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Bei einer Buchenholztruhe die Oberflächen dunkler bekommen?!?!?

07.10.2013, 18:12
Hi, ich hab auch mal wieder eine Frage:

Ich hab jetzt endlich mal meine Buchenholztruhe gebaut. Nun ist mein Problem, dass unsere restlichen Möbel großteils aus "Plastikholzimitat" sind, die Truhe aber aus unbehandelten Buchenbohlen, die mir von einem Schreiner zu Platten verarbeitet wurden. Es geht also nicht um Baumarkt-Leimholz.

Baumarktware hab ich sonst oft einfach mit Klarwachs oder mit Hartwachsöl behandelt, hier wollten wir nun aber die Oberfläche etwas dunkler, als sie mit diesen beiden Möglichkeiten geworden wäre. Daher war der erste Versuch, eine Clou Wasserbeize in Buche. Das Ergebnis war, naja, ich sag mal besch.. fleckig, ungleichmäßig und unangenehm braun, aber definitiv nicht der Farbton, den unsere Möbel haben.

Der zweite Versuch war Osmo Dekorwachs auch in einem Bucheton. Aber hier war es das Selbe: fleckig, ungleichmäßig und ein komisches Braun.

So, jetzt hab ich heute einfach mal Olivenöl genommen. Das wurde wenigstens nicht so fleckig, ist aber auch noch nicht so ganz das Gelbe vom Ei.

Lackieren möchte ich nicht - ich mag kein lackiertes Holz.

Was kann ich machen um Buchenholz gleichmäßig und nicht fleckig etwas dunkler zu kriegen? Leinöl? Leinölfirnis? Ein anders, gefärbtes Wachs? Lasur? Ich hab nicht wirklich Lust, noch mehr "Farbprodukte" auf verdacht zu kaufen und so langsam geht mir auch mein Opferholz zum Ausprobieren aus.

Hilfe!!
 
Holzberarbeitung, Holztruhe Holzberarbeitung, Holztruhe
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20 Antworten
Fleckig bringt mich zunächst zur Frage wie du das Holz vorbehandelt hast und welche Methode du für den Auftrag der Beize & Co. benutzt hast.

Es sollte nichts mehr auf der Oberfläche sein, was die gleichmäßige Farbannahme behindert. Beim Auftragen von Beize bin ich bisher mit einem Haushaltsschwamm gut klar gekommen.

 

Hi Ferton,

vorgegangen bin ich nach Anleitung auf der Flasche: bis 180 geschliffen und dann die Beize mit einem passenden Pinsel aufgetragen.

 

Woody  
Hast du das Holz vor dem Beizen leicht angefeuchtet? Ich meine mal diesen Tip bei Bine gelesen zu haben, gibt auch einen Wissensartikel dazu. Schau mal dort nach Peter.

 

Du hast also zwei Probleme, Farbton und gleichmäßigkeit der Oberfläche:
Deine Wahl der Produkte war a.m.S. gut, ich verwende auch immer die CLOU AQUA-BEIZE und anschleßend den CLOU HOLZLACK

1. Der Farbton
Der Farbton beim beizen von Buche Massivholz ist i.d.R. immer mit einem leichten, rötlichen Stich verbunden. Dazu kommt, dass selbst sehr dunkle Beize diesen leichten Rotstich hat. Der Vorteil der Beize ist, dass die alle Beizen miteinandere mischen kannst, solange bis Du zu dem Farbton kommst den Du oder Deine Frau gerne hättet.

2. fleckige Oberfläche
Schleifen in mehreren Stufen (120/180/240) reicht alleine nicht aus um Massivholz ideal zum beizen vorzubereiten. Wenn Du mit dem 240er Vorschliff fertig bist, solltest Du das Holz zuerst mit warmen Wasser "wässern" ...
... über Nacht trocknen lassen ...

... und vor dem beizen nochmal mit 240er und 400er Körnung feinschleifen.
DANN ERST BEIZEN ...

Auf diese Art und Weise sollte die Beize gleichmäßig und ohne Flecken aufgenommen werden.

Axo, das Beize niemals mit Metall in Berührung kommen darf weißt Du ja vermutlich ...
... und vermutlich auch, dass "nicht verbrauchte Beize" entsorgt und nicht zurück in das Originalbehältnis gefüllt wird.

 

Pinsel und Beize klappt bei mir nie. Dafür bin ich zu ungeschickt. Deshalb mach ich das mit Handschuhen und dem Schwamm.

Woody, das Anfeuchten vor der Verwendung von Wasserbeize hat den Vorteil, dass sich die losen Fasern schon durch den normalen Wasserkontakt aufrichten. Dann kann noch mal schleifen. Bei Kontakt mit der Wasserbeize würden sie sich sonst auf jeden Fall aufstellen, man müsste schliefen und somit einen Teil der Beize wieder abtragen => Flecken.

 

Bine  
Hallo Fernton ,
das mit den Holzfasern aufrichten wenn das Holz vorher angefeuchtet wird ist schon klar .
Ich habe die Erfahrung gemacht das wenn ich vor dem Beizen auch das Holz anfeuchte dann wird es gleichmäßig .
Ohne Wasser wird die Stelle wo man mit dem Pinsel anfängt automatisch dunkler und es ist sehr schwer es wieder weg zu bekommen . Mit wasser ist alles viel einfacher zu verteilen

 

Danke schonmal für die Antworten.

Also ist das, was auf der Beize steht schonmal für den A...

Ich hatte aus Spaß an der Freude das Holz abgestuft geschliffen. Ein Stück bis 180, eines bis 240, ein Stück bis 320. Das hat aber keinen Unterschied gemacht. Ich habe einfach den Eindruck, dass Holz nimmt die Beize nicht auf. In den weichen Bereich der Jahresringe noch besser, aber in den harten garnicht. Vielleicht habe ich auch nur eine falsche Erwartung.

Das erste Bild ist die Beize.
Das zweite Bild ist das Dekorwachs.
Das dritte Bild ist Olivenöl.

Mir gefällt bei Beize und Wachs auch die Farbe nicht. Das wirkt einfach braun und nicht rötlich, wie Buche.

Welches Öl, wäre für so etwas gut, wenn dann noch eine Schicht Klarwachs drauf soll?
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Bine  
Ich denke mal das Schleifen beeinflusst nicht die Farbintensität sondern das man keine Holzfasern mehr sieht . Denn mit der Beize ( Wasserbeize) stellen sich die Holzfasern auch wieder auf und wenn man das mit 240er Sandpapier schleift ist da nix mehr zum aufstellen .

Also mit der Beize sieht wirklich etwas mager aus . Verstehe ich nicht .
Hast du mal versucht das Stück mit der Beize noch mit Lack zu streichen das verstärkt auch noch mal was , also es dunkelt noch etwas nach ...

 

Lack möchte ich nicht.

Geplant war Hartwachsöl.

Ich bin nach dem Trocknen mal mit normalem Klarwachs drüber gegangen, aber das hat nicht wirklich was geändert.

 

So, ich hatte jetzt vorhin einen ewig langen Text geschrieben und mich dann verklickt...

Also, nachdem das Oliveöl bis heute früh getrocknet war, hab ich es nochmal mit etwas Klarwachs nachbearbeitet. Das Ergebnis kommt schon sehr nahe an das ran, was wir wollen.

Jetzt würde mich interessieren, welches Öl für so eine Arbeit wirklich geeignet ist, nicht rantzig wird, sich mit Wachs versiegeln lässt und eine ähnlich Farbe ergibt, wie das Olivenöl. Leinöl? Oder geht sogar Olivenöl?

Was mich aber trotdem auch interessieren würde ist, ob ich jetzt einfach eine falsche Erwartung an das habe, was Beize und Dekorwachs mit dem Holz machen, oder warum das Ergebnis so gar nicht gut aussieht.

Wenn ich Holz so vorbehandle, wie oben beschrieben, schleifen, wässern, nochmal schleifen, gibt es eine sehr glatte Oberfläche, bei der auch die Holzporen sehr geschlossen sind. Aber besonders die Beize soll ja in die Poren einziehen können, um das Holz zu färben. Wenn ich nun das Holz so, wie Woody und Bine geschrieben haben, nochmal leicht nass mache, direkt bevor ich die Beize aufbringe öffnen sich die Poren und auch die Beize kann eindringen. Aber eigentlich ist die Beize ja auch auf Wasserbasis und sollte selbst diesen Effekt haben. Dann wird die Oberfläche aber ja automatisch wieder etwas rauher - theoretisch.

Bei mir sind sowohl Beize als auch das Dekorwachs nur in die weichen Teile der Maserung eingedrungen und da auch nur ungleichmäßig und fleckig. Die harten Teile sind hell geblieben. Damit wird zwar die Maserung betont aber das Holz wirkt unruhiger. Wobei auf der anderen Seite die natürlichen Farbunterschiede im Holz zwischen Kern und Splint ausgeschalten wurde. Es war alles gleichmäßig braun - und auch nicht rot, obwohl sowohl Beize als auch Dekorwachs als Farbton Buche hatten und damit eigentlich ja einen rötlichen Bestandteil haben sollten.

Hab ich also wirklich einfach eine falsche Erwartung? Hab ich mich zu **** angestellt? Ist das Holz einfach nicht für Beize und Wachs mit Pigmenten geeignet?

 

Beize und Dekorwachs verwende ich nicht (oder nur sehr selten mit alten Stoffhoddeln aufgetragen), kann daher nichts dazu sagen.
Eigentlich verwende ich immer angewärmtes Leinöl mit ein paar Tropfen Orangenschalenöl.
Der Schutz ist für mich ausreichend und Leinöl feuert das Holz auch genau so an, wie ich es gerne mag.
Ich schleife (wie oben beschrieben) auch immer mit Zwischenwässerung, wenn es besonders glatt sein soll.

 

Zitat von scaranow
...
Hab ich also wirklich einfach eine falsche Erwartung? Hab ich mich zu **** angestellt? Ist das Holz einfach nicht für Beize und Wachs mit Pigmenten geeignet?

Vielleicht hilft Dir DIESES VIDEO etwas weiter ....

 

@Heinz: Wird das mit Leinöl so wie oben auf meinem Bild mit dem Olivenöl?

@Linus: Das Video hatte ich mir angesehen, bevor ich zum rumprobieren angefangen hatte. Ich hab es aber erstmal ganz bewusst nach Anleitung auf der Beizenflasche gemacht. Leider sieht man da das Holz nicht wirklich von nahem, aber es wirkt zumindest auf mich schon so, als würde da die Beize auch in die harten Teile der Maserung einziehen. Es ist aber wohl auch eher ein weiches Holz, was da verwendet wird. Wenn ich mal viel Lust habe, probier ich das mit der Beize nochmal mit einem gewässertem Stück aus.

 

Zitat von scaranow
@Heinz: Wird das mit Leinöl so wie oben auf meinem Bild mit dem Olivenöl?
Das mittels des Fotos zu beurteilen ist nicht so einfach.
Ich meine, das Leinöl (nicht Leinölfirnis!) feuert stärker an als Olivenöl. Noch stärker feuert Leinöl an, wenn Du es mit feiner Stahlwolle einreibst (muss ziemlich zügig gemacht werden).
Leinöl trocknet ja richtig und ist somit (anders als Olivenöl) ein "echter" Schutz. Ich würde es einfach mal probieren - das Öl lässt sich auch ja auch im Haushalt ziemlich gut verwenden.
(Besonders günstig ab 2,50/l gibt es Leinöl da, wo Pferdefutter verkauft wird - wird als "Nahrungsergänzung" benutzt. Sonst kostet es um die 4 Euro/l im 5l Kanister.)

Nachtrag: damit Dein Holz dunkel aber nicht schwarz wird:
leinölgetränkte Lappen entzünden sich sehr leicht selbst - ich bewahre sie immer in einem verschlossenen Gurkenglas auf (Sauerkirschen geht auch) und werfe sie bei Gelegenheit in den Ofen.

 

Geändert von Heinz vom Haff (08.10.2013 um 15:01 Uhr)
Vielen Dank für die Info Heinz!

Dann werd ich mir doch noch mal Leinöl besorgen.

Eine Frage noch: Wie lange trocknen lassen?

 

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