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Feldschmiede

14.06.2010, 16:05
Hallo, ich habe eine Feldschmiede in einer Scheune " gefunden". Jetzt habe ich mir Schmiedekohle besorgt, aber wie macht man das ganze denn an, nimmt man Holzkohle und einen Oelofenanzünder, oder wie schafft man es, die Schmiedekohle zum Glühen zu bringen und was macht man mit der ganzen Platte, ist die nur zum Lagern von Kohle oder was passiert hier ? Würde mich über Antworten sehr freuen, habe vor mehr als 40 Jahren dabei zugeschaut und möchte es super gerne selber ausprobieren. gartenanke
 
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20 Antworten
Hi gartenanke! Ein Photo würde hier helfen- ich habe zwar schon einmal eine Feldschmiede gesehen, kann mir Dein Modell trotzdem grad nicht vorstellen- Kannst Du das Objekt noch einmal ablichten?

 

Hallo Gartenanke!
Feldschmieden find ich klasse, und ich muss es Sascha gleich tun und frag Dich hier, was für eine Art Feldschmiede das ist, ich versteh die Frage zu der ganzen Platte nicht? Ein paar Freunde bauen seit letztem Jahr einen Steinofen um Eisen zu schmelzen und Messer zu schmieden. Da kann ich Dir zu der Schmiedekohle sagen, dass Du da keinen Ölanzünder brauchst. Sie brennt sehr gut und da reichen wirklich ein paar Holzspäne ( z.b. wenn man Holzscheite hackt), dünnes Holz, brennendes Zeitungspapier unter die Schmiedekohle oder eben meinetwegen Holzkohle. Nimm was Du da hast.

:-)

 

Hi Gartenanke, da die Feldschmiede schon etwas älter scheint wäre es fast frevel wenn Du Kohleanzünder zum anfeuern nehmen würdest, machs wie früher mit feinen trockenen Holzspäne die Du mit einen Fitipus anzündest. Wenn die Schmiede noch vollständig ist muß auch ein Blasebalg vorhanden sein der Sauerstoff durch die Esse bläst denn nur dadurch enstehen Temperaturen um EISEN schmieden zu können. Ein Foto wäre hilfreich. Gruß Lowtec

 

...den Blaseblag...den hab ich auch vergessen zu erwähnen. Danke Lowtec :-)

 

*ganz leise frag*

was ist ein Fitipus?

 

ein Blatt Zeitungspapier ca. 30cm lang dünn zusammenrollen und anzünden damit man sich die Finger nicht verbrennt. Wir hatten früher eine Kochmaschine in der Küche so nannte man einen Kohleofen zum kochen und backen mit einem Wasserfach auf der Seite für allzeit warmes Wasser dieser wurde so mit einem Fitipus angezündet. Leider benutze ich dieses Wort seit jahren nicht mehr und es könnte sein das es mit zwei t geschrieben wird, sorry... Lowtec

 

Zitat von Vungpui
...den Blaseblag...den hab ich auch vergessen zu erwähnen. Danke Lowtec :-)
bitte Vungpui, gern geschehen

 

Fidibus heisst das Ding zum Anzünden von allem möglichen, glaube ich :-)

Wird so selten noch benutzt - das wort und das Ding. eigentlich schade, ein wenig Nostalgie ist doch schön :-)

 

Wir haben auf Arbeit noch eine alte Schmiede mit dazugehörigen (alten) Schmied. Bei uns gerne Museum und Wärter genannt. Wenn Du möchtest kann ich da bei konkreten Fragen gerne nachhaken.

Wenn kräftige Kerle gefragt sind, "darf" ich (links) da öfters auch mal aushelfen
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So ein Angebot solltest du dir nicht entgehen lassen.

 

So eine alte Feldschmiede ist inzwischen wirklich eine Rarität und über ein Foto würden sich bestimmt viele freuen. Hat deine Feldschmiede auch Räder? Und sitzt das Gebläse wie üblich unterhalb des als Feuerherd dienenden Tisches, so dass es durch Hand- oder Fußbetrieb in Bewegung gesetzt werden kann. Besitzt deine Feldschmide sogar einen Schraubstock, auch das habe ich schon gesehen?
Ansonsten ist sicher das Anfachen des Schmiedefeuers mit einem Fidibus und trockenen Spänen zünftig und damit unbedingt zu empfehlen. Gruß Petra

 

Petra Du spricht mir aus der Seele !!! Gruß Lowtec

 

Ekaat  
Zitat von lowtec
ein Blatt Zeitungspapier ca. 30cm lang dünn zusammenrollen und anzünden damit man sich die Finger nicht verbrennt. Wir hatten früher eine Kochmaschine in der Küche so nannte man einen Kohleofen zum kochen und backen mit einem Wasserfach auf der Seite für allzeit warmes Wasser dieser wurde so mit einem Fitipus angezündet. Leider benutze ich dieses Wort seit jahren nicht mehr und es könnte sein das es mit zwei t geschrieben wird, sorry... Lowtec
Verbessere nicht gern: Fidibus. Hat mal ein Student geprägt, der sich damit seine Pfeife anzündete. Entlehnt ist das Wort aus einem Gedicht von Horaz »freundlich (fidibus) und gnädig stimme ich die Götter mit Weihrauch und Saitenspiel«. Und bevor Ihr jetzt alle vor Ehrfurcht platzt: Das habe ich soeben nachgelesen (Herkunftswörterbuch Duden). Mir war bislang die Herkunft des Wortes auch schleierhaft. Man lernt nie aus!

 

Ekaat  
Wenn Du nicht weißt, wie das Ding funktioniert, schenk' es mir! ;-)

 

Ekaat  
Solltest Du das Ding auf die Schmiedetemperatur von 780 - 820°C bringen und anfangen, zu Schmieden: Schwere Lederschürze und -handschuhe. Dazu eine Mütze, die die Haare verdeckt, eine Schutzbrille und bei größeren Teilen Sicherheitsschuhe unbeding benutzen. Kohle fällt herunter, ein Stück Stahl (nicht Eisen, das kann man auch kalt umformen) platzt ab und schießt Dir in den Ausschnitt, sog. Schmiedeläuse, weil sie ganz schön beißen. Habe schon mal selbst geschmiedet und weiß, wovon ich rede.
Viel Spaß damit.
Man kann allerdings, wenn man keinen gesteigerten Wert auf mittelalterliche Tradition legt, auch Gas zum Anzünden verwenden. Holzspäne, Holzscheite, Holzkohle, Anthrazitkohle. Die letztere muß weiß glühen, um die Temperatur zu erreichen. Bedenke, daß Du den Stahl beim Schmieden in Kohle aufkohlst, er ist dann nicht mehr schweißbar.

 

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