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alte (120Jahre) Eingangstüre isolieren

16.02.2011, 10:26
Liebe Community!

Ich bräuchte euren Rat. Die Eingangstüre zu meiner Wohnung ist rund 120 Jahre alt. Es handelt sich um eine Doppelflügeltüre mit Glasfenstern im in den oberen beiden Dritteln.


Zur vorläufigen Licht- und vor allem Wärmeisolierung habe ich mit Aluminium beschichtete Styroporplatten aufgeklebt. (Im unteren Drittel, wo die Tür aus Holz besteht ausschließlich Styropor, da wesentlich günstiger.) Funktioniert dafür recht gut, doch würde mir ein weiterer Punkt sehr am Herzen liegen:


Schallisolierung!!! Das Haus ist an sich schon ausgesprochen hellhörig (Raumhöhe 4m, Tippelbaumdecken - wer die kennt weiß: ein Alptraum), meine Nachbarn hören jeden Fehler von mir am Cello . Durch die Türe kann man auch noch nach meinen Isoliermaßnahmen fast jedes Flüstern hören.
(Die Fugen habe ich mit Tesa-Schaustoffisolationsband abgedichtet -- leider muß man nun die Tür _sehr_ fest zudrücken, damit sie schießt -- dünnere Bänder gab es nicht -- Vorschläge?)


Da man die Schallübertragung wohl nur wirklich gut durch Masse oder eingeschlossenes Luftvolumen (Helmholzresonanz, tiefe Frequenzen) dämmen kann (so sind auch die Schallschleusen zu den Übungszimmern an der Musikuni gestaltet), wollte ich auf jeder Seite eine durchgehende Holzplatte anbringen. Nun meine Fragen:


.) Welches Holz würdet ihr empfehlen?
.) Soll ich den Raum zwischen Platte und dem Styropor (es stehen einige Zierleisten hervor) als Resonanzvolumen frei lassen oder auffüllen? Wenn ja - mit was? Mineralwolle? (eher ungern - die Fasern im Wohnraum?!) Schaumstoff?
.)Gibt es eine Möglichkeit die Schließzylinder zu verlängern? (Habe EVVA 3KS) (Warum? Denke, daß eine durchgehende Platte ohne Ausnehmung für den Beschlag deutlich besser ist.)


Danke euch für eure Tipps!


Beste grüße aus Wien.
 
Altbau, Isolierung, Schalldämmung, Schallisolierung, Tür Altbau, Isolierung, Schalldämmung, Schallisolierung, Tür
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20 Antworten
Ich glaube nicht, das Schallschutzmaßnahmen direkt an der Tür einen vernünftigen Nutzen bringen. Das wird an der Randausbildung scheitern. Ich würde wenn möglich, eine zweite Tür vor die Vorhandene setzen.

 

Geändert von robinson (16.02.2011 um 10:41 Uhr)
Die frage ist ob das ganze Dein Eigentum ist oder gemietet. 
Bei Eigentum könnte man natürlich über ganz andere Massnahmen nachdenken (z.B. Komplettaufarbeitung der Türe oder Schaffung einer Schleuse) Bei so hohen Decken könnte man dann auch noch über ein Abhängen mit gleichzeitigem Einbringen einer Schalldämmung nachdenken. 
So wichtig wie Wärmedämmung auch ist, wenn man auf engem raum mit fremden menschen lebt trägt Schalldämmung mehr zum friedlichen Miteinander bei

 

Zitat von DirkderBaumeister
So wichtig wie Wärmedämmung auch ist, wenn man auf engem raum mit fremden menschen lebt trägt Schalldämmung mehr zum friedlichen Miteinander bei
Allerdings!!! &nbsp;... ich leide unter jedem Schritt meiner Nachbarin oben - die Nachtschwester ist. &nbsp;<div>Gott sei Dank vertragen sich der Nachbar unter mir und ich uns -- wieder. &nbsp;Es handelt sich um eine Mietwohnung mit einem eher (sehr!) unfreundlichen Hausbesetzer äääh Hausbesitzer.&nbsp;Darum auch keine Chance für Decken, etc..Die Isolierung der Tür ist aber durch das Österreichische Mietrechtsgesetz gedeckt (habe mich beraten lassen) solange nur ein "paar" Schrauben und leicht entfernbarer Kleber (habe Heißkleber verwendet, funkt. perf.) verwendet werden .... Die Schallisolierung der Türe würde schon viel bringen!</div>

 

Geändert von i_goody (16.02.2011 um 10:55 Uhr)
Mhh, ganz ehrlich??? Schon mal über einen Umzug nachgedacht? ich glaube in einem solchen Haus würde ich es nicht lange aushalten. ;(

 

Hab ich schon oft, aber erstens Fehlt das Geld (sehr günstig, tolle Lage) und zweitens die Zeit.&nbsp;(Abgesehen davon ist´s in Wien nahezu unmöglich eine halbwegs günstige Wohnung in guter Lage zu bekommen .....)


Wenn Die Studien fertig sind, geht´s eh in die eigene Villa )

 

Ich habe auch mal in einem&nbsp;hellhörigem&nbsp;Haus gewohnt, Gott sei Dank hat dort niemand ständig versucht Wettrennen&nbsp;aus zu tragen&nbsp;oder Musik gemacht.<div><br></div><div>Hast Du schon einmal über eine mit Scharnieren an der Wand befestigten Platte nachgedacht die einfach vor die andere Türe vorgeklappt werden kann?</div>

 

Geändert von DirkderBaumeister (16.02.2011 um 11:03 Uhr)
Da nutzt Dir die beste Isolierung der Tür nichts, wenn der Schall seitlich übertragen wird. Bei so einer alten Tür sucht sich der Schall immer seinen Weg. Ich würde an der Tür selber nichts machen (bekommst Du nur Ärger mit Deinem Vermieter) sondern ich würde über eine zusätzliche Schleuse vor der Tür nachdenken. Das läßt sich auch reversibel gestalten, sodaß Du nach einem Auszug diese auch wieder rückbauen kannst. Ein Foto von der Raum/Tür-Situation wäre im Übrigen recht hilfreich.

 

Es geht mir ja nicht darum die schalldicht zu machen, sondern die Situation mit geringem Aufwand (und nur wenigen Modifikationen, die wie gesagt rechtlich gedeckt sind) zu verbessern.
Schleuse wird denke ich leider nicht funktionieren ----&gt; Photos folgen!

 

...ja, aber Du wirst als Musiker ja wissen, wie das mit der Schallausbreitung so funktioniert und ich fürchte, das Du mit dem Aufdoppeln der Tür und dem Einkleben von Dichtungsband alles getan hast. Eventuell eine absenkbare Türdichtung unten noch anbringen und/oder einen dicken Vorhang aus Streichgarnloden vor die Tür.
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Geändert von Holzmann (16.02.2011 um 11:53 Uhr)
Susanne  
Hallo i_goody,
herzlich willkommen auf 1-2-do.com! :-)


Jaja, die Schallübertragung in alten Häusern.... Wir haben mal in einer sehr schönen alten Erdgeschosswohnung gewohnt, da beschwerten sich die Mieter über (!) uns, wenn unsere Kinder durch den Flur liefen, und wir konnten den Kids im 3. Stock beim Klavierspielen zuhören, als säßen wir direkt daneben.

Schall ist ziemlich unberechenbar, und es ist beim besten Willen nicht so, als würde er nur direkte Wege gehen. (Versteckte) Schornsteine, Wasser- oder Gasleitungen und Versorgungsschächte übertragen den Schall in so alten Häusern oft viel direkter, als Türen oder Fussböden.

Insofern würde ich mir an Deiner Stelle bauliche Veränderungen möglichst ersparen und Deine Tür zunächst lassen, wie sie ist.

Holzmanns Vorschlag mit dem schweren Vorhang aus Garnstreichloden erscheint mir sehr viel praktischer, unkomplizierter und vor allen Dingen effizienter. Ich könnte mir vorstellen, dass das viel besser funktioniert, als ein direktes Abdichten der Tür.


"Schallschlucker", wie dicke Vorhänge an den Fenstern, Teppiche oder auch ein Anstrich mit flüssiger Baumwolltapete etc., können überraschend wirkungsvoll sein, auch wenn sie gar nicht die vermuteten "Schallschlitze" abdecken.

Wenn Du magst, probier es erst einmal aus. Vielleicht haben Familie oder Freunde noch ein paar Teppiche oder Vorhänge verwahrt, die sie nicht brauchen, und Du könntest die Wirkung der Schallschlucker erst einmal testen?
Wenn es wirkt, kannst Du sie ja immer noch gegen Alternativen austauschen, die Deinem Geschmack entsprechen.

Viel Erfolg wünscht Dir

Susanne

 

@Susanne: ...Verehrteste, das heißt "Streichgarnloden" nicht "Garnstreichloden" *lach*

 

Susanne  


Dankeschön für die Korrektur! Ich nenn das Filzvorhänge, aber Dein Fachbegriff-Loden gefiel mir viel besser, nur: Man muss natürlich gut hingucken!

 

Durch unseren Hausbau mit Styroporsteinen habe ich viel gelesen und gelernt. Ein fester, in Styropor eingeschlossener, Stoff verstärkt den Schall. Also bringt es nichts Styropor direkt auf die Tür zu kleben.
Je unebener die Oberfläche ist, umso besser wird der Schall gebrochen. Der Filzvorgang wäre also die günstigste und einfachste Lösung.

 

Hier mal ein Übersichtsbild von außen.&nbsp;


&nbsp;Ich denke, daß eine Isolierung doch deutlichen Nutzen bringt. Bedenkt: Jetzt ist es nur ein dünnes Fensterglas mit uraltem Kit in einem wackligen Rahmen ... für anderes ist Innen kein Platz. Mehr Bilder folgen.
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Wofür hast Du Dich jetzt entscheiden? Die Diskussion zum Thema ist ja einfach abgebrochen. Zur reinen Schallisolierung hat meine Cousine mal in einem Kellerraum die Wände mit Eierhörtchen beklebt. Der raum diente als Übungsraum für ihren Sohn zum Schlagzeug spielen

 

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