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Esstisch aus Konstruktionsholz

17.07.2013, 13:16
Ab kommender Woche habe ich drei Wochen Urlaub und diesen für mehrer kleine (und weniger kleine) Projekte verplant. Und bei dem ersten Projekt komme ich direkt mit mehreren Fragezeichen zu euch.

Ich möchte uns einen sehr rustikalen Esstisch bauen. Geplant ist eine Größe von 200x110.

Wir wohnen auf einem großen alten Bauernhof, der in den letzten Jahren zu mehreren kleinen und großen Wohnungen umgebaut wurde. Da an einigen Ecken noch fleißig umgebaut und renoviert wird, haben wir den Luxus, einen eigenen "Baumarkt" zu besitzen. Gestern bin ich dann dort auch mal eingekehrt und in Sachen Holz schnell fündig geworden. Neben einem kernsaniertem alten Speicher konnte ich alte Holzbohlen bzw. Konstruktionsholz finden, vermutlich aus dem Dachstuhl. Die Bohlen haben verschiedene Stärken und Breiten. Für meinen Tisch schienen mir Bohlen in einer Stärke von 8,5 cm und einer Breite von 25 cm passend. Die Länge der Bohlen ging jenseits der 5 m.

Ich weiß, eine Tischplatte von 8,5 cm ist eine ordentliche Ansage. Aber unser Tisch soll ruhig so massiv und dadurch auch rustikal werden.

Laut unserem Vermieter scheint es sich bei dem Holz um Nadelholz zu handeln. Ich habe mich mal im Netz schlau gemacht. Anscheinend wird Kiefer gerne als Konstruktionsholz im Dachbau gewählt. Und so wie die Dinger aussehen, scheinen die in der Vergangenheit da auch irgendwo benutzt worden zu sein.

So wie ich meinen Vermieter kenne, wäre das Holz geschenkt oder für ne schlanke Mark zu bekommen. Da das zudem über Jahrzehnte ausgetrocknet ist, scheint mir dieses Angebot unschlagbar zu sein.

Erste Frage: Ist Nadelholz (vermutl. Kiefer) als Esstisch zu gebrauchen oder ist das ggf. zu weich? Lohnt es sich unter den Vorraussetzungen teure Eiche zu kaufen?

Mal vorrausgesetzt, ich arbeite mit dem o.g. Holz. Um auf eine Breite von 110 cm zu kommen, würde ich einen Balken verjüngen und diesen dann in die Mitte der Tischplatte einbauen (optisch vermutlich am besten) eine Alternative wäre zwei schlankere Balken jeweils an den Rand zu legen. Rein praktisch würde ich zunächst vier der vermutlich fünf benötigten Balken bearbeiten (bündig hobeln/ schleifen) und dann schauen, was die an Breite eingebüßt haben. Dementsprechend dann den fünften bearbeiten, um auf meine 110 cm zu kommen.

Frage 2: Wie kann ich am besten solche Balken miteinander verbinden? Ich überlege, ob ich zwischen den Balken vielleicht 1-2 mm Platz lasse. Es sollte natürlich so wenig Verschraubung oder ähnliches zu sehen sein.

Für die Beine habe ich einen 11,5 x 13 cm starken Balken. Den würde ich vermutlich auf 11,5 x 11,5 cm runterarbeiten. Ich möchte die Tischplatte so mit den Beinen verbinden, dass die Beine von oben betrachtet zu sehen sind und dabei nicht bündig mit der Tischplatte abschließen, sondern vielleicht 1 cm über den Rand hinausschauen.

Vermutlich wäre es am einfachsten, die vier Beine mit einer Art Rahmen zu verbinden, auf der dann die Bohlen der Länge nach aufgelegt werden. Die beiden äußeren benötigen natürlich noch jeweils zwei Aussparungen um die Beine von oben zu sehen. So wären allerdings die Stützbalken deutlich sichtbar und ggf. sogar unterm Tisch störend. Ich würde mir, gerade bei einer Stärke von 8,5 cm wünschen, dass ein solcher Stützbalken nicht erforderlich wird.

dritte Frage: Geht das ohne Stützbalken?

Was haltet ihr von der Idee, auf die Innenseite der Tischbeine eine Nut einzufräsen? Diese jedoch nicht durchgehend, damit sie von außen betrachtet versteckt bleibt. Darin lasse ich ein Vierkantrohr ein. In die Bohlen fräse ich von unten eine weitere passende Nut, so dass das Vierkantrohr beim auflegen in diesen verschindet. Aufgrund der 8,5 cm müsste man schon im rechten Winkel von oben zwischen die Bohlen schauen, um das Rohr zu entdecken. Die beiden außen liegenden Balken haben so allerdings eine deutlich kleinere Auflagefläche auf dem Vierkant. Hier würde ich ggf. einen Winkel in Bein und Bohle versenken, so dass die übrige Hälfte der Bohle getragen wird und der Winkel nicht weiter auffällt.

Ich hoffe, ich konnte die Bilder, die auf verschmierten Skizzen vor mir liegen und darüber hinaus in meinem Kopf herumschwirren, hier in einen plausiblen Text bringen. Ich habe mal das gefundene Holz als Foto angehängt. Vielleicht hilft das ja weiter.
Ich bin für jede Anregung dankbar!
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Esstisch, Konstruktionsholz Esstisch, Konstruktionsholz
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4 Antworten
Um eine Tischplatte herzustellen, musst du schon verdammt gut hobeln und ausserdem die Balken richtig zusammenkleben, damit sich der Tisch nicht biegt.
Wenn Du auch auf Dickte hobeln kannst, würde ich mir die Balken so zusammenhobeln, dass sie "ineinander" passen.
Die Tischplatte würde ich dann aus dem Hirnholz zusammenkleben. Dann ist die Tischfläche wesentlich strapazierfähiger (Nadelholz ist recht weich und bekommt sehr schnell Dellen). Bei zusammenkleben von Hirnholz kann mann m.E. auch nicht so viele Fehler machen.
Du könntest Dir auf die Art auch ein spannendes Muster machen.
Anregung

Deine Tischbeinkonstruktion habe ich altersbedingt nicht kapiert.
;-)

PS
wenn das Holz draussen rumliegt / rumlag, solltest Du die Trockenheit messen. Auf jeden Fall würde ich das Holz SOFORT reinholen.

 

Hallo Schniebitzki

Ein kleines Projektchen wird das auf jeden Fall nict, eher ein Riesiges Monster Projekt


Die Tischplatte ist auf jeden Fall wie der Heinz andeutete das Schwierigste. Zuerst mal ist es verdammt unhandlich solche Bohlen gescheit zu hobeln, eine alte Krumme Bohle bringt ein Heimwerker eher nicht gerade hin, das ist sicher. Mit einer ADH in Heimwerkergrösse ists schwierig, da die Aufnahme und Abgabetische solcher Kleinen AMschinen einfach zu kurz sind. Man verdreht das Holz ohne es zu wollen.

Wenn dir eine Maschine mit minimum 1mb langen Tischen zur Vefügung steht wirds bedeutend einfacher. Wenn man hier dann noch zu zweit ist geht es relativ gut eine schöne Bohle hinzubekommen. Wichtig ist einfach dass das ganze nie verdreht wird,sonst ist das verleimen weniger lustig. Es ist auch möglich nur eine Seite zu hobeln und beide Kanten dazu zu fügen, denn wenn die Tischunterseite Natürlich ist, und es dort Absätze zwischen den Bohlen hat wirkst rustikaler


Also: Nehmen wir an nach dem Aushobeln hat die Bohle noch eine Stärke von ca. 80mm. Dann Kannst du sie Entweder auf zwei Kanthölzer legen und von unten mit z.B 5mm Abstand zwischen den Bohlen zu einer Platte verschrauben (von unten), oder du kansst die Platte verleimen. Verleimen geht theoretisch ohne irgendwelche verstärkungen, einfach Kante auf Kante. Wenn du Zugang zu einer Lamello Fräse hats kannst du das verleimen einfacher gestalten indem du alle 25cm zwei übereinander Gesetzte Lamellos einfräst, so ist das ausrichten bedeutend einfacher, die Oberfläche wird einigermassen eben.


Die Unterkonstruktion wäre recht einfach. Du müsstest die vier Beine wie vorgeschlagen mit Quer und Längsbalke vebinden. Diese kannst du ja 1cm nach innem versetzen, so dass sie bündig mit der Tischplatte abschliessen, die Beine aber trotzdem 1cm überstehen.




Ich find deine Idee übrigens Klasse, gewagt aber cool.

 

Ein ambitioniertes Projekt. Diese Monster in einen Zustand zu bekommen, dass man sie fügen kann, ist sicherlich eine Herausforderung. Noch größer wird die Herausforderung falls du so etwas noch nie gehobelt hast und dir die Maschinen dafür fehlen

Ganz ohne Stützkonstruktion wirst du nicht auskommen. Die Balken werden auch in verbautem Zustand weiter arbeiten und wollen gebändigt werden.

 

Ein anspruchsvolles Projekt hast Du Dir da ausgedacht. Aber sehr reizvoll.

Ich würde die Balken einzeln auf einer Unterkonstruktion befestigen, so kann man ihnen Platz zum Arbeiten geben. Da die Balken draußen liegen, werden sie garantiert noch ordentlich die Form ändern.

Zu viel abhobeln würde ich nicht, dann sieht das Holz ja wieder neu aus. Ich würde es nur bürsten.

Bei der heftigen Bohlendicke musst Du darauf achten, dass noch genügend Platz unter dem Tisch ist, um mit handelsüblichen Stühlen und kräftigen Oberschenkeln dran sitzen zu können. Oder Du machst die Beine sehr lange, dann wird aber der Tisch zu hoch und die meisten Gäste fühlen sich wie am Kindertisch.

Ansonsten: Tolle Idee! Lass uns dran teilhaben, wie der Tisch entsteht.

 

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