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Bosch GTS1041A Reaxx Profi-TKS mit Fleischerkennungsfunktiom

18.04.2016, 10:04
Funny08  


Wer kennt es nicht, hat es mal selbst erlebt, gesehen oder davon gehört - Unfälle an der Kreissäge - oftmals nicht gerade mit schönen Ergebnissen.
Nun gibt es ja schon seit einigen Jahren Tischkreissägen, welche bei Fleisch bzw Hautkontakt, das Sägeblatt mittels diverser Vorrichtungen von der Hand weg in den Tisch katapultieren. Jenachdem ist dann aber zwar die Hand unversehrt, aber die Säge teils nichtmehr zu gebrauchen.

Bosch geht hier einen anderen Weg - mittels Treibladung wird das Sägeblatt bei Körperkontakt in die Maschine katapultiert, aber - man kann nach Wechsel der Treibladung und dem Herausziehen der Sägeeinheit wieder ganz normal weiterarbeiten.
Hierbei sind die Treibladungspatronen so gebaut, dass man mit einer solchen 2 Auslösungen vollziehen kann und dann erst danach muss eine neue Treibladnungs-Einheit her.

Laut diversen Meldungen in der Fachpresse, soll die Säge ab Juni 2016 erhältlich sein.

Hier noch zwei Videos dazu:

Einmal von Bosch selbst




Und eines - leider auf englisch - mit näheren Infos zur Technik





Was denkt ihr über dieses Sicherheitssystem?
Würdet ihr euch beim Arbeiten mit einer Kreissäge wohler fühlen, wenn sie solch einen Schutz verbaut hätte ?
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18 Antworten
Dog
Ich hab schon vor einigen Jahren erste Berichte dieser Technik gesehen.Sicher kann sie schützen, aber da der Mensch ja bekanntlich ein Gewohnheitstier ist hab ich so meine Bedenken, immerhin weis die Säge selbst ja nicht ob sie zu der sicheren Fraktion gehört oder nicht und das Gewohnheitstierchen könnte sich schnell in falscher Sicherheit wiegen weil er Macht der Gewohnheit nicht mehr daran denkt an jeder Säge besonders aufzupassen.

 

Einerseits sind sicherheitseinrichtungen wünschenswert und man ist dann besonders froh sie zu haben, wenn man sie braucht. Auf der anderen Seite werden dadruch zum die Kosten steigen und die verwendbare Lebenserwartung gesenkt (wer steckt nach x JAhren noch Geld in ein Gerät um die Treibladung auszutauschen.)

Im gewerbliche Bereich ist das recht einfach, da sagt die BG schon irgendwann, was gemacht werden muss. Im Privaten eher die Kostenseite oder vielleicht die sinkende Risikobereitschaft (siehe Speilplätze um Wandel der Zeit/Sicherheitsbedenken).

Ich bin da schon rein beruflich gefärbt, was der Aufwand meiner Arbeistzeit betrifft: Immer weniger die technischen Aspekte, immer mehr die Sicherheit und die Instandhaltungskosten.

 

Die Idee ist mithin sicherlich nicht schlecht (sogar sehr gut!). Allerdings sehe ich den Faktor "Mensch", genauso wie Dog, als den Schwachpunkt an. Mangelnde Erfahrung, Gewohnheit, Unachtsamkeit, Konzentrationsstörungen. Ein Kurs, eine Schulung, die man wiederholend als "Führerschein" ablegen muss, wäre eine kleine Alternative.

Was kommt als nächstes? Airbag?

 

kjs
Auf einer Sawstop TKS habe ich schon einiges gesägt und das System finde ich hilfreich. Bei der Sawstop braucht man allerdings ein neues Sägeblatt und eine neue "Bremse" wenn man ausgelöst hat. Das passiert auch wenn man auf Metall trifft. Ist aber immer noch besser als Finger ab.
Wenn so was für einen akzeptablem Aufpreis erhältlich wäre würde ich es schon kaufen.

 

Janinez  
Als Sicherheitspolster finde ich es sehr gut, aber so völlig darauf verlassen würde ich mich nicht.............................

 

Die diverse Vorrichtungen usw. dieser Gattung habe ich oft im Internet gesehen. Jene welche dazu führen das die Maschine anschließend nicht zu verwenden ist scheiden bei mir von vornherein gänzlich aus.

Der Ansatz von Bosch erscheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein aber für mich hat das ganze doch etwas von dem damals vorgestellten Airbag für Motorräder.

Ich halte es derzeit für etwas von dem man sagen kann: Technisch machbar aber braucht die Menschheit das wirklich? Gibt's da nichts besseres? Muss es immer damit einhergehen das irgendetwas anschließend ersetzt werden muss?

Versteht mich aber jetzt bitte nicht falsch. Ich gehöre definitiv der Unfallverütungsfraktion an aber, ich habe immer wieder s.g. Schutzeinrichtungen erlebt die zwar ihre Schutzfunktion erfüllen aber immer mit andere Nachteile einhergehen.

Das von Bosch vorgestellte ist sicherlich gut aber ich halte es nicht für optimal. Alleine wenn ich das Wort "Treibladung" vernehme muss ich davon ausgehen das es in Deutschland in irgend einer Weise reglementiert werden wird. Wahrscheinlich derart das es zum Austausch der Patrone ein Fachmann benötigen wird.

 

Geändert von George1959 (18.04.2016 um 11:51 Uhr) , Grund: Tippfehler
dog & ruesay, habt ihr euch mal das zweite Video bis zum Schluss angeschaut?
Wenn die Treibladung auslöst, gibt das einen lauten Knall und einen Schlag. Nach den 2. mal muß eine neue Patrone für 99$ (warscheinlich dann 99€) gekauft werden.
Falls jemand leichtsinnig seien sollte, wird ihn sicher der Knall eine Lehre sein oder dann das Loch im Geldbeutel.

 

Ich denke, dog und ruesay meinen eher, dass der Anwender sich in der Sicherheit wiegt, dass die Säge merkt und ihn schützt falls er einen Fehler macht.
Dieses Empfinden kann dann den Anwender dazu verleiten, sich riskante Arbeitsweisen anzugewöhnen.
Und diese Gewohnheit wird für den Anwender dann schädlich, wenn er an einer anderen Säge arbeitet, die diese Schutzfunktion nicht hat, oder wenn die Schutzeinrichtung im Fall des Falles nicht ordnungsgemäß arbeitet.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Diese Arbeitsgewohnheit wird eventuell an andere weitergegeben.

Zumindest habe ich die beiden so verstanden.

Auch ich bin der Meinung, dass so eine Schutzeinrichtung gut und sinnvoll sein kann. Der Anwender sollte aber trotzdem so arbeiten, als wäre der zusätzliche Schutz nicht vorhanden.

Wenn diese Schutzeinrichtung für mich ein Kaufgrund wäre (aus Eigenverantwortung oder wegen einer BG-Vorgabe) würde ich allerdings nach jeder Auslösung prüfen, ob der Säge was passiert ist. Denn wenn eine Säge von ...ich sach jetzt ma ne geschätzte Zahl, so als Hausnummer... in kurzer Zeit von 6000 U/min auf 0 gebremst wird oder bei 6000 U/min ruckartig verlagert wird sind Lagerschäden, Achsverbiegungen, Blattverwindungen oder sonstige Schäden meiner Ansicht nach eher in der Regel zu erwarten als die Ausnahme. Die Physik kennt bei Kreiselkräften keinen Spaß! (* OT s. unten)



* ich erinnere mich da noch an einen lustigen Versuch aus dem Physikstudium mit ca. 1500g schweren Edelstahlkreiseln die Luftgelagert auf ca 10.000 U/min gebracht wurden und was geschah, als dann die Pressluft für das Lager bei einem der Kreisel ausfiel...
zum Glück war niemand im Weg

 

Ich finde die Sicherheitsvorrichtung gut. Aber würde mich persönlich nicht darauf verlassen oder mich davon verleiten lassen, unvorsichtiger damit zu arbeiten.
Da spreche ich natürlich nur von mir selbst.

 

Ein absolutes Muss! Egal ob der Anwender sich in Sicherheit wiegt oder nicht. Kürzlich habe ich einen Stechbeitel in den Finger gerammt. Etwa 1 mm von der Strecksehne entfernt. Hätte ich getroffen hätte es auf jeden Fall eine Operation gekostet und evtl auch mein Bewegungsbereich des Zeigefingers. Zuvor kam ich an die Schleifscheibe da hat dann rund 1 cm Haut gefehlt.

Gab es diese Diskussion zur Rutschkupplung bei Bohrhämmern? - Ich will nicht wissen, wie viele Handgelenke und Finger zuvor gebrochen wurden.

Hierüber zu diskutieren ist müßig. Für Gewerbetreibende ist dies ein Segen. Wer mit Ausfallzeiten von Mitarbeitern kalkulieren muss, für den sind 99 $ oder Euro kein Thema. Und hinterher würde jeder von uns gerne 99 Euro zahlen, wenn er seinen Finger noch hätte.

Meiner Meinung nach ist Sicherheit im Heimwerkerbereich viel zu wenig beachtet. Würden solche Vorkehrungen verpflichtend sein, wäre zwar alles etwas teurer aber auch für unerfahrene sicherer. Und weil oben geschrieben wurde, dass man sich daran gewöhnen könnte und das dann eine Gefahr bei der Anwendung anderer Maschinen erzeugen würde, ist berechtigt, aber gerade bei erfahrenen Holzwerkern sollte das kein Problem darstellen. Denn die machen ja auch ihren Spaltkeil weg und verwenden die TKS zum Nuten etc. Wer sich in Gefahr begiebt ...

 

Erst gestern habe ich mit meiner Kreissäge Brennholz geschnitten ohne Schutz und Spaltkeil, weil es eben nicht anders ging. Ich sehe den Menschen als Schwachstelle und da kann Technik schon helfen, aber gegen Fahrlässigkeit und mangelnder Kenntnis hilft nicht viel. Jeder muss für sich selber entscheiden , was er noch verantworten kann. Mit etwas Sachverstand ist eine Kreissäge in meinem Augen beherrschbar.

 

Mal weg von der Diskussion.
Ich finde es genial, dass Bosch nen neuen Weg gefunden hat, ohne das Gerät zu zerstören. Diese Technik ist echt spannend ...

 

Für mich wirkt das wie der Abstandsmelder beim Auto. Beim Rückwerts-Einparken drehe ich mich manchmal gar nicht mehr um - der Pieper sagt mir ja, ob hinter mir was ist.....
....bis.....
..... ja bis .....

...bis ich das Auto meiner Frau ohne Abstandsmelder gefahren bin und im Parkhaus rückwärts gegen einen Pfeiler gefahren bin. Ich hatte auf das Piepen gewartet.

Anders ausgedrückt kann so eine Funktion schon die Achtsamkeit verringern, wenn man mal wieder an einer TKS ohne Sicherheitsfunktion arbeitet.
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Funny08  
Hrhr - naja shlt happens aber solange du nicht den Tempomat eingeschaltet hast und nach hinten ins Wohnmobil geklettert bist um dir was zu essen zu holen (wie das berühmte Ami-Ehepaar in den Darwin Awards)

 

das mit dem Ami-Paar ist übrigens eine Urban Legend und ist zumindest nie belegt worden.
Zitat Wiki:
Fernsehsendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es gibt Fernsehsendungen, die sich mit modernen Sagen beschäftigen. Die beiden bekanntesten sind wohl die MythBusters und die Big Urban Myth Show. Bei Mythbusters werden vor allem technische Dinge überprüft („Ist es wirklich möglich, dass mal jemand geköpft wurde, weil er in einen Deckenventilator gesprungen ist?“), bei der Big Urban Myth Show werden oft Polizei- und Feuerwehrakten durchsucht („Hat echt mal jemand den Tempomaten in seinem Wohnmobil eingeschaltet und ist dann nach hinten gegangen, um sich einen Kaffee zu kochen?“). Übrigens heißt die Antwort auf beide Fragen „nein“.

 

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