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Alte Türrahmen / Zargen von Lack befreien und neu lackieren

08.03.2016, 11:36
Hallo, ich bin neu hier im Forum. Meine Name ist Frank und ich habe eine Frage zu meinen Türzargen. Ich wohne in einen ca. 90 Jahre alten Mietshaus und ich denke die Zargen sind genauso alt.

Die jetzige weiße Lackfarbe ist schon ziemlich alt und vergilbt und zum Teil auch abgeplatzt. An den Stellen wo die Farbe abgeplatzt ist, habe ich die Farbe ganz leicht mit einen Beitel entfernen können, kam mir ganz von allein entgegen. Darunter ist nun, vermutlich als unterste Farbschicht, Farbe die ziemlich fest ist und auch nicht weiß, sondern eher graugrün. An den dunkleren Stellen sieht es ziemlich glatt und glänzend aus, die helleren Stellen sind matt. Ich weiß nun nicht ob dies normale Farbe ist oder eine Grundierung und wie ich hier vorgehen muss. Vermutlich komplett abschleifen.

Inwieweit ist hier davon auszugehen, dass hier früher gesundheitsschädliche Farben verwendet wurden oder gesundheitsschädliche Stoffe der Farbe beigemischt wurden? Habe zb. von Asbest in Farben gelesen.

Ich habe mal Bilder angehangen.

Dankeschön und viele Grüße Frank
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Lackfarbe, Türrahmen, Zargen Lackfarbe, Türrahmen, Zargen
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20 Antworten
Da hast du dir aber eine schöne Aufgabe ausgesucht ;-)

Wenn die Lackschichten so alt sind wie du vermutest dann wäre durchaus davon auszugehen das diese Schadstoffe enthalten bzw. enthielten. Vordergründig fällt mir da Blei ein der früher in vielen Lacken enthalten war.

Da du nicht erkennen kannst um was für Lacke es sich handelt wäre es schon das beste alles alte zu entfernen und dann von neuem zu beginnen. Beim Abschleifen Atemschutz nicht vergessen.

 

Das Graue ist alte Grundierung und Lack. Man stand früher mal auf solche "Augenburner".

Vorgehensweise? Nach fest kommt ab. Das, was sich mit einem Spachtel abmachen lässt, abmachen und dann die Zargen gut durchschleifen, am besten mit Maschine (Excenter für die Flächen und kleinen Schwingschleifer für die Ecken. Die Rundungen per Hand).

Das Schleifen in drei Durchgängen. Zuerst mit 80er das grobe Vorschleifen, so dass wenig Ansätze mehr vorhanden sind. Dann auf 120er wechseln. Glätten. Dann auf 180er - 240er wechseln.

Anstrichaufbau: Haftprimer/ Grundierung. Große Stellen, Riefen oder Löcher zweimal mit Lackspacktel oder 2-K-Spachtel auffüllen. Mit 240er Zwischenschliff. Vorlack. mit 240er Zwischenschliff. Endlackierung mit Seidenglanz oder Hochglanzlack deiner Wahl. Acryllack oder Alkydharzlack ist möglich.

Die Zargen komplett nackig zu machen ist von der elendigen Schaweinearbeit abgesehen, nicht zwingend notwendig. Da kann man schon bald über neue Zargen nachdenken.

 

kjs
Asbest glaube ich weniger auch wenn man es bei dem Alter ohne Test nicht ausschließen kann aber wie George schon gesagt hat ist Blei sehr wahrscheinlich speziell bei weiß. Das ist auch nicht viel besser als Asbest. Deshalb beim Schleifen unbedingt einen sehr guten Atemschutz verwenden und nicht nur so eine "Pappnase"!

 

Wie wäre es mit abbeizen ? Hab damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

 

Wärme sprich Heißluftpistole & Spachtel kann gut funktionieren, oder auch nicht, muss man probieren kommt auf den Lack an.
Ziehklingenschaber ,
das geht schneller als schleifen, vor allem bei dicken Schichten, aber mann muss trotzdem nachschleifen. Ruesey hat es schon gut beschrieben, ich würde allerdings vor dem Decklack mit 320er schleifen, da hat aber jeder andere Erfahrungen.

 

Eine weitere Möglichkeit wäre eine Lackfräse. Die Staubentwicklung ist geringer und du kannst durch die Zustelltiefe den Lack schneller abtragen als beim Schleifen. Frage ist ob du den Lack komplett runterhaben willst oder auch nur anschleifst und dann drüberlackierst. Willst du den Lack komplett abtragen würde ich die Lackfräse nehmen

 

Mache dir wegen der Gesundheitsschädigung mal wenig Sorgen.
Ich habe vor 50 Jahren den Malerberuf erlernt und kenne diese Farben noch, Bleiweiß kam nur in Grundierungen vor und viel bei der Bleimennige / Bleieisenmennige.
Der Lack der abblättert den machst du ab das was festsitzt kannst du drauf lassen.
Die Zarge mit 80ziger Papier schleifen und mit Ölspachtel abziehen dann schleifen und nochmal Spachteln. Danach mit 100 oder 120ziger Papier schleifen.
Danach einen Voranstrich und dann Lackieren.
Du kannst auch bis auf das Holz alles entfernen aber Spachteln musst dann trotzdem.
Glaube nicht das der Wasserlöslicher Kram heute gesünder ist, bei der Entfernung wenn es staubt bist du nicht besser dran.

 

Den Aufwand, dem nur teilweise losen Lack mit einer Lackfräse an einer mit Rundungen versehenen Türzarge zu Leibe zu rücken, ist immens. Damit könnte es sein, dass mehr "Huckel und Bubbel" in der Zarge entstehen, als mit der Methode, die Ruedi und ich angepeilt haben.

Den Haftprimer habe ich ins Spiel gebracht, weil schon teilweise rohes Holz zu sehen ist. Das wird dann mit drei Anstrichen a) besser abgedeckt und b) mit dem Haftprimer geht man für die kommenden Anstriche und deren Haftung auf tausendprozentige Sicherheit.

Aber wie Ruedi vorgeschlagen hat, geht natürlich auch.

 

Vielen Dank für Eure Antworten, die helfen mir auf jedenfall schon einmal weiter.

Ich möchte mir nicht die Arbeit machen alles komplett zu entfernen. Hatte vor die lose Farbe abzumachen und den Rest, der fest ist, schleifen. An spachteln hatte ich garnicht gedacht, allerdings ist das wohl nötig.

Da ich bisher die Erfahrung gemacht habe, dass Lackfarbe sehr geruchsintensiv ist und ich dies in Innenräumen gern minimieren würde, wollte ich Lackfarbe auf Wasserbasis nehmen. Die soll ja geruchsarm sein. Ist dies ratsam?

 

Wir haben seinerzeit Acrylfarbe für unsere Türen und Zargen genommen. Geruchsarm war es und man hat so gut wie nichts wahrnehmen können allerdings würden wir es nicht noch einmal verwenden denn es zeigte sich das es nicht sonderlich Abriebfest ist und daher steht bereits nach 5 Jahren ein erneuter Anstrich an.

 

Zitat von Frank38
Da ich bisher die Erfahrung gemacht habe, dass Lackfarbe sehr geruchsintensiv ist und ich dies in Innenräumen gern minimieren würde, wollte ich Lackfarbe auf Wasserbasis nehmen. Die soll ja geruchsarm sein. Ist dies ratsam?
Je nachdem. Acryllack hat auch Geruchsaromen, sicherlich nicht so "schlimm", wie ehemals Alkydharzlack. Dieser ist heutzutage halbwegs aromatenfrei. Wie die Baumark-Ware "müffelt", kann ich dir leider nicht sagen.

Vorteil Acryllack: nicht geruchsintensiv (maximal nach Käsefüßen riechend), aber als Nachteil zu nennen sind die Oberflächeneigenschaften. Zieht relativ schnell an, ergibt durchaus ein Streichbild, da der Verlauf nicht so gut ist wie bei Alkydharzlack.

Somit wären wir bei dessen Vorteil: länger offen, Streichbild höherwertig.

Alkydharzlack neigt dazu, schneller zu vergilben. Acryllack ist eher lichtecht und stabil im Weissgrad. Allerdings auch nicht ewig und je nach Lichteinwirkung und Nebengeräuschen (Rauchen, Kamin, starkes Heizen, hohe Sonneneinstrahlung) vergilbt er ebenfalls.

Das merkst, die Entscheidung triffst nur Du.

 

da haste dir was vorgenommen ! was für eine arbeit. für transportable dinge gibt es firmen die sowas machen, also für die türblätter sicher machbar aber es bleiben immer noch die zargen.
alte türen habenm it ihren vielen verzierungen sicher ihren reiz. aber was hälts du von neuen türen ?

 

Er wohnt zur Miete nichts mit machen lassen.
So eine schlimme Arbeit ist es bei weitem nicht. Die losen Stellen abgekratzt mit einem Schwingschleifer rüber, wo das Holz zu sehen ist grundieren.
Dann Spachteln mit einen Japanspachtel wieder schleifen und Vorlackierung.
wieder leicht schleifen und Endlackierung und fertig.
Das geht ruckzuck und gehört im Malerhandwerk mit zu den schönen Arbeiten.

 

sorry hab ich überlesen. wenn ich zur miete wohnen würde, würde ich die türen n icht anfassen. Geht was schief, stehst du für den schaden gerade. Und wenn absprache dann nur schriftlich.

 

Die Türen wurden bereits vor einigen Jahren (vor meinen Einzug) ausgetauscht. Die neuen Türen sind beschichtete Türen. Die Holzzargen hat man gelassen. Ich sehe es auch nicht als schlimme Arbeit, gut das anschleifen vielleicht ein klein wenig aber im Großen und Ganzen freue ich mich darauf.

 

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