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Alten Gussofen herrichten! Wer kann Tip`s geben?

07.08.2010, 12:54
Geändert von Bueckeburger (07.08.2010 um 13:00 Uhr)
Hallo,

ich habe soeben einen ca. 150 Jahre alten Gußofen erstanden. Dieser soll bei uns rein als Dekostück aufgestellt werden.

Der Ofen besteht aus einer Stahlröhre (Durchmesser ca. 40cm, Höhe 120cm) die Füße, der Decke oben und die Ascheentnahmeklappe besteht -meiner Meinung nach- aus Guß.

Da die Röhre oberflächlichen verrostet und der Guß auch nicht mehr wirklich schön aussieht, möchte ich diesen gerne überarbeiten.

Als erstes werde ich die (schon arg ramponierten Schamottsteine) raus holen.

Aber jetzt meine Frage, wie mache ich den Stahl und den Guß wieder schön??

Meine erste Idee war ein Sandstrahler. Diese habe ich aber wieder verworfen, da ich Angst habe, dass dadurch zu viel Material abgetragen wird -vorallem, da zum Teil die Verzierungen recht fein sind-.

Eine zweite Idee habe ich nun nicht. Wer kann helfen??

Lackieren wollte ich den Ofen danach auch nicht so gerne. Habe überlegt danach eine vor Feuchtigkeit schützende Ölschicht aufzutragen. Ist nur Deko!! Ich möchte durch das Öl das wieder anrosten vermeiden. Was haltet Ihr von der Ölidee?? Und wenn gut welches Öl nehme ich? Gut wäre ein Öl das man aufsprühen kann.

Bin für jeden Tip dankbar!!!
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31 Antworten
Hallo, lieber Bueckeburger, eine sehr interessante Frage. Sicher wird sich bald ein erfahrener Heimwerker finden, der schon einmal ein gleichgelagertes Problem gelöst hat. Auf die Antwort bin ich dann ebenso gespannt wie du. Viele Grüße Petra

 

Hallo

>Der Ofen besteht aus einer Stahlröhre (Durchmesser ca. 40cm, Höhe 120cm) die >Füße, der Decke oben und die Ascheentnahmeklappe besteht -meiner Meinung >nach- aus Guß.

Bild wäre nicht schlecht. Dann könnte man´s sich besser vorstellen.

>Als erstes werde ich die (schon arg ramponierten Schamottsteine) raus holen.

Habe ich vor 30 Jahren mit vier Kanonen Öfen Gründerzeit ca. 1911 auch gemacht.
Ich habe mir Damals Quadratische Plewa Schamott Rohre beschafft (passten gerade vom Grundmaß). Rosttüre ausgeflext und Zwischenraum Gußwandung->Plewa Rohr mit Schamottmörtel augefüllt. War nicht so schwierig.

>Aber jetzt meine Frage, wie mache ich den Stahl und den Guß wieder schön??
>Meine erste Idee war ein Sandstrahler. Diese habe ich aber wieder verworfen, da >ich Angst habe, dass dadurch zu viel Material abgetragen wird -vorallem, da zum >Teil die Verzierungen recht fein sind-.

Drahtbürste, Schleifpapier oder am besten wie selbst vorgeschlagen Sandstrahler.

>Lackieren wollte ich den Ofen danach auch nicht so gerne.
Das wäre auch eine Schande.

>Habe überlegt danach eine vor Feuchtigkeit schützende Ölschicht aufzutragen. Ist >nur Deko!! Ich möchte durch das Öl das wieder anrosten vermeiden. Was haltet Ihr >von der Ölidee?? Und wenn gut welches Öl nehme ich? Gut wäre ein Öl das man >aufsprühen kann.
Schmierige Guß Öfen. Nein Danke.

>Bin für jeden Tip dankbar!!!
Gerne doch. Also beschaffe Dir Graphit wie für die alten Elektro Herdplatten (schwarz/Eisen) (Ähnlich Schuputz Behälter mit Schwamm)-> Einkaufsmarkt Deiner Wahl.

Sauberen hergerichteten und ausgetrockneten Ofen damit im Freien (!!!!) einschmieren.
Abgasrohr ran und erst sachte, dann kräftig einheizen. Nun raucht das Zeugs ab und brennt ein. Anschließend ist Dein Ofen wieder Topp Fitt und Fachmännisch gegen
Flugrost geschützt. Ich hab´s vor ca. 30Jahren gemacht. Bis heute kein Rost mehr sichtbar. Ergiebt eine Kohlenstoff Schutzschicht auf der Oberfläche.

Plewa Schamott Rohr-> Baustoffhandel z.B. BHG/ Kaminbauer
Schamott Mörtel-> Baustoffhandel / Kacheofensetzer

Sonnige Oberfranken Grüße.

 

auf jeden fall sandstrahlen. gerade wenn filigrane verzeierungen dran kommst du mit schleifpapier nicht weit. immer vorsichtig an einer nicht sichtbaren Stelle testen. Dann wird das schon.

mit Öl einsprühen halte ich auch nicht für gut. der oben genannte Vorschlag hört sich aber nicht schlecht an

 

Der Ofen soll nicht mehr in gebrauch genommen werden. Er soll rein zur Deko dienen.

Daher ist es schwer mit dem einbrennen der grafitpaste.

Heute sagte ein Arbeitskollege ich solle das Ding doch in eine leichte Salzsäure legen.

Was sagt ihr dazu??

 

Salzsäure und Gußeisen?

dann mußt Du den Ofen hinterher auch in Natronlauge baden, damit die Säure neutralisiert wird. Die jeweiligen Mischungen sollten aber ziemlich genau stimmen, sonst rostet Dir der Ofen schneller weg als Dir lieb ist.

Die beste Lösung ist wirklich Sand- oder Kugelstrahlen.

Wenn Du einen Kompressor hast, solltest Du im Baumarkt oder bei Westfalia mal nach einem günstigen Sandstrahlset gucken. Im Baumarkt gibt es auch ziemlich günstig Quarzsand mit einer Körnung unter 1mm. Gararge leer räumen oder sich mit Folie eine kleine Strahlkammer im Keller bauen und los gehts ... ist ne ziemliche Sauerei macht aber, wenn man das Ergebnis sieht, ziemlich Spass

Sandstrahler

Sandstrahlpistole

Sandstrahlanlage mit Rückgewinnung

 

Geändert von bonsaijogi (09.08.2010 um 10:43 Uhr)
Kollege sagte, die Salzsäure einfach mit Wasser abwaschen...

Geht nicht??

 

Mit sehr viel Wasser ...

Die Salzsäure muß ja so stark konzentriert sein, um die alte Farbe auch angreifen zu können, da ist es mit einer "sanften" Lösung sicher nicht getan. Auch wenn Du mit Wasser abspühlst, bleiben Reste der Säure in den feinen Gußporen zurück die neutralisiert werden sollten. Das durch die Neutralisation entstandene Natriumchlorid kannst Du dann mit Wasser abspülen.

Mit Säure oder Lauge wirst Du nicht glücklich, zudem ist das arbeiten damit nicht ganz ungefährlich. Unbedingt alte Kleidung, besser noch Schutzkleidung tragen und das wichtigste: Augenschutz nicht vergessen, falls Du tatsächlich mit Säuren arbeiten willst!

Achja ... falls Du tatsächlich mit Salzsäure da ran willst ... das Zeug darf eigentlich nicht in die Kanalisation geleitet werden ohne vorher neutralisiert zu werden ... ein Teufelskreis

 

also von er Säure würde ich abstand nehmen. Wenn du sie mit Wasser abspülst, hast du vielleicht den Rost weg, und dann bist du genauso weit wie vorher auch.
außerdem ist es nicht so überragend für die umwelt und deine Gesundheit

 

ich hab mich mal ein wenig belesen ... ich kann zwar nichts konkretes zitieren aber allgemein scheint die Behandlung von Gußeisen mit Säuren oder Laugen die schlechteste zu sein. Durch den relativ hohen Kohlenstoffanteil ist Gußeisen sehr porös und nimmt die Säure nicht nur auf der Oberfläche auf. Bei zu hohen Säurekonzentrationen wird das Gußeisen direkt angegriffen. Du kommst also nicht drumrum das ganze zu neutralisieren.
... oder Du wirst dem Rost nicht mehr Herr werden.

Ich rate Dir also unbedingt ab von der Säurebehandlung und empfehle Dir die ungefährlichere Sandstrahlmethode. Eventuell hast Du in der Nähe einen Metallverarbeitenden Betrieb, die Dir den Ofen für ein paar EUR mal kurz abstrahlen, fragen kostet nix

 

Hallo...

ich hab einen letztes Jahr per Sand Strahlen lassen... kam 20€ inkl. bierchen
besser oder noch schonender soll man an soll älteres Sache mit Glasperlchen gehen...

 

Hi Bueckeburger! Also auf keinen Fall das Gerät sandstrahlen! Das zerstört das Material ganz schnell. Zum Thema Graphitpaste oder Öl: Wenn der Ofen nicht genutzt wird, riecht beides nach einiger Zeit- insbesondere das Öl. Graphit kannst Du nutzen, solange es sich um ein reines Dekoobjekt handelt, sonst werden beim Erhitzen Schadstoffe freigesetzt. Andernfalls geht auch eine Versiegelung mit Klarlack. Auch hier bedenken: Wenn Du ihn nicht mehr nutzen willst, kannst du auf herkömmliche z.B. acrylbasierte Lacke zurückgreifen. Wenn Dein Ofen doch befeuert werden soll, gibt es spezielle hitzeresistente Klarlacke.

Ich hoffe, dass ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte-

Viele Grüße,

Sascha

 

Zitat von Sascha
Also auf keinen Fall das Gerät sandstrahlen!
... OK ... wie dann?

 

Brutus  
Hallo Bueckeburger, geh mal auf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rostumwandler

vielleicht hilft dir das auch ein wenig weiter ;O)

 

Ich habe gute Erfahrungen mit Messingbürsten für die Bohrmaschine und/oder Dremel gemacht. Beschichten würde ich ihn "klassisch" in schwarz mit Lack oder wenn er in Wohnräumen steht, vielleicht auch überhaupt nicht.

 

Zum Thema "Wie reinigen":
Es gibt Polieraufsätze für Bohrmaschinen und Akkuschrauber. Ausserdem kann an einzelnen Stellen auch mit einem Winkelschleifer gearbeitet werden, um besonders verschmutzte Stellen mechanisch zu reinigen - aber hier erst recht Vorsicht walten lassen. Keinesfalls mit zuviel Kraft oder Druck an empfindlichen Stellen arbeiten. Für die Polierarbeiten auf jeden Fall Schutzmassnahmen berücksichtigen , wie Handschuhe, Staubmaske und Schweißerbrille!
Die Polieraufsätze gibt es in gut geführten Baumärkten oder im KFZ-Bedarf. Frag zu dem Thema ggf. ruhig mal in einer Lackiererei an, ob die noch einen Tipp haben zu den Polierarbeiten.
So Du das Ganze umsetzt, ist es doch ein tolles Projekt- Mach umbedingt Photos

Viele Grüße,

Sascha

 

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