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Drehschlagschrauber mit Drehmomentvorwahl?

09.12.2013, 09:54
Auch dieses Jahr habe ich mich wieder gefragt, wie man am Besten die Sommer- auf Winterräder wechselt.
In den letzten Jahren habe ich folgende "Evolutionsschritte" gemacht:
1. Radkreuz und Drehmomentratsche (geht ins Kreuz).
2. 12V Schlagschrauber (super langsam, da das Drehmoment über Umdrehungen aufgebaut wird und dies pro Mutter bis zu 4mal passiert, jeweils beim Lösen und festziehen).
3. Kompressor und Luftschlagschrauber (Den Kompressor muss ich immer erst aus dem Keller holen und das Drehmoment ist eher ein Schätzwert).
4. GDR 10.8 LI-IO . Ging ganz gut, außer dass der "Kleine" mit den 105Nm manchmal an seine Grenzen stößt, gerade beim Öffnen der Radmuttern.

Gibt es auch Drehschlagschrauber, die etwas stärker sind und bei denen sich das Drehmoment (min beim Anziehen) einstellen lässt?
Eine Kontrolle mit der manuellen Ratsche ist selbstverständlich.
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29 Antworten
Für mehr Drehmoment (Nm) wirst Du auch bei BOSCH fündig in den Systemreihen GDR und GDX.
Dort findest Du alles von 105 bis 650 Nm ...

... und mit Drehmomentvorwahl wirst Du wohl auf Industrieprodukte zurückgreifen müssen, aber ich fürchte das wird richtig teuer ....

 

Also ich wechsle seit 3 Jahren die Reifen nur noch konsequent mit Akku-Drehschlagschraubern.

Ich hab auch den GDR 10,8V, nehme diesen aber dazu nicht her, da (wie du bereits festgestellt hast) dieser den Losbrechmoment der Schrauben meist nicht überwinden kann.

Ich habe dafür folgende Schrauber:

GDS 18V-LI HT (650Nm) zum Schraubenlösen (der bekommt unter Garantie jed auf)
GDS 18V-LI (180Nm) zum festziehen.


Zum einstellbaren Drehmoment:

Man sollte Wissen, das der Höchstdrehmoment bei einem Schlagschrauber durch die Summe der Schläge erreicht wird.
Das bedeutet, das nicht ab dem ersten Schlag bereits der Höchstdrehmoment erreicht wird, sondern erst nach einigen Schlägen (steht in der BA).

Daher benötigt man eigentlich keinen einstellbaren Schlagschrauber.

Ich gehe beim Festziehen daher folgendermaßen vor:

- GDS 18V-LI 3-4 mal schlagen lassen, dann mit Drehmomentschlüssel NACHZIEHEN!

Nachziehen bedeutet, das die Schraube sich noch minimal dreht, bevor der Dremo auslöst.
Das ist ganz wichtig, da dass Auslösen ja nur bedeutet, das der eingestellte Drehmoment mindestens erreicht ist.

Allerdings hab ich auch schon mal bei diversen Reifenhändlern nach dem Wechseln überprüft und Drehmomente bis 180Nm (auf Alu) gemessen (einfach Dremo in 10Nm Schritten höher einstellen bis die Schraube dreht).

Bei Bosch gibt es übrigens einen einstellbaren Drehschlagschrauber, aber erstens nur als GDR und zweitens (noch) nicht in Deutschland.
Aber auch hier kann man nicht die Nm direkt einstellen.

Auch dürften dahingehend diese Einstellungen nicht sonderlich genau sein, da der Drehschlagschrauber immer etwas nachschlägt.
Damit haben sich schon ganze Truppen von Ingenieuren beschäftigt und Schlagschrauber mit einer gut einstellbarer Drehmomentbegrenzung sind sehr teuer (Industrieanwendungen).

Alternativ wären dann noch Torsionsstäbe zu nennen, diese sind eine sehr günstige Alternative, den Drehmoment sinnvoll zu begrenzen, dafür benötigt man aber auf jeden Fall einen GDS 81/2 Vierkant).
Wobei cih diesen generell empfehle um so wenig wie möglich mit Adaptern arbeiten zu müssen.

 

Geändert von Hermen (09.12.2013 um 11:21 Uhr)
Hier der in Japan bereits erhältliche GDR 18 V-EC

 

Die seite sollte man aber auf Englisch umschalten, denn mein Japanisch kommt mir höchstens spanisch vor

 

Es gibt in der Industrie Kalbrierbare Schrauber,auch Schlagschrauber.Aber erstens sind die dinger recht teuer,und sie haben ein sehr enges Anwendungsspektrum.
Grade bei Autorädern ist das Losbrechmoment sehr hoch,wenn ich mit 100 Nm anziehe und das dan Überprüfen möchte,kann ich nicht einfach den Drehmomentschlüssel ansetzten und warten bis es Knackt,er löst aus bevor sich etwas bewegt,das Eigendliche Losbrechmoment liegt deutlich höher.
Man löst also die zu überprüfende Schraube etwas um dann Mit einem Zug wider anzuziehen.

 

Zitat von HOPPEL321
.......
Grade bei Autorädern ist das Losbrechmoment sehr hoch,wenn ich mit 100 Nm anziehe und das dan Überprüfen möchte,kann ich nicht einfach den Drehmomentschlüssel ansetzten und warten bis es Knackt,er löst aus bevor sich etwas bewegt,das Eigendliche Losbrechmoment liegt deutlich höher.
Man löst also die zu überprüfende Schraube etwas um dann Mit einem Zug wider anzuziehen.
Dem widerspreche ich jetzt einfach mal.
Generell ist die gängigste Methode den Montagedrehmoment zu überprüfen über die Messung des Weiterdrehmoments.
Dazu wird die Schraube nicht erst wieder gelöst (da hier dann der vorliegende Drehmoment nicht mehr geprüft werden kann), sondern vielmehr ein neuer Drehmoment erzeugt wird.
Auch der Losbrechmoment (Losbrechkraft) stellt lediglich die Überwindung der Haftreibung in eine Gleitreibung dar.
Das gilt ja nicht nur für Verschraubungen.
Dieser sollte allerdings bei einer gerade erstellten Verschraubung nicht relevant sein.

Sicherlich macht dieser auch was bei neuen Schraubverbindungen was aus, aber bei Radmuttern eher im Toleranzbereich (insofern vorher gereinigt).
Der deutlich erhöhte Losbrechmoment beim Lösen der Radmuttern ergibt sich meist dadurch, dass die Schrauben bereits ein halbes Jahr festgezogen waren und es etwas Kontaktkorossion gibt bzw Schmutzpartikel dazwischen die Haftreibung deutlich erhöhen.

Im übrigen ist rein physikalisch der Losbrechmoment sowieso geringer als der Anzugsdrehmoment....lediglich in der Praxis so nicht relevant (wegen obigen Einflussfaktoren).


In einem Zug GLEIMÄßIG ist vollkommen richtig, was aber viele falsch machen ist , den Dremo schlagartig und Ruckhaft zu belasten.
Damit kommt es zu Belastungsspitzen und durch die Torsion löst der Dremo zwar aus, aber an der Schraube kommt der tatsächliche Drehmoment nicht mehr an.
Netterweise verwenden viele diesen auch zum Lösen und machen ihn damit auch auf Dauer unbrauchbar.

Ich mache das langsam und lase auch noch ein zweites mal knacken.

Auch entspannen viele ihren Dremo nach getaner Arbeit nicht und damit verfälscht sich der Wert auf Dauer.

 

Geändert von Hermen (09.12.2013 um 12:07 Uhr)
In meiner Ausbildung zum KFZ-Mechaniker und in den dazugehörigen Fachbüchern hab ich das halt so gelernt,Aber die Radschrauben sind eigendlich nicht so empfindlich,ob 110 oder 120 oder 100 Nm ist eigendlich nicht so wichtig,nur unter 100 sollte es nicht gehen.
Anders sieht es bei Motor oder getriebe montagen aus,da muss schon etwas genauigkeit her.

 

Da stimm ich dir zu.
Bei Getrieben und dergleichen wird aber auch mit wirklich präzisen Geräten gemessen und zusätzlich meist auch mit Drehwinkeln gearbeitet.
Diese sind auch alle kalibriert und die neueren haben sowieso eine elektronische Anzeige mit Drehwinkel (z.B. die Stahlwille).
Auch stoppt da der Benutzer und es wird meist nicht mit Voreinstellungen gearbeitet.

Beim Autoreifen werden die robusten Knick / Knack mit Voreinstellung eingesetzt, aber dort sind der Genauigkeit auch ihre Grenzen gesetzt.

 

Ich habe einen 12 Volt von Mannesmann der tut schon lange seinen Dienst zufriedenstellend.
Gibt auch Anzugsdrehmomente unter 100nm (siehe mal unter Suzuki).
http://www.motor-talk.de/forum/aktio...hmentId=696276

 

Geändert von Ruedi1952 (09.12.2013 um 13:04 Uhr)
Zitat von Ruedi1952
Ich habe einen 12 Volt von Mannesmann der tut schon lange seinen Dienst zufriedenstellend.
Gibt auch Anzugsdrehmomente unter 100nm (siehe mal unter Suzuki).
http://www.motor-talk.de/forum/aktio...hmentId=696276
Wie gesagt, das war mein Schritt 2. Meiner tut es auch, aber pro Schraube dreht der 3-4x hoch um das Drehmoment aufzubauen. Und schrauben kann man ja nicht, da er nur hochdreht, das interne Gewicht auf Schwung bringt und dann 1malig einkuppelt.
Das Auto meiner Regierung hat 4x4 Radschrauben meiner 4x5 Radschrauben macht 36. Jeweils x2 fürs runter und wieder drauf, macht 72.
Wenn ich jetzt mal seeeeehr milde rechne, dass ich mit dem 12V-Ding 1 Min/Schraube länger brauche (eher mehr), macht das über 1 Std aus.....

 

Drehmomente um 100 Nm sind die gängisten,Suzuki etwas drunter Toyota hatte mal was mit140 Nm,aber da gibts Infos der Hersteller.
Z.B. in der Betriebsanleitung.100Nm ist so ein "Werkstattwert"genauso wie in den meisten Reifenbuden der Luftdruck auf 2,5 Bar eingestellt wird und nicht der Wert der es Eigendlich sein sollte.

 

Ich stelle meinen z.b. auf 80 nM ein dann dreht der hoch schlägt zu macht das dreimal und fertig ist. Das sind aber nur max. 10 sec. je Schraube. 120nM sind 5 Schläge und dann schaltet er ab das geht alles Ruckzuck,
Stimmt ich muss dann den Luftdruck ablassen weil Suzuki 1,4 - 1,8 bar angibt, sonst fahren sich die Reifen in der Mitte ab.

 

Warum bei Autoreifen-Montage nicht "nur " mit dem Schlag-Schrauber angezogen
werden sollte....
der Auslösemoment muss bei den hohen Drehmomenten von einer sehr kurzen
Übersetzung bewerkstelligt werden, ist also sehr ungenau !
Bei weitaus niedrigeren Drehmomenten ( bei Gerätemontagen z.B. ) ...da
kann man den Schrauber noch in der Hand halten, ist die Genauigkeit
ausreichend ( wird auch mit geeichten Drehm.schlüsseln regelmäßig geprüft ) !!!
ALSO das Anschrauben mit dem LANGEN HEBELARM dient nicht nur Eurer
Sicherheit, sondern auch den ANDEREN Verkehrsteilnehmern !
Im KFZ-Handwerk müsste es dafür auch Pflichtenhefte geben....! ! !
Gruss....

 

Macht keine Wissenschaft daraus! Die Drehmomentvorgaben sollen nur sicherstellen, daß man die Radschrauben mit dem Bordwerkzeug wieder lösenen kann... und daß das Rad am Auto bleibt.

MfG
Marco

 

...und die Alufelgen keine Haarrisse bekommen (wenn man sie mal mit 270Nm anknallt)

 

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