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Dekorwachs: nicht abriebfest wie beschrieben

25.01.2015, 00:06
Geändert von kaosqlco (25.01.2015 um 00:36 Uhr)
Hallo Forum,

für Kiefern-Leisten (in der Wohnung) habe ich OSMO Dekorwachs transparent Farbton Ebenholz verwendet. Ich habe zweimal gestrichen, der Farbton ist sehr schön und seidig glänzend.
Beschreibung im Internet und auf der Dose: "Transparent, seidenglänzend, für innen
Besonders empfohlen für Möbel und Kinderspielzeug sowie für Profilholz und Fußböden*
Die Oberfläche wird abriebfest, wasser- und schmutzabweisend sowie unempfindlich gegen Haushaltschemikalien".
Jetzt nach 3 Wochen ist die Oberfläche leider immer noch nicht abriebfest. Bei leichten Kratzen - z.B. schon mit dem Fingernagel - löst sich immer etwas Farbe.
Kann ich den Anstrich noch irgendwie retten und ihn abriebfest machen?

Gruß Jan
 
Dekorwachs Dekorwachs
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27 Antworten
Janinez  
wo hast Du das denn drauf gemacht und was war darunter?

 

Ich denke, Du hast zu viel aufgetragen. Wachs sollte vom Holz oberflächlich aufgenommen werden. Am besten mit Tuch aufbringen und kräftig reiben. Vielleicht hilft Dir der Vergleich mit Schuhcreme. Etwas drauf, verteilen und abreiben. Dann nach Einziehen, Trocknung polieren. Das macht man um ein gutes Ergebnis zu bekommen zwei, dreimal. So klappt es auch bei Holz. Wenn Du zu viel aufträgst, dann steht Wachs auf dem Holz und Du solltest es wieder abtragen. Schleifvlies oder Ziehklinge. Wenn die Fläche eben ist, hilft auch ein Spachtel oder ein Messer. Wenn das klebrige weg ist, mit weichem Tuch polieren.

Bei dem Wachs ist der Verbrauch mit 24 qm je Liter angegeben. Das muss also wirklich sehr sparsam aufgetragen werden. Einfach runtergerechnet. 10 Schnapsgläser sind 0,1 Liter. Ein Brett mit 24 cm Breite und 1 m Länge bekommt also etwa ein Schnapsglas Wachs. Wenn Du nun Kiefernleisten 4 x 2 nimmst, käme 1 Schnapsglas auf 2 m Länge ringsum. Kiefer ist zudem eh schon harzreich, was im Vergleich Tanne, Fichte weniger Wachs aufnehmen würde. Also dann lieber etwas weniger verwenden. Kannst ja mal grob berechnen, welche Menge Du verwendet hast. Und dann vergleichen.

 

ein helles Holz mit Farbton " Ebenholz" abtönen ist sowieso sehr schwierig ....
weil lasierend !... und das Wachs hast Du sicherlich so dick aufgetragen, weil der
Grund zu sehr durchschimmerte !
Die oben genannten Lösungen sind momentan die vernünftigsten... Kind und
griffgerecht wird das nicht !
NEU machen... und mit dem "blauen-Engel" Lack, welcher auch für Kinderspielzeug geeignet
ist, behandeln !
Gruss......

 

Auf der Herstellerseite gibt es noch zusätzliche Informationen.
Ich zitiere einmal
"Wichtig: Für mechanisch belastete Flächen, wie z.B.
Fußböden, empfehlen wir max. 1 Anstrich und anschließend
generell einen dünnen Endanstrich mit
einem farblosen Osmo Hartwachs-Öl; bei weiß eingefärbten
Fußböden einen Endanstrich mit leicht weiß
pigmentiertem Osmo Hartwachs-Öl Farbig 3040
Weiß.
Von intensiv eingefärbten Fußböden (2 farbige Anstriche)
raten wir aufgrund des Risikos einer Überapplikation
generell ab."

Wobei ich jetzt nicht weiß was die mit einer Überapplikation meinen
Ich habe mehrmals mit dem Dekorwachs Creativ Schnee gearbeitet.
Die von dir beschriebenen Probleme hatte ich bisher nie.
Ich habe nach dem Auftrag immer mit Küchentüchern, ohne groß Druck auszuüben, abgewischt. Anders habe ich keine gleichmässige Oberfläche hinbekommen, bei der die Maserung noch gut zu erkennen ist. Für die empfohlene Vorgehensweise bin ich wohl zu ungeschickt. Das war bei mir immer fleckig, mal zu dick, mal zu dünn.
Wenn ich leicht mit dem Fingernagel kratze passiert da nichts.
Bisher waren aber keine "Mechanisch beanspruchte" Flächen dabei.
Auf dem mittleren dieser Probebrettchen sind 4 dünne Schichten wachs drauf,
das als Abrieb- oder gar Kratzfest zu bezeichnen wäre aber schon eine sportliche Aussage.
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Bekannte haben sich einen Gisch aus Dielen selbt gebaut und auch mit Holzwachs eingepinselt. Jetzt kleben die Servietten am Tisch. Ist sehr unangenehm. Man darf auch nicht zu rasch nachtragen, sondern die Trockenzeiten des Herstellers beachten, lieber noch etwas Zeitt hinzugeben, wegen besonderer klimatischer Bedingungen am Ort - feucht, kühl ...oder Holzfeuchte bzw. Holzart. Von Beize halte ich grundsätzlich mehr und im Anschluss Wachs mit Bürste oder Lappen auftragen. Oder noch besser: Ölen. Das saugt schön ein. Für Schränke, Regale etc. tut es das allemal. Tische etc. sollte man dann schon ein Hartöl nehmen. Das ist dann bedingt abriebfest. Wachse ziehen einfach nicht richtig ein und Du hast immer das Problem mit Wasserrändern wenn es zu lange steht.

 

@Rainerle
Habe mal zu deiner letzten Antwort eine Frage , hoffe kannst mir helfen.
Wieso haben die den Tisch mit Wachs eingelassen?.. Hast wenigstens ihnen geholfen und gesagt wie man es richtig macht ..
Warum trägt man Wachs mit Bürste auf und weniger mit Lappen ?..
Mit hartwachsöl hatte meine Nachbarn einen Tisch behandelt, nun sind Ränder von Flaschen und Gläsern drauf, obwohl es ja kein Wachs war .. Kannst mir bitte mal schreiben wie die wieder raus gehen ..

 

Sorry sollte nicht hartwachsöl sondern hartlöl heißen ... Worterkennung hat gesponnen

 

zum Einwand von User Hansemann, eine Applikation ist die Anwendung gemäß Bed.Anleitung, steht auf dem Gebinde z.B. !... ist also der Grund ( Holz ) nicht blank...
und schon mit Beize usw. vorbehandelt, dann hat es schon eine ( oder auch mehrere
Behandlungen) = Applikationen hinter sich.. und deshalb kann der Hersteller keinen Erfolg
mit seinem Material versprechen.. und nennt das eine Überapplikation !
Gruss.....

 

Zitat von Hazett
zum Einwand von User Hansemann, eine Applikation ist die Anwendung gemäß Bed.Anleitung, steht auf dem Gebinde z.B. !... ist also der Grund ( Holz ) nicht blank...
und schon mit Beize usw. vorbehandelt, dann hat es schon eine ( oder auch mehrere
Behandlungen) = Applikationen hinter sich.. und deshalb kann der Hersteller keinen Erfolg
mit seinem Material versprechen.. und nennt das eine Überapplikation !
Gruss.....
Danke für die Aufklärung, Hazett.
Wieder etwas gelernt

 

Holzkunst: Wachsen mit Bürste oder Lappen. Bürste oder steifer Pinsel immer für Verzierungen, Nuten etc. in die man mit Lappen schlecht hineinkommt. Habe kürzlich einen Stuhl gewachst, mit Tuch kommt man schwierig in die Ecken, da ist ein Pinsel oder eine Bürste viel besser. Habe dazu eine kleine Schuhputzbürste ca. 3 x 2 cm spitzig. Habe ich tiefe Maserung, wie bei ausgebürsteten Baudielen, komme ich mt Lappen auch schwer in die Vertiefungen. Da nehme ich eine normale grobe Schuhputz- oder Wurzelbürste und komme so schneller voran.

Wachs dünn antrocknen lassen und dann mit Tuch reiben, oder mit weicherer Bürste drüber gehen. Für glatte Flächen ist aber das Tuch zum Auftragen die bessere Wahl.

Zu meinen Bekannten, die haben so flüssiges Wachs aufgetragen, habe so etwas auch schon mal gekauft: http://www.clou.de/bau-heimwerker/pr...w2-antikwachs/ das wird gepinselt und man hat einfach kein Gefühl für die Menge. Etwas zuviel und es klebt. Das jst das Problem von Flüssigwachsen.

Man bedenke auch: Flüssigwachs verändert sich nicht beim Auftragen, dh. Die flüchtigen Inhalte entweichen, das Wachs bleibt auf der Fläche, es bildet eine Wachsschicht, die bei erneutem Auftrag sich mit dem neuen durch die enthaltenen Lösungsmittel verbindet. Kommt nun Flüssigwachs auf eine Wachsschicht, wird die untere Schicht angelöst und verbindet sich mit der neuen Schicht. Poliert man nun, nimmt man mit dem Lappen wieder herunter, was man gerade aufgetragen hat. Trägt man nur auf, ohne mit Lappen nachzuarbeiten, hat man eine dickere Schicht. Und diese ist deshalb nicht widerstandsfähiger, sie ist nur dicker, nimmt Staub besser an und ist klebrig. Wachs sollte eben nur einmal dünn aufgetragen werden. Und das geht mit festem Wachs genausoschnell wie mit Flüssigwachs und Pinsel. Aber man kann besser dosieren und das festere Wachs ist viel ergiebiger/vergleichsweise günstiger.

Ränder auf Hartöl: da hilft nur feine Stahlwolle oder Schleifpapier kleiner 240 und vorsichtig schleifen und mit Hartöl wieder behandeln.

Bei Wachs ist eher das Problem von Hitze (Topf ohne Untersetzer auf dem Tisch), da das Wachs schmilzt und teilweise ins Holz einzieht. Mit Terpentinersatz und etwas feiner Stahlwolle vorsichtig abreiben und Nachwachsen.

Man bedenke: Hartöl schützt auch nicht effektiv vor Wasserflecken, aber es härtet zumindest oberflächlich aus und bildet dadurch eine relativ harte Schicht gegen kleinere Kratzer und wird deshalb gerne für Fußböden genommen. Aber Staunässe verträgt eigentlich nur lackiertes Holz.

Holzkunst: Ist das so in Deinem Sinne?

 

Geändert von Rainerle (26.01.2015 um 21:52 Uhr)
Janinez  
Manno Rainerle , das ist ja schon fast ein Kurs, was Du da anbietest

 

Habe mich in letzter Zeit etwas schlau gemacht, da das hier und bei Woodworker (da lese ich nur mit, endlose Diskussionen und zum Schluss kommt eh nur selten was richtiges bei raus) immer wieder Thema ist. (Bin gespannt was Holzkunst dazu meint. Er ist dafür ja unser Spezialist)

 

Das ist wirklich ein Interessanter Exkurs.
Du solltest daraus einen Wissensartikel machen, damit das nicht im Nirvana verschwindet.
Falls jemand mit einem solchen Wachs arbeitet sind das durchaus wichtige Informationen.
War aber schwer zu lesen, so ohne Absätze und Umbrüche

Eine Frage habe ich aber....
Was hat das ganze mit dem Topic, und Osmo Dekorwachs zu tun?

 

Hansemann, das sind meine geistigen Ergüsse, das ist nicht unbedingt Gesetz.
Ich füge noch paar Absätze ein.
In der Frage kommt auf, dass die Oberfläche nicht abriebfest sei. Es ist zu viel Wachs aufgetragen worden. Das sollte jetzt wieder runter.

 

Gut gelesen rainerle , zu deiner Theorie -Praxis noch paar weiterbildende Kurse, dann wird das was.

Nur wer mit arbeitet lernt daraus , aber manchmal ist die Theorie und Praxis zwei Stiefel , bei einem geht das , bei anderen nicht ...

Was die Diskussionen anbelangt mit vielen Antworten und jeder sagt was andres , so ist dies normal.. Jeder muss für sich das beste raus aus der Hilfe ziehen, ich helfe und schreibe nur wenn ich es weiß Wirklich helfen kann , alles andere bringt den Hilfesuchenden nicht weiter ..

Natürlich gibt es zig Tricks, die man nicht weiter sagt, weil man dazu die Teile praktisch vor sich haben sollte und es nicht über schreiben geht..
In meinem Beruf als selbständiger Restaurator und Drechsler macht man auch sehr viele Dinge , Kniffe die man nicht weiter gibt , so hat jeder seine Dinge die er für sich behält und seine Arbeit ausmacht ..
..
Wie sagte mein Mentor - lehrmeister immer, man kann fast alles essen , aber muss nicht alles sagen was wahres dran ..
Es gibt in jedem Gewerke Tricks die man Anwendet und nicht weiter gibt , schließlich hat man ja auch seinen Kundenstamm der dies schätzt und deshalb immer wieder zu einem in die Werkstatt kommt..


 

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