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Bohrer - Was für welches Material nützt ihr?

11.10.2012, 10:32
Hallo zusammen,

ich war gestern mal wieder im Baumarkt.
Eine Angewohnheit von mir ist es, durch die Maschinen und Zubehörsgänge zu schlendern.
Dabei fiel mir bei den Bohrer auf das es verschiedenste Materialen gibt aus dem die Bohrer sind. Sei es HSS-R, HSS-G, HSS-Co, HSS-Titan.

Nun mal meine Frage:

Was nützt ihr für Bohrer?
 
Bohrer, Materialfrage Bohrer, Materialfrage
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21 Antworten

Die besten Antworten

Ekaat  
HSS-R und HSS-G unterscheiden sich nur durch die Herstellungsart. (R ist rolliert und G ist geschliffen). In der Standzeit (Dauer der Schneidhaltigkeit) unterscheiden sie sich nicht. Die geschliffenen erlauben eine höhere Genauigkeit, die aber nur bei Profi-Säulenbohrmaschinen oder in Dreh- und Fräsmaschinen zur Geltung kommt. Die Bezeichnung HSS-Co ist identisch mit der (richtigen) Bezeichnung HSS-E und gewährt eine Schneidhaltigkeit bis zu heller Rotglut des Bohrers, da der zulegierte Kobalt eine Warmfestigkeit begünstigt. Für Heimwerker ist letzterer eigentlich »Perlen für die Säue«. Auch TiN-beschichtete Bohrer sind eigentlich für Heimwerker etwas überzogen - sowohl von der Qualität, als auch vom Preis.
Man sollte darauf achten, daß man Markenware kauft. Meine Favoriten sind Garant, Heller, Hardtner, Bosch. Diese Marken erhält man meist nur in Fachgeschäften und nicht im Baumarkt.
Zum Thema Edelstahl: Im trivialen Sprachgebrauch wird damit meist rostbeständiger oder rost- und säurebeständiger Stahl (Jargon: Niro) gemeint. Eigentlich sind auch Bohrer und andere Werkzeuge aus Edelstahl. Zum Bohren von Niro ist jeder vernünftige HSS-Bohrer geeignet, man muß bloß eine niedrigere Schnittgeschwindigkeit und geringeren Vorschub fahren. Da die Chrom-Nickelstähle zur Kaltverfestigung neigen, ist darauf zu achten, daß der Schnitt kontinuierlich ohne Abzusetzen erfolgt. Die Zugfestigkeit dieser Stähle ist nicht besonders hoch: Etwa 600N/mm², liegt also etwas höher, als beim S355 (St52), der sich ebenfalls mit einfachen HSS-Bohrern gut bearbeiten läßt.
Verwende meist HSS-CO Bohrer. Hatte mir mai welche gekauft um Edelstahl zu Bohren und festgestellt, dass sie auch bei den anderen Materialien deutlich länger halten.

 

Bin dazu übergegangen mir Titan- Bohrer zuzulegen.

 

Ich verwende grundsätzlich Bohrer, welche für den jeweiligen Einsatzzweck vorgesehen sind.

 

Zitat von Apfelkrapfen
Ich verwende grundsätzlich Bohrer, welche für den jeweiligen Einsatzzweck vorgesehen sind.
Das ist klar
Ich glaube kaum das du einen Holzbohrer für Stein nehmen wirst

Es geht hier eher um das Material aus welchem die Bohrer sind.

 

hab nen satz HSS-G bohrer von 1-6mm um 0,1mm steigend. und einen satz HSS_Nitrit bohrer von 1-10mm um 0,5 steigend und nen Stufenbohrer bis 35mm

 

Zitat von aramis
Es geht hier eher um das Material aus welchem die Bohrer sind.
Das hat auch etwas mit dem Einsatzzweck zu tun. Schau mal hier: Bosch blau Zubehörkatalog (pdf, Seite 24).

Wenn Du viel mit Metall machst, brauchst Du evtl. tatsächlich einen Satz HSS-Co und einen HSS-TiN. Hängt halt von den Metallen ab, die Du verwendest... Wenn keine rostfreien oder hochfesten Stähle dabei sind, dann langt HSS-G.

Ich nehme öfter im Bohrständer einen Metallbohrer für Holz, da dieser sich nicht von der Zentrierspitze ablenken lässt. Den Tipp habe ich mal hier im Forum bekommen. Da nehme ich dann den, der gerade am nächsten liegt.

 

Ekaat  
HSS-R und HSS-G unterscheiden sich nur durch die Herstellungsart. (R ist rolliert und G ist geschliffen). In der Standzeit (Dauer der Schneidhaltigkeit) unterscheiden sie sich nicht. Die geschliffenen erlauben eine höhere Genauigkeit, die aber nur bei Profi-Säulenbohrmaschinen oder in Dreh- und Fräsmaschinen zur Geltung kommt. Die Bezeichnung HSS-Co ist identisch mit der (richtigen) Bezeichnung HSS-E und gewährt eine Schneidhaltigkeit bis zu heller Rotglut des Bohrers, da der zulegierte Kobalt eine Warmfestigkeit begünstigt. Für Heimwerker ist letzterer eigentlich »Perlen für die Säue«. Auch TiN-beschichtete Bohrer sind eigentlich für Heimwerker etwas überzogen - sowohl von der Qualität, als auch vom Preis.
Man sollte darauf achten, daß man Markenware kauft. Meine Favoriten sind Garant, Heller, Hardtner, Bosch. Diese Marken erhält man meist nur in Fachgeschäften und nicht im Baumarkt.
Zum Thema Edelstahl: Im trivialen Sprachgebrauch wird damit meist rostbeständiger oder rost- und säurebeständiger Stahl (Jargon: Niro) gemeint. Eigentlich sind auch Bohrer und andere Werkzeuge aus Edelstahl. Zum Bohren von Niro ist jeder vernünftige HSS-Bohrer geeignet, man muß bloß eine niedrigere Schnittgeschwindigkeit und geringeren Vorschub fahren. Da die Chrom-Nickelstähle zur Kaltverfestigung neigen, ist darauf zu achten, daß der Schnitt kontinuierlich ohne Abzusetzen erfolgt. Die Zugfestigkeit dieser Stähle ist nicht besonders hoch: Etwa 600N/mm², liegt also etwas höher, als beim S355 (St52), der sich ebenfalls mit einfachen HSS-Bohrern gut bearbeiten läßt.

 

Zitat von Ekaat
HSS-R und HSS-G unterscheiden sich nur durch die Herstellungsart. (R ist rolliert und G ist geschliffen). In der Standzeit (Dauer der Schneidhaltigkeit) unterscheiden sie sich nicht. Die geschliffenen erlauben eine höhere Genauigkeit, die aber nur bei Profi-Säulenbohrmaschinen oder in Dreh- und Fräsmaschinen zur Geltung kommt. Die Bezeichn ung HSS-Co ist identisch mit der (richtigen) Bezeichnung HSS-E und gewährt eine Schneidhaltigkeit bis zu heller Rotglut des Bohrers, da der zulegierte Kobalt eine Warmfestigkeit begünstigt. Für Heimwerker ist letzterer eigentlich »Perlen für die Säue«. Auch TiN-beschichtete Bohrer sind eigentlich für Heimwerker etwas überzogen - sowohl von der Qualität, als auch vom Preis.
Man sollte darauf achten, daß man Markenware kauft. Meine Favoriten sind Garant, Heller, Hardtner, Bosch. Diese Marken erhält man meist nur in Fachgeschäften und nicht im Baumarkt.
Zum Thema Edelstahl: Im trivialen Sprachgebrauch wird damit meist rostbeständiger oder rost- und säurebeständiger Stahl (Jargon: Niro) gemeint. Eigentlich sind auch Bohrer und andere Werkzeuge aus Edelstahl. Zum Bohren von Niro ist jeder vernünftige HSS-Bohrer geeignet, man muß bloß eine niedrigere Schnittgeschwindigkeit und geringeren Vorschub fahren. Da die Chrom-Nickelstähle zur Kaltverfestigung neigen, ist darauf zu achten, daß der Schnitt kontinuierlich ohne abzusetzen erfolgt. Die Zugfestigkeit dieser Stähle ist nicht besonders hoch: Etwa 600N/mm², liegt also etwas höher, als beim S355 (St52), der sich ebenfalls mit einfachen HSS-Bohrern gut bearbeiten läßt.
Ekaat, ich kann dir nur zustimmen was du schreibst, gilt ebenso für alle anderen Schneidwerkzeuge (wie Fräser usw.). Man merkt hier spricht der Profi!

Schönen Gruß,
Erich

 

Ekaat  
Zitat von erichvilz
Ekaat, ich kann dir nur zustimmen was du schreibst, gilt ebenso für alle anderen Schneidwerkzeuge (wie Fräser usw.). Man merkt hier spricht der Profi!

Schönen Gruß,
Erich
Dann sind dreißig Jahre Stahl ja wohl doch nicht spurlos an mir vorbeigezogen. Danke für's Kompliment.

 

Besser hätte ich es als Zerspaner auch nicht sagen können. Damit hast Du auch meinen Daumen Ecki.

Ich besitze hauptsächlich einfache HSS-Bohrer und einige Standartgrößen (6mm, 8mm, 10mm und Gewindekernbohrer) als TiN.
Für viel wichtiger halte ich aber den Anschliff und die richtigen Bohrwerte. Stimmt etwas davon nicht, kann man schnell jeden noch so teuren Bohrer den Hals umdrehen.

 

Ekaat  
Zitat von Ricc
Besser hätte ich es als Zerspaner auch nicht sagen können. Damit hast Du auch meinen Daumen Ecki.
Danke, Ricc!

Zitat von Ricc
Für viel wichtiger halte ich aber den Anschliff und die richtigen Bohrwerte. Stimmt etwas davon nicht, kann man schnell jeden noch so teuren Bohrer den Hals umdrehen.
Das stimmt! Das A und O beim Zerspanen, also auch beim Bohren ist Vorschub und Schnittgeschwindigkeit (Drehzahl). Besonders bei Mistforkenstahl/Schnotteneisen/S235/St37 - den im Heimwerken meistverwendeten Stahl - bildet sich leicht eine Aufbauschneide, weil dieses Zeugs zum Schmieren neigt. Teile des zerspanten Materials verschweißen sich kalt mmit der Schneide des Bohrers. Der Bohrer erscheint stumpf, ist es aber nicht: Mit einem Abziehstein bekommt man das unerwünschte Material wieder weg. Was ich oben noch vergaß: Ich greife, wenn es geht, immer zu profilgeschliffenen Bohrern - besonders bei größeren Durchmessern, weil da nicht die ganze Rundfläche des Bohrers an der Wand des gebohrten Lochs reibt. Aber, wozu muß ein Zerspanungstechniker in die Lehre - und Heimwerker stellen sich vor, daß sie davon im Versuch-macht-kluch-Verfahren gute Ergebnisse erzielen könnten...

 

Grundsätzlich muss ich dir Recht geben lieber Ekaat.

Auch Edelstahl lässt sich mit normalen Bohrern bearbeiten. Aber eben nur unter den von dir beschriebenen Voraussetzungen. Ich musste eben vor einigen Wochen unsere Ofenrohre vom Brenner auswechseln und dort kamen eben Edelstahlrohre zum Einsatz.

Ich hatte mit den normalen HSS vorher ein paar Probebohrungen am Schraubstock gemacht. Da ging es ohne Probleme.

Mit der Handbohrmaschine auf einer Leiter stehend ist es schwierig Drehzahl und Schnittgeschwindigkeit immer sauber im Griff zu behalten und dabei eventuell noch Bohremulsion hinzuzufügen. Hier waren mir die HSS-E eine echte Hilfe. Ich hatte mir vorher zwei normale Bohrer ruiniert. Mit dem HSS-E eine Sache von wenigen Minuten und alle Löcher waren drin.

Manchmal gleicht Profi-Qulalität beim Werkzeug eben auch einen schelchten Heimwerker aus.

 

Ekaat  
Ja, manchmal wünscht man sich, man wäre ein dreiarmiger Leuchter...

 

Ich hab HHS-R/G/Co(E)/TiN.

Ein paar Sachen hab ich im Laufe der Jahre festgestellt:

-HSS-R langt für Heimwerkerbedarf allemal (hier kann ich Ekaat und Ricc nur zustimmen)
-Es kommt weniger auf die Bezeichnung an, sondern mehr auf die Qualität
-billige Bohrersets kann man meist in die Tonne treten, wenn es zur Sache geht
-Es kommt auch auf den Schliff an (je nach Material)
-Mit Kühlung/Schneidöl gehts besser

Zu Co/TiN
-eigentlich unnötig, denn beide sollten/müssen mit Kühlung/Schneidöl benutzt werden
-TiN ist beschichtet (geringere Reibung, reduziertes Kaltaufschweissen, kein Alu)
-billige Co/TiN Bohrer sind ihr Geld nicht wert, gute kosten schon richtig Geld
-es gibt nur wenig Fälle wo hochwertige Co/TiN-Bohrer wirklich ihre Vorteile ausspieln können

 

dausien  
Dem ist nur noch hinzuzufügen:
- Scharf sollten die Bohrer sein
- bei hochwertigen Bohrern lohnt sich auch das Nachschärfen (lasen).

 

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