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Feuchte Innenwand im 100 Jährigen Haus

09.06.2014, 22:04
Hallo Leute,,,wir haben uns ein altes Bauernhaus gekauft welches wir jetzt fast enkernt haben,,nun mussten wir feststellen das es an einer innenwand sehr feucht wird,reingeregnet hat es nicht.das haus ist möglicherweise auf sand gebaut.Die feuchte wand geht ca 2-3 meter tief in díe erde rein weil es praktisch auch die trennwand für die güllegrube ist,,,die wand ist aus ziegelstein.wasserschäden durch heizung,leitungswasser kann man komplett ausschliessen,,nun meine frage die mich sehr beunruhigt,,,,kann die zeigelwand die 3 meter in die tiefe geht die feuchtigkeit aus der erde hochziehen??vor ca 3 wochen hatte es unwetterartig geregnet!!!oder ist es möglich das der maurer damals falsch verputzt hat??ich frage lieber mal in die runde bevor ich mir teueren expertenrat verkaufen lasse,,,

mir kamen die wände vor dem kauf wirklich nicht so feut vor,,das wäre uns allerdings sofort aufgefallen,,hat jemand einen tip was das sein könnte??aussenwände sind eigentlich fast trocken,,bzw ok....

das foto zeigt die nun schlimme wand,,aufgenommen im schweinestall hinter der güllegrube die seit 20 jahren trocken ist!!!!man erkennt deutlich wie hoch das nasse zieht,,,hydromette zeigt 100 prozent feuchte an,,,schimmel ist keiner in der wohnung gewesen,,,die tapeten sind fast 30-40 jahre an der wand,,

vielen dank falls jemand was berichten kann,,,,ggf gibt es ähnliche fälle,,
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feuchte Wände, Innenwand feuchte Wände, Innenwand
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4 Antworten
Hallo doggstyle,

ich kenne ähnliche Schadensbilder, von denen aber noch keines innerhalb von drei Wochen aufgetreten ist, wenn die Feuchte von unten kam. Ich glaube nicht, dass ich Dir helfen kann, so wie Du Dein Problem beschreibst. Ich fürchte, das muss sich jemand anschauen, der sich mit der Bauweise auskennt. Trotzdem kurz meine Erfahrung:

Hier in der Pfalz gibt es viele ältere Gebäude, deren Fundament aus zweischaligem Sandsteinmauerwerk aufgeführt ist, das in der Regel rund einen Meter über die Geländeoberfläche ragt. Weiter aufwärts, üblicherweise ab der Decke zwischen Keller und Erdgeschoß, wurde ohne Sperrschicht mit Ziegelmauerwerk weiter gebaut. Dabei waren die Sandsteinfundamente im Original weder außen noch innen verputzt und der Kellerboden bestand allein aus gestampftem Lehm. Solche Keller hatten nie dicht schließende Kellerfenster, waren nie beheizt und hatten immer eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit: Geplant, gebaut und ursprünglich benutzt als Lagerkeller für Gemüse. Dabei hat man den Raum zwischen den zwei Sanstein-Mauerschalen des Fundamentes gern aufgefüllt mit vorgefundenem Erdreich, Sand oder sonstwas, das die Erdfeuchte wie ein Docht hochzieht und damit ein sehr gleichmäßiges Klima im Keller erzeugt.
Als mit dem Aufkommen der Kühlschränke und den Supermärken niemand mehr einen Lagerkeller für Gemüse gebraucht hat, wurden solche Keller gerne mal mit nem Estrich versehen, innen verputzt und der Sandsteinsockel außen verfliest.
Neue Kellerfenster rein, durch die es nicht mehr so zieht und ne Heizung: fertig war der Hobbyraum. Viele solcher 'Upgrades' vom Keller zum Hobbyraum haben erstaunlich lange gehalten, manche 20-30 Jahre, bis die Erdfeuchte durch den 'Docht' des Fundamentes im Erdgeschoß bemerkbar wurde. Meist hatte man bis dahin allerdings den Putz im Keller schon mehrmals erneuert - spätestens zuletzt mit dem besten Sanierputz, den der Baumarkt hatte oder den der Fachhandwerker empfohlen hat. Nur hatten alle beide vergessen zu sagen, dass ein klassischer Sanierputz ein Opferputz ist, der wieder runter muss, wenn er seinen Dienst getan hat, weil er dann völlig verkieselt und dicht ist - und vor allem: dass er das Problem selber nicht löst (Die beste und einfachste Lösung ist das Wiederherstellen des Orginalzustandes: Sandstein innen und außen freilegen, für Durchlüftung im Keller sorgen und drei Jahre warten, meistens kann der Estrich dann drin bleiben).
Ich will nicht auf weitere Details eingehen, Dein Problem scheint ohnehin anders gelagert zu sein. Vielleicht helfen Dir aber solche Parallel-Erfahrungen auch, um Dein Problem einzugrenzen.

Viel Erfolg!
Baldwin

 

Ferndiagnose halte ich für unseriös da es viel zu viele Möglichkeiten, Unwägbarkeiten und viel zu viele Wundermittelchen gibt. Ich finde das Buch "Gesund wohnen im Altbau" (http://www.amazon.de/dp/386611320X) zu diesem Thema ganz spannend.

Güllegrube/Stall kann übrigens auch bedeuten dass die Wand voller mineralischer Salze ist. Google auch mal danach.

Ohne jetzt konkret auf Dein Problem eingehen zu können (wie gesagt - kein Thema für Ferndiagnosen) will ich mal als Anregung unseren (noch nicht abgeschlossenen) Fall schildern. Vorab: Keine teure Sanierungslösung, kein riesiger Aufwand und keine Wundermittelchen sondern knappe 200 €.

Situation: Haus Ende 19. Jh, Außenwand im EG. Beim Abziehen der Tapete kamen uns 3 qm fühlbar feuchter Putz am Stück entgegen - einfach von der Wand geplumst.

Nachdem Reste und ein Stück Holzboden (auf Sand...) entfernt wurden sah man dass schon mal nachträglich eine Horizontalsperre in Form von eingelegten Bitumenbahnen über der untersten und der zweituntersten Steinreihe eingezogen wurden (wahrscheinlich Ende der 70er Jahre) - mit Erfolg für die Steine und den Mörtel dazwischen - beides trocken und fest. Die untersten Reihen wurden mit dünnem Styropor gegen den feuchten Sand geschützt. Aber der Putz war vollgesogen - es war bis unten auf den Sand verputzt. Der Sand wiederum ist feucht (evtl. durch den Gewölbekeller mit offenem Kohlenschacht (=> im Sommer Kondenswasser in rauhen Mengen) oder durch eine nicht 100 %-ige Abdichtung zur Straßen-/Regenseite).

Die Wand habe ich ca. 30 cm tief ausgegraben auf 20 cm Breite. Geht schnell. Dann das Stypropor weg und dreimal mit Dichtschlämme die Steine gegen den feuchten Sand abgedichtet (bis hoch zum festen alten Putz) und den Graben mit einigen Säcken Basaltsplitt (25 kg für 3 € im Baumarkt) gefüllt. Der ist kapilarbrechend und verhindert dass die Feuchtigkeit des Sandes wieder an die Mauer kommt. Darauf dann eine 10 mm Abstandsleiste gelegt, die Wand neu verputzt und die Leiste wieder entfernt. Der Putz kommt jetzt nicht mehr mit der Feuchtigkeit in Berührung und die Wand ist auch abgedichtet.

Der alte Holzboden war natürlich hinüber durch die Feuchtigkeit. Unter die Balken der neuen Konstruktion - die aus einem Holz für den Außenbereich sein werden - kommt nun noch eine etwas überstehende Bitumenbahn und darauf eine wasserfest verleimte Feuchtraum-OSB als Grundlage für den weiteren Fußboden. Das sollte das Wegfaulen des Holzes (die alte Konstruktion hat immerhin auch 40 Jahre gehalten) hinreichend lange verhindern.

In diesem Hohlraum werden noch ohnehin notwendige Rohre für einen neuen Heizkörper verlegt. Das sorgt für Konvektion und hoffentlich für mehr Trockenheit unter dem Fußboden.

Inzwischen ist der betroffene Fußbodenbereich seit drei Monaten offen und so lässt sich das Ganze schön beobachten. Man sieht am Split dass dieser am Rand (wo nur eine dünne Schicht auf dem Sand liegt) immer feucht ist - auch wenn der Sand eigentlich trocken aussieht so ist er es nur oberflächlich. Hat es draußen viel geregnet => größere feuchte Flecken an den dünnen Split-Stellen. War die Kellertür bei warmen Temperaturen läger offen (zuletzt zwei Wochen wegen Rohrarbeiten) => größere feuchte Flecken an den dünnen Split-Stellen. Deswegen will ich die Stelle auch nicht komplett dicht machen sondern atmen lassen.

Ob das funktioniert kann ich gerne in 5, 10 oder 20 Jahren berichten - solange müsste man für eine sichere Aussage zur Wirksamkeit von teuren "professionellen" Lösungen und Wundermittelchen allerdings auch warten. Sind ja Allmählichkeitsschäden.

 

Geändert von WerkenStattReden (10.06.2014 um 00:23 Uhr)
Janinez  
So schlimm, wie diese Wand aussieht, würde ich mir doch fachmännischen Rat holen

 

Hallo.

Wollte mal fragen, wir es mit der Feuchtigkeit im Haus aussieht. Haben die getroffenen Baumaßnahmen ihren Zweck erfüllt? Wenn nicht, könntest du dich ja mal bei mir melden. Ich hab eine Möglichkeit die Feuchtigkeit aus den Wänden und Fußböden zu bekommen - dauerhaft.

 

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