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Flecken auf neu lackiertem Tisch (Spanplatte)

27.11.2013, 12:03
Hallo,
ich bin jetzt seit 5 Minuten Mitglied, also bitte ich im voraus um Verzeihung, falls ich falsch gepostet habe!

Ich habe seit Jahren 3 KLUBBO Tische von IKEA in anthrazit. IKEA beschreibt das Produkt so: Spanplatte, Hartfaserplatte, Papier, ABS-Kunststoff, Acrylfarbe.

Sie gefallen mir immer noch, allerdings ist der Lack an einigen Stellen abgeplatzt und Wasser ist an diesen Stellen eingedrungen. Ich habe vor einigen Tagen den kleinsten Tisch mit Schleifpapier (vom BAUHAUS, 80) manuell seines Lackes befreit. Ich dachte ich hätte das auch relativ gut und gleichmässig hinbekommen. Dann habe ich den Tisch abgestaubt und mit einem glänzende, anthrazitfarbenen, wasserlöslichen Lack von SCHÖNER WOHNEN gestrichen (mit einer Lackwalze). Die Farbe sieht toll aus, nur sieht man die Stellen, wo das Wasser eingedrungen ist als auch einige Schleifspuren am Rand.

Hätte ich einen Primer oder Haftgrund auftragen müssen? Habe ich nicht glatt genug geschliffen? Falls ich das mit einem Gerät machen wollte, welches würdet ihr empfehlen? Muss jetzt alles wieder runter, oder gibt es eine andere Lösung?

Danke im Voraus!
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14 Antworten

Die besten Antworten

Ekaat  
Du hast es genau richtig gemacht, denn die Bezeichnung »Maler« kommt vom Althochdeutschen und bedeutet »Flecken machen«
Nicht umsonst lernen Maler drei Jahre, allerdings manchmal vergebens - Zum Abtragen der Farbschicht (wenn es sein soll, meist ist es nicht nötig) ist Korn 80 oder 60 beim Schleifpapier eine gute Wahl. Danach muß aber quer zur vorherigen Schleifrichtung mit einem feineren Korn (z. B. K100, besser K120) geschliffen werden. Danach dann weiter mit mindestens K180, besser K210/220. Das sollte bei Holz genügen. [Bei Metall sollte weiter naß mit K600 und anschließend mit Polierpaste >K1000 gearbeitet werden] Jeder Schliff um 90° gedreht gegenüber dem Vorherigen. Ich schleife immer erst quer, dann längs (zur Faser, wenn es eine gibt) mit der gleichen Körnung.
Danach muß ein Einlaßgrund (Schnellschleif-Grundierung; z. B. von Clou) aufgebracht werden. Danach mit einem Schleifschwamm >K210 nacharbeiten. Nun kann kackiert werden.
Bei Hochglanzlack stören schon Löcher/Riefen von >10µm, bei Seidenmatt wird es störend ab ca. 40µm; das liegt daran, daß unser Auge die Unterschiede in der Lichtbrechung wahrnimmt - also nicht die Höhenunterschiede.im Material/der Farbschicht.
Kleine Sachen kann man ruhig mit der Hand schleifen

Ich hätte es auch wie du gemacht, den Tisch abgeschliffen und dann mit einer Lackierrolle lackiert. Allerdings hätte ich ein Tür- und Fensterlack verwendet, weil diese robuster sind.

Mein Tipp:
Nochmal schleifen und lackieren

 

80er Papier ist schon mal ein guter Start fürs Schleifen aber keine gute Basis fürs Lackieren.
Da wirst du noch über 120 und 150 zu 180 müssen damit die Schleifspuren nicht mehr so auffallen. Ausserdem werden sich die Stellen an der noch die alte Beschichtung war und die Stellen an denen alles abgeplatzt war im Saugverhalten unterscheiden. Dem könntest du vielleicht bei kommen indem du erst noch Grundierst.

 

Ich würde es auch zunächst damit probieren noch einmal zu schleifen und zu lackieren.

 

noch mal anschleifen und dann einmal mit einer Holzgrundierung grundieren... - dann noch mal anschleifen und lackieren...
Die Grundierung schafft ein gleichmäßiges Saugverhalten und füllt auch kleine Ritzen auf...

 

Ekaat  
Du hast es genau richtig gemacht, denn die Bezeichnung »Maler« kommt vom Althochdeutschen und bedeutet »Flecken machen«
Nicht umsonst lernen Maler drei Jahre, allerdings manchmal vergebens - Zum Abtragen der Farbschicht (wenn es sein soll, meist ist es nicht nötig) ist Korn 80 oder 60 beim Schleifpapier eine gute Wahl. Danach muß aber quer zur vorherigen Schleifrichtung mit einem feineren Korn (z. B. K100, besser K120) geschliffen werden. Danach dann weiter mit mindestens K180, besser K210/220. Das sollte bei Holz genügen. [Bei Metall sollte weiter naß mit K600 und anschließend mit Polierpaste >K1000 gearbeitet werden] Jeder Schliff um 90° gedreht gegenüber dem Vorherigen. Ich schleife immer erst quer, dann längs (zur Faser, wenn es eine gibt) mit der gleichen Körnung.
Danach muß ein Einlaßgrund (Schnellschleif-Grundierung; z. B. von Clou) aufgebracht werden. Danach mit einem Schleifschwamm >K210 nacharbeiten. Nun kann kackiert werden.
Bei Hochglanzlack stören schon Löcher/Riefen von >10µm, bei Seidenmatt wird es störend ab ca. 40µm; das liegt daran, daß unser Auge die Unterschiede in der Lichtbrechung wahrnimmt - also nicht die Höhenunterschiede.im Material/der Farbschicht.

 

Kleine Sachen kann man ruhig mit der Hand schleifen

Ja, das hat sogar sehr gut geklappt. Die Technik macht den Unterschied! Daran muss ich jetzt feilen.

 

Zitat von Fernton
80er Papier ist schon mal ein guter Start fürs Schleifen aber keine gute Basis fürs Lackieren.
Da wirst du noch über 120 und 150 zu 180 müssen damit die Schleifspuren nicht mehr so auffallen. Ausserdem werden sich die Stellen an der noch die alte Beschichtung war und die Stellen an denen alles abgeplatzt war im Saugverhalten unterscheiden. Dem könntest du vielleicht bei kommen indem du erst noch Grundierst.
Danke für die Angaben! Ich war ein wenig ungeduldig und hatte keine Grundierung daheim...

 

Zitat von Pettersson
noch mal anschleifen und dann einmal mit einer Holzgrundierung grundieren... - dann noch mal anschleifen und lackieren...
Die Grundierung schafft ein gleichmäßiges Saugverhalten und füllt auch kleine Ritzen auf...
An das Anschlaeifen nach der Grundierung hätte ich jetzt nicht gedacht. Danke!

 

Zitat von Ekaat
Du hast es genau richtig gemacht, denn die Bezeichnung »Maler« kommt vom Althochdeutschen und bedeutet »Flecken machen«
Nicht umsonst lernen Maler drei Jahre, allerdings manchmal vergebens - Zum Abtragen der Farbschicht (wenn es sein soll, meist ist es nicht nötig) ist Korn 80 oder 60 beim Schleifpapier eine gute Wahl. Danach muß aber quer zur vorherigen Schleifrichtung mit einem feineren Korn (z. B. K100, besser K120) geschliffen werden. Danach dann weiter mit mindestens K180, besser K210/220. Das sollte bei Holz genügen. [Bei Metall sollte weiter naß mit K600 und anschließend mit Polierpaste >K1000 gearbeitet werden] Jeder Schliff um 90° gedreht gegenüber dem Vorherigen. Ich schleife immer erst quer, dann längs (zur Faser, wenn es eine gibt) mit der gleichen Körnung.
Danach muß ein Einlaßgrund (Schnellschleif-Grundierung; z. B. von Clou) aufgebracht werden. Danach mit einem Schleifschwamm >K210 nacharbeiten. Nun kann kackiert werden.
Bei Hochglanzlack stören schon Löcher/Riefen von >10µm, bei Seidenmatt wird es störend ab ca. 40µm; das liegt daran, daß unser Auge die Unterschiede in der Lichtbrechung wahrnimmt - also nicht die Höhenunterschiede.im Material/der Farbschicht.
Vielen Dnak für diese Anleitung! Ich werde mich damit vielleicht an alle 3 Tische ran machen!

 

das nochmal schleifen würde ich Dir auch empfehlen ( siehe auch oben )..... aber,....
da Du die Fläche wieder mit der Lackwalze machen willst, reicht ein ANSCHLEIFEN ...
mit z.B. 240er bis 320er Naßschleifpapier ( mit glattem Holzklotz ) wenn Du dann noch
Riefen siehst, muss gespachtelt werden ( Malerspachtel, oder den schnellen Spachtel mit der roten Härterpaste ) und nach dem Spachteln diesen Bereich wieder glatt anschleifen !
Gleiche Acryl-Lacksorte verwenden, wenn der Grund leicht angeschliffen ist , hält die
nachfolgende Schicht ! zuvor Oberfläche mit Terpentin kurz abwischen... um Fettrückstände zu beseitigen ( ich nehme für sowas.. aromatenfreies Terpentin... stinkt nicht so sehr ! )
Gruss....

 

Geändert von Hazett (29.11.2013 um 14:01 Uhr)
Noch zur Ergänzung: Selbst wenn man Holz mit 220 bestens geschliffen hat bewirkt der erste Farbauftrag, dass Holzfasern aufstehen. Deshalb wässern Profis die geschliffene Platte und schleifen diese nach dem Trocknen noch einmal. Wenn man das Wässern auslässt geschieht etwa der gleiche Effekt durch einen ersten Farb-Lackauftrag (meist mit verdünntem Lack). Danach muss in jedem Fall noch einmal lackiert werden.

 

Schleifen und eine gute Grundierung sind vorraussetzung für eine anständige Endlackierung.
Für den ersten Schliff würde ich mit K100 beginnen, gefolgt von K180 und K280.
Zum säubern der geschliffenen Fläche vor der Grundierung würde ich Kunstharzverdünnung empfehlen, da Terpentin ölige Rückstände hinterlässt.
Eine sehr empfehlenswerte Grundierung, auch zum Lackieren von Türen, ist der Schnellschleifgrund von Herbol. Vorteil dieser Grundierung sind der Verlauf, die schnelle Trocknung und die enorm gute Schleifbarkeit. Während andere Grundierungen beim schleifen das Schleifpapier mit kleinen "Würstchen" zusetzen und nicht wirklich geschliffen wird, kann man beim Schnellschleifgrund den Zwischenanschliff mit K400 oder K600 durchführen.
Die Endlackierung darauf wird im Ergebnis überzeugen.

Gruss,
Frank.

 

Zitat von herikip
Noch zur Ergänzung: Selbst wenn man Holz mit 220 bestens geschliffen hat bewirkt der erste Farbauftrag, dass Holzfasern aufstehen. Deshalb wässern Profis die geschliffene Platte und schleifen diese nach dem Trocknen noch einmal. Wenn man das Wässern auslässt geschieht etwa der gleiche Effekt durch einen ersten Farb-Lackauftrag (meist mit verdünntem Lack). Danach muss in jedem Fall noch einmal lackiert werden.
Richtig!
Hinzuzufügen sei noch, dass man nach dem Wässern "scharfes" und kein abgenutztes Schleifpapier benutzt. Mit abgenutzten Schleifpapier drückt man die Fasern nur wieder zurück und das Wässern war für die Katz.

 

Ekaat  
Das Wässern und die Behandlung mit Schnellschleifgrund ist nahezu identisch. Nur ist bei Schnellschleifgrund nach dem Abschmirgeln der hochstehenden Fasern alles Andere gebunden in dem Lack. Und dieser letzte Schleifgang sollte mit einem feinen Schleifschwamm geschehen.

 

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