieses setzt auch einiges Können und Geduld voraus, da kein Bandschleifer verfügbar ist.

 

Wenn ich Dich richtig verstehe,
genau für solche Arbeiten, bauen,wir unsere Fräse, da die Fräse an einen Aufhängung hängt und zu verfahren geht musst nur noch das Werkstück schräg darunter spannen. da du nicht viel Maschinen zur Verfügung hast, große Holzraspel, vielleicht Hobel und schleifen

 

Falls es wirklich gerade sein soll, such mal nach "tapering jig".

Die meisten sind zwar für Tischkreissägen, aber vielleicht gibt es auch eine für Fräsen, bzw. du kannst das Prinzip übernehmen aber modifizieren.

 

Haube im Tisch einspannen und mit dem Stechbeitel ran.
Bis der Rahmen zum Fräsen hergestellt ist und alles passt, hast Du mit dem Stechbeitel die Grundform schon ausgearbeitet.
Vor allem ist diese Methode auch die Sicherere...Finger wachsen nunmal nicht nach.

 

Munze1  
Zitat von Holzpaul
Es gibt Vorrichtungen für die OF um Rundungen bzw. Wölbungen zu fräsen. Allerdings sind solche Vorrichtungen für größere Projekte oder auch Kleinserien erstrebenswert. Ansonsten würde der Aufwand solcher Vorrichtungen dem Resultat bei Weitem übersteigen.
Ein Bau eines Pantorouters (@ Munze1 nebenbeibemerkt hat Matthias Wandel den Copycarver benutzt) oder Copycarver (dazu braucht man ein Original zum Abtasten) sind in diesem Fall unsinnig, da weder TKS noch Bandschleifer verfügbar sind. die Idee von sugrobi die Haube mit einem Handhobel grob vorzuhobeln und anschließend mit Schleifpapier rundzuschleifen ist machbar. Allerdings nicht ganz einfach, dieses setzt auch einiges Können und Geduld voraus, da kein Bandschleifer verfügbar ist.
Unsinn hin oder her, damit würde es gehen und Matthias hat auch für seinen hölzernen Pantorouter selbst Vorlagen erstellt.

 

Du könntest es auch mit der Kettensäge schneiden oder deine Handkreissäge zur Tischkreissäge umbauen. Oder mit der Stichsäge.

 

Schau Dir dieses Video an. So habe ich das gemeint. 2 Führungsleisten mit der Stichsäge in die gewünschte Schräge, alternativ einseitige Anheben des Werkstückes, Brett mit der Fräse drauf und den xxx-Abstand wegfräsen.


 

Geändert von Stromer (19.11.2013 um 17:17 Uhr)
@Stromer:

Ja, so habe ich es auch gemeint. ich denke ich werde es auch mal so versuchen und parallel mal einen Versuch mit der Feile starten. Wobei mir die Fräser dank höherer Präzision eigentlich lieber ist. Kann ja dann mal zeigen ob es geklappt hat...

 

Und ob das klappt, da bin ich mir ganz sicher!

 

Zitat von Munze1
Unsinn hin oder her, damit würde es gehen und Matthias hat auch für seinen hölzernen Pantorouter selbst Vorlagen erstellt.
Das es damit gehen würde bezweifele ich nicht. Habe schließlich Pantorouter und Copycarver u. a. von Matthias nachgebaut. Aber leider hat der Threadsteller keines dieser Vorrichtungen und weder eine TKS noch einen Bandschleifer. Ich fände es nur unsinnig eines dieser Vorrichtungen bauen zu wollen um eine einzige Schräge auf einem Werkstück zu fräsen.

 

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