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Elektroschweißen und die richtige Stromstärke

17.05.2015, 17:43
Guten Tag,

ich schweiße gerne bin aber noch Leihe. Ich hoffe, hier einige Profis zu finden, die mir Tipps geben können.

Und zwar geht es um die richtige Einstellung der Stromstärke. Ich benutze ausschließlich GYS Elektrode mit einem tragbaren Elektroschweißgerät. Die Stromstärke der Elektrode wird auf der Verpackung nach Dicke des zu schweißenden Materials angegebene. Meine Erfahrung zeigt, dass dies oft zu viel ist. Welche Regel/Formel benutzt ihr, um die passende Stromstärke herauszufinden. Ich nehme an bei den Profis geht es oft nach Erfahrung. Aber habt ihr ein paar Tipps wie ich das erkennen kann.

Es ist oft so, dass ich durch das Material brenne. Es gibt nichts schwierigeres als ein Loch wieder zu zu schweißen ohne Schlackeneinschlüsse zu haben.
So langsam glaube ich Spezialist in Schweißschönheitskorrekturen zu werden als beim Schweißen selbst.

Die Qualität der hochgeladenen Bilder ist schlecht, aber ich hoffe es gibt trotzdem einen Eindruck was falsch gemacht wurde und was nicht.

Grüße
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19 Antworten

Die besten Antworten

Es kommt darauf an welches Material (güte) du verschweißt und danach nimmt man die entsprechenden Elektroden.
Für Allgemeinen Baustahl z.b. ST 37 reicht die Elektrodenfarbe gelb oder grün.
Für ST 42 Elektrodenfarbe grün.
Für ST 52 und ST 60 (das sind hochfeste Baustähle) die blauen wobei die, die wenigsten Heimwerker brauchen.
In meinem Arbeitsleben haben wir fast nur grün gebraucht, blau oder violett oder Spezialelektroden sehr selten.
Für Gartenzäune reichen die gelben,Stahlbau und Maschinenbau die grünen.
Werkzeugbau grün, blau und violett und Spezialelektroden.
Am leichtesten verschweißen lassen sich gelbe und grüne Elektroden.
Alles andere ist Üben und üben. Verzinktes Material lässt sich nicht gut schweißen da hilft es die Zinkschicht abzuschleifen.
FHO
also meine Faustformel liegt bei maximal 40A je mm Durchmesser der Elektrode.
Woher biste denn? Evtl kann dir mal wer die Hand führen? ;-)
Grundsätzlich sieht man, dass du noch weit am Anfang stehst.

 

Da können Dir die Profis einen guten Tipp geben, ich bin nur ein Hobby Schweißer und nehme 2,5 Elektronen (Blau) die Kleben nicht Fest, wirst Sehen, du bekommst einen guten Tipp oder Rat

 

die rechte Schw.Naht auf dem Bild 4/5 schaut schon gut aus, das Problem sind hier die unterschiedlichen Wandstärken, z.B. Flacheisendicke zur Wandstärke vom Quadratrohr !
Würde an Deiner Stelle mit z.B. 2mm Blechen öfters üben, mit dünner Elektrode (z.B. Blau ) und geringer Stromstärke beginnen, pappt die Elektrode sehr oft, wird die Stromstärke erhöht, bis es fast zum Lochbrand kommt... dann hast Du einen Anhaltpunkt, wo zu wenig, oder zu viel Strom vorhanden ist.... die Handhabungs-Fähigkeiten ,wie
Schräg z.B. die Elektrode zugeführt werden sollte, bekommst Du durch PROBIEREN am besten mit, ebenso ist zum Start ein kurzes Auftippen der Elektrode zum gleichmäßigen
Abbrand derselben hilfreich ! bis zu einer Stehnaht, oder sogar über Kopf... ist dann noch ein weiter Weg !
Eventuell werden von der VHS oder Handelskammer... Schweißkurse angeboten ....
auch Autogen ( GAS )... oder die modernen Schutzgas-Schweißungen ?
Gruss......

 

suche dir jemanden vom Fach und lass es dir richtig zeigen, ich schweiße zwar fast alles, aber es auch über Jahre gelernt.

 

Also als ich es gelernt habe hiess die grobe Fausformel Elektrodenstärke x 40 = Stromstärke. Ist natürlich nur ein Richtwert. Rest ist Erfahrung.

 

Ich nehme die Faustformel:
Durchmesser Kernelektrode x 40 Amp.

Klebt die Elektrode trotzdem, wird in kleinen Schritten erhöht.

Im Netz gibt es einige Videos, z. B. von den "Schweisshelden", wovon man einiges lernen kann.

 

FHO
Aber gerade bei dünnen Elektroden sind 40A/mm doch oft zu viel.

 

Das Problem mit den Nähten: Ich konnte sie nicht alle in der passende Richtung und Winkel (von Links nach Rechts) wie gewohnt durchführen. Liegende Schweißnahten bekomme ich eigentlich ganz gut hin. Ich werde mir auf jeden Fall einen Übungstag nehmen nur mit 2 mm Bleche. Und eine Tabelle mit den Stromstärken aufschreiben.

Ich war schon in der VHS. Aber es ist ein Einstieg gewesen und 2 Tage reichen nur zum Schnuppern. Meine Bedürfnisse sind mittlerweile etwas größer und exotischer als einfache liegende Nahten zu schweißen. Aus Platz und kosten Gründen werde ich nur Elektroschweißen in Betracht ziehen. Mein Gerät ist perfekt und war auch nicht billig!

Was ist mit blauer Elektrode gemeint? Ich hatte für die Bleche 2,5 mm Elektroden benutzt. Dem Beipackzettel sollten es 80 A sein. Ich habe 70 A benutzt. Um die Löcher zu zu machen bin ich auf 50 A bis 65 A runtergegangen. Gibt es keine Formel die genauer ist, denn den Maximalwert zu kennen ist gut, aber dann ist vielleicht das Loch schon da.
FHO: Das mein Weg noch lang ist, hast du gut erkannt, aber was ist dir konkret noch aufgefallen. Ich muss das wissen, um das nächste mal darauf zu achten.

Ich kenne leider keinen Schweißer. Schlossereien und Maschinenbaufirmen gibt es in der Gegend genug, aber ich kann mir nicht vorstellen, dort zu fragen. Eine schnelle Ausbildung wäre super. Aber ich bin selbst schon arbeitstätig. Ich glaube, ich muss da durch mit eurer Hilfe.

 

Brutus  
Mit Kerndurchmesser der Elektrode mal 40 Ampere und bei Bedarf stufenweise Erhöhung sollte das bald funktionieren.

Wichtig ist auch, wenn du verschiedene Materialstärken miteinender verschweißen möchtest, darauf zu achten, die Elektrode ein wenig mehr in Richtung des dickeren Materials zu halten damit das dünnere Material nicht wegbricht/wegschmilzt.

 

FHO
Zitat von Der1ASchaffer

FHO: Das mein Weg noch lang ist, hast du gut erkannt, aber was ist dir konkret noch aufgefallen. Ich muss das wissen, um das nächste mal darauf zu achten.



Wie gesagt, mit Standort kann man dir ggf real helfen.
Bilder zu besprechen ist schwierig, und aktuell bin ich nur mit dem Handy hier unterwegs.
Aber man sieht Fehler wie: Elektrode zu schnell geführt, zu schnell abgehoben, zu großer Abstand zwischen Elektrode und Material, schlechter Winkel der Elektrode usw
Wie kommst du darauf, dass du von links nach rechts schweißen solltest?

 

[QUOTE=FHO;903388]Wie gesagt, mit Standort kann man dir ggf real helfen.
/QUOTE]
Ich lebe in der Nähe von Villingen-Schwenningen

Zitat von FHO
Wie kommst du darauf, dass du von links nach rechts schweißen solltest?
Als Rechtshänder... und weil ich es so eingeübt habe. So kann ich es einfach am besten

 

Zitat von Brutus
Mit Kerndurchmesser der Elektrode mal 40 Ampere und bei Bedarf stufenweise Erhöhung sollte das bald funktionieren.

Wichtig ist auch, wenn du verschiedene Materialstärken miteinender verschweißen möchtest, darauf zu achten, die Elektrode ein wenig mehr in Richtung des dickeren Materials zu halten damit das dünnere Material nicht wegbricht/wegschmilzt.
Das kann nicht sein! mit einer 2,5 Elektrode wäre ich bei 100 A. Auf dem Beipackzettel steht 80 A für 2,5 - 6 mm Stahl. Nicht mal 3,2 Elektroden schweiße ich mit 132. Das würde doch nur mit 10 mm Stahl gehen. Oder ich habe etwas übersehen.

Vielleicht ist die Anzeige der Stromstärke von einem Gerät zum anderen anders und daher unzuverlässig? Ich habe nur einen Drehknopf.

 

Zitat von Der1ASchaffer
Das kann nicht sein! mit einer 2,5 Elektrode wäre ich bei 100 A. Auf dem Beipackzettel steht 80 A für 2,5 - 6 mm Stahl. Nicht mal 3,2 Elektroden schweiße ich mit 132. Das würde doch nur mit 10 mm Stahl gehen. Oder ich habe etwas übersehen.

Vielleicht ist die Anzeige der Stromstärke von einem Gerät zum anderen anders und daher unzuverlässig? Ich habe nur einen Drehknopf.
Die 80 A von deinem Beipackzettel werden ein Richtwert für 2,5mm-Stahl sein. Dickerer Stahl sollte dann auch erhöht werden.
Mit meinen Schweissgeräten komme ich mit der Faustformel fast immer hin. Gelegentlich etwas nachregeln +/- muss man immer.

 

Was passiert eigentlich wenn man die Schweißelektrode am Pluspol führt?
Sie ist ja eigentlich für den Minuspol gedacht.

 

FHO
Zitat von Der1ASchaffer
Was passiert eigentlich wenn man die Schweißelektrode am Pluspol führt?

Sie ist ja eigentlich für den Minuspol gedacht.

Für welchen Pol eine Elektrode gedacht ist, steht auf der Verpackung. Das ist abhängig von der Ummantelung- basisch, rutil usw
Man verändert effektiv zb auch die Temperatur beim Abbrand damit. Aber das ist halt von Elektrode zu Elektrode unterschiedlich und kann nur getestet werden würde ich sagen.

 

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