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Arbeitssicherheit: Rückschlaggefahr durch langen Parallelanschlag an Tischkreissäge?

02.02.2013, 08:40
In meinem Mini-Projektchenlein Parallelanschlag für die PPS 7 S (und andere TKS) geht es drum, einen einfachen, schnell zusätzlich zu monierenden längeren Parallelanschlag für die PPS zu haben.

Nun gab es zwei Kommentare von Sven_L und scheibue, die die Arbeitssicherheit betreffen und die darauf hinweisen, dass ein langer Parallelanschlag, der über die Hälfte des Sägeblatts hinausgeht, die Rückschlaggefahr erhöht.

Darüber habe ich auch nachgedacht, kam aber zu dem (laienhaften?) Schluss, dass die Kombination aus

Spaltkeil
+ korrekter Höheneinstellung des Sägeblatts und damit der Schutzhaube

+ Schiebestock, mit welchen Druck von oben ausgeübt werden kann

sicher genug ist.

Nun habe ich etwas Bilder geguckt und dabei sowohl Fotos von TKS


  • mit durchgehendem Parallelanschlag (u. a. die blauen von Bosch),
  • welche mit durchgehendem Anschlag und Niederhalter (u. a. bei neueren PTS 10) und
  • welche mit nur kurzem Anschlag (wie er bei der PPS ohnehin mitkommt) entdeckt.

Da es renommierte Hersteller gibt, die die erste Option verkaufen, kann es sicherheitstechnisch nicht kompletter Harakiri sein, einen langen Parallelanschlag zu nutzen.

Aber natürlich machen mich die beiden Kommentare nachdenklich und ich frage mich, ob ein aufgeschraubter, drehbarer Klotz als "Bremse" in Kombination mit den oben genannten Maßnahmen die Gefahr weiter minimieren würde.

Wie ist denn eure Meinung bzw. Erfahrung?

Beste Grüße,
Alex
 
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6 Antworten

Die besten Antworten

Hallo,

es kommt auf die konkrete Anwendung an. Schneidet man lange Teile, kann der Parallelanschlag ruhig durchgehen. Schneidet man kurze eile, sollte dieser zurückgezogen werden. Wie weit er zurückgezogen werden soll, kann man ganz einfach festlegen. Man denkt sich eine Linie im Winkel von 45 °, die in der Mitte des Sägeblattes beginnt und in Richtung Parallelanschlag läuft. Der Anschlag wird soweit zurückgezogen, dass er an dieser Gedachten Linie endet. Bei den meisten kleinen Maschinen bedeutet das aber, dass der Anschlag bis Tischende geht.

Nimmt man den Parallelanschlag zum Ablängen in Kombination mit dem Scheibetisch oder Queranschlag, wird der Parallelanschlag VOR das Sägeblatt zurückgezogen.

Schneidet man dünne Teile, wird der Parallelanschlag umgelegt, so dass er niedriger ist.

Das Problem vieler Heimwerkermaschinen ist jedoch, dass der Anschlag entweder nicht zurückgezogen werden kann und wenn doch, dass er dann zu instabil wird.

Das ist in diesem PDF:
http://rzlpws50.hbk-bs.de/~vogt/maschinen/tfksaege.pdf

alles sehr ausführlich erklärt.

Gruß

Heiko
rogsch  
Um auf der sicheren Seiten beim parallelen Sägen zu sein, solltest du immer auf der Seite stehen, wo sich das Werkstück befindet, was formatiert wird. Also rechts vom Sägeblatt.
Dadurch, dass das Werkstück direkt angeschoben wird, hat man ein besseres Handling.

Wird dir auch in einer Tischler-/Schreinerausbildung so beigebracht.

 

Der kurze Anschlag hat den Vorteil, dass vor allem sehr kleine Werkstücke kurz nach dem Schnitt frei zur Seite wegfallen können. Sie müssen nicht noch einmal geführt durch den langen Anschlag am aufsteigenden Blatt vorbei das mit kleinen Teilen leichtes Spiel hat. Bie langen Werkstücken sehe ich keinen Vorteil von kurzen Anschlägen, sondern befürchte die kürzere Führung eher als Nachteil.

 

Bei guten Tischkreissägen liegt üblicherweise noch ein kleiner (und kürzerer) Zusatzanschlag bei der auch bei weitem nicht so dick ist wie der normale Parallelanschlag.

Wenn schmale Stücke geschnitten werden, sollte dieser (bei der PTS 10 wird der geklemmt, bei der GTS 10 XC geschraubt) montiert sein und dann gibt es keinerlei Probleme mit einem Rückschlag oder aufsteigenden Werkstücken.

 

Hallo,

es kommt auf die konkrete Anwendung an. Schneidet man lange Teile, kann der Parallelanschlag ruhig durchgehen. Schneidet man kurze eile, sollte dieser zurückgezogen werden. Wie weit er zurückgezogen werden soll, kann man ganz einfach festlegen. Man denkt sich eine Linie im Winkel von 45 °, die in der Mitte des Sägeblattes beginnt und in Richtung Parallelanschlag läuft. Der Anschlag wird soweit zurückgezogen, dass er an dieser Gedachten Linie endet. Bei den meisten kleinen Maschinen bedeutet das aber, dass der Anschlag bis Tischende geht.

Nimmt man den Parallelanschlag zum Ablängen in Kombination mit dem Scheibetisch oder Queranschlag, wird der Parallelanschlag VOR das Sägeblatt zurückgezogen.

Schneidet man dünne Teile, wird der Parallelanschlag umgelegt, so dass er niedriger ist.

Das Problem vieler Heimwerkermaschinen ist jedoch, dass der Anschlag entweder nicht zurückgezogen werden kann und wenn doch, dass er dann zu instabil wird.

Das ist in diesem PDF:
http://rzlpws50.hbk-bs.de/~vogt/maschinen/tfksaege.pdf

alles sehr ausführlich erklärt.

Gruß

Heiko

 

Danke für eure Infos. Super!!!

Das von Heiko verlinkte Dokument sollte man sich wirklich in Ruhe durchlesen.

 

Hallo agreisle,

freue mich sehr über diesen Thread hier. Vielen Dank dafür!
Mein Kommentar in deinem Projekt Parallelanschlag für die PPS 7 S (und andere TKS) war mehr als Frage gemeint, wenn auch etwas unglücklich formuliert


Die Antworten sind hilfreich. Sehr sogar

 

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