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Drehmomentangaben bei Akkuschraubern, aussagekraft.

13.07.2014, 10:47
Geändert von renovier (13.07.2014 um 10:49 Uhr)
Hallo, ich will mir einen neuen Akkuschrauber gönnen und bin etwas verunsichert durch die unzähligen oft doch sehr unterschiedlichen angaben.
Was mich besonders interressiert sind die Drehmomentangaben , wie aussagekräftig sind die denn, und sind sie von Hersteller zu Hersteller wirklich vergleichbar?

Bei Hitachi zb. sind die angaben recht hoch, wobei mein kleiner 10.8V Hitachi DS10DFL schon sehr viel Power hat beim schrauben.
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64 Antworten
Ich denke dass du dich bei Namhaften Hersteller (Bosch, Makita, ...) auf die Angaben verlassen kannst. Den unheimlichen Angaben von Billigherstellern traue ich eher nicht. Für mich wichtig ist nicht nur das maximale Drehmoment, sondern auch der kleinst mögliche, auf das sich die Rutschkupplung begrenzen lässt. Hier sollte ein Drehmoment kleiner 1Nm einstellbar sein. Kann der Schrauber das nicht, reißt er dir sämtliche Schrauben aus (nicht nur im Holz, auch im Metall).

Anbei der Bericht von Meinem:
http://holz-und-metall.blogspot.co.at/2014/05/erfahrungsbericht-makita-bdf440.html

 

Vom Prinzip her sind da alle gleich,nur sollte man die Drehzahl auch beachten.
Hohe Drehzahl = niedriges Drehmoment
niedrige Drehzahl = hohes Drehmoment
Oder,wenn hohes Drehmoment gefordert ist,vielleicht ein Drehschlagschrauber ?
wie den GDR 10,8 V von Bosch blau.

 

Moin,
Drehmoment hart kannst du ignorieren, hat keine Aussagekraft umd bringt deem Hersteller nur einen werbewiksam hohen Wert! Das entscheidende ist der weiche Drehmomentwert, aber da die Messverfahren nicht genormt sind kann man auch darüber nur innerhalb eines Herstellers das Sortiment vergleichen!
Gruß Heiko

 

Zitat von HOPPEL321
Vom Prinzip her sind da alle gleich,nur sollte man die Drehzahl auch beachten.
Hohe Drehzahl = niedriges Drehmoment
niedrige Drehzahl = hohes Drehmoment
Oder,wenn hohes Drehmoment gefordert ist,vielleicht ein Drehschlagschrauber ?
wie den GDR 10,8 V von Bosch blau.

Bin gerade an dem hier am überlegen, der Preis ist echt Top

http://www.ebay.de/itm/HITACHI-Akku-Bohrschrauber-DS-14-DFL-2-x-3Ah-14-4-V-Schrauber-altern-GSR-14-4-Li/310703171649?_trksid=p2045573.c100033.m2042&_trkpa rms=aid%3D111001%26algo%3DREC.SEED%26ao%3D1%26asc% 3D20131017132637%26meid%3D8287594748746969408%26pi d%3D100033%26prg%3D20131017132637%26rk%3D4%26rkt%3 D4%26sd%3D141341755433

 

Wie oben gesagt, ist der weiche Schraubfall entscheidend. Das ist die Kraft, die beim Eindrehen von schneidenden Schrauben auftritt. Harter Schraubfall: Kraft, die beim Schlagschrauben auftritt (Autoräder anziehen und lösen).

Drehmomentangaben von Herstellern sind alle mit +/- 10% bis 20% zu sehen. Es gibt dort soweit ich weiß keine Standard-Meßmethode, an die sich alle Hersteller halten müssen.

"Einschlagsenergie nach EPTA" ist z. B. die Standard-Messmethose bei Bohrhämmern für Hersteller, die ihre Geräte in der EU anbieten. Dies ist dann auch eine verläßliche Angabe.

 

Ich habe noch nie verstanden, warum die Drehmomentangaben der Hersteller (speziell beim weichen Schraubfall) als unsicher und nicht genormt abgewertet werden ...

Die Ermittlung eines maximalen Drehmoments ist doch überhaupt kein Problem und sollte keinen Hersteller vor ernste Probleme stellen ...

... und selbst wenn diese Tests nicht genormt sind, werden sich wohl eher nur geringe Abweichungen zwischen den Tests von Bosch, Makita, Milwaukee, Panasonic usw. ergeben.

Der Hinweis auf das kleinstmögliche Drehmoment (Rutschkupplung) ist da schon sehr viel interessanter, denn kleine Schrauben (3-5mm Durchmesser) brauche ich mit meinem 18V Schrauber nicht eindrehen, da ist die 1. Stufe der Rutschkupplung noch zu steif ...

 

Zitat von Linus1962
Ich habe noch nie verstanden, warum die Drehmomentangaben der Hersteller (speziell beim weichen Schraubfall) als unsicher und
nicht genormt abgewertet werden ...
Weil es keine einheitliche Methode zur Messung gibt und jeder Hersteller sein Produkt als gut darstellen will?

 

Zitat von DerWerker
Weil es keine einheitliche Methode zur Messung gibt und jeder Hersteller sein Produkt als gut darstellen will?
Axo ...

... das erklärt dann ja auch, warum jeder Reifendienst die Felgenschrauben beim Radwechsel unterschiedlich fest anzieht (wenn die Drehmomentschlüssel nicht vom gleichen Typ/Hersteller sind) ...

... und die Autohersteller schon seit ewiger Zeit uns Autofahrer mit völlig realitätsfernen "Drehmomenten" zum Kauf locken und den Wettbewerb mit immer neuen Messmethoden versuchen auszustechen, nur um 2Nm mehr in den Prospekt zu schreiben.


Spaß beiseite ...

Es mag ja sein das die Hersteller die "Drehmoment Angaben" ihrer Akkuschrauber auf unterschiedliche Art und Weise ermitteln. Ich selbst habe keine intimen Kenntnisse über solche Tests der Hersteller und traue mich deshalb auch nicht eine Aussage diesbezüglich zu treffen ...

... aber das (oder ein) Drehmoment ist ja nun mal genormt. Wenn dann auch noch ein Test- oder Vergleichsparameter wie HART(Metall) oder WEICH(Holz)angegeben wird (wie das übrigens die meisten Hersteller machen ), sollte ein reiner Zahlenvergleich des angegebenen Drehmoments durchaus realistisch und vergleichbar sein.

ICH persönlich halte es für "SEHR WEIT aus dem Fenster gelehnt", Herstellern die "Schönung von Drehmomentangaben" zu unterstellen wenn keine intimen, Herstellerübergreifende Kenntnisse zu den jeweiligen Prüfungen vorliegen ...

... und das gilt umso mehr, wenn ein Hersteller das Drehmoment für HARTE und WEICHE Schraubenfälle angibt.

jm2c

 

Geändert von Linus1962 (14.07.2014 um 11:47 Uhr)
Hallo renovier,

wie die Community schon richtig beschrieben hat, gibt es für diese Werte keine einheitliche Norm. Die Angaben können deshalb von Hersteller zu Hersteller variieren.

Um sicher zu gehen, solltest du beim Händler die Geräte vergleichen.

 

Moin Linus,

der Unterschied kann schon daraus bestehen wie schnell der Schrauber für die Messung des weichen Drehmoments runtergebremst wird Hersteller A bremst von voller Drehzahl in 2 Umdrehungen Runter Hersteller B in drei selbst wenn die Schrauber gleich stark wären hättest du unterschiede im Messwert!
Bei Bohrhämmern war früher doch auch nicht vergleichbar, erst jetzt nach der Normung!

Gruß Heiko

 

Zitat von Bosch_Experten_Team
Hallo renovier,

wie die Community schon richtig beschrieben hat, gibt es für diese Werte keine einheitliche Norm. Die Angaben können deshalb von Hersteller zu Hersteller variieren.

Um sicher zu gehen, solltest du beim Händler die Geräte vergleichen.

Ein bemerkenswerter Post, in mehrere Hinsicht ....

... angefangen von der Empfehlung die Geräte bei einem Händler zu vergleichen (ich vermute mit einem Drehmoment-Prüfgerät von z.Bsp. Schumann für 3.500 €) ...

... zu dem offensichtlichem Eingeständnis, dass auch Bosch "nicht sinnvoll und/oder korrekt und/oder exakt" prüft, um kaufinteressierten Heimwerkern lieber hohe Fabelwerte als echte Leistungsdaten zu präsentieren.



Aber zu Thema selbst ...
... vom Experten-Team hätte ich mir "etwas mehr Fleisch" gewünscht um das weite Dunkel in diesem Thema doch noch etwas zu erhellen.

Es geht hier ja nicht um die Messmethoden sondern um die Ergebnisse.

Ich kann einen Liter Wasser nach Volumen messen aber auch wiegen. Trotz unterschiedlicher Messverfahren bleibt es ein(1) Liter Wasser. Die Unterschiede durch Temperatur oder Druck sind doch eher marginal, ganz sicher nicht Kriegsentscheidend und liegen vermutlich unter einem(1)%.

Selbst auf die Gefahr mich als d.u.m.m. zu outen ...
... ich wäre wirklich sehr angetan, wenn mir das Experten-Team eine physikalische/technische Erklärung liefern könnte, damit ICH es auch verstehe.

Gerne am Beispiel "Harter Schraubenfall" der für mich (und vermutlich viele Mitleser) am ehesten nachvollzogen werden kann, denn damit haben wir ja mehrfach im Jahr zu tun (Beispiel Reifenwechsel).

Ich glaub(t)e bisher:
Das ein BOHRSCHRAUBER mit 40Nm Drehmoment, eine Felgenschraube mit eben dieser Kraft auch anziehen kann (Überprüfung mit einem Drehmomentschlüssel sollte relativ einfach möglich sein).

Frage an das Experten-Team:
Welche unterschiedlichen Messmethoden könnten nun angewandt werden, die im Ergebnis zu stark unterschiedlichen Werten (mindestens 5%) führen und den Verbraucher eher als d.u.m.m. verkaufen als ihn korrekt zu informieren?

 

Geändert von Linus1962 (14.07.2014 um 16:11 Uhr)
Zitat von HB1974
Moin Linus,

der Unterschied kann schon daraus bestehen wie schnell der Schrauber für die Messung des weichen Drehmoments runtergebremst wird Hersteller A bremst von voller Drehzahl in 2 Umdrehungen Runter Hersteller B in drei selbst wenn die Schrauber gleich stark wären hättest du unterschiede im Messwert!
Bei Bohrhämmern war früher doch auch nicht vergleichbar, erst jetzt nach der Normung!

Gruß Heiko
Selbst wenn das Unterschiede im Messwert ergeben würde, bleibt die Frage WIE GROß SIND DIESE UNTERSCHIEDE ?

Dazu kommt, dass (nach der hier vorherrschenden Meinung !) sicherlich ALLE HERSTELLER, die für ihre Akkubohrschrauber-Modelle leichteste Prüfmethode anwenden um dadurch die höchsten Drehmomentwerte zu erhalten ...

... was im Umkehrschluss aber auch bedeutet, dass diese Werte zwar nicht exakt (physikalisch betrachtet) aber trotzdem doch wieder vergleichbar sind ...


... oder wolltest Du damit etwa andeuten, dass einige Hersteller "Mogeln und Schön-testen", während andere Hersteller exakte, nachvollziehbare Daten dem Verbraucher präsentieren?

 

Geändert von Linus1962 (14.07.2014 um 18:13 Uhr)
Linus es gibt keine fedtgelegte Einteilung für harten oder weichen Schraubfall für das Messverfahren, es gibt aber eine für Industrieschrauber in bezug auf die Drehmomentgenauigkeit. Aus dem Kopf waren das ein Bremsweg von über 720° für den weichen Schraubfall. Hier würde noch der Schwung zu einem großen Teil das Drehmoment beeinflussen! Wenn der Bremsweg bei Hersteller A um 20% länger ist, ist auch das Messergebniss um 20% kleiner! Kein Hersteller legt sein Messverfahren offen, deswegen kannst du auch nicht zwischen Herstellern vergleichen.
Mit mogeln hat das auch nichts zu tun.

Gruß Heiko

 

Zitat von HB1974
Linus es gibt keine fedtgelegte Einteilung für harten oder weichen Schraubfall für das Messverfahren, es gibt aber eine für Industrieschrauber in bezug auf die Drehmomentgenauigkeit. Aus dem Kopf waren das ein Bremsweg von über 720° für den weichen Schraubfall. Hier würde noch der Schwung zu einem großen Teil das Drehmoment beeinflussen! Wenn der Bremsweg bei Hersteller A um 20% länger ist, ist auch das Messergebniss um 20% kleiner! Kein Hersteller legt sein Messverfahren offen, deswegen kannst du auch nicht zwischen Herstellern vergleichen
Mit mogeln hat das auch nichts zu tun.

Gruß Heiko


Moin Heiko,
Danke für Deine Antwort aber ich verstehe das IMMER noch nicht ...


Nochmal alles zurück auf Anfang.

Ich stelle nachfolgend einige Thesen auf und vielleicht kannst Du (oder jemand anderes), mir MEINEN DENKFEHLER aufzeigen und verständlich erklären.


Ich nehme als Beispiel den HARTEN Schraubfall (letztlich egal aber einfacher verständlich).


1. ICH glaube, dass nicht das Messverfahren entscheidend ist (dieses wird ja auch nirgendwo angegeben), sondern das Ergebnis!


2. Wenn ein Hersteller ein Drehmoment von 40Nm für den HARTEN Schraubfall angibt, bedeutet das doch nichts anderes, als das eine (HARTE) SCHRAUBVERBINDUNG mit einer Kraft von 40Nm, hergestellt wird.


3. Ein angesetzter (geeichter) Drehmomentschlüssel mit eingestellten 40Nm müsste/würde in diesem Fall sofort klicken und die Schraube nicht weiter drehen ...

... ein weiteres "anziehen" dieser Schraubenverbindung benötigt also eine höhere Kraft/Drehmoment als 40Nm.


4. Natürlich gibt es auch einen Toleranzbereich, sagen wir der Einfachheit halber +/- 3%, also 1,2Nm. Das bedeutet, dass dieser Akkuschrauber diese HARTE Verbindung mit einer Kraft zwischen 38,8NM und 41,2Nm herstellt.


5. Wenn ein Hersteller also ein Drehmoment von 40Nm für einen Harten Schraubfall angibt, kann diese Verbindung mit der gleichen Kraft (40Nm) nicht weiter gefestigt werden,

Sollte diese Schraube aber dennoch weiter ein-/aufdrehbar sein, hat der Hersteller einen Wert angegeben der nicht realistisch ist ...
... also hat der Hersteller geschönt/gemogelt/gelogen.


6. Ich glaube nicht, dass Hersteller wie Bosch, Metabo, Makita, Festool usw. dort einen Wert angeben der fernab jeglicher Realität liegt, denn diese Werte sind letztlich auch zu leicht und einfach nachprüfbar.


7. Die Aussage: "Die Messmethoden jedes Herstellers sind anders und darum sind die Werte nicht vergleichbar." ...

... erscheint mir völlig abstrus, denn die Hersteller ermitteln ALS ERGEBNIS eine klar definierte, physikalische Größe für Kraft (Drehmoment in Newtonmeter) und nicht z.Bsp. Drehmoment in Fruchtjoghurt .


8. MEIN Fazit:
Mit welcher Messmethode ein Hersteller diese Drehmomentangaben ermittelt, ist also FURZEGAL, wenn das Ergebnis in einer exakt definierten, physikalischen Größe angegeben wird ...

... und somit sind die Drehmomentangaben bei Akkubohrschraubern HERSTELLERÜBERGREIFEND durchaus vergleichbar (innerhalb einer kleinen Toleranz).

Wo ist mein Denkfehler ....?

 

Geändert von Linus1962 (15.07.2014 um 10:59 Uhr)
Möglicherweise wäre ja die VDI 2862 anwendbar.
https://www.vdi.de/richtlinie/vdivde_2862_blatt_1-mindestanforderungen_zum_einsatz_von_schraubsystem en_und_werkzeugen_anwendungen_in_der/

 

Geändert von Ruedi1952 (16.07.2014 um 11:42 Uhr)
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