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Dachbodenausbau-Dachbodendämmung im Altbau. Alles rausreißen und neu machen?

23.02.2013, 18:07
Hallo liebe Gemeinde
Ich hoffe das richtige Forum für mein Anliegen ausgesucht zu haben (zumindest erschien es mir auf dem ersten Blick so).

Das Vorhaben unseren Altbau besser zu isolieren zwecks Energieeinsparrung erschien erstmals gar nicht so schwierig. Nach ein wenig Lektüre sind wir jedoch ein wenig verunsichert welche der vielen Möglichkeiten und Techniken nun die richtige bzw. die beste ist :/ (um keine Probleme mit Feuchtigkeit zu bekommen).

Die Dachbalken haben eine Breite von 120 mm . Zwischen Balken und Dachziegel befindet sich keine Folie. Der Rest des Aufbaus besteht aus 40mm Heraklit + Putz + Tapete -Altbau halt. Das dies natürlich nicht die beste Energieeinsparung bringt, ist leider offensichtlich.

Uns kam also die Idee 40er Latten an die Schräge (auf das Heraklit + Putz + Tapete) zu schrauben und dazwischen 40er Styroporplaten einzuklemmen. Vater tendierte zu Gipskarton und ich zu MDF als weitere Lage.

Als wir im Baumarkt ankamen sagte man uns, dass wir evtl. Probleme mit Feuchtigkeit bekommen könnten. Uns wurde geraten das Heraklit komplett abzureißen und eine Konstruktion mit äußerer Folie (vor den Dachziege von innen) + Glaswolle + Difusionsoffene Klimamenbran + Gipskartonplatten aufzubauen.

Ich wollte gerne die Meinung von einigen (hoffentlich hier vorhandenen) Experten hören, wie Ihr die Sachlage seht. Meint Ihr wirklich es ist unbedingt notwendig das Heraklit abzureißen?
 
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13 Antworten
Eifach wäre es durch das Heraklit Isofloc (Zeitungsschnipsel) einblasen zu lassen. Diese werden feucht mit einer Art Staubsauger (der bläst) eingblasen und verfestigen sich zu einer Art Matte. So müsstest du nichts abreissen und dann hat man 120mm Dämmschicht. Nur 40mm bringen nämlich nix. Wenn du dann noch die 40mm Styro auf das Heraklytt drauf machst hast du 16cm. Ein einigermassen akzeptabler Wert. Wenn du einen Fachmann das eiblasen lässt ist der höchstens einen halben Tag dran, also nicht sehr zeitaufwändig.

 

Der Aussage des Baumarktverkäufers würde ich mich anschliessen.
Eine 40 mm Styropordämmung von innen wird wenig zur Energieeinsparung beitragen, viel eher einen durch Feuchtigkeit entstandenen Schimmelbefall.
Wenn man da schon ran geht und auch Erfolg damit haben möchte, dann besser das volle Programm.
Alles rausreissen und den Aufbau, wie er Dir im Baumarkt empfohlen wurde.

 

Zitat von dachschreg
Uns kam also die Idee 40er Latten an die Schräge (auf das Heraklit + Putz + Tapete) zu schrauben und dazwischen 40er Styroporplaten einzuklemmen. Vater tendierte zu Gipskarton und ich zu MDF als weitere Lage.

Als wir im Baumarkt ankamen sagte man uns, dass wir evtl. Probleme mit Feuchtigkeit bekommen könnten. Uns wurde geraten das Heraklit komplett abzureißen und eine Konstruktion mit äußerer Folie (vor den Dachziege von innen) + Glaswolle + Difusionsoffene Klimamenbran + Gipskartonplatten aufzubauen.
Styropor als Dämmung = Böse. Haben eine gedämmte Tür die auf den Dachboden unseres Schweinestalls geht, dahinter eine alte Holztür, die da vorher schon drinn war. Da ich passende Styroporplatten hatte habe ich diese letzten Winter immer zwischen Dämmtür und Holztür gelegt, na ja, die Holztür war regelrecht Nass, ich rate da mal von ab.


Äußere Folie unter den Dachpfannen, also Unterspannbahn, ja ist gut wenn man sie hat aber ohne geht es auch, oder möchtest du das ganze Dach abdecken ? Solange zwischen Ziegel und Dämmung 1~2 cm Luft bleiben und das Dach soweit gut in Schuß ist und nichts undicht ist sehe ich da keine Probleme. Es gibt zwar auch die möglichkeit die Unterspannbahn von innen um die Sparren drumherum zu legen aber ich habe da von vielen gehört und auch hier gelesen das man das lieber lassen sollte. Ansonsten, Wolle rein, Dampfbremsfolie autackern und mit Dichtband verkleben und fertig ist der Teil. Ich würde wie dein Vater eher GK oder Fermacell verarbeiten als MDF.

Denk eventl. auch mal anstatt Glaswolle Steinwolle zu verwenden, die juckt zumindest nicht. Ich kann mich zwar selbst mit blankem ***** in Glaswolle setzen und es juckt nicht aber viele Menschen sind doch sehr empfindlich drauf, daß soll bei Steinwolle wohl nicht der Fall sein.

 

Noch besser gehts mit Schafwollmatten, die erfordern keine völlige Abdichtung, da sie atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit transportieren können ohne zu grauen. Beissen überhaupt nich, einziger Nachteil ist dass sie nur schwierig zu bekommen sind. wenn man sich aber intensiv damit befasst, findet man sicher welche.

 

Zitat von holwerker
Noch besser gehts mit Schafwollmatten, die erfordern keine völlige Abdichtung, da sie atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit transportieren können ohne zu grauen. Beissen überhaupt nich, einziger Nachteil ist dass sie nur schwierig zu bekommen sind. wenn man sich aber intensiv damit befasst, findet man sicher welche.
Gibt es z.b. bei bausep.de . Da allerdings schreckt mich der enorm hohe Preis ab. Mag ja nicht verkehrt sein aber ob ich nun bei z.B. 120mm Dicke 6,- € zahle oder 17,- € ist schon gewaltiger unterschied. Gut wer nur 5 qm zu Dämmen hat ist es relativ. Bei uns wären es ca. 90 qm und da ist es einfach noch zu teuer.

 

Da es sich mit Sicherheit um ein "älteres" Haus (50er o. 60er ?) handeln dürfte, würde ich Dir anraten, einen Energieberater um Rat zu bitten.
Geraden Häuser dieser Baujahre, bis in die 70er sind energetische Katastrophen, nur ein Energieberater kann Dir hier genaue Angaben über den Sinn bzw. Unsinn einer Dämmmassnahme machen.
Ein Beispiel:
Mit der notwendigen Hinterlüftung ( 40mm unter Bitumenbahn) kommst Du auf 80mm Dämmung zwischen den Sparren, drunter die Folie und dann die Lattung für die Decke, in deren Zwischenräume können nochmal 40 mm Dämmung untergebracht werden. Alles in Allem nicht die Welt und es ist verdammt viel Aufwand (handwerklich und finanziell) für einen fragwürdigen Erfolg.
Gerade der äusseren Hülle eines Hauses sollte die ganze Aufmerksamkeit gelten, denn die zählt. Sie hält im Sommer die Hitz draussen, im Winter die Wärme im Haus, sie schützt vor Wind, Regen und Schnee, sie muss allen Umwelteinflüssen trotzen. Gerade hier ist Können und Erfahrung gefragt und wer die nicht mitbringt, sollte Fachfirmen damit beauftragen. Fehler rächen sich hier finanziell sehr unangenehm.

 

Zitat von regengott
Da es sich mit Sicherheit um ein "älteres" Haus (50er o. 60er ?) handeln dürfte, würde ich Dir anraten, einen Energieberater um Rat zu bitten.
Geraden Häuser dieser Baujahre, bis in die 70er sind energetische Katastrophen, nur ein Energieberater kann Dir hier genaue Angaben über den Sinn bzw. Unsinn einer Dämmmassnahme machen.
Ein Beispiel:
Mit der notwendigen Hinterlüftung ( 40mm unter Bitumenbahn) kommst Du auf 80mm Dämmung zwischen den Sparren, drunter die Folie und dann die Lattung für die Decke, in deren Zwischenräume können nochmal 40 mm Dämmung untergebracht werden. Alles in Allem nicht die Welt und es ist verdammt viel Aufwand (handwerklich und finanziell) für einen fragwürdigen Erfolg.
Gerade der äusseren Hülle eines Hauses sollte die ganze Aufmerksamkeit gelten, denn die zählt. Sie hält im Sommer die Hitz draussen, im Winter die Wärme im Haus, sie schützt vor Wind, Regen und Schnee, sie muss allen Umwelteinflüssen trotzen. Gerade hier ist Können und Erfahrung gefragt und wer die nicht mitbringt, sollte Fachfirmen damit beauftragen. Fehler rächen sich hier finanziell sehr unangenehm.


Nur fast jeder "Sachverständige" rät dir zu dem Dämmen mit Styropor, meiner Meinung nach hat das am alten Haus garnichts zu suchen, die Turbo Häuser, also wie sie heutzutage innerhalb einiger Wochen hochgezogen werden mögen ja dafür ausgelegt sein alles mit Plaste zu verkleistern aber ein Altbau ist eine ganz andere Sache. Wenn würde ich, alleine schon von dem Finanziellen Aspekt, leider ist nicht jeder BWL Studiert und Top Manager, auf eine Hohlwanddämmung setzen, wir haben diese selber und sind sehr zufrieden.

Abgesehen sehe ich diesen "Beratern" sowieso skeptisch gegenüber, heutzutage gibt es für jeden tünnef Berater, fängt beim Hochzeitsberater an und hört bei XYZ ungelöst... auf.

Das ein Haus aus den 20er - 60er Jahren Energetisch nicht dem heutigen Baustandart entspricht sollte jedem klar sein, damals hat das auch keine Sau interessiert, aber dank dieses Ökö Krempels muss jeder meinen sein Haus so einzupacken das ja keine warme Luft entweichen könnte.

@ Regengott: Bitte fühle dich nicht persönlich angegriffen, daß möchte ich damit nicht erreichen es sind nur meine Gedanken und meine Meinung dazu, aber sofern Diskutiert wird bin ich gerne dabei

 

Grundsätzlich gilt : Eine Außendämmung ist einer Innendämmung vorzuziehen.

Ich möchte es mal an einem Wandaufbau (Massivwand, Verklinkert) kurz erklären

Taupunkt : Kondensatbildung setzt ein (es bilden sich Wassertropfen)

Beispiel Außentemperatur -10 Grad, innen 20 Grad

Wandaufbau : 17,5 KS, 10cm Außendämmung, Luftschicht (4cm), Klinker

Die Temperatur sinkt in der Wand (Kalksandstein) um 10 Grad und in der Dämmung auf 0 Grad. Der Taupunkt entsteht in der Luftschicht zum Kinker ... alles ok.

Dämmst du jetzt auf deine Herakil-Platten, so befindet sich der Taupunk in deinem Wandaufbau und es gibt Schimmel und feuchten Wänden eine große Chache.

Die Idee von patricvogt scheint mir die beste zu sein, Heraklit-Platten runter, 100 Dämmung rein (die Dachlatten sind eine super Hinterlüftung) und gut.

Würde auch zu Gipskarton-Platten greifen, da sie auch ein wenig zum Raumklima beitragen

(Falls andere Meinungen sind, mein Studium ist schon 15 Jahre her, seit dem nur Tiefbau ...)

 

Ich empfehle immer, daß jeder selbst seinen Aufbau der Umschließungsflächen in seinem Gebäude überprüft. Der andere verfolgt vielleicht ganz andere Ziele. Unter

https://docs.google.com/document/d/168Zip6awcfaz8VBjjyGgj_GvaoEN3ON8pQVBKwTrfjo/edit?hl=en#

gibt es ziemlich am Ende des Textes eine Tabelle, die man leicht auf andere Fälle abwandeln kann. So kann man ganz einfach selbst die kritischen Punkte mit Gefährdungspotential für den Niederschlag von Wasser herausfinden. Wenn man das einmal gemacht hat bekommt man auch ein Gefühl dafür, wo es kritisch wird. Außerdem eignet sich diese Aufzählung von in einem einzigen Haus gefundenen Fehlern zu diesem Thema auch gut als Checkliste, damit man keinen Fehler übersieht.

 

Geändert von boerjes1932 (15.04.2013 um 22:36 Uhr)
Ich habe `95 meinen Dachboden ausgebaut und zwar die Sparren mit Latten hochkant
aufgedoppelt , da die Sparren noch nicht durchhingen.
Falls das der Fall sein sollte,denn die Sparren mit 3cm Bohlen die seitlich ser Sparren angeschraubt werden aufdoppeln,bzw zu dem Mass was ermittelt wurde.
Es sollten nicht wie hier geschrieben wurde 2 cm ,sondern 4cm Luft sein zwischen Pfanneninnenseite(oder Deltafolie) und Oberkante Daemmung.so ist man immer auf der sicheren Seite.
Sicher gibt es schon Diffusionsfaehige Unterspannbahnen die weniger Belueftungsweiten erlauben/versprechen,aber die Taupunktlage ist Physik und dagegen haben schon viele neue "Erfindungen" versagt.
In meinem Damaligem Falle handelte es sich um 13cm hohe Sparren die ich mit 6cm aufdoppelte um dann mit 14cm zu daemmen.
Eindeckung ist eine verstrichene Tonpfanne,der ich einen Trockenfirst und im Traufbereich pro Sparrenfeld eine Luefterpfanne der Zirkulation wegen spendierte.
Die Glaswolle wurde mit PE-Folie abgetackert und die Naehte mit Silikon verklebt.
Danach mit Rigipsplatten verkleidet.
Bisher hatte ich noch keine Feuchtigkeitsschaeden durch diese Ausfuehrung.

Sicher gibt es verschiedene neue Daemmstoffe die auch Oekologischer sind als Glaswolle,aber
falls die mal Nass werden sollte durch zB Sturmschaeden,Dachlekage et.c. trocknet die mit der Zeit auch wieder,wobei es bei Anderen Daemmstoffen nicht immer der Fall ist.

Aktuell habe ich ein Zimmer,was vorher mit Heraklith verkleidet war nach dem Gleichen Prinzip
,bloss mit 20cm Daemmung und Dementsprechender Sparrenaufdopplung gedaemmt.
Die Winddichtigkeit wird Heute aber bei der Folienverklebung durch sehr gut haftendes Klebeband erreicht und auch hat die Glaswolle einen besseren K-Wert von sich aus ,als es 95 der Fall war.

 

Mit einer falsch ausgeführten Dämmung macht mehr kaputt als sie nützt (Zerstörung der Bausubstanz durch Feuchitgkeite/Schimmel. Daher empfiehlt sich nach meiner Überzeugung ausschließlich eine Beratung durch einen (BAFA-zertifizierten) Energieberater, der sich die Situation vor Ort ansieht und aufgrund dessen eine klare angepasste Empfehlung geben kann.
Die Aussage des Baumarktmitarbeiters geht auf jeden Fall schonmal in die richitge Richtung.

Aufbau von innen nach außen bei unserem Neubau im Übrigen:
1. Gipskarton
2. OSB-Platten mit abgeklebten Stößen (Luftdichtheit)
3. Dachpfetten mit Dämmung dazwischen
4. Holzfaserdämmplatte
5. Diffusionsoffene Unterspannbahn (Stöße abgeklebt)
6. Konterlattung
7. Dachlattung
8. Dacheindeckung

 

Bei dem Haus meiner Tante habe ich es so gemacht, dass ich alles herunter gerissen habe. Das Dach hatte eine 2,5/3,0er Lattung und 10*10 Sparren. Ich habe zu jedem Sparren einen 25*3cm Bohlen beigeschraubt. Diese Beischraubung musste ich in der Mitte teilen, sonst hätte ich sie an der Mittelpfette nicht vorbei fädeln können. An der Mauerpfette und der Firstpfette lagen die Dinger satt auf. Wichtig ist, dass man sich diese Arbeit in Ruhe gönnt ... mit Richtschur und eventuell mit Laser. Wenn die Aufdoppelung drinnen ist, werden noch 4*4er Leisten so mit der Aufdoppelung oder den Sparren verschraubt (oder mit einem Nagler vernagelt) dass sie an den Dachlatten anliegen. An diesen Leisten tackert man an der Sichtseite die PE-Folie an. An der Innenseite der Aufdoppelung habe ich dann eine diffusionsoffene Unterspannbahn angebracht (tackern und verkleben), aufpassen bei Übergängen (Kamin, Satausgang, Fenster, usw). Bis auf ca 1,80cm habe ich die Aufdoppelung dann bereits mit OSB-Platten verschlossen. Danach wurde von einem Fachbetrieb die Zellulose eingeblasen. Ich hatte mir auch die Platten bereits zugeschnitten, die notwendig waren, um die Einfüllöffnung bis zur Firstpfette zu schließen.
Hat jedenfalls alles toll funktioniert.

 

Geändert von HdDany (06.01.2014 um 23:43 Uhr)
Hey,

also wir haben letztens auch den Altbau von meinen Eltern saniert bzw. sanieren lassen. Ich hab immer wieder was von diversen Regularien und Vorschrfiten gehört, aber dass das so aufwändig ist und es so viele Vorschriften gibt, hätte ich ja nicht gedacht!
Nichtsdestotrotz habenwir es mit vereinten Kräften geschafft (Profis+Bekannte/Verwandte).
Was genau jetzt bei uns verbaut wurde, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr genau, aber von Styropor wurde uns auch abgeraten, weil BÖSE
Ich weiß nur, dass unser Mann vom Fach alles über eine Firma eingekauft hat http://www.kemmler.de/niederlassunge...en-zizishausen
Ich hoffe, dass das nun alles so passt und wenn jetzt endlich der Winter Einzug halten würde, könnten wir auch erfahren, ob wir ein gut gedämmtes Haus haben......

 

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