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Dübel und Trockenbau

31.05.2012, 13:45
Kathrin  
Liebe Community!

Lasst uns doch mal einen Gemeinschaftswiki zu einem Spezialthema erstellen.

Wir suchen euer Wissen zum Thema Dübel und Trockenbau!

Nicht jedes Haus ist massiv gebaut, neue Methoden der Leichtbauweise lösen die herkömmlichen Ziegelwände immer mehr ab.
Trockenbau im Innenausbau ist eine schnelle, preiswerte und leichte Alternative.
Natürlich muss man dabei auch einiges beachten.
Wärme- und Schallschutz spielen ebenso eine Rolle wie Hängeschranke in Bad und Küche. Und da geht es meist schon los!
Spezialdübel sollen die nötige Belastbarkeit gewährleisten. Aber nicht immer kann man alles vorausplanen. Auch ein Bild oder Bücherregal muss manchmal etwas stabil auf gehangen werden, als nur mit einer Reißzwecke ;O)

Teilt uns eure Erfahrungen zu diesem Thema mit.
Was könnt ihr zu Größe von Dübel und Schraube sagen?
Wir wollen alles wissen, denn wir erstellen einen Dübelradgeber!

Ein Spezialwiki Dübel und Trockenbau aus euren Beiträgen soll am Ende für jeden Ratsuchenden ein komplexes Hilfsmittel darstellen.

Macht mit und erklärt die wundersame Welt der Dübel!

Liebe Grüße
Kathrin
 
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21 Antworten

Die besten Antworten

Kathrin hat mich gebeten hier meine persönliche Arbeits-/Vorgehensweise etwas persönlicher darzustellen, also gut ...


Wand- und Deckenbefestigungen sind grundsätzlich keine große Sache wenn ein paar wenige Dinge beachtet werden:


* richtige Maschine
* richtiges Werkzeug
* richtiger Ort
* richtiger Dübel
* passende Schraube
* ein bisschen Basiswissen



1. Die richtige Maschine
Grundsätzlich kann mit den meisten Maschinen ein Dübelloch gebohrt werden, es ist immer nur eine Frage von Energie und Genauigkeit.

Wer in Beton o.ä. mit einer Schlagbohrmaschine bohrt braucht einen wesentlich höheren Kraftaufwand als mit einem Bohrhammer. Dieses MEHR an Kraft geht oftmals mit einer Ungenauigkeit des Bohrloches einher (das Loch sitzt u.U. nicht optimal und ist ggf. auch etwas zu groß).

Andererseits ist die Schlagbohrmaschine für weniger verdichtete/poröse Baustoffe (wir haben hier sehr viel Bims) meine erste Wahl für ein exaktes Bohrloch.
Dabei gilt aber auch: ERST DANN DAS SCHLAGWERK EINSCHALTEN wenn ich mit dem normalen Drehgang nicht weiter komme ...

Einen AkkuBOHRschrauber verwende ich nur zum bohren (wenn überhaupt) in Holz ...


2. Das richtige Werkzeug
Falsche Bohrer (z.Bsp. Metall für Beton), ausgebrannt und auch sonst völlig abgenudelt ergeben üblicherweise ein eher fragwürdiges Ergebnis.

Auch BOHRER haben eine Lebens-/Standzeit in der diese auch nur verwendet werden sollten. Jeder hat bestimmt einen (Lieblings-) Bohrer in seinem Arsenal mit dem er schon seit 30 Jahren 100e von Löchern bohrte ...

... nicht wundern wenn dieser Lieblingsbohrer nicht mehr ganz so präzise Löcher mit deutlich höherem Kraftaufwand produziert ...

... also ab in die Vitrine damit und einen neuen Bohrer verwenden, man(n/frau) glaubt nicht wie einfach so manches Loch zu bohren geht ...

... und ebenso wie bei den Maschinen gibt es beim Werkzeug wesentliche Unterschiede in der Qualität und natürlich auch im Preis.

Wer beim Werkzeug spart (und lieber das Steinbohrer-Set für 7,99€ kauft als den einen(1), richtigen Betonbohrer für 8.50€ ) hat den Schuss nicht gehört.

Das manche Billigbohrer dermaßen krumm sind dass sie eher zum Farbe anrühren als zum bohren geeignet sind hat bestimmt jeder schon mal erlebt ...

Der vermeintliche Spareffekt (viel mehr Bohrer für weniger Geld) kehrt sich spätestens dann in einen Verlust um, wenn der befestigte Gegenstand nicht hält (z.Bsp. Bohrloch zu groß weil ausgeleiert) und die teure Lampe beim Abendessen ins Sonntagsporzellan fällt ...


3. Der richtige Ort
Manchmal ist der Ort der gewünschten Befestigung sehr kreativ und nicht wirklich irgendwo auf einer großen Wand sondern mehr in Randnähe einer Ecke oder ähnlichem.

Speziell dabei sind natürlich die späteren Zuglasten/Druckkräfte von entscheidender Bedeutung und dürfen keinesfalls vernachlässigt werden.

Selbst wenn das tollste Loch gebohrt, der beste Dübel mit der optimalsten Schraube verwendet wird ...
... ist das Geschirr zerdeppert wenn der Oberschrank auf die Arbeitsplatte knallt nur weil die halbe Wandecke herausgebrochen ist ...


4. Der richtige Dübel
Ich persönlich verwende seit meiner Ausbildung nur Fischer-Dübel und seit vielen Jahren nur die UX und SX für Stein- und Betonflächen, GK(M) für Gipskarton und HM für Hohlräume.

Der Grund ist neben meiner Faulheit (ich brauche mir nichts anderes anzusehen/testen) auch die positive Erfahrung die ich seit fast 34 Jahren damit habe (ich habe noch keinen Oberschrank in einer Küche verloren, egal wie groß der war und wieviel Geschirr drin stand).

Bei der Auswahl gibt es neben der Wandbeschaffenheit (Bohrmehl ansehen!) natürlich auch die Lasten zu berücksichtigen die später an dem Dübel "zerren" werden.

Als Faustregel gilt natürlich, dass je schwerer desto größer/länger sollte der Dübel sein.

Schlechter Denkansatz:
"Mist, ich komme nicht tief genug in die Wand hinein, schneide ich halt den Dübel ab ..."


5. Die richtige Schraube
Oftmals werden die Schrauben verwendet die man(n) gerade zur Hand hat und mit einem Fachmännischem Blick als "brauchbar" eingestuft werden. Das passt in vielen Fällen auch tastsächlich ganz gut ...

... allerdings nicht zwingend weil mit sicherem Blick die richtige Schraube gewählt wurde, sondern weil die Zuglasten der Dübel sehr viel höher sind als wir glauben ...

Auch die Beschaffenheit, Kopfform & der Antrieb der Schraube überlege ich mir im Vorfeld.

Ich persönlich verwende fast ausschließlich INOX-Schrauben (sehen einfach besser aus ) mit Torx-Antrieb und Senkkopf (im Sichtbereich oft mit Edelstahlmanschette).

Wenn ich sehr nahe an einer "Behinderung" schrauben muss, verwende ich ggf. eine Schraube mit Außensechskant um diese später mit einem Schraubenschlüssel sicher anziehen zu können (weil ich den Akkuschrauber nicht richtig ansetzen könnte, Torx hin oder her ... ).

Schlechter Denkansatz:
"Mist, habe ich jetzt nicht da, aber mit der hier wird es bestimmt auch gehen!"


6. Basiswissen, Merksätze, Tips & Tricks
* Bohrlöcher sollten niemals tiefer sein als das Ortungsgerät messen kann.

* Bohrlöcher sollten immer tiefer sein als der Dübel lang ist.
Faustregel ist mind. der Schraubendurchmesser (ich bohre immer ca. 1cm tiefer ...)

* Schrauben sollten immer so lang sein, dass sie den Dübel durchstossen (ca. 5-10mm).

* Bohrlöcher sollen SAUBER sein und kein Bohrmehl mehr enthalten.
Ich persönlich finde die Bohrstaubauffänger ja ganz witzig aber in Anbetracht der
Tatsache das ich das Bohrloch ja doch "aussaugen" muss, verlasse ich mich lieber auf
meinen PAS anstatt noch irgendein Zuibehör an meinen Bohrer zu friemeln ...

* Zuglasten von Dübeln gelten immer für den GRÖßTEN angegeben
Schraubendurchmesser.
D.h., wenn der Dübel mit Schrauben von 4,5-6mm verwendet werden kann, hat
er seine größte Zuglast erst mit der 6mm Schraube.
Fazit: immer den größtmöglichen Schraubendurchmesser verwenden.

* Wenn ich nicht genau weiß wieviel Kraft der Dübel später halten soll, wähle ich immer die größere (aus meiner Sicht sicherere) Variante bei der Dübel/Schrauben-Wahl.

* Niemals einen Dübel kürzen nur weil das Loch nicht tief genug gebohrt werden konnte

* Wenn kein passender "LANGDÜBEL"vorhanden ist, funktionieren im äußersten Notfall auch zwei Dübel hintereinander (exaktes, sauberes Loch usw. vorausgesetzt). Dabei sollten dann allerdings Schrauben mit max. Durchmesser (sowieso) und Vollgewinde zum Einsatz kommen.

* Bohren im 90° Winkel ist in den meisten Fällen von großem Vorteil ...

* Ich werde NERVÖS wenn ein Dübel so richtig schön in das Bohrloch "flutscht" und nicht mit Druck (oder kleinem Hammer) nachgeholfen werden muss ...


Viel Spaß beim Bohren und Dübeln ...
Mir haben folgende Links eine Menge gebracht:

http://fischer.de/desktopdefault.aspx

http://fischer.de/duebelfinder.aspx

http://fischer.de/basiswissen.aspx

... überhaupt ist die ganze Fischer-Seite sehr gut als WIKI zu brauchen da auch handfeste technische Daten (Zuglasten usw.) sehr gut dokumentiert sind ...

 

Kathrin  
Das ist doch schon mal nicht schlecht!

 

ich nehm da immer das Knauf Zeugs und bin recht zufrieden

die einfach weissen Universaldübel heissen dort Trockebaudübel .. für alles nicht all zu schwere

wenns richtig dick kommt die Klappdübel ...

beide für mich vom Markenhersteller .. da hab ich die besten Erfahrungen gemacht

lg holterdipolter

 

http://www.jaeger-direkt.com/App/Web...%C3%BCbel.html

Das ist mein Tipp für Rigips und ähnliche Platten.

Dübel mit dem Hammer reinschlagen und Schraube rein - fertig.
Hält super. Hab damit sämtliche Lampen im Haus aufgehängt.

Nachteil. Dübel geht nur schwer raus

 

Kathrin  
Zitat von bueffel

Nachteil. Dübel geht nur schwer raus
Oh Jaaaaa

 

Und hier noch etwas Wissenschaftliches zu diesem Thema.

 

Kathrin  
Sehr schön und jetzt noch ein paar Erfahrungen und Missgeschicken.
Gerade unsere Neulinge an Trockenbau brauchen vielleicht etwas mehr persönlichen
Input :O)

 

1000 Dübel (no-name) vom "Sonderangebot" gekauft, ein paar Stück verwendet und den großen Restbestand entsorgt.
Warum?
Während des Einschraubens der Schrauben haben diese Kunststoffdübel ihren Geist aufgegeben, indem sie sich in die Bestandteile aufgelöst hatten.

Die Moral von der Geschicht, billiges Material verwend`ich nicht (mehr).

 

Meiner Meinung nach sollte man sich mit dem Dübel schon mal mehr auseinander setzten.
Wenn man zB. wie ich ein eigenes Haus hat und auch noch weiß aus welchen Steinen es gebaut wurde, dann sollte man schon die geeigneten Dübel dafür verwenden wenn man mal ein Bild oder ein Regal anhängen will.
Immer wieder kommt es vor das sich Leute billig Dübel kaufen die sich kaum Aufdrücken und diese dann in Hohlkammersteinen verwenden. Das geht schon mal gar nicht. Die Gefahr das hier der Dübel nicht hält ist sehr groß.
Was auch immer gleich in die Mülltonne wandert sind Dübel die man beim Möbelkauf mitgeliefert bekommt. Die sind meistens ungeeignet und halt kaum in der Wand, geschweige denn in der Betondecke.

Bei den oben gezeigten Links von Fischer finde ich den hier am hilfreichsten für alle die kaum was mit den unterschieden von Dübel anfangen können. Die Bilder am Rand zeigen das verhalten vom Dübel sobald sich die Schraube reindreht. Hier wird auch gezeigt für welche Art von Wand diese jeweils geeignet sind. Übrigens hat Fischer die auch auf jeder Verpackung noch mal drauf um das auch im Baumarkt besser auseinander halten zu können.

So und jetzt kommen wir noch mal speziel zu Dübel im Trockenbau.
Mein Link oben zeigt ja einen sehr flachen Dübel den man ohne Bohrmaschine schnell mal reinschlagen kann. Ich liebe diese schnelle Art. Aber auch andere Hersteller wollen es den Trockenbauer einfach machen. Die einfach einzudrehenden Dübel finde ich da schon sehr Sinnig, kann auch eine Hausfrau hier mal schnell ein Bild an die Wand hängen oder im Kinderzimmer die Decko befestigen. Das ist einer der großen Vorteile einer Trockenbauwand. Man braucht kein schweres Werkzeug dafür. Eine "Ixo" müsste da ausreichen

Jetzt aber noch ein Hinweis an alle Hausfrauen die mal was an die Decke hängen möchten. Ihr solltet nicht einfach mal eine Hängeschaukel an eine Rigipsdecke hängen. Nein das ich keine guten Idee selbst wenn der Dübel geeignet erscheint. Hier sollte man beachten das Rigips nicht die selbe stabilität aufweist wie eine Betondecke

 

Kathrin  
@ bueffel

Vielen lieben Dank nochmal für deinen ausführlichen Beitrag.
Ich denke, dass hilft sicher weiter :O)

 

Zitat von bueffel
Meiner Meinung nach sollte man sich mit dem Dübel schon mal mehr auseinander setzten.
Wenn man zB. wie ich ein eigenes Haus hat und auch noch weiß aus welchen Steinen es gebaut wurde, dann sollte man schon die geeigneten Dübel dafür verwenden wenn man mal ein Bild oder ein Regal anhängen will.
Immer wieder kommt es vor das sich Leute billig Dübel kaufen die sich kaum Aufdrücken und diese dann in Hohlkammersteinen verwenden. Das geht schon mal gar nicht. Die Gefahr das hier der Dübel nicht hält ist sehr groß.
Was auch immer gleich in die Mülltonne wandert sind Dübel die man beim Möbelkauf mitgeliefert bekommt. Die sind meistens ungeeignet und halt kaum in der Wand, geschweige denn in der Betondecke.

Bei den oben gezeigten Links von Fischer finde ich den hier am hilfreichsten für alle die kaum was mit den unterschieden von Dübel anfangen können. Die Bilder am Rand zeigen das verhalten vom Dübel sobald sich die Schraube reindreht. Hier wird auch gezeigt für welche Art von Wand diese jeweils geeignet sind. Übrigens hat Fischer die auch auf jeder Verpackung noch mal drauf um das auch im Baumarkt besser auseinander halten zu können.

So und jetzt kommen wir noch mal speziel zu Dübel im Trockenbau.
Mein Link oben zeigt ja einen sehr flachen Dübel den man ohne Bohrmaschine schnell mal reinschlagen kann. Ich liebe diese schnelle Art. Aber auch andere Hersteller wollen es den Trockenbauer einfach machen. Die einfach einzudrehenden Dübel finde ich da schon sehr Sinnig, kann auch eine Hausfrau hier mal schnell ein Bild an die Wand hängen oder im Kinderzimmer die Decko befestigen. Das ist einer der großen Vorteile einer Trockenbauwand. Man braucht kein schweres Werkzeug dafür. Eine "Ixo" müsste da ausreichen

Jetzt aber noch ein Hinweis an alle Hausfrauen die mal was an die Decke hängen möchten. Ihr solltet nicht einfach mal eine Hängeschaukel an eine Rigipsdecke hängen. Nein das ich keine guten Idee selbst wenn der Dübel geeignet erscheint. Hier sollte man beachten das Rigips nicht die selbe stabilität aufweist wie eine Betondecke
Genau richtig und wichtig, dein Beitrag.

 

Kathrin hat mich gebeten hier meine persönliche Arbeits-/Vorgehensweise etwas persönlicher darzustellen, also gut ...


Wand- und Deckenbefestigungen sind grundsätzlich keine große Sache wenn ein paar wenige Dinge beachtet werden:


* richtige Maschine
* richtiges Werkzeug
* richtiger Ort
* richtiger Dübel
* passende Schraube
* ein bisschen Basiswissen



1. Die richtige Maschine
Grundsätzlich kann mit den meisten Maschinen ein Dübelloch gebohrt werden, es ist immer nur eine Frage von Energie und Genauigkeit.

Wer in Beton o.ä. mit einer Schlagbohrmaschine bohrt braucht einen wesentlich höheren Kraftaufwand als mit einem Bohrhammer. Dieses MEHR an Kraft geht oftmals mit einer Ungenauigkeit des Bohrloches einher (das Loch sitzt u.U. nicht optimal und ist ggf. auch etwas zu groß).

Andererseits ist die Schlagbohrmaschine für weniger verdichtete/poröse Baustoffe (wir haben hier sehr viel Bims) meine erste Wahl für ein exaktes Bohrloch.
Dabei gilt aber auch: ERST DANN DAS SCHLAGWERK EINSCHALTEN wenn ich mit dem normalen Drehgang nicht weiter komme ...

Einen AkkuBOHRschrauber verwende ich nur zum bohren (wenn überhaupt) in Holz ...


2. Das richtige Werkzeug
Falsche Bohrer (z.Bsp. Metall für Beton), ausgebrannt und auch sonst völlig abgenudelt ergeben üblicherweise ein eher fragwürdiges Ergebnis.

Auch BOHRER haben eine Lebens-/Standzeit in der diese auch nur verwendet werden sollten. Jeder hat bestimmt einen (Lieblings-) Bohrer in seinem Arsenal mit dem er schon seit 30 Jahren 100e von Löchern bohrte ...

... nicht wundern wenn dieser Lieblingsbohrer nicht mehr ganz so präzise Löcher mit deutlich höherem Kraftaufwand produziert ...

... also ab in die Vitrine damit und einen neuen Bohrer verwenden, man(n/frau) glaubt nicht wie einfach so manches Loch zu bohren geht ...

... und ebenso wie bei den Maschinen gibt es beim Werkzeug wesentliche Unterschiede in der Qualität und natürlich auch im Preis.

Wer beim Werkzeug spart (und lieber das Steinbohrer-Set für 7,99€ kauft als den einen(1), richtigen Betonbohrer für 8.50€ ) hat den Schuss nicht gehört.

Das manche Billigbohrer dermaßen krumm sind dass sie eher zum Farbe anrühren als zum bohren geeignet sind hat bestimmt jeder schon mal erlebt ...

Der vermeintliche Spareffekt (viel mehr Bohrer für weniger Geld) kehrt sich spätestens dann in einen Verlust um, wenn der befestigte Gegenstand nicht hält (z.Bsp. Bohrloch zu groß weil ausgeleiert) und die teure Lampe beim Abendessen ins Sonntagsporzellan fällt ...


3. Der richtige Ort
Manchmal ist der Ort der gewünschten Befestigung sehr kreativ und nicht wirklich irgendwo auf einer großen Wand sondern mehr in Randnähe einer Ecke oder ähnlichem.

Speziell dabei sind natürlich die späteren Zuglasten/Druckkräfte von entscheidender Bedeutung und dürfen keinesfalls vernachlässigt werden.

Selbst wenn das tollste Loch gebohrt, der beste Dübel mit der optimalsten Schraube verwendet wird ...
... ist das Geschirr zerdeppert wenn der Oberschrank auf die Arbeitsplatte knallt nur weil die halbe Wandecke herausgebrochen ist ...


4. Der richtige Dübel
Ich persönlich verwende seit meiner Ausbildung nur Fischer-Dübel und seit vielen Jahren nur die UX und SX für Stein- und Betonflächen, GK(M) für Gipskarton und HM für Hohlräume.

Der Grund ist neben meiner Faulheit (ich brauche mir nichts anderes anzusehen/testen) auch die positive Erfahrung die ich seit fast 34 Jahren damit habe (ich habe noch keinen Oberschrank in einer Küche verloren, egal wie groß der war und wieviel Geschirr drin stand).

Bei der Auswahl gibt es neben der Wandbeschaffenheit (Bohrmehl ansehen!) natürlich auch die Lasten zu berücksichtigen die später an dem Dübel "zerren" werden.

Als Faustregel gilt natürlich, dass je schwerer desto größer/länger sollte der Dübel sein.

Schlechter Denkansatz:
"Mist, ich komme nicht tief genug in die Wand hinein, schneide ich halt den Dübel ab ..."


5. Die richtige Schraube
Oftmals werden die Schrauben verwendet die man(n) gerade zur Hand hat und mit einem Fachmännischem Blick als "brauchbar" eingestuft werden. Das passt in vielen Fällen auch tastsächlich ganz gut ...

... allerdings nicht zwingend weil mit sicherem Blick die richtige Schraube gewählt wurde, sondern weil die Zuglasten der Dübel sehr viel höher sind als wir glauben ...

Auch die Beschaffenheit, Kopfform & der Antrieb der Schraube überlege ich mir im Vorfeld.

Ich persönlich verwende fast ausschließlich INOX-Schrauben (sehen einfach besser aus ) mit Torx-Antrieb und Senkkopf (im Sichtbereich oft mit Edelstahlmanschette).

Wenn ich sehr nahe an einer "Behinderung" schrauben muss, verwende ich ggf. eine Schraube mit Außensechskant um diese später mit einem Schraubenschlüssel sicher anziehen zu können (weil ich den Akkuschrauber nicht richtig ansetzen könnte, Torx hin oder her ... ).

Schlechter Denkansatz:
"Mist, habe ich jetzt nicht da, aber mit der hier wird es bestimmt auch gehen!"


6. Basiswissen, Merksätze, Tips & Tricks
* Bohrlöcher sollten niemals tiefer sein als das Ortungsgerät messen kann.

* Bohrlöcher sollten immer tiefer sein als der Dübel lang ist.
Faustregel ist mind. der Schraubendurchmesser (ich bohre immer ca. 1cm tiefer ...)

* Schrauben sollten immer so lang sein, dass sie den Dübel durchstossen (ca. 5-10mm).

* Bohrlöcher sollen SAUBER sein und kein Bohrmehl mehr enthalten.
Ich persönlich finde die Bohrstaubauffänger ja ganz witzig aber in Anbetracht der
Tatsache das ich das Bohrloch ja doch "aussaugen" muss, verlasse ich mich lieber auf
meinen PAS anstatt noch irgendein Zuibehör an meinen Bohrer zu friemeln ...

* Zuglasten von Dübeln gelten immer für den GRÖßTEN angegeben
Schraubendurchmesser.
D.h., wenn der Dübel mit Schrauben von 4,5-6mm verwendet werden kann, hat
er seine größte Zuglast erst mit der 6mm Schraube.
Fazit: immer den größtmöglichen Schraubendurchmesser verwenden.

* Wenn ich nicht genau weiß wieviel Kraft der Dübel später halten soll, wähle ich immer die größere (aus meiner Sicht sicherere) Variante bei der Dübel/Schrauben-Wahl.

* Niemals einen Dübel kürzen nur weil das Loch nicht tief genug gebohrt werden konnte

* Wenn kein passender "LANGDÜBEL"vorhanden ist, funktionieren im äußersten Notfall auch zwei Dübel hintereinander (exaktes, sauberes Loch usw. vorausgesetzt). Dabei sollten dann allerdings Schrauben mit max. Durchmesser (sowieso) und Vollgewinde zum Einsatz kommen.

* Bohren im 90° Winkel ist in den meisten Fällen von großem Vorteil ...

* Ich werde NERVÖS wenn ein Dübel so richtig schön in das Bohrloch "flutscht" und nicht mit Druck (oder kleinem Hammer) nachgeholfen werden muss ...


Viel Spaß beim Bohren und Dübeln ...

 

Geändert von Linus1962 (06.06.2012 um 13:36 Uhr) , Grund: Formatierung
Kathrin  
@ Linus1962

 

Linus hats perfekt erklärt.
Ich habe ein Fertighaus in Holzständerbauweise. Befestigungen sind da ein heikles Thema dachte ich.

Aber mit den entsprechenden Dübeln hängen auch die Küchenschränke ohne Probleme an der Wand.

Beim Waschbecken im Bad haben wir allerdings vorher getrickst und einen extra Querbalken einzogen. Das Becken ist fest im Balken verschraubt ohne Dübel. Mit dem heutigen Wissen wäre es mit den entsprechenden Hohlraumdübeln auch möglich gewesen, aber wir wollten auf Nummer sicher gehen

 

sorry, den Thread hab ich jetzt erst gesehen, sonst hätte ich mich beteiligt.

Kompliment auch von mir an Linus.

Eigentlich kann man das nur noch ergänzen um die guten Dübel von TOX, die werden sehr viel von den "Sänitätern" genutzt. Auch ich bevorzuge diese guten aber auch recht teuren Dübel.

 

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