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Bauen mit Bauträger - Horrorerfahrungen oder alles gutgegangen?

05.05.2010, 19:29
Hallo allerseits,

ich bin neugierig - wer von Euch hat denn mit einem GU / BT das Abenteuer Hausbau in guter Erinnerung? Bislang höre ich von allen möglichen Kollegen, Freunden und Bekannten, daß viel schiefgelaufen ist, und man am Ende meist im Streit auseinanderging. Bei uns hat alles super geklappt, und ich frage mich, ob wir hier die rühmliche Ausnahme sind, und ob Horrorgeschichten oder eher positive Berichte überwiegen?

Also legt los, ich bin neugierig

Viele Grüße

Tobias
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24 Antworten
Hallo Tobias
Mit Bauträger hatte ein Kollege massig Probleme.
Er hat mich mehrfach auf Seine Baustelle gerufen, um nach dem Rechten zu sehen.
Beim ersten mal z.B. ist mir nach ein paar minuten aufgefallen, das die Betonvertigtreppen gleichmäßig vom Keller bis 2.Stock eingeteilt waren. Nun ja, ich habe Ihm dann klargemacht, das während der Bauphase der Treppen Antritt um die Estrichhöhe höher sein muß. Bei der lezten Stufe der Treppe muß man dann ca. 10-12cm wieder nach unten treten, da ja der Estrich noch fehlt. Naja die von der Baufirma haben dann alle drei Betonfertigtreppen 4`tel gewendelt mit Kalksandsteinen 12cm aufgemauert. Sicherlich war das eine Arbeitsorgie. Letztendlich ist die Treppe ohne das man sie betritt statisch bereits Überlastet.

Beim Estrich z.B. habe ich die Probleme schon kommen gesehen. In einer Küche z.B.
klang der Estrich hohl. Es war der Bauträger + Estrichleger + Kollege + Ich vor Ort.
Estrichleger + Bauträger sagten natürlich, das alles bestens wäre. Ich bat den Estrichleger (ein richtiger massiger Bär) doch mal in der Ecke wo der Schrnk steht (Porzellan/Töpfe dadurch hohes Gewicht) doch mal hochzuspringen.
Gesagt und getan. Was soll ich sagen, der Estrich brach ca. 3/4m² ab. Blässe bei
Estrichleger und Bauträger. Die beiden waren sich natürlich einig, man könnte den Riß
ausspritzen. Absolut lachhaft war´s. Denn Fliesen lassen sich nur sehr bedingt biegen.

Das waren nur zwei Kleinigkeiten die ich aufgedeckt habe. Die Baustelle ging dann
wegen weiterer Probleme zu Gericht. Ich kann nur sagen Recht haben und Recht
bekommen ist zweierle. Mein Kollege unbedarft wäre beinahe Finanziell schleifen
gegangen. Zum Glück betraf´s nicht mich.

Pfusch muß halt erst mal erkannt werden. Wenn man es nicht erkennt ist alles in Butter. Ehrlich gesagt habe ich noch keine Baustelle ohne Murks gesehen.

Wenn bei Dir alles supi ist, beglückwünsche ich Dich zu den drei Promill zu gehören.

Grüße

 

Da kann ich wohl nicht wirklich mitreden. Wir haben alles alleine gemacht und es nicht bereut. Als eigener Herr kann man besser abschätzen wann der nächste Schritt dran ist, ist unabhängig und arbeitet deutlich sorgfältiger. Sicher ist es mehr Arbeit, aber ich würde es immer wieder so machen. Bis jetzt gibt es keine Mängel.

Was mich aber interessieren würde, wie kann ein Estrich "hohl" werden? Kann mir nicht erklären, wie das passieren soll.

 

Hallo Ricc220773

Estrich kann beim verlegen hohl werden, wenn die GWS (Gas/Wasser/S.../Heizung) Ihre Rohrpakete auf die Rohboden in Packeten nebeneinander legen. Dann kommen
die Verputzer und schmeißen da noch Putz rein.
Logisch das Sie nicht gescheid reinigen. Dann kommt der Estrichleger und hat auch keinen keine Lust die Rohboden z versäübern. Schnell die Isolierung z.B. Styroporplatten wackelig auf die Putzbrocken legen. (sieht ja später keiner mehr)
Estrich drüber und schon haste nen hohlen Estrich verlegt. Hält halt bis er bei Belastung bricht. Z.B. schwerer Küchenschrank/Aquarium/etc.

Der Murks fing bereits beim Verlegen der Rohrpackete auf den Boden an. Die gehören
halt besser unter die Kellerdecke (Verteilung) und dann senkrecht in die Wand.
Deshalb sage ich ja man sieht den Murks kommen. Hinterher findest Du keinen
Zuständigen mehr (Sanitär-/Heizungs-/Verputzer-/Estrich-bauer)

 

Ja, das leidige Thema Bauträger. Das Thema füllte schon ganze Baufachzeitschriften. Es gibt professionelle/seriöse und andere. Einen guten Bauträger zu finden ist so schwer, wie einen guten Zahnarzt zu finden. Und so sollte man an das Problem heran gehen. Also Finger weg von "günstigen" Messeangeboten. Die Entscheidung für einen Hausbau mit Bauträger will sehr gründlich und in Ruhe getroffen werden. Recherchen im Netz oder bei Verbraucherzentralen helfen auch weiter. Wir haben alles wie Ricc220773 allein gemacht. Konnten so örtliche Handwerker einbinden, zu denen wir noch heute, Jahre nach dem Hausbau, Kontakt halten. Übrigens, wer nicht die Ahnung hat vom Bauen, ein örtlicher Architekt übernimmt auch gern die Aufgaben.

 

Hallo zusammen,

wir haben ein Fertighaus und sind gerade dabei. Was kann ich zu solchen Generalunternehmern sagen. Ich bin nicht wirklich begeistert. Die Baufirma hat Firmen bei uns antanzen lassen, die nicht aus der Region waren. Gerade das Verputzen war der Horror. Eine Firma hat den Vorputz gemacht und die Fenster gleich mit. Ich musste 600kg Putz ins Haus schleppen weils ganz unerwartet kalt wurde.

Wir haben bei unserem Haus jede Menge Positionen aus dem Paket der hausfirma rausgenommen und in Eigenregie vergeben bzw gemacht. Die Erfahrung war bei uns folgende. Das saarländische ist ja eher ländlich geprägt und viele Firmen leben von der Mundpropaganda. Z.B Unser Erdbauer war eine Baufirma aus Kirkel. Wir wurden super beraten und die haben beste Arbeit geleistet. Dazu muss ich noch sagen, dass die gut 50% billiger waren! Eine lokale Firma darf sich bei uns auch nicht erlauben schlechte Leistungen zu bringen. Die Firmen die von der Baufirma beauftragt wurden, sind jeden tag woanders (interessant: Da war nie Werbung auf den Autos). Ich will nicht über alle schlecht reden. Die Firma die den Fertigputz gemacht hat war sehr gut. Ich selber würde aber lieber auf Bauträger etc. verzichten und mich selbst drum kümmern. Wer hier am falschen Ende Geld sparen will, legt am Schluss doppelt drauf.

 

Vor einiger Zeit hatte ich mich länger mit dem Geschäftsführer unserer Baufirma unterhalten - Grundtenor ging in die Richtung: was hilft es mir, die einzelnen Gewerke auszuschreiben, und dann den Günstigsten zu nehmen (was wohl häufig praktiziert wird) - wenn es da Probleme gibt, bzw. Mängel beseitigt werden müssen, ist diese Kosteneinsparung ganz schnell wieder weg, daher arbeitet man mit einem festen und langjährig gewachsenen "Subpool".

Ich frage mich, ob andere Firmen das noch nicht erkannt haben, entweder sind die doch recht fix pleite, weil bei Mängeln die Subs ggf. nicht mehr greifbar sind, oder sie schaffen es, die Bauherren in Schach zu halten?

 

Zitat von Tobias
Vor einiger Zeit hatte ich mich länger mit dem Geschäftsführer unserer Baufirma unterhalten - Grundtenor ging in die Richtung: was hilft es mir, die einzelnen Gewerke auszuschreiben, und dann den Günstigsten zu nehmen (was wohl häufig praktiziert wird) - wenn es da Probleme gibt, bzw. Mängel beseitigt werden müssen, ist diese Kosteneinsparung ganz schnell wieder weg, daher arbeitet man mit einem festen und langjährig gewachsenen "Subpool".
Da möchte ich dir absolut Recht geben. Die Billigsten sind in den seltesten Fällen die Besten. Wie gesagt, meine Erfahrung besagt, örtliche Handwerker nutzen. Die müssen vor Ort einen Ruf verteidigen oder erhalten und sind gern bereit beispielsweise auch später regelmäßige Wartungen anzubieten. (Preisvorteil!) Wenn ein Heizungsmonteur in den Folgejahren seinen eigenen Pfusch warten muss, dann ist das peinlich. Das wissen alle. Hinzu kommt, dass man im Havariefall schnell und unkompliziert einen Ansprechpartner hat.
Wenn man allerdings die berühmten zwei linken Hände hat und nicht weiß, welche Gewerke wann überhaupt was machen müssen, ist unter Umständen ein guter Bauträger von Vorteil.

 

Ekaat  
War bei mir zwar kein Bauträger, aber zwei Maurer, die die neuen Fenster einputzen und die Fänsterbänke setzen sollten.
Als ich, mit Wasserwaage bewaffnet in das Souterrain-Zimmer kam, saß die Fensterbank bereits, war waagerecht, hatte aber leichtes Gefälle zum Raum hin. Das müsse so sein, damit evtl. Schwitzwasser nicht in der Fuge zwischen Fenster und -bank stehenbleibt und schimmelt.
Ich verfügte mich in der Raum darüber, auch hier vom Kollegen die Fensterbank bereits drin, auch waagerecht, hatte aber leichtes Gefälle zum Fenster. Das müsse so sein, damit das Schwitzwasser nicht in den Raum läuft. Fällt Euch dazu noch was ein? Mir damals nicht, ich ließ es auch so, da man es ohnehin nicht sehen konnte (auf 25cm nur 1,5mm Abweichung).

 

Kaminverblechung durch Fachfirma aus Neumarkt.

Bilder in zeitlicher Reihenfolge aufgenommen. Leider kein Video gedreht.

Deutschland deine Handwerker.
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Ekaat  
Zitat von Bastelfuchs
Kaminverblechung durch Fachfirma aus Neumarkt.

Bilder in zeitlicher Reihenfolge aufgenommen. Leider kein Video gedreht.

Deutschland deine Handwerker.
Stehen die da immer noch und halten den Verblender fest?

 

Zitat von Ekaat_Oyten
War bei mir zwar kein Bauträger, aber zwei Maurer, die die neuen Fenster einputzen und die Fänsterbänke setzen sollten.
Als ich, mit Wasserwaage bewaffnet in das Souterrain-Zimmer kam, saß die Fensterbank bereits, war waagerecht, hatte aber leichtes Gefälle zum Raum hin. Das müsse so sein, damit evtl. Schwitzwasser nicht in der Fuge zwischen Fenster und -bank stehenbleibt und schimmelt.
Ich verfügte mich in der Raum darüber, auch hier vom Kollegen die Fensterbank bereits drin, auch waagerecht, hatte aber leichtes Gefälle zum Fenster. Das müsse so sein, damit das Schwitzwasser nicht in den Raum läuft. Fällt Euch dazu noch was ein? Mir damals nicht, ich ließ es auch so, da man es ohnehin nicht sehen konnte (auf 25cm nur 1,5mm Abweichung).
Muß mann sportlich nehmen. Besser man hat kein Schwitzwasser.

 

Zitat von Ekaat_Oyten
Stehen die da immer noch und halten den Verblender fest?
War 2009.
Wartemal ich schau mal kurz nach.
Nö nu sin´se wech.
Gottseidank.

 

Ekaat  
Zitat von Bastelfuchs
Muß mann sportlich nehmen. Besser man hat kein Schwitzwasser.
Noch besser, man schwitzt erst gar nicht.
So, weitere Kommentare finden sich im ---- KK ----

 

Zitat von Tobias
...daher arbeitet man mit einem festen und langjährig gewachsenen "Subpool".
Wir haben zwar alles (fast) alleine gemacht, ein Betreuer von Isorast ist bei unseren Steinen aber Pflicht. Was ich schonmal sehr gut finde. Natürlich haben wir dabei einige seiner Kontakte (Decke, Treppe, Dachstuhl) genutzt und waren sehr beeindruckt. Aber eigentlich klar. Unser Betreuer verkauft die Häuser bzw. Bausätze und hat dabei regelmäßig mit anderen Firmen zusammengearbeitet. Er kennt die Leute, arbeitet gut mit ihnen zusammen und er hat sie nach mehreren Häusern für gut befunden. Ansonsten würde er ja nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Dadurch hat alles prima und zeitlich absolut perfekt gepasst.

Ansonsten ist es wirklich besser man macht es alleine und wenn von etwas keine Ahnung hat, holt man sich einen Fachmann und arbeitet mit ihm gemeinsam. So lernt man etwas und kann gut die Arbeiten überwachen.

 

Wir haben unser Haus durch eine Neumünsteraner Baufirma als Bauträger bauen lassen. Das war in 'unserem' Baugebiet gar nicht anders möglich - wir hätten allenfalls woanders hin ausweichen können bzw. müssen.

Die Probleme sind im Grunde vorprogrammiert: Der Bauleiter, der unabhängig über das Geschehen wachen sollte, ist Angestellter der Baufirma. Der Architekt wird von der Baufirma gestellt und ist faktisch auch hochgradig abhängig vom großen Auftraggeber. Handwerksbetriebe als Subunternehmer werden im Preis gedrückt und zeigen zum Ausgleich eine erhöhte Pfuschneigung.

Wir haben das reichlich an unserem Haus erlebt. Mancher Pfusch war sofort offensichtlich und wir konnten noch eingreifen - was aber regelmäßige, möglichst tägliche Baukontrolle voraussetzte. Dem Bauleiter ist erstaunlicherweise nie etwas aufgefallen...

Andere (versteckte) Mängel zeigten sich erst nach etlichen Jahren, als der Zug für eine Reklamation längst abgefahren war.

Fazit: Wir würden uns auf eine solche Konstellation nicht noch einmal einlassen.

 

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