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Einblasdämmung in doppelschaliges Mauerwerk

08.02.2013, 14:25
Moin,

wir haben ein Haus von 1935 mit doppelschaligem Mauerwerk. Dafür gibt es die Möglichkeit, eine so genannte Einblasdämmung in die Zwischenschicht zu blasen.

Darüber hört man jedoch (wie bei eigentlich allen Dämmthemen) unterschiedliches. Von "Boah ey, habt ihr ein Glück, dass ihr ne Einblasdämmung machen könnt. Watt besseres gibt es ja gar nicht." bis zu "Oh! Oh! Oh! bloß keine Einblasdämmung. Datt schimmelt ja schon beim Einblasen...und datt wird rischtisch doier."

Habt ihr Erfahrung damit oder kennt ihr ein gutes Forum oder einen Sachverständigen zu dem Thema?

Danke und Gruß, Axel
 
Einblasdämmung, Erfahrungen, Wärmedämmung Einblasdämmung, Erfahrungen, Wärmedämmung
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20 Antworten
Hallo Flachkoeppper,

diese Variante der Einblasdämmung stellt mit eine der sichersten und bewährten Varianten da. Durch die Dämmung wird die Luftkonvektion verhindert, was immer einen Vorteil in der Bauphysik darstellt. Wichtig ist ein luftdichter Abschluß von innen, was im Normalfall durch den Putz sichergestellt ist. Der größte Vorteil bei dieser Variante ist meiner Meinung nach, dass das Dämmmaterial vor dem Wetter geschützt ist.

 

Als Einblassdämstoff würde ich "Rigipearls" oder Steinwolleflocken verwenden. Beide Dämmstoffe werden von den meisten Firmen anhand der geringen Partikelgröße angeboten.

 

Ich fände es allerdings riskant, da man nie weiß, ob überall gleichmäßig gedämmt wurde. Schließlich ist beim Bau garantiert keiner davon ausgegangen, dass mal so gedämmt werden soll. Wäre das Haus schon unter dem Aspekt entstanden, wäre ich überzeugter. Wobei hier Kältebrücken eigentlich vorprogrammiert sind, da die beiden Bauschichten nie überall den gleichen Abstand haben können, geschweige denn überall getrennt sind, damit an jeder Stelle die gleiche Dämmung entsteht.

 

Zitat von Ricc
Ich fände es allerdings riskant, da man nie weiß, ob überall gleichmäßig gedämmt wurde. Schließlich ist beim Bau garantiert keiner davon ausgegangen, dass mal so gedämmt werden soll. Wäre das Haus schon unter dem Aspekt entstanden, wäre ich überzeugter. Wobei hier Kältebrücken eigentlich vorprogrammiert sind, da die beiden Bauschichten nie überall den gleichen Abstand haben können, geschweige denn überall getrennt sind, damit an jeder Stelle die gleiche Dämmung entsteht.
Dem stimme ich erst einmal zu, aber wird es dann mit Dämmung schlimmer als ohne?
Oder wird es u.U. nur nicht perfekt?

 

Ich würde sagen es wird nicht perfekt. Aber "nicht perfekt" bei einer Dämmung kann fatale Folgen haben. Es wird oft über Schimmel nach Dämmungen gemeckert und gesagt es liegt an der dichten Hülle. Das stimmt nicht. Grund ist die nicht perfekte Dämmung.

 

Einblasdämmung ist eine schöne Sache, aber was mir Kopfzerbrechen dabei bereitet : wenn sich die Dämmung setzt/verdichtet, da hab ich dann wieder stellen ohne Dämmung und man sieht es ja nicht da sich ja keiner die Arbeit macht und die Mauer aufhackt um nachzusehen. Ich hab da nicht so das Vetrauen. Zum Beispiel wenn du Locker Erde nimmst und die in ein Loch schüttest und mit den Füßen etwas verdichtest, setzt sie sich im laufe der Zeit trotzdem noch. Ist das bei der Einblasdämmung genauso ????? Das kann dir keiner so richtig sagen. Die Dämmfirma sagt dir natürlich das das nicht der Fall ist, aber können sie dir das auch über 10 Jahre und mehr Garantieren ?????

 

@white_ice

Das ist ganz einfach. Wir haben fast das ganze Haus mit Isofloc-Einblasdämmung gedämmt. Das war 1995. Um sicherzugehen dass es immer noch dicht ist, hat uns der Isolationsfachmann gratis alle 10 Jahre eine Nachkontrolle offeriert. 2005 waren von über 200m2 Dachfläche gerade mal 0,7m2 schadhaft, das hat er an einem Wintertag mit einer Wärmebildkamera festgestellt. Also an einer unauffälligen Stelle ein 35mm Loch gebohrt und das bisschen nachgeblasen (fast gratis)

Die Chance der Undichtheit ist extrem klein. Ausserdem kann man sich halt die ganze Dampfsperre-Sache ersparen, was ein riesengriosser Vorteil ist.

 

Da solche Einblasdämmungs-Materialien mit Druck eingeblasen werden, ist für die entlegenen Bereiche eine Zwangsbohrung ( oder mehrere) notwendig ! z.B. müsste unter jedem Fenster eine Befüllstelle sein, denn um das Rechteck herum können als erstes Fehlstellen
entstehen ! Zu beachten ist auch, unter der Bezeichnung "Perlite" sind sowohl die aus
PE - Kunststoff und dieselben mit Bitumen beschichtet gemeint ! Am besten fliessen ( oder
rieseln ) und damit die Lücken füllen, können die glatten Perlite, ohne Bitumen....
die mit Bitumen sind auch für ebenerdige Befüllungen ( Trittschall usw.) gedacht...
Habe die glatten PE-Perlite schon mit Gips verarbeitet, als Füllmaterial, weil das Zeug unverrottbar ist ( kommt ja kein UV-Licht daran !) und PE (mit Treibmittel zwecks
aufblähen) wird schon in der Automobil-Industrie seit vielen Jahrzehnten ohne
Probleme eingesetzt ! Jede Menge Info's gibt es dazu auch bei Knauf und anderen Anbietern ! Von Steinwollflocken würde ich Dir abraten, kann im Gegensatz zu Perlite
aus der Wand Feuchte aufnehmen, weil keine Trenn-Luftschicht dazwischen ist !
Gruss von Hazett
Nachtrag.... selbst die kleineren Perlite-Perlen lassen immer noch einen minimalen
Luftaustausch zu, wäre dem nicht so, könnte man die Hohlräume gleich mit PU-
Schaum zu stopfen !

 

Geändert von Hazett (09.02.2013 um 16:23 Uhr)
Moin,

danke für die Antworten. Das macht ja Hoffnung, dass das was für uns ist. Weiß jemand, wie Fensterleibungen berücksichtigt werden? Die Einfassung ist ja immer aus Stein und ohne Dämmhohlraum. Da hätte man dann die Brücke mit Kondesatbildung.

Kann durch das PErlite oder was auch immer man da nimmt Wasser diffundieren? Oder muss auch eine Art Dampfsperre eingebaut werden?

 

Moin,

unser Haus ist von 1926 und hat eine Einblasdämmung aus Perlit, diese wurde in den 90er Jahren durchgeführt. Es wird in mehrere stellen am Haus, z.B. unter dem Fenster etc. in das äußere Mauerwerk Löcher gebohrt und dann voll gemacht, nach beendigung wird das Loch wieder verschlossen.

Die Dämmung macht sich schon positiv bemerkbar, also nicht nur was für´n hohlen Zahn, wir waren jetzt von Sa. Morgen bis So. Abend nicht da, Heizkörper komplett abgedreht, im WoZi hatten wir 19 Grad am Sa., gestern waren immer noch 15,5 Grad. Zum Vergleich kamen wir in das Haus meiner Schwiegereltern, von 1924, Doppelwandig ohne Einblasdämmung, da wir alle etwas länger auf waren, ca. 1 Uhr So. waren es mit dem Ofen schnuckelige 24 Grad, selben Tag um 9h waren es nur noch 16 Grad.

Letztendlich muss jeder das für sich selber entscheiden, wir haben es nicht Gedämmt, daß waren unsere Vorgänger, aber wir sind damit sehr zufrieden und können es nur empfehlen, kein Schimmel oder ähnliches.

Es ist im Vergleich auch die günstigere Variante als das Haus mit Styropor einzupacken und geht auch schneller.

 

Hallo Liebe Leute,

bitte, bitte nicht persönlich nehmen, aber mir dreht sich gerade der Magen um, wenn ich das hier alles lese. Leider schreiben hier viele Leute ohne jegliches Fachwissen. Teilweise werden hier sogar grob falsche Aussagen gepostet. Bitte informiert Euch bevor Ihr so etwas schreibt!

Zitat von Ricc
Ich fände es allerdings riskant, da man nie weiß, ob überall gleichmäßig gedämmt wurde. Schließlich ist beim Bau garantiert keiner davon ausgegangen, dass mal so gedämmt werden soll. Wäre das Haus schon unter dem Aspekt entstanden, wäre ich überzeugter. Wobei hier Kältebrücken eigentlich vorprogrammiert sind, da die beiden Bauschichten nie überall den gleichen Abstand haben können, geschweige denn überall getrennt sind, damit an jeder Stelle die gleiche Dämmung entsteht.
1. Eine Kerndämmung darf nur von einem geschulten und autorisierten Fachbetrieb durchgeführt werden! Vorgabe des DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik)!

2. In dieser Schulung wird den Fachbetrieben genau gezeigt, wie eine nachträgliche Kerndämmung (mit Einblasdämmung) durchzuführen ist. Hierzu gehören die Berechnung der Hophlschichtdicke und -fläche um das benötigte Volumen zu ermitteln. Ferner die Einstellung der Maschine, um die richtige Einblasrohdichte zu erreichen.

3. Hierbei ist die jeweilige Einblasrohdichte das Stichwort. Wird die vom jeweiligen Hersteller vorgegebene Einblasrohdichte eingehalten, dann ist auch keine nachträgliche Setzung zu erwarten. Das hat damit zu tun, dass der Hersteller vorgegeben hat in welches Volumen (m3) wieviel Material passt. Das Volumen (in der Praxis also die Hohlschicht) wird vollständig gefüllt. Mehr Material passt also nicht mehr rein. Dementsprechend gibt es auch keine Fehlstellen oder Setzung!


Zitat von white_ice
Einblasdämmung ist eine schöne Sache, aber was mir Kopfzerbrechen dabei bereitet : wenn sich die Dämmung setzt/verdichtet, da hab ich dann wieder stellen ohne Dämmung und man sieht es ja nicht da sich ja keiner die Arbeit macht und die Mauer aufhackt um nachzusehen. Ich hab da nicht so das Vetrauen. Zum Beispiel wenn du Locker Erde nimmst und die in ein Loch schüttest und mit den Füßen etwas verdichtest, setzt sie sich im laufe der Zeit trotzdem noch. Ist das bei der Einblasdämmung genauso ????? Das kann dir keiner so richtig sagen. Die Dämmfirma sagt dir natürlich das das nicht der Fall ist, aber können sie dir das auch über 10 Jahre und mehr Garantieren ?????
1. Es gibt viele Fachbetriebe, die bereits jahrelang auf diesem Gebiet tätig sind und auch eine Garantie geben. Man muss nur danach fragen und vielleicht auch mal auf die Referenzen schauen.

2. Viele Fachbetriebe bieten auch eine Nachkontrolle an. Zudem gibt es die Möglichkeit eine Thermografie durchzuführen.


Zitat von Hazett
Da solche Einblasdämmungs-Materialien mit Druck eingeblasen werden, ist für die entlegenen Bereiche eine Zwangsbohrung ( oder mehrere) notwendig ! z.B. müsste unter jedem Fenster eine Befüllstelle sein, denn um das Rechteck herum können als erstes Fehlstellen
entstehen ! Zu beachten ist auch, unter der Bezeichnung "Perlite" sind sowohl die aus
PE - Kunststoff und dieselben mit Bitumen beschichtet gemeint ! Am besten fliessen ( oder
rieseln ) und damit die Lücken füllen, können die glatten Perlite, ohne Bitumen....
die mit Bitumen sind auch für ebenerdige Befüllungen ( Trittschall usw.) gedacht...
Habe die glatten PE-Perlite schon mit Gips verarbeitet, als Füllmaterial, weil das Zeug unverrottbar ist ( kommt ja kein UV-Licht daran !) und PE (mit Treibmittel zwecks
aufblähen) wird schon in der Automobil-Industrie seit vielen Jahrzehnten ohne
Probleme eingesetzt ! Jede Menge Info's gibt es dazu auch bei Knauf und anderen Anbietern ! Von Steinwollflocken würde ich Dir abraten, kann im Gegensatz zu Perlite
aus der Wand Feuchte aufnehmen, weil keine Trenn-Luftschicht dazwischen ist !
Gruss von Hazett
Nachtrag.... selbst die kleineren Perlite-Perlen lassen immer noch einen minimalen
Luftaustausch zu, wäre dem nicht so, könnte man die Hohlräume gleich mit PU-
Schaum zu stopfen !
1. Es gibt keine PE-Perlite! Das ist völliger Quatsch. Perlite ist ein alteriertes vulkanisches Glas und wird zu Gesteinen gezählt. Durch einen Erhitzungsvorgang auf ca. 1000 °C bläht sich Perlit auf und kann als Dämmstoff verwendet werden. Perlite wird nicht beschichtet!

2. Das was Sie meinen ist EPS (Expandiertes Polystyrol). EPS ist ein Kunststoffdämmstoff. Die Basis ist Rohöl. Und die Beschichtung besteht aus Graphit! Diese Beschichtung ist ein flammhemmendes Mittel.

3. Steinwollflocken oder Steinwollegranulat sind hydrophob (wasserabweisend). Ferner speichert Steinwollegranuat kein Wasser. Es ist diffusionsoffen und dichtet im Gegensatz zu Kunststoff das Haus nicht ab. Die Wände bleiben atmungsaktiv und warme feuchte Raumluft kann durch das Mauerwerk diffundieren.


Wer mehr fundiertes Wissen sucht, sollte Tante Google oder Wikipedia mal zu folgenden Stichworten befragen:

Einblasdämmung, Kerndämmung, Steinwollegranulat, Perlite etc.

Viele Grüße Euer Günther

 

Hallo Günther, Dein Fachwissen in Ehren, aber wenn hier nur Personen mit Fachwissen posten dürften und Meinungen nicht erlaubt wären, wäre es sehr still hier.

Zum Beispiel beginnt mein Beitrag mit "Ich fände..." Das heißt, es handelt sich um meine Meinung, zu der ich auch nach Deinem Schreiben stehe. Es ist nicht garantiert, dass der Hohlraum überall exakt gleich dick ist. Somit kann auch nicht überall eine gleiche Dämmung entstehen.

 

Zitat von Guenther_B

1. Eine Kerndämmung darf nur von einem geschulten und autorisierten Fachbetrieb durchgeführt werden! Vorgabe des DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik)!
In Deutschland kommt auch nur geprüftes Werkzeug in den Handel. Und ich denke wir alle hier wissen wieviel Müll trotzdem auf dem Markt ist. In Deutschland heißt geprüft eben nur noch dass es einer Norm entspricht - nicht dass es gut ist!

Ansonsten halte es hier wie Ricc. Es geht doch nicht nur um Fachwissen sondern auch um Erfahrungen und Meinungen.

 

Hallo Ricc,
hallo debit-photografix,

wie geschrieben, möchte ich hier niemand persönlich angreifen oder beleidigen. Und ich habe auch nicht geschrieben, dass hier nur Fachleute posten dürfen oder sollten.

Aber grundlegend falsche Fakten zu posten, halte für unfair, nicht richtig und auch nicht sinnvoll! Insbesondere dann, wenn sich Leute hier informieren wollen, ob eine Kerndämmung Sinn macht oder nicht. Hier wurden Halbwahrheiten und Dinge vom Hörensagen gepostet, die einfach nicht stimmen. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber auf fachlich geprüfte Quellen verweisen und nicht einfach irgendetwas behaupten, das man irgendwo aufgeschnappt hat. Das ist meine Meinung.

Noch ein paar Worte zu den Wärmebrücken (umgangsprachlich leider falsch als Kältebrücken bezeichnet). Das gesamte Temperaturniveau der einzelnen innenliegenden Wandschichten inklusive der Wärmebrücken wird bei einer Kerndämmung erhöht. Das Risiko der Schimmelbildung wird zusätzlich an Wärmebrücken, wie z.B. Ankersteinen, reduziert! Durch die Erhöhung der Wandtemperatur hat die warme und feuchtere Raumluft weniger Chancen zu kondensieren. Wärmere Wände minimieren somit die Schimmelbildung.

Viele Grüße Euer Günther

P.S.: Jetzt könnt Ihr mich virtuell teeren, steinigen usw. :-)

 

Hallo,

haben bei unserem Haus die komplette Dämmung selbst gemacht. Kellerdecke, Dachboden und Hohlschichtdämmung.
Ging prima. Bei der Hohlschichtdämmung haben wir vom
Dach aus die Giebel oben etwas los geschlagen und die Einblasdämmung hineingeschüttet. Hat hervorragend funktioniert. An den Stellen unterm Fenster haben wir Löcher in die Fugen gebohrt und die Dämmung mit dem Kompressor eingeblasen. Haben dann ein paar Teststellen gebohrt, ob wirklich alles gedämmt ist. Und siehe da, ein prima Ergebnis.
Leider haben wir uns nur bei der Hohlschicht etwas vermessen, und nun noch über 10.000 Liter der Dämmung übrig. Naja, dafür ist unser Haus prima gedämmt.

Gruß
Selberbauer

 

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