Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!
 

Bitte um Tipps für Fahrradrahmen aus Holz (Tadpole-Trike)

15.10.2015, 22:43
Ich denke schon ein paar Jahre mehr oder weniger intensiv auf der Idee herum, mir ein Tadpole-Trike aus Holz zu bauen.
Ein Tadpole-Trike ist dreirädriges Fahrrad mit 2 Rädern vorn und einem Rad hinten. Mein Trike soll vorn gelenkt und hinten per Kette angetrieben werden.

Ein Trike hat im Gegensatz zum normalen Fahrrad einige Vorteile:


  • ermüdungsfreie Sitzposition (keine Belastung der Hände, Arme und des Schultergürtels), kein Drücken des Sattels, keine Nackenschmerzen
  • sicher, da Überschlagen bei blockierenden Vorderrädern kaum möglich ist (tiefer Schwerpunkt)
  • günstigere Aerodynamik
  • Umfallen / Stürzen nicht möglich
Ein Nachteil ist, daß man z.B. schlechter gesehen wird, als ein Radler, der aufrecht auf einem Fahrrad sitzt.

Ich bin ein passionierter Radfahrer und fahre ca. 15000 km pro Jahr: täglich zu Arbeit / lange Touren im Urlaub mit dem Trekkingbike und in der Freizeit mit dem Rennrad. Trotzdem hatte ich vor 7 Wochen einen Unfall; ich wurde von einem anderen Radfahrer touchiert, habe das Gleichgewicht verloren und bin hart aufs Pflaster geschlagen. - An den Folgen laboriere ich noch.
Dieser Unfall hat mich veranlaßt, wieder intensiver über das Thema Trike nachzudenken, denn mit einem Trike wäre ich nicht hingefallen.

Liegeräder und Trikes kann man auch kaufen. Ich bin jedoch ein Selbstbauer (sonst wäre ich nicht hier) und möchte mein Trike aus meinem Lieblingswerkstoff Holz herstellen.
Es gibt eine aktive Community für Selbstbauer von Liegerädern, allerdings sind da mehr die Metallbauer unterwegs, Selbstbauten aus Holz werden kaum gemacht.

Die Mechanik eines Trikes ist mir klar; mir geht es bei diesem Thread darum, wie und vor allem mit welchen Holzarten und Materialstärken ich einen Rahmen aus Holz bauen kann.
Im Endeffekt soll der Rahmen stabil sein und meine 100kg Lebendgewicht plus alle auftretenden Kräfte (Druck, Zug, Biegung, Verwindung) aushalten können. Der Rahmen sollte aber auch nicht zu schwer sein, schließlich will ich das Trike noch fahren können.

Als Material kommen m.E. Multiplex (ca. 9mm) oder selbst laminiertes Schichtholz aus Flugzeugsperrholz oder Dickfurnier in Frage.
Auch stellt sich die Frage, welche Holzart man wählt. Multiplex ist in den meisten Fällen aus Birke, Flugzeugsperrholz auch. Esche wird z.B. gern für Sportbögen und Longboards verwendet, weil es eine hohe Zug- und Biegefestigkeit hat. Dass Bambus-Furnier verwendet wird, habe ich bei Longboards aber auch schon gelesen.

Erste Laminierversuche mit Leim (Propellerleim Bindan P) und Furnier habe ich erfolgreich abgeschlossen. Die Herstellung von gebogenen Flächen ist also kein Problem. Man muss nur vorher eine passende Form bauen.

Hier noch ein paar Beispiele von Trikes, die mich inspiriert haben.

1. Beispiel: Das Rennholz hat ein wunderschönes Design, ist allerdings kein Tret-Trike, sondern wurde für ein Akku-Schrauber-Rennen entworfen und gebaut. Das Rennen war übrigens ein Bosch-Event.
2. Beispiel: Dieses coole Teil nennt sich Xavier und ist ebenfalls ein Akku-Schrauber-Renner.
3. Beispiel: Das Le Zélo ist ein waschechtes Tadpole-Trike. Die verlinkte Bauanleitung weicht allerdings etwas vom Endergebnis ab, da der erste Entwurf wohl nicht steif genug war.
Hier noch ein Video von einem Nachbau in Aktion.
4. Beispiel ist das Sperrholztrike Nr.3, das mich aber eher an ein Tretboot erinnert. Trotzdem auch ein Hingucker.

Mein Favorit ist klar das Le Zélo. Für einen ersten Versuch wird das noch zu ambitioniert für mich sein, da es in einem Stück laminiert ist. Macht man hier einen Fehler, ist der nur schwer zu korrigieren oder der Rahmen ist gleich Brennholz.
Deshalb möchte ich mich beim Bau am Rahmen von Xavier orientieren und eine Art Gitterrahmen aus mehreren Teilen bauen, die ich dann zusammenfüge (Schrauben und Kleben). Die Löcher möchte ich nachträglich aus dem Material herausfräsen.

Zusammenfassung meiner Fragen:


  • Welches Material / welche Holzart ist für den Bau geeignet?
  • Wenn Multiplex, dann in welcher Qualitätsstufe und welcher Stärke?
  • Wenn Starkfurnier, dann benötige ich eine Bezugsquelle / Online-Shop.
  • Ist Propellerleim Bindan P der perfekte Leim für mein Vorhaben? Welche besseren Alternativen gibt es?
  • Was muss ich bzgl. der Breite der Klebeflächen beachten?
Alle Tipps werden dankbar angenommen,
Gruß Jan
 
Fahrrad, Holzrahmen, Trike Fahrrad, Holzrahmen, Trike
Bewerten: Bewertung 0 Bewertungen
23 Antworten
Maggy  
Ich bin selbst begeisterte Radfahrerin und interessiere mich sehr fürs Thema. Vor Ca einem halben Jahr habe ich einen Film über junge Kubaner gesehen, die Fahrräder aus Bambus gebaut haben. Diese Räder waren so gut, daß eine Schweitzer Firma den Vertrieb übernommen hat. Ich schau mal, ob ich noch was darüber finde. Du könntest evt einige Ideen davon übernehmen.

 

Toll, eine kompetente Mitstreiterin!

Meinst Du die Bambus-Bikes von Calfee?
Bzgl. eines Rahmens aus Bambus-Rohren hatte ich auch überlegt. Hier in Berlin gab es sogar mal einen Kurs an der Uni, in dem Bambus-Räder gebaut wurden, allerdings auch nur UpRights. Bambus-Rohe lassen sich aber nur mit Hilfsmitteln verbinden, wie Rohrwinkel oder Epoxydharz.
UpRights habe ich eigentlich nicht im Fokus, mit denen falle ich nur wieder hin.
Hier noch ein Beispiel für ein Bambus-Trike.

 

Geändert von kaosqlco (15.10.2015 um 23:04 Uhr)
Maggy  
Zitat von kaosqlco
Toll, eine kompetente Mitstreiterin.

Meinst Du die Bambus-Bikes von Calfee?
Bzgl. eines Rahmen aus Bambus-Rohren hatte ich auch überlegt. Hier in Berlin gab es sogar mal einen Kurs, in dem Bambus-Räder gebaut wurden, allerdings auch nur UpRights.
Bambus-Rohe lassen sich aber nur mit Hilfsmitteln verbinden wie Rohrwinkeln oder Epoxydharz verbinden.
Ich habe das auch einen Link und suche mal danach.
Ja, genau die habe ich gemeint. Prima, wenn Du das schon kennst.

 

@Maggy: Ich habe in meiner ersten Antwort noch 2 Links eingebaut.

Ich habe bei meiner Suche im Internet viele schöne Beispiele für Fahrräder aus Holz oder Bambus gefunden. Viele sind aber noch Prototypen oder Design-Studien oder sind schon wieder so weit fortgeschritten, dass nicht preisgegeben wird, wie etwas gemacht wurde.

Hier noch ein paar Links:
Waldmeister-Bikes,
Bamboo-Bicycle,
Eigenbau eines Bambus-Rahmens,
hier nochwas zum o.g. Rennholz,
noch ein Rad aus Holz

Ich finde das ganze Thema hochinteressant, hätte aber gern noch ein paar Tipps, ehe ich mit dem Bau loslege.

 

Geändert von kaosqlco (15.10.2015 um 23:23 Uhr)
Maggy  
Vielleicht hast Du ja Glück und hier aus dem Forum weiß noch jemand mehr dazu. Ich drück Dir mal die Daumen und danke noch für die anderen links.

 

Hallo, das wird sicher ein sehr spannendes Projekt. Ich habe selbst schon Fahrräder gebaut, zuletzt ein Liegerad in Überlänge, mit Transportfunktion.
Ich kenne jemanden der hat sich eines im Wohnzimmer aus Holz gebaut weil er keine Werkstatt hat. Als Material sind Multiplexplatten sehr gut geeignet, für Deine Achse der 2 Vorderräder ist astfreies Kiefernholz sicher auch ganz gut. Die Verbindung der Achsteile mit dem Holzrahmen hat mein Bekannter mit Aluplatten auf das Holz mit durchgängigen Gewindeschrauben gelöst. Eine sehr elegante Lösung für Holz-Metall Verbindungen ist das Einlassen mit Epoxyd Harz.
Bsp. : 10mm Achse soll aus Bombenfest mit Multiplexplatte verbunden werden.
Vorgehen: die Seite die im Holz stecken soll L-förmig im Schraubstock biegen, 3 gleiche Teile aus 12mm Multiplexplatte fertigen, in die Mittellage das entsprechende L-Stück ausschneiden. alle 4 Teile mit Holzleim fügen, nach dem Aushärten die noch bewegliche Gewindestange nach oben stehen lassen und den restliche Raum mit Harz ausgießen.

Beim Bau lieber erst alles provisorisch mittels Zwingen oder ähnlichem Fügen, sich draufsetzen nachjustieren und Einstellmöglichkeiten offen halten. Es ist auch sehr hilfreich sich in gewünschter Position an eine Wand zu setzen, Bierkiste oder so als Hocker, und die Position auf Karton übertragen.

Ich wünsche sehr viel Spass beim Bau, dem Fahren.
Achtung! selbstgebaute Bikes gefährden den Straßenverkehr durch ihr imposantes Aussehen. Vor lauter Glotzen vergessen manche sich auf den Verkehr zu konzentrieren.

 

Munze1  
Das Rennholz sieht Klasse aus, und auch ich fahre viel Rad, Renner, MTB etc. Meine Leidenschaft gilt ebenfalls dem Holz, ein Rad selbst zu bauen würde ich trotzdem nicht machen und auch nicht aus Holz. Wie du schon sagst, die kann man mittlerweile zu einem vernünftigen Preis kaufen. Kollege von mir hat sich ein Velomobil gekauft, ist jetzt fast zu 100 % vor schlechtem Wetter geschützt.
Wie verhält sich der Bindan bei längeren Nassphasen? Persönlich würde ich PU-Leim verwenden. Wenn es denn wirklich Holz sein sollte, Bambus oder doch Esche und alles aus Furnierstreifen und Pressformen selbst geformt und gebaut.

 

Geändert von Munze1 (16.10.2015 um 07:39 Uhr)
Interessantes Thema - da bin ich auf die Ausführung gespannt!

Zu dem von Dir faforisierten Leim: Ich kenne ihn zwar nicht aus dem Fahrradbau - eher aus dem Fenster und Modellbau - aber die mechanischen Eigenschaften übertreffen Deine Anforderungen, daher kann ich ihn bedenkenlos empfehlen.

 

Krass.. so was ist ja mal genial. Aber selber bauen ist schon heftig ! Respekt !

 

warum ein Tadpole Dreirad ? Dreirad = OK .. aber die Tadpole -Machart erfordert
ein doppeltes Lenkgestänge... also Gewicht was Du mitschleppen must !
Bei den angetriebenen Rädern/Dreirad, müssten beide mit Freilauf und Bremse sein.....
würde hier nur Feinschicht-Sperrholz verwenden z.B. 8 Schichten auf 8 mm ( Balsa wird sehr teuer )... ob Du diese Feinschicht-Sperrhölzer in der brauchbaren Länge bekommst ?
event. überm Fachhandel.... im Netz bekommst Du leicht nen Schrott geliefert !
Wichtig ist, die versteifenden Wände innerhalb des langen Trägerprofiles aus massiven Sperrholz zu machen, hier können dann einige große Bohrungen zur Gewicht-Ersparnis betragen- niemals ECKIG machen .....!
Profil sollte nicht unter 100mm H x ca 150 B sein.. entweder U-Form ( von oben zu ) oder
geschlossen, keinesfalls für irgendwelche Anbauteile, Bohrungen oder mit Nuten den
Kraftverlauf unterbrechen !
bring bitte mal Skizzen davon... dann sehen viele Augen mehr !
Gruss.....

 

Das mit den Bambusrahmen war schon im Fernsehen (Bayern) dran. Da hat der Moderator sich seinen eigenen Rahmen bzw. Fahrrad gebaut.

 

Für meine Trike möchte ich vorn 20“-Räder, hinten ein 28“-Rad verwenden. 20“-Räder (mit Trommelbremsen) bzw. andere spezielle Teile kann man hier beziehen.
Der Radstand (Abstand der Vorder- zur Hinterachse) soll 1000 mm bis 1100 mm betragen, die Spurbreite ca. 800mm. Je breiter die Spur, desto kippstabiler würde das Gefährt, allerdings soll es auch noch zwischen Pollern auf Radwegen durchpassen. 800mm ist dafür ein guter Wert.
Den Sitz werde ich mir selbst aus Holz laminieren. Das wird bei meiner Körpergröße von 2m wohl am genauesten.
Einen Sitz aus Polyester oder Holz kann man zwar auch kaufen, aber es gibt auch gute
Anleitungen / Zeichnungen für einen Selbstbau:
http://www.instructables.com/id/Buil...Seat/?ALLSTEPS
http://aazzaa.de/home/AAZZAA%20Free%...20komplett.pdf
oder auch Bespiele aus der Möbelherstellung:
https://www.youtube.com/watch?v=HiAfP1PBcoo

Zur Vervollständigung noch ein paar weitere Links:
Velomobildesign
Die Anleitung zum Bau des Mambo (den Bauplan habe ich mir gekauft).
Liegeräder, allgemein
Bau eines Fahrrad-Rahmens aus Furnier

Zitat von franzl
Hallo, das wird sicher ein sehr spannendes Projekt. Ich habe selbst schon Fahrräder gebaut, zuletzt ein Liegerad in Überlänge, mit Transportfunktion.
Ich kenne jemanden der hat sich eines im Wohnzimmer aus Holz gebaut weil er keine Werkstatt hat. Als Material sind Multiplexplatten sehr gut geeignet, für Deine Achse der 2 Vorderräder ist astfreies Kiefernholz sicher auch ganz gut. Die Verbindung der Achsteile mit dem Holzrahmen hat mein Bekannter mit Aluplatten auf das Holz mit durchgängigen Gewindeschrauben gelöst. Eine sehr elegante Lösung für Holz-Metall Verbindungen ist das Einlassen mit Epoxyd Harz.
Bsp. : 10mm Achse soll aus Bombenfest mit Multiplexplatte verbunden werden.
Vorgehen: die Seite die im Holz stecken soll L-förmig im Schraubstock biegen, 3 gleiche Teile aus 12mm Multiplexplatte fertigen, in die Mittellage das entsprechende L-Stück ausschneiden. alle 4 Teile mit Holzleim fügen, nach dem Aushärten die noch bewegliche Gewindestange nach oben stehen lassen und den restliche Raum mit Harz ausgießen.

Beim Bau lieber erst alles provisorisch mittels Zwingen oder ähnlichem Fügen, sich draufsetzen nachjustieren und Einstellmöglichkeiten offen halten. Es ist auch sehr hilfreich sich in gewünschter Position an eine Wand zu setzen, Bierkiste oder so als Hocker, und die Position auf Karton übertragen.

Ich wünsche sehr viel Spass beim Bau, dem Fahren.
Achtung! selbstgebaute Bikes gefährden den Straßenverkehr durch ihr imposantes Aussehen. Vor lauter Glotzen vergessen manche sich auf den Verkehr zu konzentrieren.
Schön zu lesen, dass es noch andere Verrückte gibt, die sich an Selbstbauten – auch aus Holz - herantrauen.
Um die Befestigung der Vorderräder habe ich mir noch nicht so viele Gedanken gemacht, da sich das letztendlich auch aus der Rahmenform ergibt, die noch nicht feststeht. Dein Beispiel kann ich aber nachvollziehen und werde es im Hinterkopf behalten.
Und Deine Tipps bzgl. des Zusammenbaus werde ich natürlich auch beherzigen.

Zitat von Munze1
Das Rennholz sieht Klasse aus, und auch ich fahre viel Rad, Renner, MTB etc. Meine Leidenschaft gilt ebenfalls dem Holz, ein Rad selbst zu bauen würde ich trotzdem nicht machen und auch nicht aus Holz. Wie du schon sagst, die kann man mittlerweile zu einem vernünftigen Preis kaufen. Kollege von mir hat sich ein Velomobil gekauft, ist jetzt fast zu 100 % vor schlechtem Wetter geschützt.
Wie verhält sich der Bindan bei längeren Nassphasen? Persönlich würde ich PU-Leim verwenden. Wenn es denn wirklich Holz sein sollte, Bambus oder doch Esche und alles aus Furnierstreifen und Pressformen selbst geformt und gebaut.
Das Rennholz ist schon ein echter Hingucker! Hier noch weitere Fotos, auch vom Bau.
Die Erbauer hatten es aber auch recht einfach: Sie mußten sich um den Antrieb recht wenig Gedanken machen und sich um die Positionierung des Tretlagers incl. Tretlagerüberhöhung und Kettenlinie nicht kümmern. Und bei der Herstellung der wirklich schönen Form hatten sie auch Unterstützung aus der Industrie.
Für ein strassentaugliches Trike wäre das Rennholz mMn. auch etwas lang, wie groß der Wendekreis ist, habe ich z.B. nirgends gelesen.
Sicher gibt es schöne Trikes, die man kaufen kann, z.B. das Scorpion fs 26 von HP Velotechnik, das Steintrike Nomad oder (relativ neu) die Trikes von Velomo.
Wenn ich die Zeit, die ich mit meinem Projekt verbringen werde und die notwendigen Materialien (Holz und Anbauteile) rechne, wird mein Trike zum Schluß mindestens genausoviel kosten, aber mich treibt ja gerade der Reiz des Selbstbauens an. Und ich will es zumindest versuchen!
Zu Leimen habe ich auch schon viel gelesen. Manche schwören auch auf Kasein-Leim und stellen den sogar selbst aus Quark her. Es gibt dazu sehr interessante Diskussionen - die Links suche ich noch raus und werde sie hier noch einstellen.

Zitat von Kneippianer
Interessantes Thema - da bin ich auf die Ausführung gespannt!

Zu dem von Dir faforisierten Leim: Ich kenne ihn zwar nicht aus dem Fahrradbau - eher aus dem Fenster und Modellbau - aber die mechanischen Eigenschaften übertreffen Deine Anforderungen, daher kann ich ihn bedenkenlos empfehlen.
Danke für die Bestätigung.

Zitat von Hazett
warum ein Tadpole Dreirad ? Dreirad = OK .. aber die Tadpole -Machart erfordert
ein doppeltes Lenkgestänge... also Gewicht was Du mitschleppen must !
Bei den angetriebenen Rädern/Dreirad, müssten beide mit Freilauf und Bremse sein.....
würde hier nur Feinschicht-Sperrholz verwenden z.B. 8 Schichten auf 8 mm ( Balsa wird sehr teuer )... ob Du diese Feinschicht-Sperrhölzer in der brauchbaren Länge bekommst ?
event. überm Fachhandel.... im Netz bekommst Du leicht nen Schrott geliefert !
Wichtig ist, die versteifenden Wände innerhalb des langen Trägerprofiles aus massiven Sperrholz zu machen, hier können dann einige große Bohrungen zur Gewicht-Ersparnis betragen- niemals ECKIG machen .....!
Profil sollte nicht unter 100mm H x ca 150 B sein.. entweder U-Form ( von oben zu ) oder
geschlossen, keinesfalls für irgendwelche Anbauteile, Bohrungen oder mit Nuten den
Kraftverlauf unterbrechen !
bring bitte mal Skizzen davon... dann sehen viele Augen mehr !
Gruss.....
Warum ein Tadpole: Ein Delta sagt mir erstmal optisch nicht so zu. Es erinnert mich zu sehr an diese Senioren-Dreiräder, die man jetzt öfters sieht.
Außerdem wird es beim Bau des Antriebs (hinten) schwieriger. Entweder braucht man ein Differential oder man treibt nur ein Rad an. Bei nur einem angetriebenen Rad muß man die Antriebskraft nach außen bringen, braucht also zusätzliche Mechanik. – Das alles ist nicht so einfach zu bauen bzw. nicht gewichtssparend, mal abgesehen davon, daß 2 Räder auf der Antriebsachse (ob nur eins oder beide angetrieben) bei rutschigen Untergründen nachteilig sind.
Bei einem hinten angetriebenen Tadpole kann man bzgl. des Antriebs auf Standardkomponenten zugreifen, was das Ganze wesentlich vereinfacht. Leider wird dann – wie Du schon sagst - die Lenkung komplizierter und schwerer.
Alle anderen Möglichkeiten ein Tadpole oder Delta anzutreiben und zu lenken, haben keine wesentlichen Vorteile. – Ein Beispiel dafür ist das Sidewinder (ein hinten gelenktes Tadpole). Es ist zwar unheimlich wendig, dafür aber wohl bei einer Vollbremsung nicht lenkbar, da dann das gelenkte Rad den Kontakt zum Untergrund verlieren kann.
Was meinst Du mit Feinschicht-Sperrholz?: 1mm Flugzeugsperrholz, Birke, 3-lagig? Das gibt es z.B. hier. - Wäre das OK?
1500mm Länge würden für mich bei einem geplanten Radstand von 1000 bis 1100 mm ausreichen.
Einen Kastenholm zu bauen, hatte ich mir auch schon überlegt. Damit werden einmal die Druck- und Zugkräfte besser abgefangen und man muss sich nicht um den Dreck kümmern – der z.B. bei einem U-Holm unten reinfliegt. Dass der Holm Spanten haben muss, ist selbstverständlich.
Skizzen werde ich liefern.

Zitat von 3radfahrer
Das mit den Bambusrahmen war schon im Fernsehen (Bayern) dran. Da hat der Moderator sich seinen eigenen Rahmen bzw. Fahrrad gebaut.
Ich nehme an, da wurde ein 'normales' Bambus-Fahrrad vorgestellt und wie hier ein altes Fahrrad ausgeschlachtet.
Hier eine Beschreibung für den Bau eines Bambus-Trikes.

Zitat von BoschDoIt
Krass.. so was ist ja mal genial. Aber selber bauen ist schon heftig ! Respekt !
Ja, wird nicht einfach! Ein wenig Respekt davor habe ich auch selbst.

 

Geändert von kaosqlco (16.10.2015 um 17:56 Uhr)
ich bin mal auf das Ergebnis gespannt, das wird sicher sehr interessant.

 

habe mal bei dem Sperrholz-Shop eine geschaut... da hat das 8er Flugzg. Sperrholz
gleich 16 Lagen... hier kann auch ein 6mm mit 12 Lagen a 0,5 mm reichen....
1,5 mtr x 0,25 oder 0,5 mtr breit ist für den Preis ok !.. Habe mir die Seiten kopiert, prima Link !
Da Du vorne 20" Räder anbauen willst.... folgende Überlegung... hin und wieder sehe
ich 3 Rad Motor-Roller.. vorne mit Zwillings-Bereifung... die stehen soweit auseinander, daß das Dreirad frei stehen bleibt .... haben zwar einen Kurven-Neigungswinkel, aber einen engen Drehpunkt ... wäre für eine Eigenbauversion mal was ANDERES ?...
Ohne jetzt zu wissen, wie Du die Sitzverstellung lösen willst, ein 26" ist auch gut zum
Antreiben, auch könnte der Rahmen eher hochkant gebaut werden..z.B. ca. 100-150 mm H und nur 60-100 mm B... und innen mit Bohrungen für Schlauch und Seil für die Bowdenzüge und mit 8mm Flugzg.Sperrholz die Gabel hinterm Sitz ausführen .... !
Übrigens, die Radeln mit Bambus sind nur Augenwischerei... wenn Holz, dann richtig !
Gruss.....
Nachtrag... auch für die 20" gibt es Fahrrad-Mäntel, welche mit spez. Einlage ausgerüstet sind... nennt sich " unplattbar "....... ebenfalls würde ich eine Nabenschaltung empfehlen,
gibt's auch mit Rücktrittbremse und 7 Gänge ( sehr teuer mit 10 Gänge )

 

Geändert von Hazett (16.10.2015 um 20:13 Uhr)
Hallo Hazett, danke für Deine vielen Tipps , an einige Aspekte hatte ich noch gar nicht gedacht.

Ein 150mm breiter Kasten- oder U-Holm (Dein erster Vorschlag) würde Probleme bei der Kettenführung nach sich ziehen. Tretlager gibt es zwar in unterschiedlichen Breiten, aber selbst beim breitesten, was ich kenne (92mm), müsste die Kette durch den Holm geführt werden, was wieder die Steifigkeit ruiniert. Insofern nehme ich den Gedanken mit 60-100mm Breite und dafür größerer Höhe gern auf.
Nur ist das Ganze dann auch verwindungssteif genug? - Beim Le Zélo gab es damit Probleme und es wurden nachträglich noch Streben eingezogen, um das Problem zu beheben. Das Le Zelo hat zwar keinen Kastenholm, ist aber auch aus Holz.

Bei einer Nabenschaltung müsste ich mich nicht um die Befestigung des Schaltauges an meiner Selbstbau-Hinterradgabel kümmern, dagegen spricht eigentlich nur der Preis. Ich muss das mal durchdenken, weil ich mir beim Bau viele Optionen offen lassen möchte; z.B. Nutzung auf der Rolle im Winter. Hierzu muss man einen speziellen Rollenreifen aufziehen. Das ist an sich schnell erledigt; einfach das Hinterrad zu tauschen, geht aber schneller. Eine zweite Option wäre der Einbau eines Hinterrades mit Motor. Sowas gibt es sicher schon mit Nabenschaltung. Gefühlt gibt es fast jede Woche neue Modelle. Die Hersteller (und StartUps) reagieren halt auf den Trend der Elektromobilität und darauf, dass nicht jeder gleich seinen alten Renner wegschmeissen will, nur um elektrisch zu fahren.

An eine Rücktrittbremse hatte ich noch nicht gedacht. Ich wollte hinten eigentlich nur eine Parkbremse einbauen; zum Bremsen des Gefährts sind vorne zwei gute Bremsen wichtig, hinten eher nicht. Eine Rücktrittbremse hätte aber den Vorteil, dass ich auch hinten eine Bremse hätte und zum Bremsen des HR keine dritte Hand benötigen würde und die beiden VR-Bremsen mit beiden Händen unabhängig voneinander bedienen kann.

Ob ich ein 26“- oder 28“-Hinterrad verwende, muss ich mir noch überlegen. Beim 28“ hinge die Kettenschaltung minimal höher, wenn ich eine verwende.Ich hatte mal gelesen, dass große Hinterräder das Trike fahrstabiler machen würden. Mal sehen, ob ich die Quelle wiederfinde. Der Unterschied zwischen 26" und 28" Zoll ist aber nicht so riesig.

„Unplattbare“ Reifen verwende ich schon (Schwalbe Marathon Dureme, Faltreifen). Damit hatte ich mit meinem Trekkingbike seit 5000km keine Panne mehr. Vorher gerne mal eine pro 100km.
Beim Rennrad habe ich die Grand Prix Attack & Force drauf. Die haben „hervorragenden Pannenschutz durch Vectran“. Trotzdem hatte ich dieses Jahr schon 2 Platten.

 

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Ansicht