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Das Hobby „Handwerken“... ist es eine günstige Notwendigkeit oder Entspannung zum Beruf?

16.07.2013, 18:31
  • Gerade das Häusle gebaut, Geld wird knapp und man muss nun doch den alten Kleiderschrank fit machen...
  • Die Kinder wollen dies und das, das Geld würde aus dem Geldbeutel regelrecht fliesen und selber gemacht spart man sich die Hälfte...
  • Renovierung steht an, man hat keine Lust, aber es muss halt nun mal sein...
  • Der Teppich ist versaut und man sucht nach günstigen haltbaren Alternativen, wie z. Bsp. Laminat. Hauptsache man hat dann seine Ruhe...




  • Man sitzt im Büro, wälzt stundenlang Akten...
  • Das Band an der Maschine läuft und jede Handbewegung ist am Arbeitstag gleich...
  • Der Tag beginnt auf der Baustelle mit Knochenarbeit und viel Dreck...
  • Es ist der zigste Einsatz von Hilfseinsätzen und will einfach nicht aufhören...


Solche oder ähnliche Beispiele sind Gründe um sich in der Werkstatt aufzuhalten.

Aber wer macht das wirklich gerne... wer sieht darin eine Ersparnis, würde aber sonst eher das „Handwerken“ meiden wollen... und wer versucht beides in Einklang zu bringen?


Ich gehe sehr gerne in meine Werkstatt. Allerdings hasse ich diese „... du musst mal das oder dies machen“ Aufforderungen. Ich will in meiner Werkstatt alleine sein und machen was ich will. Ideen umsetzen, neue Projekte machen die niemand braucht, usw.

Meine Werkstatt dient mir (fast) ausschließlich als Ausgleich zu meinen Beruf. Den Ärger des Tages runterspülen und dabei vergessen bzw. Abschalten was heute so vorgefallen ist. Also nur Sachen, die mir gefallen, in der Werkstatt angehen. Nichts was sein muss, denn das wäre ja schon wieder dieses „oh-neee-Gefühl“.




  • Wie schaut das bei euch aus?
  • Ist die Werkstatt eher der Freizeitausgleich oder eine Einrichtung zur notwendigen Instandhaltung diverser Arbeiten?
  • Könnt ihr beim „Werkeln“ abschalten oder denkt ihr eher schon wieder an eine „das-muss-ich-ja-auch-noch-machen“ Arbeit?
  • Findet ihr in eurer Werkstatt Abstand zum Beruf oder habt ihr ihn zum Hobby ernannt?

Bin mal gespannt was da für Antworten kommen
 
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62 Antworten
Brutus  
Also bei mir verhält es sich so:

Ich freue mich über jede Kleinigkeit, die ich schnell erledigen kann, vorrausgesetzt, das Werkzeug ist griffbereit in der Nähe und ich muss nicht lange danach suchen.

Etwas schaffen, nur einfach zum Spaß, ist natürlich das Schönste was man haben kann.

Sparen, ja sparen lässt sich auch jede Menge, man muss aber auch seine Grenzen und die seiner Maschinen kennen. Toll ist aber auch das Gefühl, etwas zum ersten Mal gemacht zu haben und es dann auch noch zufriedenstellend aussieht.

Toller Thread, Gschafft, kommen bestimmt noch viele interessante Antworten ;O)

 

"Projekte unter Zwang" sind doof. Notwendiges, was gemacht werden kann / sollte ist eben notwendig.
Spass-Projekte würden nicht so heißen, wenn sie keinen machen würden.
Günstiger? Nicht immer. Manchmal eher gleichwertig - aber eben selbstgeklöppelt.
Ausführlicher evtl später, jetzt gibt es erstmal selbstgeschnitztes Chili con Carne ohne Fertigzeugs (gehört nicht hier hin, musste aber mal erwähnt werden)

 

Brutus  
Ach ja, noch etwas hinterher:

Ich liebe Unikate, immer etwas anders zu machen, als es jemand anderes machen würde. Ich denke da gerade an den Weinständer, den du geschenkt bekommen hast, ein tolles Unikat ;O)

 

Nachdem ich aufgrund der Wohnsituation nur am Wochenende bastle, sehe ich dies sehr wohl als Ausgleich zum Job.
Wenn man selbst einen Kasten saniert, Geschenke bastelt, macht es sicherlich mehr Spaß, als wenn man unter Zwang etwas vollenden muss. Sicherlich setze ich mir auch Termine, wann etwas fertig zu sein hat (siehe Herzerlbox), aber meistens mache ich dann etwas wenn ich Lust und laune dazu habe. Wobei derzeit arbeite ich im Haus und Hof verteilt, das sollte sich jetzt im urlaub ändern, da wir da eine Werkstatt einrichten werden.

 

Nachdem ich aufgrund der Wohnsituation nur am Wochenende bastle, sehe ich dies sehr wohl als Ausgleich zum Job.
Wenn man selbst einen Kasten saniert, Geschenke bastelt, macht es sicherlich mehr Spaß, als wenn man unter Zwang etwas vollenden muss. Sicherlich setze ich mir auch Termine, wann etwas fertig zu sein hat (siehe Herzerlbox), aber meistens mache ich dann etwas wenn ich Lust und laune dazu habe. Wobei derzeit arbeite ich im Haus und Hof verteilt, das sollte sich jetzt im urlaub ändern, da wir da eine Werkstatt einrichten werden.

 

Natürlich sind Arbeiten, welche eben sein müssen, nicht unbedingt lästig. Das soll auch nicht bedeuten, dass sie keinen Spaß machen

Wenn meine Frau zu mir sagt, "hey Frank... ein paar Kilo weniger am Bauch wäre sexy..." (hoffentlich sagt sie das niemals) dann würde ich das Fitnessstudio hassen. Wenn ich selber sehe, dass ich dabei einen Nutzen / Ausgleich habe, dann macht es vielleicht auch Spaß

Meine stupide Aktenwelt und Gerichtsbarkeit in den Arbeitsgerichten bringen mir nicht den Kick... alles langweilig und nur Streit mit den Arbeitgebern.

In meiner Hobbywerkstatt hingegen kommen neue Herausforderungen ans Tageslicht. Niederlagen und Erfolge die eine sinusförmige Kurve ergeben, gerade so, dass sie interessant und zum Erfolgsanspruch anspornen. Keiner der mir sagt wie ich es nun nach Schema "F" machen muss, sondern viele alternative Wege zum Probieren, ohne dahinter eine Wissenschaft sehen zu müssen

 

Das ist ja lustig - spinnt die Technik wieder? Oder haben wir plötzlich siamesische Posting-Zwillinge?

Zitat von Tiger2111
Nachdem ich aufgrund der Wohnsituation nur am Wochenende bastle, sehe ich dies sehr wohl als Ausgleich zum Job.
Wenn man selbst einen Kasten saniert, Geschenke bastelt, macht es sicherlich mehr Spaß, als wenn man unter Zwang etwas vollenden muss. Sicherlich setze ich mir auch Termine, wann etwas fertig zu sein hat (siehe Herzerlbox), aber meistens mache ich dann etwas wenn ich Lust und laune dazu habe. Wobei derzeit arbeite ich im Haus und Hof verteilt, das sollte sich jetzt im urlaub ändern, da wir da eine Werkstatt einrichten werden.
Zitat von Hoizbastla
Nachdem ich aufgrund der Wohnsituation nur am Wochenende bastle, sehe ich dies sehr wohl als Ausgleich zum Job.
Wenn man selbst einen Kasten saniert, Geschenke bastelt, macht es sicherlich mehr Spaß, als wenn man unter Zwang etwas vollenden muss. Sicherlich setze ich mir auch Termine, wann etwas fertig zu sein hat (siehe Herzerlbox), aber meistens mache ich dann etwas wenn ich Lust und laune dazu habe. Wobei derzeit arbeite ich im Haus und Hof verteilt, das sollte sich jetzt im urlaub ändern, da wir da eine Werkstatt einrichten werden.

 

Brutus  
Zitat von sabolein
Das ist ja lustig - spinnt die Technik wieder? Oder haben wir plötzlich siamesische Posting-Zwillinge?
Evtl. wurde hier nur mit "Copy and Paste" gearbeitet und vergessen zu zitieren ?!

 

Zitat von gschafft
Ich gehe sehr gerne in meine Werkstatt. Allerdings hasse ich diese „... du musst mal das oder dies machen“ Aufforderungen. Ich will in meiner Werkstatt alleine sein und machen was ich will. Ideen umsetzen, neue Projekte machen die niemand braucht, usw.

Meine Werkstatt dient mir (fast) ausschließlich als Ausgleich zu meinen Beruf. Den Ärger des Tages runterspülen und dabei vergessen bzw. Abschalten was heute so vorgefallen ist. Also nur Sachen, die mir gefallen, in der Werkstatt angehen. Nichts was sein muss, denn das wäre ja schon wieder dieses „oh-neee-Gefühl“.
Trifft bei mir genau so zu. Besser hätte ich mich nicht beschreiben können. Sicher gibt es noch das eine oder andere was ich machen muss. Aber das bleibt beim Haus nicht aus, solange ich nicht im Lotto gewinne

 

Ich habe mich auch gerade gefragt, ob ich einen Zwilling habe, von dem ich nichts weis,....

 

Für mich ist es eine gesunde Mischung aus beidem.
Da ich Handwerker aus Leidenschaft bin, gibt es da keinen allzu grossen Unterschied, ob ich für einen Kunden oder für mich selbst Handwerke, abgesehen von der Bezahlung.
Einzig der Kunde beeinflusst den Spass dabei.
Dass ich aber wegen einem griesgrämigen oder unfreundlichem Kunden am liebsten den ganzen Kram hinschmeissen könnte, kommt äußerst selten vor.
Wenn der Tag dann aber stressig war, kann ich am besten beim werkeln abschalten.

Günstig würde ich so nicht immer sagen, wenn man für manche Projekte die Materialkosten zusammen rechnet...aber wenn man was fertiges kauft, entfällt der Spass beim werkeln und beim fertigen Projekt.

 

Geändert von RedScorpion68 (16.07.2013 um 20:19 Uhr)
Woody  
Ich hab immer schon gerne gewerkelt und durch mein familiäres Umfeld auch sehr früh gelehrt bekommen, dass man mit dem nötigen Willen und Wissen auch viel selbst machen, vor allem reparieren kann.

So richtig heimwerkertoll bin ich aber erst seit 2-3 Jahren, nachdem ich mein Elternhaus samt Garten geerbt habe und endlich meine Vorstellungen umsetzen konnte, ohne auf den Geschmack meiner Mitbewohner Rücksicht nehmen mußte. Und auf einmal auch massig Raum zur Verfügung hatte um mir meine Traumwerkstatt einzurichten.

Neben meinem Beruf, der mich eigentlich kaum ausfüllt, verbringe ich sehr viel Zeit mit der Umsetzung meiner Ideen. Mit mehr oder weniger großem Erfolg, aber dafür kann ich sagen: das hab ICH gemacht.

Ich arbeite gerne alleine, merke dann gar nicht, wie die Zeit verrennt - und schon wieder ist ein Tag um.

Nicht zuletzt durch diese Seite hier ist aber auch mein Selbstvertrauen, mein Mut in neue Maschinen und Techniken gewachsen und leider leider auch mein Ideenpool, was ich noch alles machen könnte. Manchmal frag ich mich, was soll das alles, in ein paar Jahren bist eh schon Rollatoranspruchsberechtigt, wozu so eine irre Werkstatt

Ich möchte auch nicht behaupten, dass meine Projekte günstiger sind als von der Stange gekauft, aber sie sind einzigartig, auf meinen Geschmack und Bedürfnisse abgestimmt und wie schon gesagt, es ist meiner Hände Werk, manchmal sogar mit Blut veredelt

 

Geändert von Woodworkerin (16.07.2013 um 20:28 Uhr)
Zitat von RedScorpion68
...
Günstig würde ich so nicht immer sagen, wenn man für manche Projekte die Materialkosten zusammen rechnet...aber wenn man was fertiges kauft, entfällt der Spass beim werkeln und beim fertigen Projekt.
Zitat von Woodworkerin
... Mit mehr oder weniger großem Erfolg, aber dafür kann ich sagen: das hab ICH gemacht.

... mein Mut in neue Maschinen und Techniken ...

Ich möchte auch nicht behaupten, dass meine Projekte günstiger sind als von der Stange gekauft, aber sie sind einzigartig, auf meinen Geschmack und Bedürfnisse abgestimmt und wie schon gesagt, es ist meiner Hände Werk, manchmal sogar mit Blut veredelt
Das sind zwei ganz interessante Aussagen... DER SPASS... das Gefühl eines Erfolges, eines anderen Erfolges als in und / oder der alltäglichen Arbeit, die ohnehin schon kaum einer mehr würdigt (evtl. ist es anders, wenn man Selnstständig ist, aber das ergibt dann auch das Brot für zu Hause).

Mit Erfolgen oder Niederlagen macht es in der Freizeit wieder Freude sich damit auseinanderzusetzen... die Ursache oder Fehler zu finden wird zu einer spannenden Sache... da will man nicht aufgeben, ganz im Gegenteil... hier wird man erst wieder befriedigt wenn alles klar ist.

In meiner Tätigkeit finde ich nicht dieses Gefühl, weil es durch Vorgaben geprägt ist und die eigene Initiative oder Idee ohne Zustimmung Dritter keinen Bestand mehr findet.

 

Woody  
Zitat von gschafft
In meiner Tätigkeit finde ich nicht dieses Gefühl, weil es durch Vorgaben geprägt ist und die eigene Initiative oder Idee ohne Zustimmung Dritter keinen Bestand mehr findet.
Wahre Worte, welche auch meinen Job großteils prägen. Ich kann dem Kunden noch so viele Ideen präsentieren, wenn er sie nicht finanzieren will, sind mir die Hände gebunden

 

Sicher geht es beim Heimwerken auch um die Einsparung. Ohne 95% Eigenleistung hätte ich mein Haus nicht und schon gar nicht für die Kosten bauen können.

Ansonsten ist meine Werkstatt aber auch meine kleine Entspannungsoase. Egal ob freiwillig oder freiwilliger Zwang, das ist mein Reich und da entspanne ich bei jeder Arbeit. Ja gschafft, auch wenn ich soll. Denn wieder einmal beweise ich, dass meine Frau mich braucht und mir auch etwas zutraut.

Egal also warum, nach der Freitagsschicht zum Wochenende, findet man mich nicht drinne vor der Glotze und die halbe (oder mehr) Nacht auch nicht bei meiner Frau. Da läuft draußen der Rechner mit meiner Musik, gibt es eins zwei Beam-Cola und ich genieße meinen Freiraum. Nicht immer wird da gebastelt, manchmal nur geplant, Ordnung gemacht oder im Netz gesurft. Was auch immer, einen besseren Ausgleich gibt es für mich nicht. Irgendwann gegen drei oder vier oder ... krabbel ich in mein Bett und bin zufrieden.

 

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