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Fichtenleimholz richtig lackieren

15.01.2016, 15:55
Hallo zusammen,

ich möchte eine bearbeitete Holzplatte aus Fichtenleimholz mit Klarlack überziehen. Die Platte ist mit 240er Körnung geschliffen, befeuchtet und nachgeschliffen.

Als Lack habe ich mir diesen Klarlack aus dem Baumarkt ausgesucht. (2in1 Klarlack)

Das Holz ist anscheinend recht "saugfreudig".
Nach der ersten Schicht bin ich mit 600er Korn nochmal leicht rüber, weil sich doch viele rauhe Stellen gezeigt haben.
Nach der zweiten Schicht waren zwar keine rauhen Stellen mehr zu fühlen, aber den "Lackeffekt" sehe ich bei dem Werkstück noch immer nicht.

Ich möchte das so lackieren, daß man das Holz (die Struktur) sieht, aber nicht fühlt (also sehr glatt).

Muss ich noch mehr Schichten auftragen? Habe ich vielleicht den falschen Lack oder die falschen Vorstellungen, wie das am Ende aussieht/sich anfühlt? Welchen Lack sollte ich nehmen? Irgendwelche Tipps oder Ideen?
 
Fichtenleimholz, Klarlack Fichtenleimholz, Klarlack
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15 Antworten
Woody  
Hast du auch die glänzende Version gekauft? Und nicht irrtümlich die seidenmatte? Ich frag nur, weil mir das auch schon mal passiert ist.

Ich lackiere eigentlich sehr gerne mit Bootslack klar, hat allerdings sehr lange Aushärtungszeit (mehrere Tage). Dafür glänzt die Oberfläche dann wirklich schön.

Aber ich denke es wird sich sicher noch unser Lackspezialist ruesay zu Wort melden, dem kannst mehr vertrauen als mir Laien

 

Ich finde die Bezeichnungen immer so klasse im Baumarkt... "2in1 Klarlack"...

Um eine richtig" dicke" Schicht drauf zu bekommen, musst du 4 oder 5 Mal mit dem Klarlack drauf. Achtung: nach jeder Schicht mindestens 24 Trocknungszeit beachten. Nach der letzten Schicht 72 Stunden warten.

Da ich nicht weiß, was du lackierst, wäre ein Angabe darüber nicht schlecht.

Und Woody hat recht, mit Bootslack bekommt man eher eine höhere Schichtdicke hin.

Wobei wir bei jedem Anstrich von etwa 20 Micrometer reden. Ein Fingernagel ist dagegen schon Daumendick.

 

War ja klar. Ich habe seidenmatt gekauft. Aber das dürfte sich nicht auf die Haptik auswirken, oder?

Ich habe inzwischen drei Schichten aufgetragen. Und immer knapp 24 Stunden dazwischen Zeit gelassen. Meine Werkstatt ist im Keller. Das bedeutet kühl, aber nicht kalt - Ich erwähne das nur, wegen der Auswirkung auf die Durchtrocknungszeit.

Aufgetragen habe ich das mit einem Pinsel (dem auf der Dose empfohlenen aus der blauen Serie/für Lacke).

Erste Schicht recht dünn/zaghaft, so daß ich im Licht gesehen habe, wo ich schon war.
Die zweite und dritte Schicht habe ich satt aufgetragen. Da der Lack nach dem Aufmischen weiß ist, kann man recht gut erkennen, wo man schon war.

Klingt fast so, als nehme ich das jetzt als Grundierung für den Bootslack, oder?
Oder - wenn so 2in1 Lack Blödsinn ist - was verwendet man denn so als Grundierung für die Kombination von Leimholz und Klarlack? Ist die vorherige Behandlung mit Schellack ein Versuch wert?

Am Ende möchte ich eine "dicke" Klarlackschicht, auf der man auch mal eine Kaffeetasse abstellen kann.

 

kjs
Wenn Du eine Oberfläche willst die fast wie eine Glasplatte aussieht und nicht mit Epoxy beschichten willst bleibt Dir eigentlich nur der Yacht- und Bootslack übrig. Da dieser nicht zur Verwendung im Wohnbereich deklariert ist wirst Du eben high wenn Du in der kleinen Kammer streichst oder gehst ein wenn Du die Dose austrinkst. Der ist eben noch so wie alle guten Lacke waren ehe der Schutz der Dummen eingeführt wurde.
Stinkt wie die Pest, trocknet langsam und verfließt dadurch sauber und wird sehr hart. Als Klarlack verwende ich eigentlich nichts anderes mehr.
Bei Fichte/Tanne mußt Du trotzdem ein paar Mal streichen und schleifen weil das Holz so unterschiedlich saugt. Da Du aber schon "grundiert" hast dürfte es schnell gehen.

 

Zitat von kjs
...bleibt Dir eigentlich nur der Yacht- und Bootslack übrig. Da dieser nicht zur Verwendung im Wohnbereich deklariert ist...
Wie schaut es denn aus, wenn der Lack durchgetrocknet ist und das Teil im Wohnzimmer steht? Dünstet der Lack dann weiter aus, sodaß man dann trotzdem (mehr oder weniger) high wird? Bei Booten, die sich üblicherweise nicht im Wohnzimmer aufhalten, mag das ja weniger von Belang sein...

 

Dog
@ TE:
Wenn du doch lieber Bootslack nehmen willst musst du deinen Toom Lack erst runter schleifen.Der is auf Wasserbasis, das verträgt sich nich mit lösemittelhaltigen Lack.

 

kjs
Ich lasse den immer so eine Woche lang in der Garage stehen. Ist natürlich im Sommer besser da Wärme hilft. Jetzt während der kalten Jahreszeit kommen die Teile wenn sie trocken genug zum Anfassen sind in den Heizungskeller weil es da wärmer ist und automatisch belüftet. Danach riecht er nicht mehr.
Während des Trocknens dünstet halt eine Menge Verdünnung aus.

sehe gerade Dogs. Er hat Recht, runterschleifen mußt Du das Wasserzeug ehe Du umsteigst. Oder zumindest an einer ungefährlichen Stelle ausprobieren ob es gut gehen könnte. Wird aber mit 99% Wahrscheinlichkeit nicht..... Vieles von dem Zeug löst sich ja schon mit dem Fett von der Haut ab wenn man oft drauf patscht.

 

Geändert von kjs (15.01.2016 um 22:50 Uhr)
Nach drei aufgetragenen Schichten muss ich wahrscheinlich eine ganze Menge runter schleifen.

Besten Dank für eure Antworten. Ich werde mal sehen, wie ich mit dem aktuellen Werkstück weiter verfahre. Vielleicht mache ich die anderen Bretter mit Bootslack und nur das eine Brett mit dem 2in1 Klarlack. Würde (mich) zumindest vom Endergebnis nicht stören, weil das Brett (deswegen habe ich mit dem angefangen) nicht im direkten Sichtbereich ist.

 

Dann nimm lieber Parkettlack auf Wasserbasis. Zum einem musst du dann die Sachen, die du bisher gemacht hast, nicht wieder runter schleifen. Zum anderen "gast" dieser nicht aus.

Nachteil daran vielleicht (da bisher das Werkstück immer noch nicht genannt worden ist): Parkettlack geht nur bei liegenden Flächen sehr gut. Sprich, der Aufwand beim Streichen ist um einiges grösser.

Ebenfalls drei Schichten jeweils. Die Kanten dünner, die Flächen weiterhin mit dem Pinsel. Den Parkettlack nicht verdünnen, das beeinträchtigt das Fliessverhalten.

Bei normaler Umgebungstemperatur jeweils 12 bis 24 Stunden Durchtrocknung.

Hier unter Arbeitsschritt vier kann man sehen, wie das nach vier Schichten Parkettlack aufpoliert aussieht. Drei Schichten hätten wahrscheinlich ausgereicht, da ich aber polieren wollte, habe ich einmal mehr beschichtet.

 

kjs
Parkettlack hat in meinen Augen einen echten Nachteil so gut er ist, er läuft einem gern am Rand runter weil er zu stark auf flächiges Fließen ausgerichtet ist. Selbst wenn man ihn so dünn wie möglich aufträgt kann das passieren. Nachdem Gartenpaul nur ein Teil gestrichen hat ist er sicher besser beraten den Rest mit Bootslack zu machen und nur das eine Teil mit wasserbasiertem Parkettlack zu verbessern wenn es zu sehr absticht.
Das Ausgasen ist beim Bootslack ein Problem aber das muß man eben durch etwas verlängerte Lagerung "im Freien" ausgleichen. Ist auch sicherer denn für mindesten 1 Woche sollte man da nichts draufstellen was abfärben könnte.

 

Kann man ganz einfach verhindern: die dünnen Seiten zuerst, dann die Fläche vollstreichen. Nach ca. 10 bis 15 Minuten zieht der Parkettlack an und ich gehe mit einer trockenen Schaumstoffrolle nur noch einmal über die Seiten.

Keine Schnotten, keine Tropfen. Allerdings gebe ich zu, das stehende Elemente damit gar nicht gehen. Daher bin ich ja noch immer so gespannt, was Gartenpaul da so zaubert!

 

Woody  
Zitat von ruesay
.......... ...... Daher bin ich ja noch immer so gespannt, was Gartenpaul da so zaubert!
Ich vermute irgendwelche Abstellflächen, weil er was von "Kaffeehäferl hinstellen" weiter vorne erwähnt hat.

 

kjs
mit Malern hab ich nichts am Hut. Das versuche ich immer auf meine Frau abzuwälzen weil es bei ihr schöner wird. Hat es ja schließlich von ihrem Vater gelernt.......

Wenn ich nur auch schon "mein" Leimholz streichen könnte wäre ich froh! Mit dem Wellblech das derzeit im Baumarkt steht fange ich erst gar nicht an weil es damit eh nichts wird.

 

Nach ein paar Streichversuchen, kann ich endlich eine Rückmeldung geben. Da auch der dritte Anstrich mit dem 2in1 Klarlack nicht das erwartete/ gewünschte Ergebnis brachte, habe ich diese Treppen&Parkett-Versiegelung gekauft. Bootslack und reinen Parkettlack habe ich nicht gefunden , daher war das das nächste, was daran kam.

Der erste Anstrich mit der Versiegelung auf den bereits vorhandenen drei Schichten 2in1 war ziemlich ernüchternd - vor allem war ich nicht sicher, ob der Hinweis "alte Lackreste sind vorher zu entfernen" ernst zu nehmen ist. Es hat sich zwar eine Schicht aufgebaut, aber die unterschied sich kaum vom 2in1.

Der zweite Anstrich mit der Versiegelung brachte dann die Besserung! Es ist zwar nicht ganz genau so, wie ich mir das vorgstellt habe, aber vielleicht kann ich durch aufpolieren noch was verbessern.

Was mich besonders gewundert hat, ist, daß das oben benannte Produkt nicht so viskos ist, wie ich vermutet hatte. Ich bin davon ausgegangen, daß durch die waagerechte Verarbeitung die Pinselstriche sofort verlaufen, was sie aber nicht tun.

Vielleicht mache ich mal ein Vergleichsbrettchen für spätere Projekte...

 

Das liegt anscheinend an der Qualität der Versiegelung. Ich weiß, das hilft dir nicht, aber bei Bergolin Parkett und Treppenlack verläuft dieser einwandfrei.

Der erste Anstrich sieht übrigens nach der Trocknung immer wie gewollt und nicht gekonnt aus. Aufpolieren geht, aber sehr vorsichtig bitte.

 

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