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Einhandwinkelschleifer und Holzbearbeitung

05.01.2016, 09:47
In meiner Freizeit stelle ich Didgeridoo’s aus Holz her. Dieses Hobby fröhne ich inzwischen seit 13 Jahren und in dieser Zeit habe ich einige Winkelschleifer „getötet.“
Mir ist durchaus klar das die Profis womöglich jetzt Kopfschüttelnd durch die Gegend laufen werden denn, Winkelschleifer sind für die Bearbeitung von Metall und Stein gedacht und nicht für Holz.
Ich bin allerdings nicht alleine mit dieser Problematik denn es gibt viele Künstler und Bildhauer die genauso arbeiten wie ich mit diesen Geräten. Das Problem ist, dass die Geräte nicht sehr lange „leben“ und oftmals ein „Hitzetod“ erleiden denn, die Lüftungskanäle der Geräte werden durch die Holzspäne und Staub recht schnell verstopft. Häufiges Reinigen ist also erforderlich damit die Geräte etwas länger am „Leben bleiben“ doch irgendwann ereilt es jeden.
Der Einsatz:
Winkelschleifer wird mit folgenden Werkzeugen bestückt:
  • Woodcarver-Scheibe von der Firma Arbortech
  • Woodcarver-Scheibe von der Firma Kaindl
  • Diverse Raspelscheiben
  • Schleifteller
Der „Woodcarver-Scheibe“ ist eine Rotierende Scheibe mit Durchmesser 100 mm oder 115 mm. Sie haben in der Regel 6 Schneidzähne (drei rechts und drei links gerichtet) welche die Geometrie einer Kettensäge haben. Damit kann man unglaublich viel Material in sehr kurzer Zeit entfernen. Mit Übung lassen sie sich auch sehr genau einsetzen. Für gute Ergebnisse ist es erforderlich darauf zu achten das die Zähne stets scharf gehalten werden. Entsprechende persönliche Schutzausrüstung ist unbedingt erforderlich!
Die Raspelscheiben sind unterteilt in Grob, Mittel und Fein und dienen überwiegend zum Abtragen von Freiformflächen an Außenkonturen.
Die Schleifteller sind dann für den Feineren Schliff vor dem endgültigen Feinschliff welcher von Hand ausgeführt wird.
Alle Holzarten welcher der Deutsche Wald zu bieten hat werden verarbeitet.
Derzeit besitze und benutze ich drei Einhandwinkelschleifer: Black & Decker, Flex und ein No-Name-Produkt vom Discounter.
Mein Bosch musste ich – leider – letztes Jahr „Beerdigen.“ Er hat sich tapfer gehalten und war stets treu. Er hatte keinerlei Leistungsprobleme und war stets sehr gut zu führen doch irgendwann viel ihm das „Atmen“ schwer und so kam dann am Ende den völligen Atemstillstand. Das hat er nicht so gut vertragen ;-)

Darüber hinaus habe ich diverse andere Geräte im Lauf der Zeit „Beerdigen“ müssen und das hat dazu geführt, dass ich diese Geräte nur noch als Einwegprodukt betrachte. Auch habe ich festgestellt dass es sich nicht lohnt viel Geld für diese Maschinen aus zu geben denn, es spielt keine Rolle ob es teuer oder billig war. Sie habe alle das gleiche Problem also lohnen sich teure Anschaffungen nicht. Den letzten die ich kaufte war das aus dem Discounter und es hat lediglich 25,- Euro gekostet. Hier ist zu erwähnen, dass das Gerät durchaus tauglich ist für das was ich damit mache und es zeigt eine ungewöhnliche Laufruhe.
Der Einsatz der Geräte ist hart und sie müssen mehrere Stunden am Stück ihre Arbeit leisten. Ich habe auch Überzüge aus Damenstrümpfe und ähnliches probiert um zu verhindern das Späne ins Innere gelangen doch das erwies sich eher als Suboptimal da sich dann der Staub davor setzt und wenn man den nicht rechtzeitig entfernt ist es sehr schnell um die Maschine geschehen.

Nun würde ich gern erfahren ob auch andere Anwender ähnliche Erfahrungen zu berichten wissen oder Tipps und Kniffe im Angebot haben.
 
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Bewerten: Bewertung 1 Bewertung
76 Antworten
Beim Schleifen/Schneiden von Beton oder Stein Staubts auch gewaltig.
Von den Billichdingern bin ich geheilt seit mir bei einem 2500W Winkelschleifer vom Discounter die 230er Scheibe sammt Antriebswelle und Mutter abgehauen ist,die Welle war im Getriebe am Tellerrad abgebrochen.Hab die Teure Vidiascheibe aus Nachbars Garten holen müssen.
Möglicherweise wäre ja die Blaue Serie was für dich,die ist doch für den Baustellenaltag gemacht?

 

Dog
Mal drüber nachgedacht das Werkzeug an sich auszutauschen?

Ein Winkelschleifer (egal welche Marke) ist nicht darauf ausgelegt stundenlang nonstop zu laufen.Ich würde da eher mal über die Anschaffung eines Geradschleifers bzw. gleich eine biegsame Welle nachdenken.Mit den Geräten kann man von viel Material runter fräsen / raspeln bis zu Feinschliff alles machen.

 

kjs
Da brauchste aber eine biegsame Welle mit wirklich gutem Griff! Der Woodcarver hackt ganz ordentlich. Der hat mich schon beim Zuschauen in Panikstimmung gebracht und ich war sichere 15ft davon entfernt.

 

Dog
Man kann ja vom Woodcarver auf Fräser umsteigen.

 

kjs
Das ist richtig aber dann braucht George 10+ Mal so lange bis er Musik machen kann. Mit einem Fräser wird das eine Ewigkeitsarbeit. Deshalb sind die Woodcarver bei Leuten die Skulpturen oder Möbel aus Baumteilen machen ja so beliebt. Da stehste innerhalb von Minuten in einem Berg von Spänen.

Oder meinste dass George Beschäftigungstherapie braucht?

 

Also ich habe den PWS 1300 - 125 CE testen dürfen. Dieser hat ein patentiertes Dust-Protection-System. Was das genau ist, kann ich nicht sagen, aber zumindest sind die Lüftungsschlitze über Eck und sehr schmal. Durch die lange Bauweise sind diese auch weiter von der Scheibe entfernt als bei anderen Geräten.

Die Konstant-Elektronik macht sich gut bemerkbar und Sanftanlauf (kein Schlingern beim An- und Ausschalten) und auch der Antivibrations-Handgriff machen die Arbeit entspannter. Der Handgriff hinten ist auch sehr ergonomisch und macht längeres Arbeiten angenehmer.

Auch die leicht verstellbare Schutzhaube und der gedämpfte Ton sind sehr anwenderfreundlich. Klasse ist auch, dass der Getriebekopf gedreht werden kann, so dass die Scheibe auch senkrecht gestellt werden kann. Manchmal sehr hilfreich, also wenn man längere Zeit in der senkrechten schleifen möchte. Ist einfach viel ergonomischer.

Ich kann Dir dieses Gerät sehr empfehlen! Wenn Du in der Nähe Stuttgart wohnen würdest, würde ich Dir das Gerät gerne mal ausleihen. Du wärst begeistert! Und im Netz findest Du diesen üner idealo.de für 89 Euro versandkostenfrei! Ein absolut toller Preis für die beste Maschine ...

 

@Hoppel 321: Diese Geschichten kenne ich. Gerade die größeren Geräte scheinen dafür Prädestiniert zu sein. Ich hatte diverse Billigmodelle der kleineren Einhandgeräte und bislang keine derartige Probleme.

@Dog: Zu Beginn habe ich die Instrumente mittels Hohlbeitel und Holzhammer ausgehölt. Das dauert ewig und tut den Handgelenke auf Dauer nicht gut. Ich habe so ziemlich alles ausprobiert was man sich einfallen lassen kann. Die Winkelschleifer die ich bisher hatte haben den Dauerbetrieb nichts ausgemacht und liefen allesamt sehr gut. Leistungseinbusen aufgrund langer Betriebszeiten habe ich bisher noch nicht erlebt. Fräser kommen hier leider nicht in Frage da es sehr lange dauert bis sie das Material abgetragen haben. Vor allem aber, sind sie nicht für die Formen die zu erzeugen sind geeignet. Was mich allerdings immer wieder gewundert hat ist, dass Oberfräsen den Holzspänen und Staub überhaupt nichts ausmachen aber Winkelschleifer leiden erheblich darunter.

@kjs: Ein Woodcarverscheibe auf eine Biegsamewelle wäre ein Selbstmörderischer Unterfangen. Ich habe eine gute Welle aber damit hätte man die Scheibe nicht unter Kontrolle und es würde extrem gefährlich werden. Die Woodcarver hacken so gut wie garnicht denn sie sind mit Spanbegrenzungen ausgestattet. Das soll natürlich nicht heißen das sie bei unvorsichtiger Handhabung nicht doch mal davon laufen aber im Grunde sind sie recht sicher. Die Woodcarverscheiben wurden explizit für Winkelschleifer entwickelt und sind in der tat derzeit das beste was es für diese Arbeiten gibt.

@Rainerle: Ob Profigerät oder Billiges spielte bisher keine Rolle. Sie haben alle das gleiche Problem. Einer meiner Aktuellen von Flex hat auch Staubschutz und Co. und dennoch müssen die Schlitze regelmäßig befreit werden. Ich hatte vor ein paar jahren im Gespräch mit Flex erfahren das sie ein Gerät im Program haben der mittels langer Schlauch die Luft extern holt. Dieser ist aber leider nicht praktikabel das der Schlauch beim arbeiten sehr stört.
Das von dir vorgeschlagene Gerät hat gleich mehrere Probleme. Es ist zu groß und damit auch unhandlich für Künstlerisches Werken und, Bosch schreibt das es für Holz und Kunststoff nicht geeignet ist. Vibrationen sind auch kein großes Thema denn die Scheiben die ich verwende laufen sehr rund und damit auch ruhig. Zumal ich mit einem Normalem Griff nichts anfangen könnte.

Hier noch ein Bild von mein letzter Boschgerät: Wie zu sehen ist, habe ich eine Kugel am selbstgebauter Griff montiert. Dies erlaubt eine deutlich bessere Handhabung bei dem was ich damit mache.
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	Kaindl Woodcarver Gold.jpg
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ID:	38386  

 

Und was ist da um den Winkelschleifer drum gewickelt? Ist das der "Damenstrumpf"?
Du musst bitte mal den bau eines Didgeridoos als Projekt einstellen.

Zum eigentlichen Probleme fällt mir spontan eine Art Abweiser ein, der den direkten einfall von Spänen erschwert. Zusätzlich vielleicht einen leistungsstarken Raumluftfilter, um den Feinen Staub aus der Luft zu hohlen. Der wird schliesslich auch angesaugt und trägt nicht gerade zum Erhalt der Geräte bei....

 

Es ist in der Tat ein Stück Strumpfmaterial. Es hat eigentlich gut funktioniert aber das dauernde befreien von Staub während der Arbeit war doch sehr störend.

Die Idee mit einem Abweiser klingt zunächst nicht schlecht allerdings wäre diese sicherlich im Wege während der Arbeit. Dazu muss man mal erlebt haben wie die Späne fliegen und dann versteht man weshalb so etwas nicht so sehr viel bringen würde. Bei der Menge an Staub und Späne würde ich mir von einer Absaugung nicht allzu viel versprechen denn sie müsste alles erfassen ehe es in der Nähe der Einsaugschlitze des Winkelschleifers kommen und ich glaube nicht, dass das gelingen würde.

 

Ich habe mir in den Feiertagen die Redwood Kings auf DMAX angeschaut. Dort wurde tolle und auch filigrane (halbwegs) mit einer sehr kleinen Kettensäge gemacht. Vielleicht wäre das eine Option?
Übrigens hätte ich auch gerne einen Redwood Wald in meiner Nähe...

 

Die Sägen mit diversen Schwertern kenne ich von Kettensägekünstler. Ich habe mich auch schon daran probiert. Für grobe Skulpturen sind sie sehr gut und es geht auch recht schnell.
Der Innenraum eines Didgeridoos dagegen ist keine grobe Angelegenheit sondern da kommt es auf Feinheiten an und daher scheidet die Kettensäge leider aus. Natürlich habe ich es auch schonmal damit versucht aber das Ergebnis war nicht sehr befriedigend.

 

Der Kühlluftansaug der Winkelschleifer und auch Oberfräsen ist aber auf der Netzkabelseite (dort wo die Knickschutztülle ist). Vorn an der Schutzhaube tritt die Luft aus.

 

Ich glaube das Problem liegt an den verwendeten Winkelschleifern. Das vom TO angesprochene "Bosch-Gerät" ist ein PWS 620, das ist ein kleiner, günstiger grüner Winkelschleifer. Für so eine Arbeit gibts wohl kein ungeeigneters Gerät mehr als dieser 600 Watt PWS. Mit einem guten blauen Winkelschleifer kann man 8 Stunden schleifen da geht gar nichts kaputt. Nur kriegt man den den halt nicht für 50€... Wir schleifen und raspeln seit Jahren Alte Holzwände mit einem GWS 1400. zwar nur ein paar Mal pro Jahr, aber dann meistens mehrere Tage à 9 Stunden. Der GWS wird zwar warm, aber überhitzen tut der wegen dem bisschen sicherlich nicht. Diese Geräte sind darauf ausgelegt 9 Std. am Tag zu laufen, und das in der Metallbearbeitung ( und Metallstaub ist sehr vielagressiver zur Maschine als Holzstaub). Die von dir verwendeten Geräte sind kleine Heimwerkerdinger, mit denen kann man nie vernünftig arbeiten. Ich würde dir empfehlen ein vernünftiges Gerät mit 1400 Watt oder mehr zu kaufen. Neu gibts in der Blauen Serie 1900 Watt 125mm Winkelschleifer, das wäre was für deine Arbeiten. Der kostet zwar rund 200€, aber damit kannst du locker 30 Jahre Didgeridoos aushöhlen..

Wenns etwas günstiger sein soll, der GWS 1400 für ist immer eine gute Wahl. Ein ganz simpler aber extrem robuster 1400 Watt Winkelschleifer.
Gruss David

 

Zitat von George1959
Die Idee mit einem Abweiser klingt zunächst nicht schlecht allerdings wäre diese sicherlich im Wege während der Arbeit. Dazu muss man mal erlebt haben wie die Späne fliegen und dann versteht man weshalb so etwas nicht so sehr viel bringen würde. Bei der Menge an Staub und Späne würde ich mir von einer Absaugung nicht allzu viel versprechen denn sie müsste alles erfassen ehe es in der Nähe der Einsaugschlitze des Winkelschleifers kommen und ich glaube nicht, dass das gelingen würde.
ich meinte Abweiser über die Lüftungsschlitze. Die sollen verhindern, das da größere Späne direkt reinfallen. Und ich meinte auch keine StaubABSAUGUNG, sondern einen Raumluftfilter. Der zieht permanent die Luft im Raum durch einen Filter und fängt so den feinen Staub auf.

Und nunja, einen Tod wirst Du sterben müßen. Entweder mal einen Blauen WS versuchen (kostet auch nicht so viel Geld, ich habe für meinen GWS 13-125 keine 100 Euro bezahlt) oder öfter neue Kaufen, oder durch verschiedene andere Maßnahmen etwas unhandlichere Geräte haben......

Oder...... gibt es eigentlich Luftdruck getriebene Winkelschleifer??

 

kjs
Meiner Meinung nach ist Georges Problem daß er einen möglichst kleinen und leichten Winkelschleifer braucht. Die Leistung ist für den Zweck gar nicht so wichtig. Und die gibt es meines Wissens eigentlich nicht in Profi-Versionen.

Der Bekannte bei dem ich zugesehen habe hat da echte Billigheimer für $9.99 verwendet die gerade mal 350W haben. Da hat er so 3-4 Stück mit den Scheiben darauf gehabt und alle 15-20min die Maschine gewechselt wenn es ihm in der Hand zu heiß wurde. Wenn eine den Geist aufgab hat er die Scheibe runter gemacht und das Ding in den Müll befördert.

 

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