Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Das 4. Türchen - der 1-2-do-Adventskalender 2014!

04.12.2014, 06:43
Janinez  


Auch mir sind so einige Weihnachten unvergesslich geblieben:

Bei uns gab es ja 2erlei Weihnachten, 1x in München in einer kleinen 2 Zimmer Wohnung und 1x in Oberstdorf bei meinen Großeltern (die waren romantischer)
Weihnachten mussten meine Schwester und ich den ganzen Tag in unserem Zimmer verbringen, wir durften nicht mal zum Essen in die Wohnküche, weil da das Christkind am Arbeiten war. Durch die geschliffene Glastüre konnten wir nur Licht erkennen – aber wir wußten lange nicht, warum der Nikolaus immer wußte, dass wir versuchten durch die Glastüre zu luren……(linsen, schauen). In der Vorweihnachtszeit mussten wir Gedichte und Lieder lernen, die wir dann vor dem Christbaum vorgetragen haben.
Um 16 Uhr war Kindermette, wenn wir dann nach Hause kamen, hatten wir noch ein wenig Zeit uns wieder aufzuwärmen.
Wenn dann endlich das Glöckchen zu hören war sind wir in unseren schönen Kleidchen ganz sittsam in die Küche und da stand er der Weihnachtsbaum – bunt geschmückt – oft auch mit unseren Basteleien und mit Sternwerfern.
Dann gab es erst mal Abendessen, danach unsere Lieder und Gedichte und dann durfte jeder nach seinem Geschenk sehen. Viel war es ja nicht – meine Puppenküche verschwand immer nach einigen Monaten und tauchte unterm Christbaum mit einigen neuen Teilen wieder auf.
Wir bekamen halt Sachen, die wir benötigten wie Kleidung und später Sachen für die Schule, aber wir freuten uns über jeden Socken den wir bekamen. Ganz toll war immer das kleine Päckchen von meinen Tanten aus England – da war auch mal ein Puppenkleid dabei und immer guter Kuchen.
An Weihnachten durften wir auch so lange auf bleiben, wie wir wollten, was oft damit endete, dass wir unterm Christbaum eingeschlafen sind.
An den Feiertagen ging es dann mit dem Schlitten zum Schuttberg (Heute ist dort das Olympiagelände – in meiner Kinderzeit waren da nur Wiesen und Schafweiden und einige kleine Straßen) zum rodeln – Schnee war zu dieser Zeit ja noch genug da.



Auf Weihnachten wieder
an Weihnachten denka
Helmut Zöpfl
Wia waars, wenn ma heuer
beim Feiern und Schenka
auf Weihnachtn wieder an Weihnachtn denka?
In Gedankn a wengerl nach Bethlehem genga,
eihaltn, a bisserl, im Hetzn und Renna,
a bisserl mehr weihnachtlich aa da drinna
dankbar auf d’selbige Heilsnacht uns bsinna?
Net oiwei bloß d’Händ’ grad aufhaltn,
von Empfänger öfter auf Absender schaltn,
a bisserl mehr gebn und a bisserl mehr teiln,
de andern beim Tragn helfa bisweiln.
Net bloß vom Guatn und Schöna redn,
sondern aa danach handeln und aa danach lebn.
Wach sein und auf de Gelegenheit passn
und net alle vier bloß grad sei lassn.
Genau wie de Hirtn vom Schlafa aufwacha
und bal oaner oklopft, de Tür eahm aufmacha.
Wos not duad, a Liacht im Dunkeln ozündn,
as erste guate Wort wieder finden,
a bisserl mehr miteinander aa redn
und net bloß stur sei Meinung vertretn.
Des Redn vom Friedn net so auffassn,
dass mia bloß selber wolln in Friedn wern glassn,
um an Frieden se in der nächsten Näh plagn,
a bös’ Wort verschlucka und liaba net sagn.
De Zeit net blos mitm Jammern verliern,
net wehleidig blos in uns selber neistiern.
Net in allem a Haar in der Suppn drin findn,
de Frohbotschaft fröhlich weiter verkündn.
A bisserl mehra von ihra betroffn,
wieder mehr glauben und wieder mehr hoffn.
Net voller Angst in de Zukunft schaun:
„Fürchtet euch nicht!“ Mia solln mehr vertraun!
An Blick auf des zuagsagte Heil wieder lenka.
Und auf Weihnachten drum wieder
an Weihnachten denka



Auf den Bildern, einige selbst gefertigte Gestecke, die auf meinen Märkten zugunsten behinderter Kinder verkauft wurden
Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_6241.jpg
Hits:	0
Größe:	150,7 KB
ID:	30092   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_6328.jpg
Hits:	0
Größe:	170,8 KB
ID:	30093   Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht

Name:	IMG_6245_2.JPG
Hits:	0
Größe:	331,8 KB
ID:	30094  
 
Adventszeit Adventszeit
Bewerten: Bewertung 5 Bewertungen
30 Antworten
Funny08  
Ja der Lauf der Zeit - nicht immer wird alles besser, da wo wir früher Schlitten fuhren, stehen heute Häuser - und Kinder mit Schlitten sieht man hier immer weniger - Playstation und Co sind wohl viel bequemer....

Das "Gedicht" ist eine harte Nuss gewesen aber nicht falsch

 

Ja, jetzt kann ich schon ein wenig Bayrisch

 

Janinez  
Ja ich weiß, habe aber das Gedicht ganz bewusst ausgewählt. Ich kenne Zöpfl seit gut 40 Jahren er gehört zu den Turmschreibern und ist einer der wenigen Professoren, die ich kenne mit irrem Humor, großer Menschenkenntnis und viel Verständnis und Hilfsbereitschaft - der auch noch mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Er schreibt auch Lebenshilfen - sehr humorvoll - aber tiefsinnig und ich freue mich immer, wenn ich ihn treffe.
Wenn jemand ganz arge Schwierigkeiten mit dem Gedicht hat, bitte melden, dann versuche ich es zu übersetzen

 

Ekaat  
Ja, so klein habe ich auch einmal angefangen: Ich bekam Weihnachten 1949 eine Holzeisenbahn geschenkt. Zu meinem 2. Geburtstag im Februar darauf gab es wieder eine Holzeisenbahn, und Weihnachten 1950 gab es - na was wohl? - wieder eine Holzeisenbahn. Das Kuriose: Da meine Eltern mit mir im Sommer 1949 aus der SBZ (sowjetisch besetzte Zone) nach Trizonesien (scherzhafter Ausdruck für die drei Westzonen) flohen, konnten sie keine Ost-Mark mitnehmen. Daher wurde unter Anderem diese Holzeisenbahn gekauft und mitgenommen. Im »goldenen« Westen hatten meine Eltern zunächst Mühe, etwas zu beißen zu beschaffen - da blieb für Geschenke kein Spielraum.
Schöne Geschichte, Janinez!

 

Janinez  
Wir hatten echt nicht viel aber wir waren glücklich und zufrieden und haben aus allem was gemacht. Aus Ästchen und Zapfen bastelten wir Puppen, die wir mit Stoffresten umwickelten

 

Prima Türchen... und auch das Bayrische habe ich verstanden...

 

Janinez  
naja sooo weit weg von uns wohnst Du ja nicht und bist ja oft genug in München

 

Ekaat  
Ach übrigens, Janine: Vielen Dank für den Bayrischuntterricht; muß ich ja langsam lernen, dieweil mein Sohn jetzt in München lebt.

 

Woody  
Es stimmt, im Laufe der Jahre wurde Weihnachten immer mehr zur Pflicht und die Geschenke immer größer und unbrauchbarer. Nicht dass es bei uns so gewesen wäre, aber man hört so einiges.

Ich hab als Kind, muss so 4-5 Jahre alt gewesen sein, einen Matadorbaukasten geschenkt bekommen. Den habe ich heute noch. Und als 10jährige ein gebrauchtes Klappfahrrad. Es war u.a. eines der schönsten und wertvollsten Geschenke für mich. Ja man war bescheiden und glücklich mit dem wenigen, was man bekam

Sehr schönes 4. Türchen Janinez.

 

Klasse Gedicht, oiso wonn des boarisch woa, donn vasteh i s !
Hm, mit der Puppenkueche hast mich gerade auf eine Idee gebracht, die ist naemlich ein bisserl kaputt; glaub, die muss ich zu Weihnachten ins Haus nehmen und sanieren.
APro pos, Geschenke; mein Kombi war heute auch als Schlitten vom Christkind unterwegs, traf sich gut, dass der Rauchfangkehrer gekommen ist

 

Janinez  
ja Ekaat sooo schwer ist Bayrisch gar nicht, aber wenn Du etwas nicht weißt, einfach fragen - ich versteh bei Platt auch nicht jedes Wort

 

...hatte es bisserl schwieriger als Nordlicht. Aber nettes Türchen.... ...für viele ist Weihnachten leider nur Stress/Kaufwut dabei kann es so schön sein.........

 

Janinez  
das stimmt Jens, man muss nur ein wenig vom Konsum weg, den hatte man früher auch nicht so und uns ging es deswegen nicht schlecht, wir waren einfach zufriedener und hatten andere Werte

 

Woody  
Übrigens sehr schöne Weihnachtsgestecke hast du da gebastelt Janinez. Hab ich vorhin vergessen zu loben

 

Janinez  
danke da mach ich jedes Jahr Mengen davon, die sind alle schon verkauft - das Geld ging an die Kinder - und meist nehm ich da irgendwie Restmaterialien, wie bei den Adventsternen

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht