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Betonmischer Eigenbau

13.01.2013, 21:12
Geändert von danielduesentrieb (13.01.2013 um 22:35 Uhr)
Hallo!
Heute war ich am stöbern und fand dabei auch das Buch von unserem Hausbau.
Vielleicht interessiert es doch den einen oder anderen und wird an seinen Hausbau erinnert.

Mir fiel dabei mein Betonmischer wieder ein.
Diesen plante und baute ich im Winter 1982/83.
Ein Betonmischer zu kaufen war damals gar nicht einfach und finanziell sehr teuer.
Das bewog mich, getreu dem Motto für einen Inschenör ist nichts zu schwör.
Zu Beginn erstellte ich wie bei fast jedem Projekt ein Pflichtenheft.


  • Mobil, von einer Person umsetzbar.
  • Leistung etwa 1 1/2 m³ / Stunde, bei 2 Mann Befüllung
  • Leiser Lauf
  • leichte Reinigung
  • kaum Wartung
leichte Entleerung

Im Vorfeld habe ich mir einige Exemplare angeschaut und es entstand dieser Nachbau.
Vierkantrohren 50 x 50 mm, diese waren schwarz und wurden auch so beschafft, wurden zum Rahmen gesägt, die Räder stammten von einem geschundenen Gepäckanhänger.
Die Mischtrommel war ursprünglich der Druckkessel eines Hauswasserwerkes, eine Hälfte ich die andere Hälfte ging für den Getriebemotor drauf.
Laufruhe versprach aus Erfahrung ein Kettenantrieb, da die Abgangsdrehzahl 20 U/min rechnete ich gar nicht, sondern der Antrieb wurde 1 : 1 hergestellt.
Für den Trommelantrieb musste auch noch eine halbe Achse des Anhänger herhalten.
Die Kettenräder und die Kette stammten aus der Landtechnik.
Eine grobe Zeichnung auf einer Zementtüte und es ging los.
Zuerst das Fahrwerk, die Räder und den Rahmen für die Trommel.
Dann wurde die Trommel gefertigt, der Einwurf mit einem 8 mm Ø Rundstahl verschweißt.
Für ein sicheres Mengen schweißte ich 2 Rührflügel ein.
Als Nachrichtentechnikingenieur, ich hatte auch 3 Semester technische Mechanik - Metallbau, belegen müssen, berechnete ich den Schwerpunkt der beladenen Mischertrommel.
Das Resultat war genial, den Getriebemotor platzierte ich nach der Berechnung parallel am Rahmen zur Trommel.
Das Schweißen der Motorgrundplatte an den Kipprahmen gelang mir besonders fest.
Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr 1983 schob ich den Mischer auf den Firmenhof, dort durfte ich ihn bauen, schweißte noch flugs den Hebel zum Kippen an.
Motor mit einer Schwindelschnur angelassen, reichlich 60 Schippen Sand rein, es drehte, es platschte und mir war gut ums Herz.
Nun der Versuch die Trommel zu leeren, ich hing zum Schluss mit meinen 90 kg am Hebel und es rührte sich nichts.
Die Stange mit einem Rohr verlängert, nichts.
Sicher hätte ich den Hebel 4 m lang machen müssen.
Also die Trommel, GSD, kein Zement darin, geleert und ausgespült.
Das Dingens schnell versteckt, denn ich hatte auch Zuschauer, Neider und Schlaue. * grins *
Dann habe ich mit meiner Frau, Maschinenbauingenieur, meinen Erfolg gebeichtet.
Sie hatte schnell meinen Fehler in der Berechnung entdeckt, irgendeinen Quatsch mit Rotation.
Den sehr fest geschweissten Motorträger konnte ich mit einer geborgten Flex entfernen und wie im Foto zu sehen, parallel zur Trommel befestigt. Auf dem hinteren Vierkantrohr sieht man noch die Eisenreste.
Neuer Test, ein Wahnsinn, mit voll gefüllter Trommel, Wasser, Sand und Zement waberte die Trommel durch den Inhalt und ließ sich quasi mit dem kleinen Finger entleeren.
Nun noch flugs die Elektrik sauber angebracht.
Der Betonmischer hat m. W. vier Häuser gebaut, wo er endete ist nicht überliefert.
Viel Spaß beim Lesen.
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2 Antworten
Zitat von danielduesentrieb
Dann habe ich mit meiner Frau, Maschinenbauingenieur, meinen Erfolg gebeichtet.
Sie hatte schnell meinen Fehler in der Berechnung entdeckt, irgendeinen Quatsch mit Rotation....Neuer Test, ein Wahnsinn, mit voll gefüllter Trommel, Wasser, Sand und Zement waberte die Trommel durch den Inhalt und ließ sich quasi mit dem kleinen Finger entleeren.
Nun noch flugs die Elektrik sauber angebracht.
Der Betonmischer hat m. W. vier Häuser gebaut, wo er endete ist nicht überliefert.
Viel Spaß beim Lesen.
Tja, Frauen und Technik. Wissen alles besser.

Wenn in deinen ein Shetland-Pony reinpasste, dann steht dat Ding bei unserem Nachbarn neben (!) dem Schuppen.

 

Lieber Heinz
ein nicht zu elefantöses Pony passt rein.
Er könnte es sein.
Gruß vom Daniel

 

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